Gibt es so etwas wie "Erste Hilfe" bei TU? Abgesandt von Wordplex am 28.01.2007 - 20:01:
Hallo,
seit 3 Tagen bin ich AOWD/Padi und fühlte mich seitdem als der größte und beste Taucher aller Zeiten.
Bis eben.
Da bin ich auf das Forum "Tauchunfälle" und die verschiedenen Beschreibungen gestoßen - und fühle mich seitdem ziemlich hilflos....
Als ehemaliger BW-Sanitäter und Erste-Hilfe-Ausbilder würde ich mich zwar halbwegs sicher fühlen bei der EH-Leistung bei einem Verkehrsunfall, würde bei den meisten geschilderten TU jedoch ziemlich sicher versagen.
Nun habe ich hier ein wenig in den verschiedenen Foren herumgestöbert, aber eines vermisse ich: gibt es irgendwo eine Auflistung der häufigsten Symptome von TU sowie eine Beschreibung der anzuwendenden Maßnahmen? Ich möchte damit nicht unbedingt bis zum nächsten Kurs "Rescue-Diver" warten...
Für Eure Hinweise wäre ich sehr dankbar!
Antwort von Stephan K. am 28.01.2007 - 21:27 Was ist ein TU, bzw. welcher Art ist der TU.
Da gibt es ganze Bücher drüber und kann nicht mit "O2 geben" abgehandelt werden.
Dort gibt es ein Tauchunfall-Merkblatt, das ich immer im Logbuch dabei habe.
Antwort von Oliver2 am 29.01.2007 - 00:37 An sich gehört das zu einer fundierten, vernünftigen Ausbildung dazu.
Daß das bei PADI nicht im Umfang enthalten ist, könnte dich eventuell zum Nachdenken über deinen weiteren Ausbildungsweg anregen.
Just my 2C
Antwort von tomzwo am 29.01.2007 - 12:03 Na toll, da stellt jemand eine ernstgemeinte Frage, will sich weiterbilden, weil er seine potentiellen Defizite sieht und dann kommt der Spruch über die Ausbildungsorganisation.
@Wordplex: prinzipiell handelt es sich bei einem TU erstmal um eine ganz normale Erste-Hilfe-Situation, bei der es primär auf die Lebenserhaltung ankommt. das "Tauch" in "Tauchunfall" kommt erst danach.
Um effektiv in einer Tauch-Situation helfen zu können (unter Wasser geht halt nichts mit Beatmung), wird hier (vom Konzept her) so gearbeitet wie "Erste Hilfe" generell aussieht: erstmal eine Situation herstellen, in der ich helfen kann, soll heissen: an die Oberfläche bringen und dann an Land.
Und hier kommt gleich der Grund, dass die _taucherische_ erste Hilfe in der Anfängerausbildung in allen Organisationen knapp gehalten wird: dazu ist nämlich auch ein gewisses Maß an taucherischer Routine notwendig, und die habe ich halt nach einem Grundkurs noch nicht.
Ansonsten gilt wie bei allem im Tauchen: damit auseinandersetzen, lesen, fragen, bei Interesse einen Kurs machen, etc.
Antwort von Mydive am 29.01.2007 - 16:24 Hallo, na klar gibt es Erste Hilfe. Sauerstoff und immer wieder Sauerstoff. Und bitte, fangt nicht die Diskussion an ob der Ersthelfer Sauerstoff geben darf und wie viel. Nix gegen den Rescue, aber da bekommst Du das nicht wirklich beigebracht. Wichtig weiterhin, siehe Dekounfall, jedes Kribbeln etc. nach dem Tauchen sehr ernst nehmen. Ernst aber nicht panisch. Wenn Zweifel bestehen: immer von einem mind. DCS1 ausgehen. Und nie sagen, es könnte sein aber eingentlich auch nicht weil..... Der Ersthelfer hat nicht die differentialdiagnostischen Möglichkeiten um eine DCS auszuschließen. Sauerstoff, Trinken, nicht herumtoben und keine Panik. Dann schön beobachten und im Zweifel 112 anrufen mit Hinweis auf Tauchunfall.
Gruß
Gerd
Antwort von hket am 29.01.2007 - 17:00 logisch, als BW-Sani und Ersthelfer Ausbilder kommen dir Bedenken - gut so. Als Urlaubstaucher hättest Du das Problem nicht, was Du nicht kennst brauchst Du nicht können.
Der Ansatz, einen TU auf einen normalen Unfall zurückzuführen ist ideal:
1.) bring den Taucher aus der bedrohlichen Situation (hier aus dem Wasser)
2.) wie ist sein Zustand - Notruf absetzen !!
3.) a)Kreislauf ok - Seitenlage
b) nicht ok - HLW
speziell bei TU:
enge Kleidung lösen - ggf. aufschneiden
eigentlich immer: so schnell wie möglich so hochdosiert wie möglich O2 geben
das klappt auch ohne Merkblatt, wenn man die Ruhe bewahrt.
Helmut
Antwort von tomzwo am 29.01.2007 - 19:40 Das Thema Ersthelfer und Sauerstoff wurde mW hier schon einige Male diskutiert - das sollte eigentlich mittlerweile durch sein (auch nach Aussage eines DRK-Ausbilders, den ich mal dazu befragt habe).
Wenn schon ein ernster Verdacht auf DCS da ist und auch Sauerstoff gegeben wird, sollte der Rettungswagen in jedem Fall verständigt werden. Das typische für eine DCS sind eben die anfänglich leichten Symptome, die schlimmer werden.
Am Rande: "das" bekommt man im Rescue-Kurs durchaus beigebracht...
Antwort von Wordplex am 29.01.2007 - 22:27 Erst einmal vielen Dank für Eure Antworten!
@Webcraler,
Dein Link ist gut und ungefähr das, was ich gesucht habe, in diesem Forum jedoch nirgends finden kann. Warum wird so eine allgemeingültige EH-Anleitung nicht leicht erkennbar auf die Homepage dieses Forums gesetzt? Ich bin mir sicher, dass es sich bei den Tauchern ähnlich verhält wie bei den meisten Autofahrern: EH-Kurs einmal gemacht und seitdem alles verdrängt - in der Hoffnung, niemals als erster auf einen Unfall zu stoßen (und wenn, dann Vollgas zu geben...). Also sollte man m.E. immer wieder auf die paar Grundregeln hinweisen.
@Oliver2,
das werde ich garantiert! Nur weiß ich leider nicht, was hier empfehlenswert wäre. Wenn allerdings Mydive schon am Rescue-Diver zweifelt - was für Alternativen gibt es da noch?
@tomzwo und alle anderen,
Eure Ratschläge werde ich gerne annehmen - Besten Dank noch einmal!
Off topic:
Zu den (hier häufiger zu beobachtenden) Sticheleien zwischen CMAS und PADI-Anhängern: ich kann mir nicht vorstellen, dass die eine oder andere Zertifizierung besser oder schlechter ist als die andere. Nach meinen Erfahrungen liegt es immer am Ausbilder bzw. an der Tauchbasis, wie gut oder schlecht eine Ausbildung ist - und nicht am System!
Antwort von Oliver2 am 30.01.2007 - 00:30 "Zu den (hier häufiger zu beobachtenden) Sticheleien zwischen CMAS und PADI-Anhängern: ich kann mir nicht vorstellen, dass die eine oder andere Zertifizierung besser oder schlechter ist als die andere. Nach meinen Erfahrungen liegt es immer am Ausbilder bzw. an der Tauchbasis, wie gut oder schlecht eine Ausbildung ist - und nicht am System!"
GRUNDSÄTZLICH richtig, aber eben nur grundsätzlich, denn es gibt durchaus eklatante Unterschiede dessen, was "A" in die einzelnen Ausbildungslevels reinpackt, vermittelt und auch prüft oder was "B" reinpackt bzw. weglässt.
Schau dir doch einfach mal die Inhalte der einzelnen Stufen der beiden von dir genannten an, dann wird dir recht schnell der Unterschied zwischen einer Franchisefirma und einer vernünftigen Ausbildung aufgehen. Wohlgemerkt gebe ich dir recht, daß es überall "Gute" "Weniger Gute" und auch "Schlechte" gibt. Mir ging es nur darum, wie different schon alleine die Vorgaben von "oben" sind.
Wenn die schon dürftig sind, braucht es nur noch einen mittelmässigen Ausbilder oder eine zeitminimierte und damit gewinnmaximiert ausgerichte Basis sein und es ommt nur noch recht wenig rüber
Antwort von Tümpi am 30.01.2007 - 07:21 Kauf dir ein gutes Tauchtheoriebuch z.B. Kromp/Roggenbach oder ein tauchmedizinisches Buch, z.B. Ehm und studiere die durch.
Antwort von hket am 30.01.2007 - 07:24 Ich kann über PADI vs. CMAS nur schmunzeln
für meinen Tauchschein war Pflicht:
tauglich nach G31, Rettungsschwimmabzeichen silber, aktueller EH Kurs, Schnorcheltauchabzeichen, 10 Stunden Theorie, Prüfungstauchgänge nach erlernen der taucherischen Grundfertigkeiten.
zur Verlängerung: jährlicher Nachweis von mind. 10 TG a 30 Minuten, TTU nach G31, Vorlage von aktuell RS silber und EH, Teilnahme an Sicherheitsunterweisung
ach ja - auch bei uns kommen noch Unfälle vor.
Helmut
Antwort von Markus E am 30.01.2007 - 12:34 Hallali,
das, was seitens der Verbände (ohne einen zu nennen) vermittelt wird, ist im Bereich der Bergung evtl. brauchbar. Also Opfer fix an Land oder ins Boot. Alles darüber hinaus ist in weiteren Kursen/Lehrgängen besser zu lernen/vertiefen. Für die allemeine erste Hilfe rotes Kreuz o.ä., da dort die Spezis sitzen, die in dem Bereich ständig geschult werden (TLs nicht). Ich selber habe sehr gute Erfahrung mit dem Kurs "Medical Assistant" von Aquamed gemacht, da stark auf Tauchspezifisches eingegangen wird.
Zusätzlich halte ich den "Oxygen provider" für wichtig und gut. Falls er in Erwägung gezogen wird, vorher anfragen, ob nur ein oder evtl. mehrere Systeme vorhanden sind. Im Urlaub kann man sich den Kofferhersteller schließlich nicht aussuchen.
Ob ein reiner Rescue-Kurs gut war, kann man meiner Meinung nach nach dem Kurs merken. Wer nach dem Wochenende (wenn`s denn ein WE-Kurs ist) keinen Muskelkater hat, ist entweder erstklassig austrainiert oder hat Geld verschwendet.
Schönen Gruss
Markus
Antwort von Stephan K. am 30.01.2007 - 13:10 Was ist ein Tauchunfall?
Das muss nicht immer DCS sein, sondern es gibt viele Möglichkeiten.
Bernesselungen, Stiche, Schnitte, Barotraumen, usw. usw,
Hier klicken
Mit O2 deckt mal nur einen Teilbereich ab.
Antwort von Telemar-king am 30.01.2007 - 14:30 Als ich vor langer, langer Zeit das Tauchen gelernt habe, war der erfolgreich abgelegte Rettungsschwimmerschein die Grundvoraussetzung, um überhaupt zur praktsichen Tauchprüfung zugelassen zu werden.
Ist es mit dem HLW-Kurs (als Voraussetzung für CMAS**) und dem Rescue Diver nicht so, dass man es einmal lernt, um es dann mangels geeigneter Betätigungen irgendwann irgendwie zu vergessen? Wer von Euch kann noch alle Übungen aus dem Rot-Kreuz-Kurs als Grundlage zum Führerschein?
Wenn ich in diesem Land was zu sagen hätte, müssten Rot-Kreuz-Kurse (HLW-Kurse), Rescue Diver und Tauchsicherheit-Tauchrettung alle zwei Jahre wiederholt und belegt werden. Ansonsten: Tauchschein weg!
Nehmen wir uns ein Beispiel an unseren Brüdern und Schwestern in USA: Dort gehört es zum guten Ton, und zum erfolgreichen Curriculum Vitae, wenn man ehrenamtlich bei der Feuerwehr, den Sanitätern oder dem Katastropehschutz tätig und ausgebildet ist.
Achso, und noch was: Ein Deko-Unfall ist im rechtlichen Sinne kein "Unfall", weil (Definition):
"Im juristischen Kontext liegt ein Unfall vor, wenn ein plötzlich von außen unfreiwillig auf einen Gegenstand oder ein Lebewesen einwirkendes Ereignis einen Schaden an Leben, Leib oder Sache hervorruft.
In der Unfallversicherung liegt - ihrem Schutzzweck entsprechend - ein Unfall vor, wenn das Ereignis eine Gesundheitsschädigung verursacht."
Die Betonung liegt auf "plötzlich" und "von außen". Deko-"Unfall" kommt immer schleichend und von innen!!
Antwort von musher am 30.01.2007 - 23:36 Hallo Telemar-King,
trotzdem erkennen die Versicherungen auch die Deko-Krankheiten bei ihren Unfallversicherungen (je nach Vertrag) mit an.
Antwort von kwolf1406 am 31.01.2007 - 00:31 @tomzwo
wenn die Frage ist, ob es eine EH bei TU gibt, ist die Diskussion der Ausbildungsinhalte der Verbände/Orgs schon berechtigt. Die Inhalte sind eben nicht vom Tauchlehrer abhängig, sondern vom Verband. Padi und vdst haben ihre Ausbildungsinhalte im Netz im Detail veröffentlicht. Kann jeder nachlesen.
@Telemar-king
klar, ist zwischen einmal lernen und immer können ein gewaltiger Unterschied. Das trifft aber für alles zu.
Condor (01.09.2008) Wir sind bereits mehrmals mit Condor auf Langstrecken mit Tauchgepäck geflogen. Bisher sehr kullant mit Anmeldung und kostenfrei. Unsere Tauchtrolleys (Aqua Lung) reichen uns für das (mehr) LTU (26.08.2008) Flug Düsseldorf - Male - Düsseldorf 09.08. - 24.08.2008 positiv: wirklich nette und hilfsbereite Flugbegleiter Essen auf Rückweg gut Hinweg pünktlich auf Rückweg eine Stunde verspätet los, haben (mehr) Condor (23.08.2008) Ich flog am Donnerstag den 7.7.08 mit Condor von Frankfurt nach Marsa Alam. Unser Flug wurde von 6:25 Uhr auf 13:30 Uhr verschoben. Es gab ein kostenloses Frühstück im Steigenberger Airport Hotel, (mehr)
Sudak (05.09.2008) Hallo Ich war August 08 auf der Halbinsel Krim in Sudak auf der dort ansessigen Tauchbasis. Meine Erfahrungen mit der Ukraine sind diese. Die Sichtweiten sind soweit in Ordnung 5 bis 8m. Tauchgänge (mehr) Lanzarote, Puerto del Carmen (03.09.2008) Wir waren im August 2008 auf Lanzarote am kleineren Nachbarstrand zur Playa del Carmen, genannt Playa De Los Pocillos. Sehr zu empfehlen, da hier weit weniger touristischer Trubel ist (Buden mit (mehr) Pulau Hantu (02.09.2008) Habe über die Jahre hinweg einige Male bei Pulau Hantu in der Nähe der Shell Rafinerie getaucht. Man kann mit einem der ´Bumboats´ dorthin gelangen und einen faulen Tag verleben mit Grillen und (mehr)
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