Eisenoxid (Flugrost) - Auswirkukngen auf Lunge und Gesundheit? Abgesandt von chris2007 am 08.08.2006 - 09:53:
Hallo,
musste letzte Woche beim Tauchen in Cadaqués (Basis Ulla und Paul) eine schlechte Erfahrung machen. Die Basis hat mir irrtümlich eine Arbeitsflasche (15 l) ausgehändigt (nicht gekennzeichnet), da diese am falschen Ort stand. Auf ca. 20 m Tiefe (nach ca. 6-7 Minuten Tauchzeit) hatte ich zuerst das Gefühl, dass der Automat nicht richtig "zieht", wenig später schmeckte die Luft seltsam und kurz darauf fingen schon Hauptautomat und Ocopus an, vehement Rost abzublasen (mich umnebelte eine braune Wolke). Hab daraufhin schnurstracks einen kontrollierten Aufstieg mit dem Octopus meines Tauchpartners eingeleitet. Als ich wieder an Bord war, brauchte ich erstmal einen halben Liter Wasser, um die braune Brühe aus meinem Mund zu spülen. Beide Automaten waren voll von Flugrost, ebenso das Jacket.
Weiß jemand, ob das Einatmen von Eisenoxid bzw. Flugrost zu Gesundheitsschäden führen kann? Ist es ratsam, im Nachgang einen Lungenfunktionstest durchzuführen bzw. einen Arzt zu konsultieren? Hat jemand schonmal ähnliche Erfahrungen gemacht?
Danke für Antworten
Chris
Antwort von johnporno am 08.08.2006 - 10:07 Also ich bin kein Arzt, aber Fremdkörper in der Lunge sind immer schlecht.Feinstaub kann immerhin auch zu Lungenkrebs führen...Also ich an deiner Stelle würde umbedingt nen arzt aufsuchen.Am besten nen Pulmologen! Der kennt sich immerhin richtig mit der Materie aus.
MfG
Antwort von Kölschertaucher am 08.08.2006 - 11:00 Ich denke nicht, dass eine wirkliche Gefahr davon ausgeht, sollte es sich um reines FeO2 handeln, da es weder toxikologisch relevant noch cancerogen ist. Bei Feinstaub hingegen handelt es sich hingegen um kleinste Teile <PM10 (10 Mikrometer) die Lungengängig sind und somit in die Alveolen vordringen können (PM2), an die verschiedene - widerum Kohlenwasserstoffverbindungen oder andere (lipophile) Substanzen anhaften.
Das Eisenoxid wird wahrscheinlich schon zum größten Teil wieder die Lunge verlassen haben (durch aushusten usw...)
ich würde an deiner stelle aber auf jeden fall einen Pneumologen aufsuchen, um die Risiken definitiv abzuklähren.
Dort wird dann ein Lungenfunktionstest durchgeführt und ggf. eine Thoraxaufnahme gemacht, da Fe bzw. FeO2 auf einem Röntgenfilm sehr gut sichtbar, solltest du wirklcih große Mengen aspiriert haben.
Das iss aber nur eine grobe Einschätzung...
Antwort von alteHexe am 08.08.2006 - 15:00 Hört sich heftig an. Konnte man das nicht schon am Ventil erkennen? Rostbesatz oder so? Wie hat sich die Basis verhalten?
Antwort von Der_nur_mit_Filter_taucht am 08.08.2006 - 16:13 Und wie ist der Rost bitteschoen durch deinen Sinterfilter gekommen?
Antwort von chris2007 am 09.08.2006 - 09:37 Danke für eure Kommentare/Antworten, v. a. an Kölschertaucher. Habe bereits einen Termin beim Lungenfacharzt vereinbart.
Zum Thema Ventil:
Das Ventil sah beim Anschrauben des Automaten völlig in Ordnung aus. Auch die Tests beider Automaten vor dem Tauchgang liessen keine Besonderheiten erkennen. Die Flasche sah von außen aus wie alle anderen 15 l Flaschen. Sowohl unser Bootskapitän als auch Taucher meiner Gruppe vermuten, dass - neben der von innen stark verrosteten Flasche - auch noch ein Defekt im Ventil vorgelegen haben muss.
Zur Basis:
Die Basis hat sich nicht einmal bei mir entschuldigt. Nach Schilderung der Vorkomnisse meinte der Basisleiter, er müsse mal klären, was da passiert sei und kam nach kurzer Zeit mit der lapidaren Aussage zurück, dass es sich um eine Arbeitsflasche gehandelt hätte, die nicht als Atemluftflasche benutzt werden dürfe und in einem anderen Raum hätte stehen müssen. Nachdem ich ihm meinen unbrauchbar gewordenen Automaten zeigte, hat er sich bereit erklärt, diesen zu reinigen und mir für den letzten Tauchtag einen Leihautomaten gestellt. Das war alles. Kein Wort des Bedauerns, keine Entschuldigung geschweige denn Kompensation. Finde ich im Nachhinein unfassbar.
Was das Thema "Sinterfilter" betrifft, habe ich davon keine Ahnung. Ich besitze bislang keinen eigenen Automaten, leihe von meinem Verein, Sherwood-Automaten, die Geräte sind gut gewartet. Jedenfalls hat der Octopus eine heftige braune Wolke abgeblasen, Hauptautomat wohl auch, so wie mein Mund aussah und nach dem Aufstieg waren beide Automaten von außen und innen komplett mit Rost belegt. Trotz Reinigung durch die Basis sind sie noch nicht wieder einsatzbereit und müssen der Revision unterzogen werden.
Vielleicht kann "Der nur mit Filter taucht" ja erklären, wie der Rost durch meinen Sinterfilter gekommen ist (sofern unsere Vereinsautomaten sowas besitzen)?
Antwort von Der_nur_mit_Filter_taucht am 09.08.2006 - 12:42 jede erste Stufe hat am Einlass einen Sinterfilter, der genau das verhindern soll, was du beschreibst. Flugrost geht nicht durch den Filter.
Entweder hat der gefehlt, oder der Dreck kommt aus dem Automaten.
Antwort von Tümpi am 09.08.2006 - 13:41 Das war auch mein Gedanke, Sinterfilter hat jeder Automat. Ich geh mal davon aus, dass das nicht der erste Tauchgang mit diesem Automaten war. Nur wie erklärt sich dann der Rost? wäre er im Automaten gewesen, wäre er sicher schon bei früheren Tauchgängen rausgeflogen. Die Aussage, dass der Automat "nicht richtig zieht" lässt schon auf einen zusitzenden Sinterfilter schließen. Nur wenn er zu ist, kommt erst recht kein Rost mehr durch. Chris bist du wirklich sicher, dass dein Automat 100 pro in Ordnung war?
tü
Antwort von flasche am 09.08.2006 - 15:27 Was für ein Quatsch, Entschuldigung. Natürlich läßt *jeder* reale Filter auch was durch. Je nach Filteraufbau werden mal nur ganz grobe, mal auch feinere Partikel ausgefiltert. Lediglich durch chemische Wirkung (Aktivkohle..) ließen sich auch ganz feine Sachen, auch Gase, herausfiltern; solange der Filter nicht am Ende ist.
Daß Rost zwingend nur in einer Mindestpartikelgröße vorliegen kann, die durch einen räumlich sehr kleinen Filter herausfilterbar ist (zumal der Filter selbst dadurch bei sehr guter Filterwirkung ja auch völlig dichtmachen kann, was unangenehmer als feiner Roststaub wäre), wäre mir ebenso neu, wie der plötzlich innen massiv selbstrostende Regler.
Was der Arzt da machen kann, um evt. Reste herauszukitzeln, weiß ich aber nicht; auch nicht, ob es überhaupt gesundheitlich kritisch ist (sofern der Tauchgang überlebt wurde), oder ob Schadensersatzforderungen da realistisch durchsetzbar sind. Zumal ja auch noch danach wohl an derselben Basis einfach weitergetaucht wurde.
Antwort von Der_nur_mit_Filter_taucht am 09.08.2006 - 15:56 dass ein Atemregler "nach 6-7 Minuten ... vehement Rost" abblaest (Zitat Original) spricht nicht fuer einen funktionierenden Filter.
Auch unwahrscheinlich, dass sich Rost spontan von der Flascheninnenwand loest.
Ausserdem wird sich in der Flasche befindlicher Rost als feste Partikel nicht so ohne weiteres beim Entspannen der Luft "mitreissen" lassen. Anders als z.B. in der komprimierten Luft geloestes Wasser.
Sollte sich Rost in groesserem Umfang in der ausstroemenden Luft befunden haben, und der Sinterfilter versagt haben (vielleicht gefehlt und/oder zerbroeselt), dann wird spaetestens bei "vehement Rost" abblasen das Nadelventil verstopfen und gar keine Luft mehr kommen, bevor "vehement Rost" abblaest.
Mein Tipp: "braune Wolke" deutet darauf hin, dass sich massiv Schmodder in den zweiten Stufen befunden hat; eingetrocknet war, und nach ein paar Minuten geloest hat.
Antwort von flasche am 09.08.2006 - 16:22 "Beide Automaten waren voll von Flugrost, ebenso das Jacket." Das paßt nicht zu eingetrocknetem Dreck in (beiden?) *zweiten* Stufen. "Vehementes Rostabblasen" hingegen spricht für eine wegen Rostteilchen blockierte erste Stufe. Natürlich kann man auch konstruieren, daß erst eine verdreckte 2. Stufe abbläst, in der Folge dann die 1. Stufe vereist, und dann auch die andere 2. Stufe abbläst; aber woher dann der Dreck in der 1. Stufe selbst und im Jacket? Ob und wieviel Rost mitgerissen wird, hängt z.B. wohl auch davon ab, wie verrostet die Flasche selbst war, und ob ein Standrohr oder Filter in der Flasche vielleicht defekt war, und wie die Tauchlage (kopfunter) war. Vielleicht hätte man ja durch schütteln schon vorher was hören können. Oder durch den Blick auf den.. naja.. na gut: den Prüfstempel (Sind "Arbeitsflaschen" denn nicht zu prüfen?)
Natürlich: Ein evt. defekter Filter verschärft das Problem bei dreckigen Flaschen noch. Nix Genaues weiß man nicht, aber den Unterschied zwischen Rost und normalem Dreck dürfte man sogar schmecken.
Antwort von Calella am 10.08.2006 - 20:35 Geht zwar an der Ursprungsfrage vorbei:
Arbeitsflasche könnte auch für Luftdruckpistole ect. sein, also nicht zum tauchen! Sollte zwas gekennzeichnet sein, aber....!
Flasche, CADAQUES, Nordspanien, Mittelmeer, wo vereist bei durchgängig 24+ Grad (derzeit bis 40m) da irgendein Lungenautomat, egal wie feucht die Luft ist?
Nächstesmal:
An der Basis Tank leermachen und Ventil raus!
Wenn Basis zickt (hätte diese vermutlich nicht), rumstänkern, das du wissen willst, was los/drin war und du ne Runde für alle ausgibst (Tauchgäste eingeschlossen, "Druckerhöhung"), wenn der Tank EINWANDFREI ist (ist er eh nie, irgendwas findest immer!). Dann hätte festgestellt werden können, ob z.B. etwas Rost-Wasser-Mix drinn war, Filter und Steigrohr (Arbeitspulle, s.o., braucht sowas nicht) evtl. nicht vorhanden (über Kopf abgetaucht??) waren, ect. pp!
Zur Frage:
Alles unreine in Luft kann, gerade unter Druck, gesundheitschädlich sein, aber meistens hustest Du den ganzen "Rost" wieder raus.
Woher soll, wenn da nicht gerade Metallbröckchen (Sinterfilter, also nicht!) in der Lunge wären, der Facharzt den schwarzen Schatten Deiner Lunge diesem Tauchgang zuordnen? Weisst Du, wieviel Dreck du an ner Hauptstr. nebenbei einatmest? Hier viel es auf, weil eindeutige Quelle, hohe Konzentration und Sicht auf Rostbrühe.
Wenn du dich jetzt normal gut fühlst, was solls, wenn du dich danach besser fühlst, geh hin!
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