Erfahrung mit Ventil-Absperrwellen (Fernbedienung)? Abgesandt von superturner am 08.03.2006 - 21:55:
Wie ist die Benutzerfreundlichkeit von solchen Wellen?
Sind diese wirklich verwindungssteif?
Welche Anbieter existieren?
Sind solche Wellen mit "fremden" Ventilen zu benutzen?
Danke
Antwort von scuba62 am 09.03.2006 - 10:09 Also ich benutze seit 6 Jahren eine Alternative
zu dieser Fernbedienung. Es handelt sich dabei
um einen (ca. 80cm langen) HD-Schlauch mit einem
Nautec Ventil am Ende.
Siehe hier:
Für mich stellt dies eine sehr gute Möglichkeit dar, Vereisungen problemlos selber zu bewältigen.
Passt an jedem DIN Anschluss, und auf Verwindungsfreiheit kommt es dabei nicht an.
Damit hat es jeder selber in der Hand, seinen Automaten abzusperren.
Verwechslungen sind ausgeschlossen, und ein Wechsel auf das sek. System
ist damit noch nicht einmal mehr erforderlich, man kann beruhigt mit dem vereisten
Automat weitertauchen (sofern kein Verschluss vorliegt), wenn man zum Einatmen das
Ventil aufdreht, und zum Ausatmen das Ventil zudreht.
Bei meinem AMV reicht eine 1/4 Ventildrehung um meinen Luftbedarf auf 40m zu stillen. Die kann man sozusagen aus dem Handgelenk erledigen.
Man benutzt/gefährdet das sek. System in keiner Weise, und erhält damit die volle Redundanz aufrecht.
Aus der Erfahrung heraus, funktioniert der vereiste Automat nach kurzer Zeit (2min) wieder.
Es gibt noch nicht einmal mehr die Notwendigkeit den TG abzubrechen.
Dieses Stück Technik gibt es auch inzwischen käuflich zu erwerben:
Hier klicken Finanzelle Interessen habe ich allerdings nicht daran, und wenn man es sich selber aus Einzelteilen baut, dürfte man um einiges günstiger liegen.
Wurde übrigens auch im letzten Sporttaucher vorgestellt.
Auf die Vereisungssicherheit des prim. System kommt es nur noch untergeordnet
an. Eine Vereisung spielt damit keine nennenswerte Rolle mehr, und von einem Problem
ist man damit weit entfernt.
Gruß
Jürgen
Antwort von blubbär am 09.03.2006 - 22:35 Hallo scuba62,
kannst Du auch noch eine Adresse nennen, wo es das Teil käuflich zu erwerben gibt?
Gruß
blubbär
Antwort von Ottonormaltaucher am 10.03.2006 - 00:06 @blubbär
Das Teil gibt es bei Aircon, nennt sich Airstop.
Warum aber der ganze Aufwand mit unnötigem Zeug vor dem Bauch, oder zusätzlichem Wellensalat? Klemm doch einfach vor die zweiten Stufen das kleine Freeflow Control Device Absperrventil von Apeks.....was einfacheres und preisgünstigeres gibt es nicht, und es ist sogar noch ein Überdrückventil für die erste Stufe im Lieferumfang.
Antwort von scuba62 am 10.03.2006 - 09:32 @Ottonormaltaucher
Im Unterschied zu den beiden anderen Lösungen (Welle, Schlauch)riegelt das Apeks nur den Mitteldruck ab.
Falls dir zufällig mal die zweite Stufe vereist, ist dies sicherlich eine hervorragende Lösung. Nur leider vereist zu einen großen Teil die erste Stufe (größtes Druckgefälle):
Hier klicken
Dann hättest du mit der Apeks-Lösung nichts gewonnen, und deine Luft strömt, wenn
der Flow Control geschlossen ist, frei über das Überdruckventil ab. Da halte ich die herkömliche Lösung (zudrehen und wechseln) noch für besser.
Das Apeks ist also im Gegensatz zu den anderen beiden Möglichkeiten nur eingeschränkt
zu verwenden/empfehlen.
Andere Lösungen wäre z.B. die Flasche mit den Ventilen nach unten zeigend
(sehr gut zu erreichen) zu tauchen, oder auch die Ponyflasche halte ich an der Stelle für
geeignet. Nur stellen diese beiden Lösungen einen noch größeren Aufwand dar, als eben so eine Welle oder so ein Schlauch.
Gruß
scuba62
Antwort von flasche am 10.03.2006 - 14:56 Zum verlängerten Flaschenventil (Aircon Airstop):
Hier klicken Kostet da 220,-EUR.
Hier gab`s (google hilft) schon mal eine Diskussion:
Hier klicken Den dort gegebenen Meinungen stimme ich weitgehend zu, insbesondere der von hket, die ich daher mal zitiere:
"Ich nehme hier immer eine 4l Ponyflasche mit extra Automat mit. Werden billig von den Feuerwehren angeboten, weil die auf 6l/300bar umsteigen.
Im Falle eines Falles reichen 800 barl zum austauchen."
Für die Ponyflasche gibt es verschiedene Befestigungsvarianten; sie gibt echte zusätzliche Sicherheit und stört kaum. Sie erspart die teure Doppelflasche. Sie ist noch urlaubstauglich (jedenfalls im Vergleich zur Doppelflasche oder Monoflasche mit Doppelabgang). Sie ist sicherer als ein vorgeschraubter 2. Abgang mit nur 1 extra schließbarem Ventil (oder gar ein einfaches T-Stück). Sie paßt auch für vorhandene billige Jackets. Sie ist auch mit zusätzlichen Leihflaschen kombinierbar. Und mit der max. 50EUR (zzgl. Halterung) teuren gebrauchten Ponyflasche wird (im Gegensatz zum 220EUR teuren AirStop) nebenbei auch das Problem des 2. Abgangs gelöst; beim Airstop werden ja 2 Abgänge (oder *noch* ein Zusatzadapter) vorausgesetzt, sofern man die Sicherheit zweier Regler haben will.
(Wie schließt man eigentlich beim AirStop den 2. Regler, falls der an einer Monoflasche mit Doppelventil mal abbläst? Noch ein 2. Airstop für 220EUR, macht gesamt 440EUR, mit weiterem Gebaumsle an der Flasche? Oder "abblasen der Reservestufe" als unmöglich definieren? Nein danke.)
Antwort von scuba62 am 10.03.2006 - 17:27 @flasche
Ich gebe dir vollkommen Recht, eine Ponyflasche
ist auch meiner Meinung nach eine sehr gute Lösung, aber leider auch die teuerste. Und auch die, die am meisten "Gebamsel" verursacht.
Aber nochmal auf den Preis von 220,- Euro zurückzukommen:
Hier klicken Dieses Ventil einzeln kostest bei Nautec aktuell 76,00 Euro, was noch fehlt, ist ein Stück HD-Schlauch und ein paar Verschraubungen.
Ich habe mir zu diesem Zweck einen Hydraulikschlauch für ca. 20 DM anfertigen lassen. Ein korrosionsfester Überströmschlauch käme ebenfalls in Frage. Alles in allen
hat es im Jahr 2000 ca. 120 DM gekostet, heute dann
wohl eben ca. 120 Euro. Aber von 220,- Euro ist man bei Eigenfertigung noch sehr weit entfernt. Auch ich halte den Preis von 220,- Euro an dieser Stelle für überzogen.
Die Wellenlösung, liegt sogar komplett nur bei 138,- Euro (empf. VK).
Zum sek. System:
Also ich benutze es im Normalfall lediglich zum tarieren,
da halte ich eine Vereisung durch den geringen Luftdurchsatz für mehr als unwahrscheinlich.
Ist dir ein Fall bekannt?
Ich kenne es bis jetzt nur so, das auch der Regler vereist, aus dem geatmet wird, was anderes habe ich noch nicht erlebt oder gehört.
Von daher habe ich mein sek. nicht mit einem Airstop ausgerüstet,
und würde im Fall der Fälle den Bauchgurt lösen und des Ventil durch "nachhintengreifen" vorübergehend schliessen. Allerdings würde dies
dann auch den kleinen Nachteil beinhalten, das man auf ein anderes System (prim?) wechseln müßte, das wäre mit Airstop eher nicht nötig.
Eine nicht ausreichend gute Lösung, scheint mir die herkömliche Methode zu sein, zwei erste Stufen und dann mal schauen wer was
wann wie abdreht.
Das Unfallforum spricht da eine recht deutliche Sprache. Scheint nicht wirklich gut zu klappen.
Für mich ist wichtig, das ich das Abblasen schnell selber stoppen kann. Der Nebeneffekt, das man noch nicht mal mehr auf sek. wechseln
muß, ist die Beigabe.
Gruß
scuba62
Antwort von flasche am 10.03.2006 - 18:23 @scuba62
"Ponyflasche
ist auch meiner Meinung nach eine sehr gute Lösung, aber leider auch die teuerste."
Nein, nicht bei Gebrauchtkauf; die 4l-Ponyflaschen werden verschleudert. Manchmal mit, manchmal ohne TÜV; muß man etwas aufpassen oder nachmachen lassen. Und hat ja (genannte) weitere positive Nebeneffekte. Natürlich muß man sie schleppen und gelegentlich TÜVen, die alternative Doppelflasche aber ja auch.
120EUR (Eigenbau) klingt ja schon angenehmer. Ich finde Deine Lösung besser als eine Fernbedienung per Welle, allerdings ist ja eine Gefahr damit denkbar (platzender/undichter HD-Schlauch oder Dichtung/Verbindung). Geringe Gefahr wohl, aber vielleicht unnötig.
"Zum sek. System:
da halte ich eine Vereisung durch den geringen Luftdurchsatz für mehr als unwahrscheinlich."
Unwahrscheinlich ist aber nicht unmöglich. Bei Wechsel aufs Sekundärsystem wegen Ausfall des Primärsystems belastet man natürlich das Sekundärsystem mindestens ebenso stark, wie normalerweise das Primärsystem. Wenn man dem Buddy mit Luftproblemen aushelfen muß, ebenfalls. Seltene Defekte am Sekundärsystem (geplatzter MD-Schlauch, defekter O-Ring am Ventil) wären auch denkbar. Wenn dann an einer Monoflasche das Sekundärsystem abbläst, muß man es genauso schließen können, wie das Primärsystem.
Klar ist Schließbarkeit des Primärsystems wichtiger. Bei Ponyflasche ist wenigstens der Luftvorrat des jeweils anderen Systems absolut sicher; nur Ausfall beider Systeme kurz nacheinander wäre schlecht.
"Bauchgurt lösen und des Ventil durch "nachhintengreifen" vorübergehend schliessen."
Ja, aber wenn Du das ohnehin sicher kannst (auch bei schon ausgefallenem Primärsystem und dann abblasendem Sekundärsystem), dann ist ja das 120..220EUR teure "Gebamsle" für Dich ebenso unnötig. Gut, es ist bequem, und mit auf/zudrehen löst es zusätzliche Probleme. Schlecht ist Deine Variante nicht, meine finde ich etwas besser. Aber Ansichtssache, und Deine Variante hat auch Vorteile.
"Eine nicht ausreichend gute Lösung, scheint mir die herkömliche Methode zu sein, zwei erste Stufen und dann mal schauen wer was
wann wie abdreht."
Ganz genau!
Viele denken, der Buddy kann abdrehen (hoffentlich ist er in der Nähe und findet auch das *richtige* Ventil; Chance 1:2). Viele behaupten, sie könnten es selbst abdrehen (und haben es irgendwann nach langem Üben geschafft; ob sie es in 40m Tiefe bei bereits abblasendem Regler mit einer andersartigen Leihflasche auch noch so schnell und sicher können, ist fraglich).
Antwort von scuba62 am 10.03.2006 - 19:49 @flasche
"Nein, nicht bei Gebrauchtkauf; die 4l-Ponyflaschen werden verschleudert."
Du mußt da aber noch nen Automaten dranschrauben, der zu allem Überfluss auch noch Wartungskosten verursacht...
"Und hat ja (genannte) weitere positive Nebeneffekte."
Klar, der effektive Luftvorrat vergrössert sich und wenn man an platzende O-Ringe/Schläuche denkt ist es schon das unter dem Strich bessere System.
"Natürlich muß man sie schleppen und gelegentlich TÜVen, die alternative Doppelflasche aber ja auch."
Ich tauche relativ selten mit Doppelflaschen. Bei der Welle/Schlauch, denke ich eher daran lediglich das prim. System abzuriegeln.
Auf den Wechsel zu sek. System verzichte ich, wenn es eben möglich ist..
"120EUR (Eigenbau) klingt ja schon angenehmer. Ich finde Deine Lösung besser als eine Fernbedienung per Welle, allerdings ist ja eine Gefahr damit denkbar (platzender/undichter HD-Schlauch oder Dichtung/Verbindung). Geringe Gefahr wohl, aber vielleicht unnötig."
Beide Lösungen haben ihre Vor- und Nachteile.
Ja, du hast vollkommen recht, wo kein Schlauch ist, kann kein Schlauch platzen...
-Welle, kommt ohne möglicherweise platzenden Schlauch aus.
-Schlauch, passt an jedes DIN-Ventil.
"Unwahrscheinlich ist aber nicht unmöglich. "
Klar.
"Bei Wechsel aufs Sekundärsystem wegen Ausfall des Primärsystems belastet man natürlich das Sekundärsystem mindestens ebenso stark, wie normalerweise das Primärsystem. "
Ja, mit Betonung auf mindesten... (Streß).
Das Schöne, gegenüber der Ponyflasche ist, man kann beim prim. System bleiben.
Aufdrehen, und zudrehen... ohne jeden Streß.
Kann man problemlos bis zum Ende eines jeden TG so machen. Vielleicht kann man es mit einer Ponyflasche ebenso durchführen, wenn sie in halbwegs erreichbarer Nähe ist, und wenn man überhaupt muß.
Alle beiden (drei) Flaschen mit feuchter Luft gefüllt, wäre vielleicht
eine Möglichkeit, wo man es können sollte.
"Wenn man dem Buddy mit Luftproblemen aushelfen muß, ebenfalls.
Seltene Defekte am Sekundärsystem (geplatzter MD-Schlauch, defekter O-Ring am Ventil) wären auch denkbar."
An der Stelle liegst du natürlich mit der Ponyflasche vorne.
"Wenn dann an einer Monoflasche das Sekundärsystem abbläst, muß man es genauso schließen können, wie das Primärsystem.
Klar ist Schließbarkeit des Primärsystems wichtiger. Bei Ponyflasche ist wenigstens der Luftvorrat des jeweils anderen Systems absolut sicher; nur Ausfall beider Systeme kurz nacheinander wäre schlecht. "
Wenn du nicht zu sek. wechseln mußt, belastest du es auch nicht.....
"Bauchgurt lösen und des Ventil durch "nachhintengreifen" vorübergehend schliessen.
Ja, aber wenn Du das ohnehin sicher kannst (auch bei schon ausgefallenem Primärsystem und dann abblasendem Sekundärsystem),..."
Ich glaube schon, geübt habe ich auch dies.
"dann ist ja das 120..220EUR teure "Gebamsle" für Dich ebenso unnötig."
Einigen wir uns auf 120-138 Euro teures Gebamsel?
Vielleicht, hast du recht.
"Gut, es ist bequem, und mit auf/zudrehen löst es zusätzliche Probleme."
Ja, so sehe ich es auch. Das was am häufigsten passiert, ist damit zu 100% abgedeckt.
"Schlecht ist Deine Variante nicht, meine finde ich etwas besser."
Hast recht, so sehe ich es auch. Nur leider teurer und noch mehr Gebamsel.
"Aber Ansichtssache, und Deine Variante hat auch Vorteile."
"Ganz genau!
Viele denken, der Buddy kann abdrehen (hoffentlich ist er in der Nähe und findet auch das *richtige* Ventil; Chance 1:2). Viele behaupten, sie könnten es selbst abdrehen (und haben es irgendwann nach langem Üben geschafft; ob sie es in 40m Tiefe bei bereits abblasendem Regler mit einer andersartigen Leihflasche auch noch so schnell und sicher können, ist fraglich). "
Ich glaube das ist einen der Hauptursachen für TU im deutschsprachigen Raum.
Ich halte grundsätzlich nichts, von etwas was der Buddy machen muß. Vor allem nicht in Problemsituationen.
Die Standard Ansage: Das dreht mein Buddy dann schon zu, und ich wechsel dann mal ebend zum anderen System, halte ich für besonders verwerflich.
Falsche Planung!
Ist meiner Meinung nach eine Vergewaltigung des Buddy-Systems:
Hier klicken
Ich glaube das alle drei (bis vier) Lösungen im Kaltwasserbereich ihre spezifischen Vor- und Nachteile haben.
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