Hier gibt es zu allen Fragen "Marke Süßwasser- und Meeresbiologie" kompetente Antworten - vom UBO (unbekannten Bestimmungsobjekt) im See bis zu Verhaltensregeln bei Haibegegnungen.

Haibestimmung via Gentest

Vor kurzem las ich einen Artikel ueber Haibestimmung via Gentest.

Dies werde wohl in den USA gemacht, bzw. das Verfahren sei dort wohl entwickelt worden um gegen das Finnen vorgehen zu koennen. Laut dem Artikel sei es naemlcih selbst fuer die Fachleute nicht immer meoglich die Art des Hais anhand der Flossenform zu bestimmen und diese landen ja haeufig in den Lokalen. Da nun wohl seit laengerer Zeit auch der Verdacht aufgekommen ist, das gezielt die Flossen des Grossen Weissen "unter" das Messer kommen wurde nun dieses Verfahren entwickelt. Dadurch sei dann sogar eine Kontrolle der Art auch bei eier verarbeiteten Haiflosse (sprich in der Suppe) nachweisbar.

In dem Artikel stand dies, als waere es ein Novum in dem Bereich. Weiss jemand darueber mehr?
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tursiops600 TG
15.01.2006 18:11
Hallo!

Die Frage bedarf einer längeren Antwort, die ich gerne geben möchte. Jedoch hab ich heute und morgen nicht so viel Zeit, um dies ausführlich zu tun. Laos Geduld bis Dienstag.
Soviel aber mal in Kurzform.
Den genetischen Fingerabdruck zur Identifizierung gibt es schon seit über 20 Jahren. Seit dem ist es leicht möglich, Arten aufgrund von genetischen Muster zuzuordnen. In den letzten Jahren sind immer mehr Projekte hinzugekommen, mit denen man in der Praxis den genetischen Fingerabdruck benutzt.
So gab es zum Beispiel mal eine Untersuchung, bei der im auf japanischen Märkten Walfleisch gekauft wurde, um zu zeigen, dass Japan mehr als die 2 bis 3 Walarten fängt, die sie aus wissenschaftlichen Gründen „genehmigt“ bekommen haben.
Dabei ist herausgekommen, dass auf den japanischen Märkten 17 verschiedene Wale und 1x Rindfleisch als Walfleisch verkauft wird.......
Eine parallele Ausweitung auf Haie macht durch aus Sinn. Ob dies aber wirkliche eine Neuheit ist, oder aber schon seit Jahren praktiziert wird, wissen vielleicht ehr die Haiexperten hier.
Später gerne mehr...
Schöne Grüße
Georg
15.01.2006 18:28
Hi Geoerg,

ahenliches dachte ich mir auch shcon, denn ueber den genetischen Fingerabdruck wusste ich ja auch schon etwas. Was mich nur so verwundert hat ist, dass es wohl einen Markt fuer die Flossen der WEissen Haie gibt, ganz speziell eben. So sei in New York in einem asiatischen Lokal eben entdeckt woirden, dass dir wohl groessere Mengen von Haiflossen mit der Bemerkung "Bianco" aufgetaucht seien, diese wurden dann getestet und siehe da alle vom Great White Shark... .
tursiops600 TG
15.01.2006 18:45
Hallo!
Ohne den Asiaten zu nahe zu treten, aber in diesem Raum der Erde wird (fast) alles gegessen, was sich im Meerbefindet. Von A wie Algen bis Z wie Zwergwale inklusive alles, was zoologisch oder alphabethisch dazwischn liegt. Und je seltener, um so lieber und teurer.
Schöne Grüße
Georg
Mytilus23TL CMAS
20.01.2006 23:00
Und wirklich aktuell schade, dass die Restpopulationen der gejagten und zu Potenzmitteln verarbeiteten/hochstilisierten Tiere keine Chance haben, ihrerseits ihre Verzehrer zu jagen.

Wäre eine klasse Vorstellung mit Haien, die gnadenlos die morgendliche Pekinger Rushhour zum Beutefang nutzen, oder Killerwalen in der U-Bahn von Tokio!

Und im Gegensatz zu Georg trete ich den Schlitzaugen so lange mit drastischen Worten nahe, bis Schluss damit ist! Sollen sich doch gegenseitig fressen - knapp 1,5 Milliarden Chinesen und die durch sie verursachten globalen und lokalen Umweltzerstörungen, die uns alle betreffen, sind Warnung für alle genug, dass da viel zu viele von ihnen sind! Und da sie für fast jeden Aberglaubenmist empfänglich sind, wäre ein propagiertes potenzsteigerndes Gericht "Pekinger Chop Suey" nullkommanix der Renner.

Vorbeugend der Hinweis: Auch Chinesen sind nur Säugetiere, genauso wie die Affen, denen sie den Schädel aufmeißeln und das Gehirn rauslöffeln. Die ethische Sonderrolle des homo (schon lange nicht mehr) sapiens akzeptiere ich nicht mehr.
27.01.2006 21:01
Hallo Volker,

der genetische Fingerabdruck ist mittlerweile zumindest in der Humanmedizin ein gängiges Verfahren, bei dem bestimmte DNA-Sequenzen ausgelesen und mit einem vorbestehenden Muster verglichen werden. Es kommt hierbei darauf an, für alle Exemplare einer Art einen gemeinsamen Abschnitt oder mehrere Gne und damit Basenpaare zu finden, die einer bestimmten Art gemeinsam ist. Wenn diese Information bekannt ist, ist es technisch kein Problem, mit einer vorhandenen Gewebsprobe einen Vergleich mit einer bekannten DNA bzw. Abschnitten von dieser DNA durchzuführen und damit auch die genaue Art zu bestimmen. Es war mir nicht bekannt, daß diese Tests auch zur Haibestimmung durchgeführt werden, es ist aber (rein technisch gesehen) technisch wie gesagt kein Problem. Das ginge sogar, wenn z.B. eine Haiflosse schon gekocht wäre (oder was man sonst so damit macht). Ich kann nur sagen, wenn diese Test gemacht werden, dann ist das richtig so und sollte weiter verbreitet werden. Wo hast Du davon gelesen?

Gruß,

Roderich
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