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Fliegen nach dem Bergseetauchen
Abgesandt von EXIL - VFLer Registriertes Mitglied am 21.10.2011 - 16:11:

Folgende Überlegung: Welchen Einfluss auf die Flugverbotszeit hat es, wenn man im Bergsee taucht? Angenommen, der Bergsee liegt auf 3000 Metern Höhe. Dann ist der Umgebungsdruck an der Oberfläche bereits geringer als im Flugzeug. Muss man dennoch ein Flugverbot einhalten? Wenn ja, warum?

Logisch wäre es zudem, dass man in einer Höhe, die dem Kabineninnendruck entspricht, mit dem Auftauchen so lang warten muss, bis das Flugverbot abgelaufen ist. Woher kommt diese Ungleichbehandlung?




Antwort von Uwe-Re Registriertes Mitglied am 21.10.2011 - 16:16
Deinen letzten Absatz verstehe ich nicht. Willst Du Stunden Tauchen?
Antwort von EXIL - VFLer Registriertes Mitglied am 21.10.2011 - 16:31
Uwe: Ich meine damit folgendes: Wenn man aufgrund des verringerten Kabineninnendrucks (entspricht ca. 2400 Meter über NN) nicht fliegen darf, müsste man doch aus einem See in gleicher Höhe theoretisch während der Flugverbotszeit auch nicht auftauchen dürfte. Der Druck ist ja der gleiche wie im Flieger. Warum man nicht Stundenlang im See abhängen muss, jedoch nicht Fliegen darf, ist Teil 2 meiner Frage.

Darüber bitte nicht Teil 1 vergessen.
Antwort von Uwe-Re Registriertes Mitglied am 21.10.2011 - 16:41
Hallo,

darum gibt es ja Bergseetabellen.
Da ist ein Denkfehler drin.
Druckänderungen (Verringerung nach Tauchende) sind relevant und sollten vermieden werden.

Wenn Du einen Flugplatz findest, der auf 3000m Höhe ist, kannst du sofort losfliegen ins Tal.
Helidiving!

Glückauf
Antwort von Scapegoat Registriertes Mitglied am 21.10.2011 - 17:35
@ Exil-CFLer:

Ist ne schöne Frage, aber da gibt es einen Haken:
Ich hab mal einen interessanten Artikel gelesen, dass die Flugverbotszeit in den Tabellen auch den Fall eines plötzlichen Druckabfalls in der Kabine mitberücksichtigt.
Wenn du nun also nach einem TG in einem Bergsee auf 3000 m tauchst und die Dekostops nach Bergseetabelle einhälst kannst du hinterher also fliegen ohne das was passieren sollte, da du weit genug entsättigt bist für einen Luftdruck äquivalent 3000 m Höhe, und das ist noch unter dem normalen Kabinendruck.
Nur hast du auch dann ein Problem beim Druckabfall, wobei es auch hier nicht so gravierend ist wie nach einem TG auf Meereshöhe, da du etwas weniger aufgesättigt bist.

leider weiß ich nicht mehr wo ich das gelesen habe mit der Auslegung der Tabelle, werde ich aber mal suchen.

Gruß,
Alex
Antwort von Scapegoat Registriertes Mitglied am 21.10.2011 - 17:36
Und sorry für den Schreibfehler in deinem Namen!

Antwort von vloezi Registriertes Mitglied am 22.10.2011 - 09:54
Bei den ganzen Theorien über die Deko kommt es nicht auf den absoluten Druck an, sondern es ist immer der relative (Partial-)Druck Unterschied zwischen Umgebung und gelösten Gas im Körper ausschlaggebend. Tauchst du ab sättigt sich der Körper und beim Auftauchen findet eine Entsättigung statt. Das braucht aber Zeit damit ein bestimmtes Verhältnis unterschritten wird und es nach den gängigen Gewebemodellen (wie z.b. Bühlmann) als sicher gilt. Deshalb gibt es Nullzeiten, Dekostops oder geregelte Aufstiegsgeschwindigkeiten.
Nehmen wir mal an du tauchst mit Luft auf Meereshöhe auf 10m Tiefe, dann ist der N2 Partialdruck bei ~1.6bar, an der Oberfläche bei 0.8bar. Würdest du jetzt sofort auftauchen könnte der Körper nicht entsättigen und der Stickstoffpartialdruck wäre in deinem Körper im Verhältnis von 2:1 im Vergleich zur Umgebung.
Auf 3000m wäre der Umgebungsdruck ~0.7bar, als ppN2 ~0.56 (statt 0.8), auf 10m Tiefe im Bergsee dann ~1.36. Hier hättest du dann nen Verhältnis von 2,42:1. Wenn das Gewebe jetzt nur ein Verhältnis von max 2:1 tolerieren würde, hättest du beim Bergseetauchen nen Problem. Das ist der Grund warum es Bergseetabellen, bzw. Computer gibt, die so was mit berücksichtigen.
Beim Fliegen nach dem Tauchen verhält es sich ähnlich. Der Umgebungsdruck wird geriniger, und damit ändert sich das Verhältnis. Deshalb sollte man so lange warten bis der Stickstoff ausreichend entsättigt ist und man nicht in den Bereich des Maximalverhältnisses kommt.

Das mit dem einen Druckverhältnis ist stark verienfacht und auch das 2:1 ist nicht die aktuelle Grenze, aber das Prinzip dahinter gilt.

Allerdings sind das alles nur Modelle und Theorien, also lieber auf Nummer Sicher gehen und Flugverbotszeiten einhalten, dann sind die Sachen auch wieder trocken und das Fluggepäck nicht so schwer
Antwort von Wurzelzwerg Registriertes Mitglied am 22.10.2011 - 10:47
@vloezi

Antwort von EXIL - VFLer Registriertes Mitglied am 22.10.2011 - 11:19
Vloezi: Deine Ausführungen sind bekannt und die Grundlage meiner Frage, jedoch keine Antwort drauf.

Sollten die Flugverbotszeiten wirklich einen Druckverlust berücksichtigen (meiner Meinung nach ist das nicht der Fall), wäre das eine Erklärung.

Alle anderen Antworten gehen - sorry - am Kern der Frage vorbei. 
Antwort von interschmid Registriertes Mitglied am 22.10.2011 - 12:45
EXIL - VFLer, Vloezi
Ich glaube ihr habt beide recht.
Wenn ich mich richtig entsinne, geht es beim Flugverbot vor allem um die "langsamen Gewebe". D.h. fahre ich auf den Berg, gehe tauchen und fliege dann los ist es für diese so, als ob ich auf Meereshöhe losfliege, da meine "langsamen Gewebe" sich der Höhe in der kurzen Zeit nicht anpassen werden - die etwas wenigere Aufsättigung wegen des geringeren Anfangdruchs 0,7 zu 1 bar mal vernachlässigt. Passe ich mich vor oder nach dem TG 24 St. an die Höhe an, sollte ich theoretisch ohne Flugverbot auskommen - ich sitze also das Flugverbot im Voraus oder Nachher auf dem Berg ab.
Ich würde bei aller Theorie trotzdem mit dem Fliegen warten

Grüße
inter
Antwort von advanced-air-diver Registriertes Mitglied am 23.10.2011 - 17:07
@interschmid
Ich würde statt (nur) mit dem Fliegen schon vorher mit dem Abtauchen warten.
Was zugleich die 2. Teilfrage des Exil-VFLer zum Auftauchen beantworten dürfte.
Antwort von interschmid Registriertes Mitglied am 24.10.2011 - 19:17
@ advanced-air-diver

Jup! War auch so gemeint, wie du´s schreibst! Also bitte losfliegen durch lostauchen tauschen.
Antwort von Nikolaus Registriertes Mitglied am 24.10.2011 - 19:40
Vermutlich ist die Fahrt zum Flughafen wenn er über Pässe führt (und die meisten Bergseen liegen in Kesseln) gefährlicher als der darauffolgende Flug.
Die Datenlage bezüglich Bergseetauchen mit anschließendem Flug ist im Vergleich zu Millionen Meerestauchgängen dürftig.
Letztendlich handelt es sich um Empfehlungen, die möglichst einfach und einprägsam formuliert sein sollen. Auf einem kleinen Flugfeld in den mitteleuropäischen Bergen werden auch kaum Flugzeuge mit Druckkabinen landen können, daher sollte die absolute Flughöhe berücksichtigt werden.
Antwort von explorer08 Registriertes Mitglied am 25.10.2011 - 19:22
Das Thema Flugverbotszeiten und plötzlicher Druckverlust in der Kabine hatten wir schon mal.
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Antwort von eglischmöcker Registriertes Mitglied am 26.10.2011 - 12:31
dann grüss gott

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