Erfahrungen mit div. Atemkalk Abgesandt von dirk am 26.04.2003 - 19:37:
Mich würden eure Erfahrungen mit mehrern Atemkalk Sorten inter.
warum nutzt ihr XXX ?
was hat es für Vor/Nachteile ?
Für welchen RB und welches Einsatzgebiet mit welchen Gasen ?
Danke
Antwort von Holger am 26.04.2003 - 22:44 Interessiert mich auch brennend. Ich benutze derzeit Dräger DiveSorb im Atlantis, (bisher) ausschließlich mit Nitrox bis ca. 45m. Grund? 1. Vorgabe von Dräger, 2. weil ich nichts besseres weiß (ändert sich vielleicht durch diesen Thread), 3. bekomme ich das Zeug zum EK
Antwort von dirk am 27.04.2003 - 14:01 zudem auch wichtig,die Standzeiten von gebrauchtem Atemkalk IM Kreisel ?
Das Lehrbuch sagt u.a. mind. alle 24 Std ,aber die Praxis hat bestimmt Optimierung ergeben ?!
Antwort von Adam am 27.04.2003 - 21:34 Mir ist es egal welcher Kalk. Ich kaufe den Kalk der gerade für mich günstig ist.
Wieso die Frage " mit welchen Gasen " ?
Der Kalk soll das CO2 binden. Das hat eigentlich nichts mit den Gasen zu tun die im Kreislauf sind, oder ?
Den Gebrauchten Kalk im Kreisel versuche ich immer am Wochenende ( 2-3 Tage ) abzutauchen. Ich lasse es aber auch mal 10 Tage drin. Bis jetzt bin ich damit gut gefahren
Antwort von Holger am 27.04.2003 - 21:51 @Adam
Was heißt "am Wochenende"? Wie lange tauchst du ungefähr mit welcher Menge in welchem Gerät?
Antwort von dirk am 28.04.2003 - 15:19 @adam kommste nun zum biggesse ?
Ich komme irgendwann am Freitag vom Urlaub wieder. Ich musste erst mal schauen wann ich wieder in deutschland bin
Antwort von holger am 29.04.2003 - 11:37 ich weiß nicht, ob Dirk die Antworten hier weiterhelfen, mir leider nicht ...
Antwort von Holgi am 29.04.2003 - 14:07 Hallo Leute,
es gibt zur Zeit eigendlich zwei gebräuchliche Atemkalks. Das eine ist DrägerSorb und wird in allen Dräger Geräten benutzt. Das ist insofern wichtig, da Dräger (jetzt wohl Aqualung) nur mit DrägerSorb die CE erhalten hat und somit auch nur mit diesem Zeug Gewährleistung gibt. Generell sind die Standzeiten aller Kalks abhängig von der Temperatur und der Feuchtigkeit im Atemkalk.
Dräger meint Ihr Zeug wäre durch die gute Oberfläche da besser.
Der andere benutze Atemkalk ist Spherasorb und wird hauptsächlich im Krankenhaus verwendet. Es ist etwas körniger (es gibt dies auch in versch. Korngrössen, ich nehme gerne das kleinkörnige) und staubt auch etwas mehr. Es hat den schönen Vorteil seine Farbe mit zunehmend CO2 Gehalt zu verändern. Leider geht diese Färbung schnell (wenige Minuten) wieder weg (was aber nicht heist, das der Kalk nun wieder gut ist). Bei meinem Rebreather kann man das nach jedem TG sofort sehen, da wir einen Plexiglasbehälter verwenden. (siehe Hier klicken ).
Standzeiten: Nun die Zeiten die Dräger für DrägerSorb angibt müssen wegen CE und Gewährleistung natürlich eingehalten werden Was ist zu beachten: Wenn ich ein Tauchwochende plane, dann ist es wichtig das zwischen den TG der Atemkalk sich nicht weiter mit dem CO2 aus der Umgebung aufsättigt, also am besten im Kalkbehälter belassen und diesen fest verschliessen. Aber nach jedem TG nachsehen ob nicht der Kalk abgesoffen ist, dann natürlich wechseln und lekage suchen Standzeit: Ich habe Berichte gelesen, wo Taucher mit 1Kg Spherasorb mehrere (bis zu 5) Stunden mit einer Füllung getaucht sind. Dies erachte ich als zu lang. Leider gibt es noch keine CO2 Messer für UW und somit sollten Reserven eingehalten werden. Nach meiner Erfahrung mit Spherasorb und nachsehen nach TG sind 2 Stunden mit 1Kg Kalk ausreichend. (dann ist es schon sehr violett). Man könnte es natürlich noch weiter tauchen, aber eine CO2 Vergiftung UW möchte ich nicht bekommen (ist der sichere TOD da man meist nach Kurzatmigkeit und schwindel dann sofort Bewustlos wird).
Atemkalk lässt sich im übrigen nicht wieder aufbereiten ! Die Reaktion ist nicht umkehrbar (auch nicht durch aufkochen oder mit Sauerstoff spülen). Auch der Farbstoff im Spherasorb ist kein verlass auf die Güte. Er soll im Krankenhaus dem Personal zeigen (dort ist das Zeug auch im durchsichtigen Behälter) das CO2 gebunden wird/ist.
Es gibt noch SodaLime. Ist im Prinzip aber auch "nur" Atemkalk wie alle anderen auch.
ich habe auf dem Campingplatz Sondern mein Wohnwagen stehen und bin ab 17.00 Freitags da.
@holger
naja es soll ein anhalt sein,ich denke es kommt auch auf die RB`s an.
Aber ich muss mich mehr an holgi halten,da seine Erfahrungen mit seinem RB auch bald meine sein werden
Antwort von Holgis am 29.04.2003 - 15:45 Hm, also die Funktion des Atemkalks ist RB unabhängig, das einzige was die Sache beeinflusst ist die Menge an Atemkalk. Es ist auch egal welches Gasgemisch verwendet wird (es sei denn es wird CO2 verwendet ). Der Atemkalk hat nur die Funktion den CO2 der durch die Ausatmung entsteht dem Gaskreislauf zu entziehen. Dabei entsteht Wärme und Wasser (das macht Kreislauftauchen sehr angenehm, da wir immer feuchtes warmes Atemgas einatmen, aber Vorsicht nicht wie ich vorher einen Dönner mit zu viel Knoblauch essen sonst schmeckt nachher alles danach). Der Mensch verbraucht in der Regel 4% Sauerstoff, das als ca. 4% CO2 wieder ausgeatmet wird. Diese 4% O2 müssen wir wieder zusetzen (wegen Hypoxie) und das CO2 muss raus wegen CO2 Vergiftung (der Mensch reagiert auf das CO2 sehr empfindlich, schon ein kleiner %-Satz im Einatem lösst Kurzatmigkeit aus, da der Atemreflex durch den CO2 Level im Blut ausgelöst wird. Auf Karls Seite Hier klicken ist das alles sehr gut zusammengetragen. Danke Karl.
Antwort von dirk am 29.04.2003 - 17:49 ja wenn ich aber lese,das adam den Kalk länger drinne läßt,muß ja etwas spielraum sein ?!
Antwort von Holger am 29.04.2003 - 18:07 Es ist halt so, daß es eine Menge Gerüchte über die Standzeit gibt.So erzählen manche, die Standzeit von Divesorb wäre 7x so hoch wie von Dräger angegeben. Aber bei 2 Std. mit 1 Kg, dann bin ich zwar etwas verschwenderischer, aber das ist mir die Sache wert. Konkret: ich tauche mit der Teilbefüllbarkeit, also mit ca. 1,25 KG und mache damit idR 2 TG à 1 Stunde.
Antwort von Holgi am 30.04.2003 - 00:31 @dirk
Bitte nicht Standzeit und Aufbewahrungszeit verwechseln. Die Standzeit ist die Zeit die der Atemkalk durch seine Masse CO2 binden kann. Diese Zeit ist i.d.R. recht kurz. Die Aufbewahrungszeit kann länger sein, besonders wenn der Kalk nach dem TG Luftdicht aufbewahrt wird. So ist es schon möglich mehrere TG hintereinander zu machen. Es sollte dann nur die Gesamtdauer der TGs <= der Standzeit des Atemkalks sein. Wichitg ist auch das der Atemkalk dann nicht zu nass und warm aufbewahrt wird (einem bekannte ist da Zeug schon mal im Auto im Winter eingefroren, dann ist der Kalk unbrauchbar ).
Antwort von Adam am 30.04.2003 - 00:35 Ich darf das eigentlich gar nicht hier hin schreiben.
Ich habe mal den Kalk 5 Wochen, nach einen Tauchgang, in der Patrone gelassen.
Ich habe damit noch ein Tauchgang gamacht.
So etwas ist aber eine einmalige Sache. Es eststehen in dem feuchten Kalk auch Bakterien. deswegen ist es auch nicht so gesund den Kalk zwischen den TG´s ( z.B 3 Wochen )in den feuchten Patrone zu lassen
ich habe den Kalk immer zwischen 2 Wochenenden abgetaucht. So das der Kalk nie länger wie 10 Tage im gebrauch war. Habe ich es dann doch nicht geschafft den Kalk tot zu tauchen dann habe ich es in Müll geschmissen. Da würde man am falschen Ende sparen
kann man nicht anhand der chemischen Formel berechnen wielange 1kg Atemkalk überhaupt maximal CO2 aufnehmen KANN???
Da das mit sihcerheit die theoretische obere Grenze wäre würde das doch die Spekulationen über die wahre Standzeit etwas "deckeln"?
Übrigens, täusche ich mich oder hat nicht Dräger die Standzeit für Europa/Ägypten einfach mal verdoppelt? (ohne was am Gerät zu ändern natürlich) Das stützt die Aussage, daß da mächtig Reserve drin ist.
Gruß,
A.
Antwort von Holgis am 07.05.2003 - 12:10 Hallo,
ich habe mal einige interessante "Wissens" fragmente zusammen geschrieben. Unter anderem habe ich auch den chemischen Prozess im Atemkalk herausgeschrieben. Nachzulesen unter Hier klicken
hab mich mal wieder in Chemie geübt...
also ich bekomme heraus, daß man mit 100g Calziumhydroxid theoretisch ca. 30 Normliter reines CO2 binden kann.
Leider kenne ich den prozentualen Anteil von Calziumhydroxid am Gesamtgewicht nicht. Auf jeden Fall kommen aber noch Natriumhydroxid und Wasser dazu.
1kg Atemkalk enthält dann also nur xxx Gramm reines Calziumhydroxid.
Gruß,
A.
Antwort von Holgis am 08.05.2003 - 11:37 Hallo,
@Andre
ich habe eine Broschüre von Intersurgical bekommen, dort schreiben die, das 1 kg Spherasorb 120 Liter CO2 binden kann (bei 20 grad C).
Für den Sauerstoffbedarf eines Tauchers werden:
0,8 liter in Ruhe
1,2 liter bei ruhigem leichten Schwimmen
>=2,5 liter bei starker Anstrengung
angenommen. Da der verbrauchte Sauerstoff = dem abgebenden CO2 ist kann die Zeit errechnet werden. Das bedeutet das anstrengende TG die Standzeit erheblich verringern
Eine andere Tabelle (gefunden im WEB) gibt Standzeitreduzierung auf Temperatur an
T grad C %Standzeit
21 100
15,5 80
10 65
1,5 50
Also sollte bei der TG Planung auch die Wassertemperatur mit berücksichtig werden.
Antwort von Holgis am 08.05.2003 - 11:40 Ahh ich hatte noch etwas interessantes gelesen:
Spherasorb soll das mit Abstand staubärmste Produkt sein. (Die geben Staubwerte an bei z.B. einen Transportweg von 1300km ) ausserdem soll gerade die kugelige Oberfläche eine bessere Packungsdichte und damit weniger "Tunels" bilden. Hat jemand sollche Angaben schon mal für Drägersorb gefunden ?
Antwort von Holgis am 08.05.2003 - 11:50 tach schon wieder ich,
wer suchet der findet,
also Atemkalk ist etwa so aufgebaut:
NaOH 5%, KOH 1%, silica 0.2%, Wasser 14-19%, CaOH2 ca 75%, d.h. in 1kg Atemkalk sind 750g CaOH2 nach Andres Rechnung würde das dann 225 norm Liter CO2 binden können. Das wäre also der theoretich maximal Wert, wenn wirklich alles an CaOH2 aufgebraucht werden kann
Antwort von André am 08.05.2003 - 16:56 Was aber nie sein wird, denn dann müßte das CO2 sich noch das letzte Krümelchen suchen... In der Praxis ist die ganze Chemie ein wenig komplizierter...das sind Gleichgewichtsreaktionen, die noch heftig durch die Physik (Absorbtion und Adsorbtion) mit beeinflußt werden...Temperatur wurde ja schon erwähnt.
Nach dem was Du bei Intersurgial gelesen hast wäre dann der Ausnutzungsgrad max. bei 40%.
Für das reine Ca(OH)2.
Naja, immer noch etwas besser als ein normaler Benzinmotor...
Gruß,
A.
Oberfläche und Packungsdichte spielen auch eine große Rolle. Letztlich ist ja nicht entscheidend ob noch irgend wo Ca(OH)2 sein könnte sondern ab wann sich CO2 durch den Kalk mogelt!
Die theoretische Standzeit ist also mehr als akademisch!!! Bitte nie vergessen.
Gruß,
A.
Antwort von dirk am 08.05.2003 - 17:20 wer kann denn sagen,wie sich der unterschied zwischen dem groben und feinem Sofnolime ?
Antwort von fcs am 25.06.2007 - 21:13 " Atemkalk lässt sich im übrigen nicht wieder aufbereiten ! Die Reaktion ist nicht umkehrbar (auch nicht durch aufkochen oder mit Sauerstoff spülen)."
Ist so nicht ganz richtig. Natürlich lässt sich Atemkalk wieder aufbereiten. Atemkalk ist meist ein Gemisch aus Natriumhydroxid und Calciumhydroxid. Natriumhydrixid wird aus Natriumcarbonat durch Umsetzung mit Calciumhydroxid gewonnen.
Calciumhydroxid wird hergestellt durch Umsetzen von Calciumoxid (sog. Branntkalk) mit Wasser (stark exotherm; "Kalk löschen"). Calciumoxid wird durch brennen von Calciumcarbonat erzeugt, wobei bei hohen Temperaturen CO2 abgegeben wird.
Das wird technisch so gemacht. Für zu Hause aber nicht zu empfehlen. Geräte- und Betriebskosten für entsprechende Reinheit sind hier im Kleinen nicht lukrativ ;)
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