Foren - Foto / Video - Erfahrungsbericht Sea&Sea DX 1G mit Blitz YS-110 aus der Sicht eines Anfängers
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Erfahrungsbericht Sea&Sea DX 1G mit Blitz YS-110 aus der Sicht eines Anfängers Abgesandt von airmaria am 09.12.2007 - 20:57:
Das Wort Anfänger ist hier gleich doppelt zu verwenden: gerade den OWD vor nem halben Jahr bei nem Wochenaufenthalt in Ägypten gemacht und nur ein wenig mit der Casio Exilim Ex-S770 farblos umhergeknipst. Nach der Erfahrung etwas umhergegoogelt, Berichte über die Casio gesucht, der Fehler schien unter anderem hier zu liegen: kein UW-Modus.
Jetzt standen 2 Wochen Lastminute-Urlaub an, klar… vom Virus erfasst: Tauchen. Ägypten, oder Malediven, Malediven nur, wenn gutes Angebot.
Das günstige Angebot gab es dann 12 Tage vorher, aber um Himmels Willen, was, wenn man in einem Tauchparadies ist, vielleicht die ganz tollen Sachen vorbeikommen, aber man nachher nur farblose Bilder produziert?
Es sollte eine Unterwasserkamera her, mit der auch ein Anfänger halbwegs gescheite UW-Fotos schiessen kann. Gegoogelt, gelesen, Spiegelreflex? Nein, teuer, zu gross und umständlich, nachher zieht mich das Teil an den Grund mit meiner nicht vorhandenen Erfahrung Da gabs dann auch so lauter vielversprechende Berichte über die neue Superknipse von Sea&Sea: extra fürs Wasser geboren, superschnell, Makro mit eingebaut, handlich und klein und was weiss ich noch alles:
Lektion 1: Unterwasserphotographie ist nicht billig
Ca. 860 Euronen bei den gängigen Online-Dealern, aber o.k., die ist fürs Wasser, hat extra sonen Modus dafür und ist anscheinend das Geld 2x wert. Dann noch nen Händler in Holland ausfindig gemacht, der über 100 Tacken billiger ist, dazu noch die Steuer-Vergünstigung bei Versand in die Schweiz.
Für und Wider, aufgerechnet mit dem Gesparten und interpoliert für den Fall schöner Motive: bestellt! Gezittert, hoffentlich kommt das Teil auch rechtzeitig vor Abflug an. In der Zwischenzeit weiter nachgelesen, ja was denn? Da war doch noch was: für gute Farben braucht es auch nen guten Blitz! Wusste ich eigentlich schon, aber es ist doch einer eingebaut, aber die Sedimente, Leistung …
Lektion 2: ohne Zusatzblitz wirds nix
Wieder gelesen, gemacht, getan… oh Schreck, nen „gescheiter“ Blitz kommt noch mal soviel, wie die Fotokiste?! Budget eigentlich schon längst verbraucht, aber es geht doch auf die MALEDIVEN!!! Ich weiss nicht mehr genau wie viele graue Zellen ich gegeneinander ausgespielt habe, bis mich das eigentlich verplante und noch gar nicht vorhandene Weihnachtsgeld sowie andere fadenscheinige Gründe die nächste Bestellung durchführen liessen: YS-110 mit Grundplatte, Flexarm und fiberoptischen Kabel. Liefertermin 1 Tag vor Abflug, wenn das bloss mal alles gut geht!
Es ging - so weit zumindest – gut, die Zeit reichte gerade noch für nen schnellen Probezusammenbau und ein grobes Checkbild aus, nachdem ich knapp vor Ladenschluss die fehlende Speicherkarte und Akkus für den Blitz organisieren konnte.
Schon war es auch so weit: mit neuer Foto-Ausrüstung und einstelligen 8 Tauchgängen im Gepäck sass ich im Flieger, hier konnte ich dann endlich die Bedienungsanleitungen „in Ruhe“ studieren.
…Fortsetzung folgt
airmaria
Antwort von xp5 am 09.12.2007 - 22:03 Ich bin gespannt!
Vergiss aber bitte die Datenbank nicht.
Antwort von kwm am 09.12.2007 - 23:28 Ich bin auch gespannt.
Schönen Urlaub,
Klaus
Antwort von shuttle am 10.12.2007 - 09:57 ... arme Unterwasserwelt
Antwort von brinkis am 10.12.2007 - 10:03 Gerade mal 8 Tauchgänge, eine neue Fotoausrüstung mit Blitztechnik, sorry , aber ich sehe das auch eher ein bißchen kritisch.
Pass bitte ein wenig auf die Korallen auf!
Antwort von Weltenbummler am 10.12.2007 - 12:00 Unverantwortlich, sowas gehört verboten
Gruß
Weltenbummler
Antwort von Hellfirediver am 10.12.2007 - 12:10 Da hast Du dir auf jeden Fall ne schöne Ausrüstung zusammengekauft. Geh das Fotografieren aber bitte langsam an, und achte darauf, das die Gehäuse dicht sind... sonst wird´s teuer.
... und richtig... das tarrieren wird am Anfang bedeutend schwieriger mit Cam...
also viel Spaß
Antwort von Hechtflüsterer am 10.12.2007 - 12:17 Moinsen,
ein Erfahrungsbericht über hektisches Shoppen
1. Der UW-Modus ist Verkaufsmasche, kein Qualitätsmerkmal 2. Spiegelreflexkameras ziehen einen nicht zwingend in die Tiefe
3. Die 8000G hätte es auch getan, wenn Dir die DX 1G zu teuer ist
Gruß, Basti
Antwort von airmaria am 10.12.2007 - 13:51 Fortsetzung
Vorab: zu den sicherlich berechtigten Bedenken seitens der Unterwasserwelt kann ich reinen Gewissens sagen, dass es zu keinen kameraassoziierten Riffkontakten gekommen ist, lediglich bei einer Makroaufnahme habe ich mich zur Unterstützung mit einem Finger an einem Stück toter Koralle abgestützt. Zudem haben wir uns in der ersten Woche entschlossen, den AOWD gleich mitzumachen.
Weiter geht es: im Flieger die Bedienungsanleitungen studiert, etwas kompliziert hörte sich die TTL-Geschichte an, aber eigentlich hatte ich es so verstanden: DX-1G Blitz raus und auf immer Blitzen stellen, am Blitz die Einstellungen „TTL“ und „Slave on“, Stärke auf „Full“ und alles würde irgendwie automatisch berechnet und richtig belichtet. Ok, für Makros bei Überbelichtung dann noch runteregeln, so was stand da.
Gelandet, nach Einzug ins Zimmer gleich zur Tauchbasis und fürn Checkdive am nächsten Tag angemeldet. Jetzt wurde es höchste Zeit, die neue Technik zu testen. Alles zusammengebaut, Gehäuse (welches für eine „Compactcamera“ im Vergleich zur Casiohülle riesige Dimensionen hat) und Blitz über fiberoptisches Kabel konnektiert, Einstellungen wie oben beschrieben, zusätzlich auf Unterwassermodus und ab ins Meer, schnorchelnd ans Hausriff zum testen:
Vom Handling her hatte ich mir die Sache mit dem Riesentrum rein schwimmtechnisch schwieriger vorgestellt, aber als eigentlich recht guter Flossenschwimmer brauchts die Hände ja eh nicht. Das Zeug wirkt durch insgesamt etwas positiven Auftrieb leicht. Die Streuscheibe für den Blitz hatte ich erstmal weggelassen, die soll ja bis 60% Leistung fressen und ich wollte doch schliesslich blitzen, erstmal blitzen und bunte Farben sehen. Ab zum nächsten Stein, probeschiessen. O.k., wie bringt man nun die Blitzrichtung auf einen Punkt mit dem anvisierten Objekt? Ahh, da gibt’s doch sonen Ziellämpchen am Blitz! Schade nur, dass es rundherum oberflächennah so hell war, dass man davon im Wasser nichts sehen konnte. Ebenso konnte man bei dieser Helligkeit leider das Display trotz Gummiteil drumrum kaum ablesen, was die Probeeinstellungen nicht wirklich vereinfachte. O.k., es blitze auf Knopfdruck, es kamen Bilder raus, Stein war langweilig, ab zu den Fischen.
Im Hinterkopf die Werbedaten der Superknipse mit einer Bereitschaftszeit von 1.1 Sekunden, einer unschlagbaren Auslösezeit von 0,1 Sekunden sowie eingebauter Verwacklungskorrektur „Vibration Correction“ sollte es doch ein leichtes sein, die kleinen flinken bunten Tierchen vernünftig abzulichten.
Ja Himmel, Arsch und Zwirn, ich wurde Weltmeister im Viertel- bis Halbfischknipsen! Es wollte einfach nicht so funktionieren, wie ich es erhofft hatte: Fisch anvisiert, Knopfdruck und??? Pause! Display gefühlte Sekundenlänge schwarz, zwischendurch Blitzschlag, manchmal auch verwunderlicherweise mehrere …und der eben noch süsse kleine Fisch lag frech hinter der nächsten Koralle auf dem Rücken und hat sich wohl schlappgelacht.
Meiner Begleiterin, welche sich in der Zwischenzeit mit der Casio vergnügte, war inzwischen trotz Wassertemperatur von 29° kalt und wollte raus aus dem Wasser. Aufgabe? Ich, niemals! Alleine weiter, erstmal zur leichten Beute: Muschelzeugs. Verschiedene Einstellungen am Blitz brachten nicht erkennbare Unterschiede.
Also ab in die Hütte zum Farbvergleich: keine wesentlichen Unterschiede zwischen Casio und neuer Ausrüstung. Nun gut, es war wohl zu hell, um die entscheidenden Vorteile des externen Blitzes auszukosten, das würde sich dann hoffentlich in der Tiefe deutlich anders präsentieren. Die Auslösezeit (schwarzes Display) macht mir jedoch echtes Kopfzerbrechen, denn auch beim nochmaligen Nachlesen in den Anleitungen konnte ich keine Abhilfe dafür entdecken. Zusätzlich erschien mir die Schärfe selbst bei toten Objekten an Land nicht ganz so gestochen, wie erhofft. Fotografiert in höchster Auflösung und fein, jedoch nicht im RAW-Modus (hier passten selbst auf die 4GB High-Speed-Karte einfach nicht genügend Bilder drauf, so dass ich mich für die normale Version mit ca. 3MB jpg´s entschieden hatte)
Fortsetzung folgt
Airmaria
PS: zur Auflockerung hätte ich jetzt vielleicht auch mal nen Bild als Anlage hochgeladen, aber weiss net wie
PPS: ich bin LEIDER schon wieder zurück… und ich und alle anderen Leben noch
Antwort von xp5 am 10.12.2007 - 14:28 bin weiterhin gespannt ...
Antwort von Hechtflüsterer am 10.12.2007 - 14:30 @Airmaria Schicke mir gern ein schönes Bild an sebastian.opitz[ätt]gmail.com, dann stelle ich es hier ein. Ansonsten kannst Du auch eine Galerie in die Datenbank hochladen Hier klicken
Gruß, Basti
Antwort von diveuli am 10.12.2007 - 16:30 " Ja Himmel, Arsch und Zwirn, ich wurde Weltmeister im Viertel- bis Halbfischknipsen! Es wollte einfach nicht so funktionieren, wie ich es erhofft hatte: Fisch anvisiert, Knopfdruck und???"
tja airmaria, so läuft das halt. Es wäre eine Beleidigung für alle Amateur und Profifotografen wenn ein Anfänger mit einer 800Euro Knipse ins Wasser geht und mit astreinen Ergebnissen wieder rauskommt.
Ich hatte über 100 Tauchgänge bis ich das erste Mal mit Kamera ins Wasser bin. Bis heute liegen nochmals 250 Tauchgänge und gut 3000 Euro an Materialanschaffungen dazwischen (kein DSLR). Und trotzdem fliegen nach jedem Tauchgang mindestens 80% der Aufnahmen sofort von der Karte. Wieviel von den restlichen 20% überleben ist auch ganz unterschiedlich.
Üben, üben, üben, üben.................
Aber erst Tauchen üben und wenn das klappt dann fotografieren.
Und bitte erzähl uns jetzt nicht daß du tarieren kannst, du würdest dich nur unglaubwürdig machen.
Antwort von boesewicht am 10.12.2007 - 16:43 Ich finde es auf alle Fälle mal einen wirklich "Gelebten" Unterwasser-Test-Bericht
Weiter so
Antwort von airmaria am 10.12.2007 - 19:56 Fortsetzung
Vorab: ich habe gerade einen neuen Ordner in der Fotodatenbank unter Malediven „Raa-Atoll“ erstellt, wo ich auch ein erstes Testbildchen vom Schnorcheln hochgeladen habe (Freigabe dauert wohl noch, hier werde ich dann weitere Ergebnisse der Reihe nach ergänzen). Zu den Kommentaren: selbstverständlich bin ich absoluter Tauchanfänger und mir dessen immer voll bewusst gewesen. So war mir natürlich klar, dass ich Lichtjahre entfernt von perfekter Tarierung wie auch von Spitzen-Fotos seien würde. Aber passend dazu die vorher vergessene Lektion:
Lektion 3: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen; wenn der Bauer nicht Tennis spielen kann, liegts am Schläger…
Am nächsten Tag Checkdive am Hausriff: klar ohne DX-1G, wollte schliesslich niemanden direkt umbringen. Am Nachmittag der erste richtige Tauchgang, es sollte zu einem Tauchplatz gehen, wo zu dieser Jahreszeit so ziemlich die letzte Möglichkeit auf Mantabegegnungen sein sollte. Was denn nun? Ich war in meinem kurzen Taucherleben gerade zwei Mal von nem Boot ins Wasser gegangen, das dritte Mal dann gleich mit lauter Zusatzgeraffel? Das roch nach Schwierigkeiten, aber… ich hatte doch das ganze Material teuer bezahlt, für den Fall der Fälle. So war klar, dass die Bemühungen meiner süssen Begleiterin, welche ebenfalls nicht mehr Tauchgänge auf ihrem - nicht vorhanden - Buckel hatte, mir das Vorhaben auszureden, überhaupt nicht fruchten konnten.
Da sass ich also auf dem Dhoni-Teil und fing an zu überlegen, wie ich denn überhaupt ins und insbesondere auch unters Wasser komme. Die Lösung für den Wassergang hatte ich schnell, es gab schliesslich drei Helfer an Board, da konnte mir einer das gute Stück doch erstmal anreichen, ging auch problemlos. Klick, das Sicherungsband eingerastet, da gaben Guide und Tauchgruppe schon den Daumen zum Abtauchen. Mein zurechtgelegter Plan mit Handwechsel funktionierte dann auch: zu Beginn linke Hand zum Jacketentleeren am Inflaterschlauch, rechte Hand an der Fotoausrüstung. Mit beginnendem Absinken Handwechsel an der Ausrüstung und rechte Hand – so war ich es schliesslich „gewohnt“ – zum Druckausgleich an die Nase. Auf so ca. 15m angekommen wieder Handwechsel zum Tarieren… war gar nicht so umständlich, wie es sich anhört, aber bei späteren Tauchgängen habe ich den Druckausgleich natürlich auch mit links gemacht.
Alle waren da, alles o.k., also worauf warten: Kiste an, Blitz an und grob ausgerichtet. Die Kopf- oder besser Blitzlastigkeit mit der Neigung den Flexarm gen Erdmittelpunkt zu verbiegen gab es hier unten nicht, das System machte einen stabilen Eindruck. Das Display leuchtete im Gegensatz zur Situation an der Wasseroberfläche schön kontrastreich. Leider vermochte auch in dieser Tiefe die Pilotlampe des YS-110 nicht überzeugen: keine Hilfe beim Anfotografieren des Riffs zu Testzwecken. Zu lange konnte ich dann schliesslich auch nicht rumtüddeln, die Tauchgruppe mit mir mittendrin war schon längst ins Flossenschlagen übergegangen.
Plötzlich verbreitete sich im Einklang mit der Guideglocke Hektik in unserem Revier: das konnte doch nicht wahr sein, da schwebte tatsächlich ein einzelner, riesengrosser Manta auf uns zu, ein MANTA! Ich hatte doch die Berichte gelesen, die Chance auf Grossfisch beim Tauchen ist nicht unbedingt riesig, manche haben nach über 50 oder 100 Tauchgängen erst so was erleben dürfen. Majestätisch flügelte das mächtige Geschöpf mit weit geöffnetem Maul das Riff entlang, zog eine Wende und verschwand anschliessend in einem grösseren Bogen um uns rum in die Tiefe, WOW! Reflexartig hatte ich drei-, viermal abgedrückt. Klar, er war eigentlich zu weit weg, ausserdem bräuchte man für so grössere Meereslebewesen ne Weitwinkellinse, hatte ich gelesen. Man müsste viel näher ran, um in die Blitzreichweite zu kommen, alles klar.
Noch unter Wasser wechselte ich auf den Bildbetrachtungsmodus um nachzusehen, ob er drauf war. Ja, man konnte etwas erkennen! Mantaschatten auf blauem Grund, hätte die Casio natürlich ebenso hinbekommen. Aber das war in dem Moment völlig egal, ich hatte jetzt etwas, was ich vorher so nicht hatte: ein richtiges Lieblingstier, den Manta!
Es blieb in den zwei Wochen dort übrigens der einzige Tauchgang mit Mantasichtung.
Fortsetzung folgt
airmaria
Antwort von xp5 am 10.12.2007 - 20:52 mit Vorfreude auf den vierten Teil wartend ...
Ich liebe solche Berichte!!!
PS: Weiterhin nicht ärgern lassen.
Antwort von willi900 am 10.12.2007 - 21:51 Sehr amüsanter Bericht.
Verdienst du Dein Geld mit Schreiben?
Warte gespannt auf deine nächsten Ausführungen
Antwort von M. Henke am 10.12.2007 - 22:28 Sehr schön zu lesen, bitte mehr.
Fotos stehen schon unter: Hier klicken LG
Michael
PS
Ein paar mehr Tauchgänge hätten bestimmt nicht geschadet.
Antwort von airmaria am 10.12.2007 - 22:44 Fortsetzung:
Vorab: keine Panik, ich werde jetzt nicht jeden einzelnen Tauchgang oder jedes noch so kleine Erlebnis beschreiben. Nach zwei „normalen“ Tauchgängen war also erstmal der AOWD in zweieinhalb Tagen zu absolvieren und nun ran an die Technik.
In den folgenden Tauchgängen schoss ich auf alles, was mir vor die Linse kam. Da waren die üblichen verdächtigen, Falterfische usw.
Irgendwie blieben diese Fische fast immer zu schnell für mich, wieso sollte es jetzt auch anders sein, als beim Schnorcheln.
Was mich weiterhin verwirrte war, dass die Verschlusszeit selbst bei kurz hintereinander folgenden Bildern stark variierte, der Blitz zwischendrin mal mehrfach blitzte, meist jedoch nur einmal. Von der „unschlagbaren Auslösezeit“ konnte ich mir nicht mal nen Keks kaufen.
Viele Bilder waren unscharf und/oder verwackelt. Unscharf konnte ich mir einfach erklären: Strömung, wenig Übung unter Wasser, schnelle Objekte… aber Verwackeln war mir an Land in Verbindung mit einem Blitz eigentlich unbekannt.
Lektion 4: Was man als erstes in der digitalen Unterwasserfotografie perfekt lernt ist: Bilder löschen!
Ich konzentrierte mich also zunächst wieder auf die wehrlosen, unbeweglicheren Objekte, da wuchsen schliesslich auch hübsche Korallen. Zudem drückte ich nicht einfach nur ab, sondern betätigte den Auslöser nur leicht, bis die Focussierung abgeschlossen war, und gab dem Knopf erst dann den Rest. Ein heiteres Farbenspielchen gab sein Stelldichein. Aber nein, die Farben spielten wenig mit, man konnte es ahnen: sie waren mal da, mal nicht. Der Erfolg schien mit der nicht wirklich beeinflussbaren Berechnung der Blitztätigkeit zu korrelieren. Ich drehte munter das Knöpfchen am Blitz, versuchte Einstellungen und vor allem wollte ich irgendeinen Algorithmus entdecken, vergeblich.
Moment, da war doch was? Richtig, es gab ab und an Farben! Yeah, hier war ich endlich in dem Bereich, wenn auch nur sporadisch, wo ich der Casio wirklich mal die lange Nase zeigen konnte. Testbild auf das Gestrüpp vorn rechts: hey, hier leuchtets tatsächlich violett und rot.
Es klappte nicht immer, aber es kam immerhin vor. Manchmal war der Blitz erkennbar nicht gut ausgerichtet, was darauf schliessen liess, dass er bei so manchem farblosen Versuch vielleicht in die völlig falsche Richtung strahlte, aber ganz gewiss nicht immer.
Endlich gabs dann auch mal ne Schildkröte, die Hoffnung auf eine solche Begegnung hatte ich schon fast begraben. Sicherheitsbild mit Abstand und Zoom, farblos, klar. Aber sie kam glücklicherweise auf mich zugerudert, Zoom komplett zurück und jetzt abdrücken… NEIN!!! Es war wieder eines jener Bilder, wo das Display sich unendlich lange in schwarz verhüllte. Ich versuchte über die Gerätschaft hinwegzielend mitzuziehen, es blitzte irgendwann: auf meinem Display schimmerte eine unscharfe, farblose Kröte im Vollformat.
Fortsetzung folgt
airmaria
PS: Bilder von bunter Koralle und farbloser Kröte lade ich grad auch unter „Malediven, Raa-Atoll“ hoch
Antwort von xp5 am 10.12.2007 - 23:25 ... der mehr haben will...
Antwort von xp5 am 10.12.2007 - 23:26 ... und immer Erster ist ...
Antwort von boesewicht am 11.12.2007 - 04:18 einfach nur klasse beschrieben
Mehr
Antwort von airmaria am 11.12.2007 - 07:52 Fortsetzung:
Da war noch etwas, womit die Superknipse beworben wurde: Makroaufnahmen bis was weiss ich wie viele Millimeter und die Möglichkeit, auf ca. einen Zentimeter nah ranzugehen. Leider gab es nicht allzu viele von diesen wunderschönen bunten Tierchen, die einem bei anderen Berichten in allen Farben entgegenschillern, oder ich hatte noch längst nicht den richtigen Blick dafür.
Den Zentimeter wollen wir mal nicht überbewerten, zumindest unter Wasser würde ich nicht so nah ran gehen und mir gegebenenfalls strömungstechnisch die Scheibe verkratzen oder gar das Miniviech plattdrücken wollen.
Ausserdem, wo sollte denn da dann noch der Blitz einschlagen, der braucht eh etwas mehr Distanz.
Blitz? Richtig, die Streuscheibe wurde doch schon mal erwähnt. Von der Handhabung her muss ich ganz klar attestieren, dass hier sicherlich ein weites Feld für Verbesserungsmöglichkeiten offen gelassen wurde. Zwar lässt sich die Scheibe unter Wasser problemloser reindrehen als zunächst befürchtet, jedoch muss für den Wechsel das fiberoptische Kabel abgezogen und anschliessend wieder in die Aufnahme reingestopft werden. Als Detail insgesamt umständlich und nicht so recht als Ergänzung einem theoretischen Highspeed-Vollautomaten würdig.
Auf Motivsuche entdeckte ich unter mir ein farbenfrohes kleines Etwas in einer Korallenvertiefung, keine Ahnung ob Schnecke, Muschel oder ausserirdisch, aber auf jeden Fall fotografierbar. Den Apparat in Vorhalte, umgestellt auf Makromodus, sank ich den Farben ganz langsam entgegen. Beim Fokussieren ratterte das Objektiv vor und zurück, fand endlich die richtige Brennweite, Bild eins, Bild zwei, Bild drei, tiefer geatmet und ab nach weiter oben. Kontrolle im Display, das Ergebnis könnte schlechter sein, was auch immer ich da abgelichtet haben mag.
Später begegnete ich auch einer echten bzw. - für mich - erkennbaren Nacktschnecke. Mit Streuscheibe, Makromodus und diesmal den linken Zeigefinger als Tarierunterstützung rückte ich dem Schneckchen auf die Pelle. Hätte ich mich ausgekannt oder die Augen richtig aufgemacht, hätte ich nicht auf den Prachtstern gezielt, sondern auf die Vorderhörner, nichtsdestotrotz: auch ein akzeptables Ergebnis. Jaja, an der falschen Stelle scharf und gegen den Schlagschatten würde nen zweiter Blitz Abhilfe leisten können …aber ganz verrückt bin ich nun auch wieder nicht, kann ja nicht mal den ersten richtig bedienen.
Ergebnis der ersten Makroversuche: vielversprechend und ausbaufähig, das kann die Casio sicher nicht.
Fortsetzung folgt
airmaria
PS: Dingens und Schnecke werden hochgeladen, nächster Teil whs. frühestens morgen Abend
Antwort von parisodiver am 11.12.2007 - 08:29 Hallo airmaria,
wirklich klasse geschrieben.
Ich bin schon wieder auf Deinen nächsten Berichte gespannt und auf Dein Dingens Foto.
Endlich mal ein Beitrag, über den man die ganze Zeit schmunzeln kann.
Wenn Du dann mit dem Eifer an Deiner Fotokunst arbeitest, wie Du die Berichte schreibst, wirst Du schnell Erfolge erzielen.
Gruß parisodiver
Antwort von silvi am 11.12.2007 - 09:21 Hallo,
auch ich bin von Deinem Bericht so begeistert,dass ich beim lesen meinen könnte,ich wäre selbst mit dabei.Echt Klasse !!Weiter so.Das Schreiben liegt Dir wirklich.Du hast Deine Erlebnisse nicht nur niedergeschrieben,sondern auch mit soviel Spannung versetzt,dass man gar nicht mehr abwarten kann,bis der nächste Bericht folgt.
Einfach nur Klasse!!!
Vielen Dank!Das ist wirklich mal ne super Abwechslung hier im Forum...
Freue mich schon auf neue Fotos .....
Liebe Grüße aus Berlin,Silvana
Antwort von Hechtflüsterer am 11.12.2007 - 12:03 Ok ok, der Erfahrungsbericht ging also nur mit dem Shoppen los Konnte ja nicht ahnen, dass eine so tolle, detailreiche Geschichte daraus wird Sehr schön geschrieben, ich denke jeder findet sich an so mancher Stelle in Deinen Erzählungen wieder
Antwort von diveuli am 11.12.2007 - 16:13 Hallo airmaria,
schön wie du deine erste Mantabegegnung beschreibst. Also wenn du das nächste Mal auf die Malediven fliegst, dann unbedingt im Oktober und ins Nord Male Atoll z.Bsp. Bandos. Von dort aus ist man in 20 Minuten am Lankan Reef. Ich war letztes Jahr während meines zweiwöchigen Aufenthaltes drei Mal dort und wir hatten immer zwischen 15 und 25 Mantas an diesem Platz. Auf einem Foto habe ich dann Zuhause bis zu 9 Tiere gezählt. Das war unglaublich, man wurde von den Eindrücken fast erschlagen. Ständig hin und her zwischen dauerfotografieren und einfach nur geniessen.
Antwort von airmaria am 12.12.2007 - 00:19 Fortsetzung
Während ich weiter fleissig meinen kräftigen Daumen am Löschbutton trainierte – da wäre manch Profi-Simser ins Staunen gekommen – überlegte ich mir, was wohl zuerst kommen würde: Entwicklung einer Daumengrundgelenksarthrose oder Knopfversagen? Was hätte ich eigentlich gemacht, wenn ich dieses Unterfangen im prädigitalen Fotozeitalter angegriffen hätte? Ich mein, vor nem knappen Jahrzehnt wäre ich nach dem Tauchurlaub zum Fotoladen gefahren, hätte zwei Kilo Bilder und Negative abgeholt, um diese in Ruhe daheim zu analysieren. Wahnsinn, bei dem Ausschutt hätte ich wohl krisengeschüttelt wenigstens noch versucht, eine Silberrückgewinnungsanlage zu basteln… mit diesen Gedanken im Hinterkopf drückte es sich prompt viel leichter!
Zwischenzeitlich hatte ich dann auch innert einer Woche meine Tauchgangsanzahl locker mehr als verdoppelt (immerhin dürfte dieser statistische Unsinn für die meisten Leser inzwischen nicht mehr so leicht realisierbar sein) und einige Techniken verfeinert. So verzichtete ich längst darauf, mir die Ausrüstung anreichen zu lassen, sondern hielt sie einfach beim Schritt ins Wasser mit einer Hand geschützt vorm Ranzen.
Schon drohte eine neues Hinderniss: Nachttauchgang. Das bedeutete rein numerisch, eine freie Hand weniger. Anfänger, erstmals im Dunkeln unter Wasser, die ängstlichen Blicke meiner Begleitung waren beim besten Willen nicht anders deutbar als: Junge, du willst doch den Kram wenigstens diesmal nicht mitschleifen. Richtig, die Frage brauche ich hier wohl nicht mehr zu stellen, selbstverständlich konnte mich all das nicht davon abbringen, die Fotoausrüstung mitzunehmen.
Wieder ein simpler Plan, ins Wasser, an der Oberfläche direkt Fotobreitschaft herstellen, geliehene Lampe zum Abtauchen am Jacket sichern und dem Lichtkegel der anderen folgen, unten tarieren und dann zwei Hände „frei“… keine Ahnung, würde schon irgendwie gehen. Es schlug nun die Sternstunde des am Tage schwächelndem YS-110 Pilotlämpchens: bereits an der Oberfläche merkte ich, dass dieses Lichtlein mit scheinbar ungeahnter Leistungsexplosion aufwarten konnte. Es leuchtete jetzt mindestens genauso hell, wie die Leihfunzeln, die zehn Dollar Leihgebühr wurden unter Erfahrung verbucht.
Die sagenumwobene Auferstehung dieses Lichtes hatte natürlich noch einen weiteren Vorteil, jetzt war es ein Leichtes, Blitzlicht und Anvisierung aufeinander abzustimmen. Zack, eine zunächst unscheinbare Koralle mutierte zu einer angiographischen Darstellung menschlicher Lungenflügel. Cool!
Schon kreuzte einer dieser putzigen Kofferfische auf. Oder war es ein Kugelfisch? Keine Ahnung, da ich trotz aller mitgeführter Technik nicht erschreckend genug auf diese Lebewesen zu wirken vermochte, als dass ich sie zum Schlucken ausreichender Meerwassermengen animieren konnte. Erstes Bild unterbelichtet, zweites und drittes überbelichtet. Entfernung geändert, vielleicht am Blitzstärkeregler gedreht (ich weiss es ehrlich gesagt leider nicht mehr so genau) und Kollege Koffer-Karl zeigte immerhin schon mal die richtige Lichtintensität auf dem Display.
Jetzt müsste er doch nur noch stillhalten, damit er auch schön in den Grenzen meiner im Zollmass angegebenen Bildschirmanzeige eingerahmt werden konnte. So entgegenkommend war Karl leider nicht, es folgte das übliche Spiel: gezielt, gedrückt, verfolgt… überraschen lassen, wie viel Fisch denn drauf war.
Da hatte ich Ihn endlich, dachte ich. Schöne Farbe, gross in der Anzeige und ausreichend scharf. Blöd nur, dass ich später im Hellen feststellen musste, dass rechts vom Maul kein dunkles Meerwasser abgebildet war, sondern das etwas grössere Sichtfeld des Unterwassergehäuses gegenüber dem DX-1G-Display dieses nur vortäuschte.
So ein Mist, aber STOP, jetzt doch nicht über Details aufregen: schliesslich war ich mit diesem Bild in die Liga der Dreiviertel- bis Fastganz-Fischknipser aufgestiegen.
Es war vom Gesamtaspekt immerhin ein Bild von der Sorte, wie ich es mir gewünscht hatte. Ausserdem hatte ich noch einige mehr vom Karl, die waren zwar nicht vollständig formatfüllend, manchmal auch in die falsche Richtung guckend, aber bei der Bildgrösse wäre vielleicht später am PC noch was drin.
Lektion 5: niemals aufgeben!
Unabhängig von der Fotogeschichte will ich noch Eines festhalten: Nachttauchgänge sind ein absolutes Muss, das Riff sieht noch unglaublicher und farbenprächtiger aus, als sonst.
Fortsetzung folgt
airmaria
PS: Lunge und Karl kommen auch, Anmerkung: bislang sind alle Bilder von ursprünglich 3648x2736 auf 600x449 zum Upload runtergepixelt, aber nicht zurechtgeschnitten
PPS: wie isn nu der Vorname, von dem „Dingens“-Teil?
Antwort von M. Henke am 12.12.2007 - 00:36 @airmaria
"Muschel" ist der Vorname von Dingens. Weiter so!
LG
Michael
Antwort von Kaddeltier am 12.12.2007 - 04:26 Muschel! Ich hätte es nicht treffender beschreiben können.
Antwort von airmaria am 12.12.2007 - 20:20 Fortsetzung
Ein „Down-Light“ habe ich noch: es war Mitte zweite Woche und gab keine neuen bahnbrechenden Erkenntnisse. Der Tauchgang fing für unsere Verhältnisse ziemlich tief an, gut 30m. So weit unten war ich noch nie, aber es fühlte sich nicht anders an, als sonst.
Da war sie, die zweite Chance! Eine Schildkröte knabberte genüsslich an der Steilwand. Sicherheitsbild mit Abstand und langsam draufzugepaddelt, noch ein Bild. Jetzt wollte ich richtig ran und endlich ein der Schönheit dieses wundersamen Tieres ebenbürtiges Abbild produzieren. Auf Halbarmlängendistanz schaute ich direkt in zwei zufriedene Augen. Mit dem Zeigefinger schon den Auslöser tastend justierte ich ganz langsam die Ausrüstung. Alter Finne, wieso sah ich jetzt das letzte Bild mit dem Krötenhinterteil und nicht das aktuelle Panorama? Tiefenrausch? Hatte ich vergessen, dass ich mir das Bild über die Schnellansichtstaste auf den Monitor geholt hatte? Sollte mir das passieren, nachdem ich doch beim AOWD-Tieftauchgang auf 27m in rekordverdächtigen 16 Sekunden die Spielklötze in der Kindersteckbox versenkt hatte, wofür alle anderen über eine Minute länger rumprobieren mussten? Möglich, man weiss ja nie so recht, wo und wann es genau anfängt.
Die Sinne konzentrierend drückte ich eben erneut auf die Schnellansichtstaste, aber es tat sich nichts. Komisch, sollte ich denn in geistiger Umnachtung gar komplett in den Wiedergabemodus gewechselt haben? Bedenkliche Gedächtnislücke! Tastendruck für den Aufnahmemodus, nichts, noch mal, keine Reaktion. Hektischer Übergang zum sinnlosen Drücken aller auffindbaren Knöpfe, es tat sich nichts, absolut gar nichts! O.k. du blödes Teil, dachte ich mir, dann dreh ich dir eben den Saft ab. Ein Neustart würde es schon richten, Ein/Aus-Taste, wieder nichts. Noch mal, noch mal, noch mal…
Es schossen mir unweigerlich düsterste Gedanken durch den Kopf, Wasserschaden, Ende, aus! Oder vielleicht doch nur ein „Hänger“? Ich beschloss einige Minuten zu warten, bevor ich erneut Wiederbelebungsversuche unternehmen würde.
Was war eigentlich zwischenzeitlich mit der Kröte passiert? Nee, oder? Sie schien regelrecht vor den Linsen der Mittaucher zu posieren! Wenn die nur im Ansatz meine Flüche hätte ahnen können, wäre sie wahrscheinlich vor Schreck mit Panzer in Rücklage an die Oberfläche gepoppt. Ich drückte nochmals alles, auch was nur im entferntesten zum drücken war, ohne Ergebnis.
Wir tauchten weiter und ich ertappte mich immer wieder, wie ich nach wenigen ruhigen Minuten erneut probierte, den Apparat zu reanimieren. Nix, ich entwarf Plan B: keine Gehäuseöffnung auf dem Boot, erst nach Rückkehr ins Hotelzimmer, ordentlicher Süsswasserspülung und Trocknung.
Pustekuchen, keine zwei Minuten nach Ablegen der Tauchausrüstung bearbeitete ich das Gehäuse sorgfältig mit einem Handtuch. Zisch, Klack, kein Wasser innen. Nochmals alle Knöpfe direkt ohne Umweg über UW-Gehäusetasten betätigt, kein Erfolg.
Akku raus und wieder rein, puhh, die DX-1G war zurück. Den Angstschweiss von der Stirn wischend kontrollierte ich die Speicherkarte, alles noch da, selbst das Krötenstandbild.
Lektion 6: Ruhe bewahren, wenn Ruhe verloren… Ruhe wiederfinden!
Im Nachhinein denke ich, dass der Softwareaussetzer nicht im direkten Zusammenhang mit der grössten Tauchtiefe zu suchen ist, sondern es diesbezüglich eher Zufall war. Aber die Tatsache, dass es einen einmaligen reversiblen Ausfall nach ca. 10 Betriebsstunden gab, bleibt festzuhalten.
Letzter Teil folgt
airmaria
Antwort von silvi am 12.12.2007 - 20:38 Oh Danke!!!
Genau auf so einen Bericht am Abend habe ich gewartet.
Ich könnte Dich drücken !
Dein Neuer Bericht.....nur schön.
Und witzig ist,wer fotografiert, so wie ich auch ,erkennt sich mit Sicherheit auch selbst manchmal in Deinen Berichten .
Weiter so,ich warte schon......
Liebe Grüße aus Berlin,Silvana
Antwort von boesewicht am 13.12.2007 - 01:22 @airmaria
Lol
Ich warte auf den Tag bzw. die dann folgende Beschreibung, wo Du einmal in die Verlegenheit kommst das Deine Blitzarmhalterung bricht, sich das Lichtleiterkabel am Blitz löst, das Kameragehäuse innen beschlägt und just in dem Moment der Buddy einem freudig ein Seepferdchen präsentiert und einen auffordert zu fotografieren ...
So geschehen dieses Jahr bei mir in Kroatien - da lernt man dann die Lektion - Buddy anzeigen, das Kamera inaktiv ist - wenn Buddy nicht versteht dann Kamera ausklinken und dem Buddy den ganzen Mist vor die Füße bzw. Flossen werfen und Unterwasser grummelnd das Jax-Mundstück zu zerkauen ... anschließend alles wieder einsammeln und mit vollen Händen versuchen den Resttauchgang trotzdem noch zu genießen ... - sich danach an Land die Reservehalterungen zu montieren, neue Akkus einzulegen, wieder ins Wasser zu gehen und die vorher gesehenen Viecher zu finden und zu fotografieren (was dann schlußendlich auch klappte)
Sollte es bei Dir in der Zukunft mit dem Fotografieren nichts werden - übe bitte trotzdem weiter und schreibe Deine Erfahrungen wie bisher auf zb. auch als Buch - ich würde sicherlich zu einem der ersten Käufer gehören
Ein herrlicher Schreibstil
Antwort von airmaria am 14.12.2007 - 00:18 letzter Teil
Unumgänglich näherte sich die Abreise, wehmütig erfolgte das Auschecken an der Tauchbasis. Durch das ovale Fenster des Airtaxis konnten wir ein letztes Mal die Blicke über jene unglaublich schönen Kleckse im weiten Meer schweifen lassen, das waren also die berühmten Malediven, genau so beeindruckend, wie in jahrelang gehegten Träumen vorgestellt.
Im Gepäck 26 Tauchgänge mehr, hinzu gesellten sich zahlentechnisch nicht erfassbare Erfahrungen und nicht zu vergessen, ein Lieblingstier. Das Wissen um die mindestens ebenso schöne Welt unter der dunkelblauen Grenzfläche hatten wir mit eigenen Augen selbst erlangen dürfen. Ein verschwindend kleiner Bruchteil davon versteckte sich in fast endlosen Zahlenkolonnen aus null und eins auf der Karte meines neuen Spielzeugs.
Hatten sich die teuren Investitionen eigentlich gelohnt? Waren meine kurzentschlossenen Kaufentscheidungen richtig? Haben sich die Erwartungen diesbezüglich erfüllt?
Die Betrachtung meiner Werke am heimischen PC bescherte mir erfreulicherweise keine grösseren negativen Überraschungen. Nach vorläufiger Hochrechnung wurde - unter Berücksichtigung eines Anfängerakzeptanzbonusses für mittelprächtige Bilder - eine Gesamüberlebenswahrscheinlichkeit vom Auslösezeitpunkt bis zur definitiven Sicherung auf der Festplatte von etwa zwei bis fünf Prozent berechnet.
Ja, es waren tatsächlich einige Bilder dabei, die wenigstens ansatzweise dem entsprachen, was ich mir unter einem schönen Unterwasserphoto vorgestellt hatte, in bunt und mit Farbe.
Warum hatte ich mich im Vorfeld für die Sea&Sea DX-1G mit Blitz YS-110 entschieden?
Genau: schnell, kompakt und speziell für unter Wasser optimiert mit Extramodus für Dummies. Zusätzlich kurzfristig ergänzt mit dem externen Blitz Sea&Sea YS-110.
Positiv:
Meine Befürchtungen, als Tauchanfänger mit so einer Ausrüstung rein handlingsmässig überfordert zu sein, bewahrheiteten sich glücklicherweise nicht. Die Bedienbarkeit der DX-1G ist wirklich übersichtlich, zielgerecht und auch problemlos unter Wasser durchzuführen.
Überzeugen konnte auch die Makrofunktion. Als unumstritten beste Entscheidung kann in meinen Augen ganz klar die notfallmässige Beschaffung des zusätzlichen externen Blitzes angesehen werden.
Negativ:
„Schnell“, „unschlagbar schnell“, „sie ist wirklich schnell“ liest man überall, aber meine war es nicht! Vielleicht hatte ich ein Montagsmodell erwischt? Eher unwahrscheinlich! Ich weiss nicht, ob die Schnelltester die Geschwindigkeit in Verbindung mit einem externen Blitz (schliesslich wird diese Kombi mit dem YS-110 überall als Set angeboten) im DS-TTL-Modus probiert haben. Mir ist nicht mal so recht klar, wie dieser Modus genau funktioniert, aber ich weiss eines ganz sicher: in der nach Packungsbeilage empfohlenen Einstellung kann es auch mal länger dauern. Man setzt hier eindeutig auf den Überraschungseffekt, der vermutlich eigens eingebaute Stochastiker übermittelt sein Würfelprodukt an den Dreiwege-Illuminator, welcher schliesslich für Unter-, Über- oder manchmal auch exakte Belichtung votiert. Ohne scheiss, das nervt manchmal richtig.
Fazit:
Obwohl der Text unter „negativ“ länger ist, bin ich unterm Strich zufrieden mit meiner Ausrüstung? Manch einer denkt jetzt vielleicht, ist er nun auf Drogen, oder was?! Nein, ich wusste, Unterwasserfotographie ist ein schwieriges unterfangen. Ich wollte auf keinen Fall mit ausschliesslich farblosen Bildern zurückkommen und das habe ich geschafft. Klar, sie sind qualitativ noch weit entfernt von „richtigen“ Unterwasserbildern, aber für den Anfang und die Umstände - für mich persönlich – akzeptabel.
Ob die DX-1G letztendlich als richtige Entscheidung eingestuft werden kann, vermag ich noch nicht abschliessend zu beurteilen. Irgendwo scheint mir da noch ein Hund begraben zu sein, denn das Schlimmste ist die absolute Unvorhersagbarkeit, ob beim nächsten Auslösen ein - rein technisch betrachtet - qualitativ ansprechendes Bild produziert wird. Selbst wenn ich auf dem Meeresgrund ein Stativ aufstellen würde, um einen toten, unbeweglichen Stein abzulicheten, bliebe das Ergebnis ungewiss.
Aber eines ist ganz sicher, beim nächsten Tauchgang ist alles wieder dabei!
Hier endet der Erfahrungsbericht über die Sea&Sea DX-1G mit Blitz YS-110 aus der Sicht eines Anfängers.
Ende
airmaria
es folgt hoffentlich:
Fehleranalyse (ein Grund, warum ich diesen Bericht erstellt habe), Diskussion, Kritik, Anregungen, Antworten auf Fragen…
PS: ich habe mich sehr über die positiven Kommentare zur Schreibweise meines Berichtes gefreut! Nein, ich verdiene kein Geld mit Schreiben, im Gegenteil: mein Deutschlehrer wollte mich in der 10. Klasse sitzen lassen… er konnte mich wohl einfach nur nicht leiden
PPS: ein bis zwei dutzend Bilder als „Beurteilungsgrundlage“ werde ich gleich hochladen (an üblicher Stelle: Malediven, Raa-Atoll)
PPPS: ich entschuldige mich bei meinem kleinen süssen Kaddeltier, welches meinen „Fotowahn“ fast immer geduldig ertragen hat und nicht allzu viele Motzpunkte dabei zusammengebracht hat …wir werden bei Gelegenheit zusammen noch einen KÜRZEREN Bericht über die Tauchbasis verfassen
Antwort von silvi am 14.12.2007 - 04:44 Sehr Schade,dass dies Dein letzter Bericht war.Ich hoffe sehr,für mich und auch die anderen,die von Deinen Berichten so begeistert waren,dass Du dich aufrappelst und hier öfter etwas "zum Besten" gibts.Ich würde mich jedenfalls sehr freuen......
Danke!!
Liebe Grüße,Silvana
Antwort von shuttle am 14.12.2007 - 07:56 Airmaria: Also zunächst einmal Gratulation zu deinem Bericht, klasse, da schließe ich mich den bisherigen Komplementen gerne an
Zu den Photos: Aufnahmen wie Manta etc. ohne Blitz, hier mit manuellen Einstellungen experimentiren, sonst wird das nix.
Schneckle ist gut !
Weißablgeich nicht vergessen und die Photos nachbearbeiten. Zur schnellen Korrektur ist die mitgelieferte Software gar nicht so schlecht, schon ausprobiert?
Auf jeden Fall: noch viele schöne Bilder und Tauchgänge
Antwort von boesewicht am 14.12.2007 - 21:28 Die Geschwindigkeitsangaben (die bei der DX-8000G ja auch exestieren) gelten überwiegend im Manuellen Modus - da stimmt das dann mit der Auslösegeschwindigkeit.
Im Automatikmodus sind zu viele verzerrende Faktoren wie Focussierung, Belichtungsermittlung usw.
Deine übrig gebliebene Fotoauswahl düfte sicherlich höher ausfallen wenn Du Dich mit Digitaler Bildbearbeitung beschäftigst - kaum ein Fotograf bearbeitet heute seine Bilder nicht mehr nach.
Selbst aus ursprünglich "schlechteren" Fotos ist meist noch einiges rauszuholen - anderer Bildausschnitt, Farbwerte korrigieren usw. - Das Ergebnis ist meist verblüffend
Antwort von Detti am 15.12.2007 - 15:56 @airmaria
Ich bin jetzt erst auf deinen Roman gestoßen. Mein Glück, so konnte ich alles auf einen Zug lesen und musste keine Entzugserscheinungen entwickeln. Also auch von mir Daaanke!!!
Also, bei der "Vorbereitung" deiner Fotoabenteuer kann ich nur sagen: Hut ab, was die Ergebnisse betrifft.
War für mich auch sehr spannend, da ich nun ebenfalls gerade stolzer Besitzer einer noch jungfräulich trockenen DX-1 geworden bin.
Habe bereits mit der DX5000G und 8000G ausführlich Lehrgeld bezahlt - nur nicht verzagen. Das 10.000te Bild ist immer das Beste
Wegen der scheinbar langen Auslöseverzögerung (hatte die gleichen Erfahrungen auch mit der 5000/8000) ist sicher darauf zurückzuführen, dass erst scharf gestellt sein muss. Wenn man dann den Auslöser betätigt, wird sicher auch in 0,1 Sek. ausgelöst. Das Ganze verlängert sich noch mal extrem, wenn man im Makromodus scharf stellen will. Dann scheint das Objektiv erst mal vor und wieder zurück zu laufen, bevor die richtige Fokussierung erfolgt ist. Danach dann aber superschnelle Auslösung. Dann ist aber auch immer sehr gut fokussiert. Aber selbst eine Nacktschnecke kann dann noch bei nur wenigen Zentimetern Abstand aus dem Fokusbereich gesprintet sein.
Bleib dran und uns erhalten!!!!!!
Antwort von airmaria am 18.12.2007 - 22:32 Fehlersuche Sea&Sea DX-1G mit YS-110
1. „falsches“ fiberoptisches Kabel
Anscheinend gibt es bei manchen Kabeltypen Probleme mit der Blitzauslösung, beim Kabeltyp SEA&SEA Fiber optic cable (L-Type) 50107 soll es jedoch keine/wenig Probleme geben.
Anmerkung: ich habe dieses Kabel verwendet, in der Tat konnte ich kein „Nichtauslösen“ feststellen, die Frage war immer nur: wann blitzt es endlich?!
2. manueller Weissabgleich
Bislang hatte ich nur im Automatikmodus fotografiert, weil ich dachte, das Ding wäre dafür extra gebaut. Man kann sich aber z.B. auchden Weissabgleich recht fix übers Menü oder die ADJ-Taste reinholen. Praktische Frage: wie gross sollte die weisse Fläche zum Vorhalten sein, welcher Abstand zur Linse, wie oft nachbessern, z.B. 30, 20, 10m?
3. „Falscher“ Blitzarm
Irgendwo steht hier im Forum: ein guter Blitzarm sei fast wichtiger, als der Blitz. Was ist schlecht an nem Flexarm? Ich meine, man muss die Blitzrichtung doch immer an den Focusbereich anpassen, da ist „Flex“ doch nicht so übel, wenn nicht gerade ganz kurz, oder?
4. Manuell Blenden und Belichtungszeit einstellen
Wird überall empfohlen, aber was habe ich dann von dem ganzen Entwicklungskram mit TTL und Co, dafür sollte es doch gerade taugen, dass zum einen ein Dummie damit umgehen kann und zum anderen es auch mal schneller geht.
Praktische Frage: ich wähle aus meiner „Erfahrung“ für ein bestimmtes Bild ne Verschlusszeit von 1/60, ne Blende von 9,1, die Veränderungen kann ich auf dem Display vorher beobachten…. allerdings ohne, dass die Blitzleistung berücksichtigt wird. Würde also doch eigentlich bedeuten, ich regel alles so weit ein, dass mein Display fast nicht mehr zu erkennen ist, weil der Blitz noch oben drauf kommt, oder wie? …und dem Fisch gebe ich ne Visitenkarte, dass er in 5min noch mal wiederkommt, wenn ich manuell alles so weit vorbereitet habe?
5. Beschreibung zum X-ten Mal studiert, Fehler minimieren?
Wie angedeutet, in der Anleitung steht unter „Aufnahmen mit optimalen Einstellungen entsprechend der Aufnahmebedingungen“ für den SS (Sea&Sea) Modus:
„Verwenden Sie diesen Modus für Unterwasseraufnahmen“.
Punkt, aus, fertig, habe ich mich also dran gehalten.
Dieser Modus hat jedoch gewisse Einschränkungen, man kann nicht alle anderen Einstellungen frei wählen. So kann man z.B. nicht - wie in den anderen Modi - eine bestimmte ISO-Empfindlichkeit vorgeben, sondern nur zwischen ISO AUTO 400, ISO AUTO 800 oder ISO AUTO 1600 wählen. (AUTO für variable Empfindlichkeit, angepasst zu Blende und Verschlusszeit, eben für niedrigeren, mittleren oder hohen Bereich).
Irgendwo meine ich aber auch gelesen zu haben, dass der Blitz Synchronisationsschwierigkeiten machen kann, wenn man nicht mit ISO 100 fotografiert?
Versteh ich zwar im Zusammenhang mit TTL nicht ganz, aber vielleicht wäre wirklich ein Würfel weniger im Spiel, wenn man die ISO-Empfindlichkeit auf 100 vorgibt.
Würde es zu gerne ausprobieren, die nächste Gelegenheit dauert aber noch Monate… vielleicht hat ja wer zwischenzeitlich Lust und Zeit, das mal zu testen.
6. Blitzen bei guten Lichtverhältnissen
Dann habe ich hier noch gelesen, dass man bei guten Lichverhältnissen nahe der Oberfläche die Blitzleistung auf z.B. +2 hochstellen soll, damit der Blitz überhaupt „durchschlägt“. Klingt logisch, funktioniert das?
7 Mitgelieferte Bildbearbeitungssoftware
Hab ich bisher nur mal grob geladen, um die DNG-Formate lesen zu können. Bisher arbeite ich jedoch nur ein wenig im MS-Photoeditor mit der Gammakorrektur rum. Ist das ein grosser Unterschied? Lohnt sich der RAW-Modus mit den riesigen DNG-Formaten?
airmaria
Antwort von shuttle am 18.12.2007 - 23:12 "Praktische Frage: wie gross sollte die weisse Fläche zum Vorhalten sein" -> gerade so groß, dass du sie (noch) gut fokusieren kannst, egal also, gleiches gilt für "welcher Abstand zur Linse"
"wie oft nachbessern, z.B. 30, 20, 10m? " -> möglichst oft
"Lohnt sich der RAW-Modus mit den riesigen DNG-Formaten" -> für Nachbearbeitung unschlagbar
Antwort von M. Henke am 19.12.2007 - 00:10 Mache Profis delegieren sogar den Weißabgleich: Hier klicken
Ich selber mache die Unterwasseraufnahmen im "Unterwassermodus" um genügend Rot zu bekommen und erledige den Weißabgleich später am Rechner. Allerdings hat der Unterwassermodus (Canon G7) auch keine Einschränkungen in Bezug auf ISO.
Ist zu wenig Licht dabei gewesen (Blitz total falsch ausgerichtet, was natürlich nur am falschen Blitzarm liegt), wird es allerdings nur noch ein Blau/Grünabgleich.
"Manuell Blenden und Belichtungszeit einstellen"
Manuell klappt es bei mir besser als mit TTL. Dafür muss das Motiv jedoch etwas ruhig halten. Ist Baldrian eigentlich auch bei Fischen wirksam und moralisch vertretbar?
LG
Michael
Antwort von shuttle am 19.12.2007 - 06:44 Besser: Fesseln, knebeln und chloroformieren ....
Antwort von JFibu am 19.12.2007 - 07:48 Na toll Shuttle und den Thunfisch bringst dann demnächst in der Dose mit... der schwimmt garantiert nicht weg!
Antwort von magicdiver3 am 23.12.2007 - 17:33 ja ja ja.......ein wirklich gelungender Bericht!!! Da stimme ich allen zu.
Aber generell sollte man sich als vor allem als Tauchanfänger wirklich die erste Zeit ausgiebig mit den taucherrischen Fähigkeiten befassen, um dann in die UW Fotografie überzugehen.
Aber ich bin auf Deine nächsten Berichte gespannt.
LG
MAGIC
Antwort von Dcco am 21.03.2008 - 13:35 Also Bildbearbeitung ist ein Wichtiger Teil.
Am Besten Adobe Phooshop. Wenn du Schüler oder Student bist ,oder Kinder hast kannst du ne Studentenversion für ca 200 Erwerben.
Dies ist Gut Angelegtes Geld,damit kannst du ne Menge Zaubern und eigentlich Verloren Bilder doch noch Retten.
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