Erste Hilf bei unterkühlten Tauchern Abgesandt von mandi am 16.01.2012 - 10:22:
Hi,
im Tauchunfallforum wurde ein Thema angesprochen, welches mir bis dato eigentlich in der Form gar nicht bewusst war (obwohl ich eine sehr gute Erste Hilfe- und auch Stress & Rescue Ausbildung habe).
Eine gute Beschreibung des Themas ist hier zu finden. Hier klicken
Demnach sollten unterkühlte Opfer so wenig als möglich bewegt werden, um nicht den sogenannten "Bergungstod" zu riskieren.
Jetzt wurden uns im S&R-Kurs etliche Rettungstechniken für verletzte Taucher aus dem Wasser beigebracht. Nur wird von diesen, aufgrund der übermäßigen Bewegung des Verletzten, m.M. eigentlich keine so richtig den Anforderungen für unterkühlte Taucher gerecht (über Schulter, über Hüfte, auf Boot oder Steg mit Armen nach oben,...).
Mir ist klar, dass es zuerst einmal wichtig ist, den Verletzten aus dem Wasser zu bringen, auch wenn er dabei bewegt werden muss. Aber für mich wäre es interessant ob hier jemand eventuell Rettungstechniken kennt, die hier bevorzugt angewandt werden sollten (Ausnahme Rettungstechniken mit Korbtragen odgl. - weil die hat man zumeist nicht griffbereit).
Ich bitte um konstruktive Antworten,
Mandi
Antwort von mandi am 16.01.2012 - 10:33 Fehlerteufel in der Überschrift
Antwort von mandi am 16.01.2012 - 11:44 .....und noch ein Fehler
Der Link der Beschreibung des Themas führt nicht dorthin, wohin er eigentlich soll:
Antwort von Stephan K. am 16.01.2012 - 16:31 Bei Unterkühlung werden die Arme und Beine als erstes nicht mehr mit warmen Blut versorgt.
Wenn diese unterkühlte Person nicht richtig aaufgewärmt wird, dann kommt das kalte Blut zum Herzen und ........ Bergungstod
Rettungstechniken wie Brett, Korb usw. gibt es viele, aber anderseits kann man das Opfer nicht noch länger im kalten Wasser lassen und erstmal Hilfsmittel suchen.
Raus aus dem Wasser und waagerecht legen.
Wenn ansprechbar beobachten und weitere auskühlung verhindern.
Wenn bewustlos zusätzlich, Puls prüfen und HLW-bereit sein.
Körperkern wärmen, Arme und Beine NICHT!!! wärmen.
Hier klicken
Antwort von mandi am 17.01.2012 - 08:58 @ Stephan K.
scheint mir eine sinnvolle Sache - die Hibler Wärmepackung (wenn 40°C Wasser vorhanden ist) - danke für den Link.
Ansonsten denke ich, dass es schon einmal hilft, wenn man weiß, dass der Unterkühlte nicht übermäßig bewegt und möglichst flach gelagert werden soll. Und einfach jene Mittel einsetzt, welche man im Bedarfsfall auch zur Verfügung hat.
VG, Mandi
Antwort von kwolf1406 am 17.01.2012 - 13:47 Wenn man keine Hilfmittel hat, ist der Rautek-Griff sicher auch noch nicht so bewegungsintensiv. Auch ist der Feuerwehstek bei starker Unterkühlung wohl dem klassischen Transport über die Leiter vorzuziehen. Ich würde dann das Opfer nicht mehr aus der Senkrechten ganz flach hinlegen, sondern mit den Oberkörper unterstützt und Beine und Arme tiefer lagern.
Antwort von Franziskus144 am 17.01.2012 - 16:12 In der Wasserwacht verwenden wir ein Spineboard.
Damit kann der Patient schonend aus dem Wasser bzw an Board gebracht werden.
Bei mangelnden Hilfsmitteln musst du abwägen: Ist es warscheinlicher dass dein Patient ertrinkt oder dass er einen Kälte-/Bergetot erleidet?
In ersterem Fall (akute Ertrinkungsgefahr) gilt natürlich: Raus aus dem Wasser, egal wie, der Rest kommt später.
Beispiel: bei Bewusstlosen. Wer ertrunken ist fürchtet keinen Bergetot mehr.
In der Regel sollte man aber auf die schonendste Art der Rettung zurückgreifen.
Also:
- waagrecht lagern
- so wenig wie möglich bewegen
- wärmeerhalt, auf keinen fall aktiv wärmen!
- regelmäßig vitalfunktionen kontrollieren
- flexibel sein!
- vorhandene möglichkeiten nutzen!
Körperkernerwärmumg ist an der Unfallstelle nur schwer möglich, dies geschieht in der Regel in der Klinik durch warme einläufe. Dementsprechend scheiden einfache Wärmepackungen quasi aus .
Bei schwereren Fällen, also spätestens wenn das Bewusstsein leicht eingetrübt ist, MUSS der Rettungsdienst dazu! Lieber einmal zu viel angerufen als einmal zu wenig.
MFG
Franziskus
Wasserretter & Sanitäter
P.S.: Bei den Rettungsleitstellen rufen Leute an und fragen ob zu viel Salz in einem Kuchen Gesundheitsschädlich ist. Also Traut euch wenn es so weit kommt
Es gilt also - einfach so wenig als möglich bewegen - im Detail einfach so vorgehen wie es der Anlassfall erfordert (wie Franziskus144 angemerkt - Bewusstlos dann auch ohne Rücksicht auf Verluste wenn es nicht anders geht).
@kwolf1406
ist einleuchten, da hierbeit die Arme nicht nach oben überstreckt werden und der Rumpf zuerst aus dem Wasser kommt - danke !
Schauen wir mal - aber ich denke sehr viel mehr wird hier wahrscheinlich nicht mehr kommen.
Danke @all die einen konstruktiven Beitrag geleistet haben.
VG, Mandi
Antwort von BCM am 25.01.2012 - 15:21 Beantwortet zwar nicht die Eingangsfrage, ich werfs aber trotzdem ein:
ich würde als erstes an Strandliegen denken.
Wenn das nicht auf dem offenen Wasser passiert, sondern der Unglückliche am Ufer zu bergen ist ist sowas häufig nicht weit.
Und man braucht nicht lange suchen, ein Blick in die Runde reicht, dauert 2-3 Sekunden.
Das Überreden des Besitzers kann dann unter Umständen länger dauern ....
lG
Bernhard
Antwort von Doppelventil am 05.02.2012 - 23:46 Auch wenn es schon ein Weilchen her ist das hier was gepostet wurde. Eine ganz entscheidene Sache wurde hier im Rahmen der Ersten Hilfe vergessen.
Zunächst einmal ist es vielmehr wichtiger, dass der verunfallte aus dem Wasser kommt. Wenn er bei Bewußtsein ist sollte er sich nicht bewegen und muss dazu angehalten werden. Die Bewegung bei der Rettung lässt sich nicht vermeiden. Die viel angesprochene anschliessende Flachlagerung ist dann das Mittel der Wahl. Außer Bewußtlose: Diese gehören ohne wenn und aber in die stabile Seitenlage. Diese wurde hier noch gar nicht erwähnt und ist immens wichtig. Der Rest mit kaltem Blut im Körperkern und Rhythmusstörungen am Herz bis hin zum Bergungstot wurde ja schon zu genüge erwähnt.
Trotzdem sag ich immer wieder, trainiert die Basic`s und beherscht diese. Das heisst: Hin und wieder mal nen EH-Kurs besuchen. Die Chance, dass jemand als NICHT-Profi Retter so einen Notfall abarbeiten muss, ist äusserst selten. Wenn man sich dann noch an diverse Regeln gegen den Bergungstot erinnern kann, umso besser.
Aber im Notfall wird man selbst erstmal sein eigenes Adrenalin zu verarbeiten haben und dann ist es wirklich umso besser, wenn die Basic`s eines EH-Kurses zu 100% sitzen.
Gruß und Gut Luft
Doppelventil
Fachkrankenpfleger für Intensivpflege und Rettungsassistent
Antwort von Scapegoat am 06.02.2012 - 08:23 @ Doppelventil:
Danke für den Beitrag!
Der Hinweis mit der stabilen Seitenlage fehlte hier bisher wirklich ganz, wäre jetzt davon ausgegangen dass JEDER stark unterkühlte verunfallte flach auf den Rücken zu legen ist, auch bewusstlose.
Alex
Antwort von Doppelventil am 14.02.2012 - 17:13 Nein, außnahmslos jeder bewußtlose gehört in die stabile Seitenlage. Es bringt nix, wenn der verunfallte vor dem Bergungstot geschützt wird aber in der Rückenlage erstickt, weil seine Zunge zurück fällt und die Atemwege blockiert
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