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Druckausgleich bei vernarbtem Trommelfell
Abgesandt von Pyranhia am 17.01.2004 - 17:36:

mein Trommelfell ist nach einem Riss in der Kindheit geflickt und vernarbt. Der Ohrenarzt meinte, dass es sehr dünn wäre und ich Probleme mit dem Druckausgleich in größerer Tiefe bekommen könnte. Nun bin ich relativ problemlos auf 10m getaucht und frage mich, ob denn 20m vom Druckausgleich her problematischer sein können? Wenn das Trommelfell bis 10m gut hält und der Ausgleich funkioniert, kann es sein, dass ich tatsächlich bei größerer Tiefe mehr Probleme damit habe???? Wäre dankbar für Antworten!



Antwort von und 26 Gäste Registriertes Mitglied am 17.01.2004 - 18:17
Wenn du die ersten Meter schaffst, sollten die restlichen auch kein Problem sein - aber wenn Dein Arzt das wirklich so gesagt hat, würde ich mal denselben wechseln.
Antwort von weltverbandsdeepdiver Registriertes Mitglied am 17.01.2004 - 19:55
Dein Arzt hat null Plan, was Tauchen betrifft.

Du hast von 0 Meter auf 10 Meter eine Druckzunahme von 1 Bar auf 2 Bar, also eine Druckverdopplung (+100%)

Wenn Du von z. B. 30 Meter auf 40 Meter tauchst, dann hast Du zwar auch eine Druckzunahme von 1 Bar allerdings von 4 auf 5 Bar. Die prozentuale Druckzunahme ist nur noch 25%. Wenn Du die beiden Strecken (von 0 auf 10 bzw. von 30 auf 40 Meter) gleich schnell durchtuachst, wird die tiefere Dein Trommelfell weniger belasten, da Du nur noch einen relativen Druckunterschied von 25% ausgleichen must (das ist überigens auch der Grund, warum tarieren in grossen Tiefen wesentlich leichter ist).

Ich würde jetzt als erstes mal meienn Arzt wechseln und mir einen suchen der ne Ahnung davon hat (in Deinem fall einen Ohrenspezialisten)

Meine persönliche Meinung ist, dass wenn das Trommelfell bislang gehalten hat (und ich gehe davon aus, dass Du viel geschnorchelt und auf Deien o. g. 10 Meter abgetaucht bist), dann wird es auch beim Tauchen halten. Warum?: Beim Tauchen bist Du zeitlich nicht limitiert, d. h. Du kannst Dir zum Abtauchen so viel Zeit lassen wie Du willst und immer Druckausgleich machen. Beim Apnoetauchen ist das nicht immer der Fall (man setzt sich irgendwie immer den eigenen Druck aus, an eine bestimmte Stelle runterzutauchen)und man schlampt hier öfters mit dem Druckausgleich.

Ich habe diesen Beitrag sehr einfach gehalten und hoffe er ist verständlich.
Gruss

Stefan
Antwort von Dr. med. Christoph Klingmann am 17.01.2004 - 22:41
Hallo Pyranhia,

lassen Sie sich das Trommelfell lieber noch mal von einem HNO-Arzt mit tauchmedizinischer erfahrung anschauen. Die ersten Meter stellen die größte Gefahr für das Trommelfell beim tauchen dar, wie in der Antwort vor mir schon schön beschrieben wurde. Sie können sich über dieses Thema ausgiebig auf meiner Homepage belesen.
Hier klicken

Besten Gruß,
Christoph Klingmann
Antwort von und 26 Gäste Registriertes Mitglied am 17.01.2004 - 23:12
@schlauer Stefan&Kling...dr.med
muss man denn hier alles doppelt und dreifach posten??
Antwort von weltverbandsdeepdiver Registriertes Mitglied am 19.01.2004 - 09:57
@Superschlauer "und26Gäste"

Hättest Du ausführlich geschrieben und vielleicht ein wenig erklärt, dann hätten wir uns den Senf gerne gespart.

Ausserdem ist ein Forum dafür da, dass jeder eine Meinung schreiben kann. Und wenn dann andere die Meinung bestätigen, dann fühlt sich der Fragesteller vielleicht sicherer. Schon mal darüber nachgedacht?????

Gruss

Stefan
Antwort von Pyranhia am 19.01.2004 - 13:55
Vielen Dank den auführlichen Antwortern!!! Dank euren Erklärungen habe ich die Sache zum ersten Mal richtig verstanden und werde den nächsten Tauchgängen ohne Unsicherheit und Angst entgegentreten können!
Grüße v. Pyranhia
Antwort von weltverbandsdeepdiver Registriertes Mitglied am 19.01.2004 - 21:47
@ Pyranhia

Aber zu nem "richtigen Doc mit Ahnung vom Tauchen " gehst Du schon noch, oder???

Gruss

Stefan
Antwort von Pyranhia am 20.01.2004 - 13:53
Tja, mir wurde dieser Arzt von zwei Tauchschulen, als ein HNO-Arzt, der selbst leidenschaftlicher Taucher ist, empfohlen. Ich glaube auch ehrlich gesagt nicht, dass irgendein Arzt mir versichern oder garantieren kann, dass mein "geschädigtes" Trommelfell dem zunehmenden Druck unter Wasser ohne Probleme Stand halten wird...es ist sicherlich eine Frage des "ausprobierens". Und da ich es ja nun auf 10m Tiefe geschafft habe (übrigens beim Tauchen, nicht beim Schnorcheln) und es dann tiefer eher "leichter" bzw. weniger belastend für das Trommelfell wird, kann ich doch guter Hoffnung sein, oder?
Antwort von SumSumSum am 20.01.2004 - 18:02
Ausserdem "leiern" die Dinger irgendwann etwas aus , bzw. gewöhnen sich an Bewegung und werden etwas geschmeidiger!
Dann geht es auch noch etwas einfacher.
Und, im Gegensatz zum Flieger, bestimmst Du das Tempo, solange der Druck nicht Schmerzen entwickelt, würde ich (medizinischer Laie) davon ausgehen, das da nix reisst.
Aber check es zusätzlich bei nem anderen Arzt, kann nicht verkehrt sein!
Antwort von nichtmediziner am 21.01.2004 - 11:25
@pyranhia

Denke das weisst du schon, falls nicht lese weiter

Sobald du den Druckausgleich machst ist der Aussen- und Innendruck gleich, also hast du keine Belastung auf das Trommelfell egal in welcher Tiefe.
Achte aber auch auf die Umkehrblockierung beim Auftauchen.

Gruss nichtmediziner
Antwort von Niko Registriertes Mitglied am 23.01.2004 - 09:59
@ Pyranhia
Ich denke, dein Arzt hat dir einen etwas übervorsichtigen Tip gegeben, was ja auch okay ist. Besser so, als anders rum.
Ich hatte selbst als Kind dreimal eine Mittelohrdrainage, die sogenannten "Röhrchen" im Trommelfell. Meine Trommelfelle sind also dreimal vernarbt und ich tauche seit fünf Jahren ohne Probleme.

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