Hallo Stephan,
Die Aufsättigungs- bzw. Entsättigungszeiten mit Inertgasen wie zB Stickstoff , Helium (Trimixtauchgängen) ist sehr wohl abhängig von der Menge an Fettgewebe im Körper.
Die Auf- bzw. Entsättigung verläuft exponentiell - gemessen wird dies in der sogenannten Halbwertszeit. Kurz ausgedrückt bedeutet Halbwertszeit die Zeit in der der Wert einer Größe - hier Sättigungsgrad - sich verdoppelt (Aufsättigung beim Abtauchen) bzw. auf die Hälfte seines ursprünglichen Werts zurückgegangen ist (Entsättigung beim Auftauchen).
Die verschiedenen Körpergewebe haben höchst unterschiedliche Halbwertszeiten. Schnelle Gewebe wie zB das ZNS oder Rückenmark haben eine Halbwertszeit von 4 bis ca. 18 Minuten, langsame Gewebe wie zB Knochen oder auch Fettgewebe sind in den Halbwertszeiten bei ca. 300 bis 600 Minuten anzusiedeln.
Der Unterschied in der Schnelligkeit bzw. Langsamkeit eines Gewebes resultiert im Prinzip hauptsächlich durch die Durchblutungsrate. Je besser Gewebe mit Blut versorgt wird, desto kürzer ist die Halbwertszeit. Fettzellen sind relativ schlecht durchblutet - deshalb langsam.
Auf das Tauchen bezogen kann man ableiten, dass Fettgewebe zwar langsamer in der "Ansammlung" von Inertgasen reagiert - aber dieses auch langsamer wieder abgibt. Etwas überspitzt ausgedrückt könnte man sagen, dass die Dekompressionszeiten bei sehr fettleibigen Menschen länger sein wird, als bei Menschen ohne Fettgewebe.
Die Tauchcomputer und Tabellen geben uns Mittelwerte an - die auf einen großen Teil der Bevölkerung sicher anzuwenden sind. Geht man an die Grenzen der Tabellen oder des Computers, können Risikogruppen - wie zB Fettleibige, Raucher, Dehydrierte Personen - durchaus in den kritischen Bereich rutschen - und eine Dekompressionskrankheit erleiden.
Safe Diving