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Haifütterung <->Tödlicher Haiangriff in Ägypten
Abgesandt von GoRalle Registriertes Mitglied am 03.06.2009 - 07:07:

Hallo,

bin gerade über folgende Nachricht gestolpert :

Hier klicken




Antwort von shuttle Registriertes Mitglied am 03.06.2009 - 07:44
Hier auf Deutsch Hier klicken
Antwort von gunther Moderator am 03.06.2009 - 08:53
Dieser Unfall ist nachzulesen bei uns im Unfallforum:
Hier klicken

Über den Sinn/Unsinn von Hai-Fütterungen können wir hier diskutieren.

Wobei ich nicht wirklich erkennen kann warum wir uns mit solchen Fütterungsaktionen in die Natur einmischen müssen. Ich hoffe, dass wie im Artikel beschrieben, die Ägyptischen Behörden hart durchgreifen.

Antwort von istiophorus Registriertes Mitglied am 03.06.2009 - 08:53
Der Unfallhergang ist unklar, offenbar aber nicht während eines TGs. Angeblich ist sie vom Boot ins Wasser gesprungen, weil sie einen großen Fisch gesehen hatte

Hier klicken
Antwort von Andreas Moderator am 03.06.2009 - 09:09
Bitte in diesem Thread wirklich nur Postings zum Thema Anfütterung von Haien. Alle Postings die sich auf den Unfall beziehen bitte ins Unfallforum, sie werden hier gelöscht.

Gut Luft,

Andreas
Antwort von Doris Registriertes Mitglied am 03.06.2009 - 09:23
Ich gehöre zu denen, die davon ausgehen, dass man mit Haifütterungen sehr viel Schaden anrichtet, da man die natürliche Scheu der Haie vor dem Menschen damit wegerzieht.
Wenn ich weiß, dass Käfigtauchen veranstaltet wird oder Haie gezielt angefüttert werden kommt die Region für mich nicht als Urlaubsdomizil in Frage.
Dass, wie im Unfallforum beschrieben, zwei Safariboote bei der Fütterung erwischt wurden und nun ihrer hoffentlich sehr empfindlichen Strafe entgegensehen halte ich für richtig
Antwort von joemurr Registriertes Mitglied am 03.06.2009 - 09:45
Ich hege die Vermutung, dass der Großteil der Tauchergemeinde gegen Anfütterungen jeglicher Art eingestellt ist (nicht nur bei Haien).

Aber wie so oft gibt es auch eine Menge Andersgesinnter, die durch Abdrücken entsprechender Kohle solche Angebote/Ausflüge am Leben erhalten. Dass der Markt dafür auch nicht kleiner wird, sorgt schon die wachsende Zahl der Taucher.

Dumm dabei ist meist nur, dass genau diese Taucher bisweilen die größte Klappe haben und Verfechter sind, wenn es um Umweltschutz im allgemeinen oder den Schutz von Haien im besonderen geht; "selbstverständlich gilt das auch für den Rest des Getiers".

Diese Hascherei nach "Anerkennung", wenn jemand seine Fotos oder Videos anpreißt, auf der er inmitten der angefütterten Viecher zu sehen ist, ist halt in die gleiche Schiene wie "mein Auto, mein Haus, mein Boot" einzuordnen - pubertäre Angeberei eben .

Ich bin noch Tauchneuling und habe mit ca. 150TGs sicher nicht "die" Erfahrung, das Wissen und die Kompetenz darüber zu richten, bin aber der Meinung, dass es für "Verantwortung und Schutz der Natur" kontraproduktiv ist. Und ich hoffe für mich, dass ich nie in die Lage komme, wo ich nur für das Ankucken eines Rudels Haie solch eine Fütterungsituation hervorrufe/finanziere o.ä. - ich schwöre es; beim Leben meiner - naja - egal.

Gruß
Joe

PS: davon ausgenommen sind sicherlich Versuche/Experimente/Beobachtungen auf wissenschaftlicher Basis, wobei auch hier manche sicherlich grenzwertig sind.

PPS: wie heißt es so schön: wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um
Antwort von Divelady97 Registriertes Mitglied am 03.06.2009 - 10:00
Über den UN -Sinn von Haifütterungen gibt es für mich nur einen Kommentar :

Wer den Respekt anderen gegenüber verliert ( in diesem Fall vor den Haien ) um seine persönlichen Bedürfnisse nach Unterhaltung und Adrenalinkick zu befriedigen muss mit den Konsequenzen rechnen !


Wir Menschen greifen für unser EGO in so viele natürliche Mechanismen ein und verändern so unsere Natur und Umwelt, dass es zum und zum ist !


btw : ein Weißspitzenriffhai dieser Größe ist wohl eher unwahrscheinlich aber das nur am Rande !

Ich hoffe, das man nicht wieder den bösen, bösen Hai dafür verantwortlich macht, sondern die Bootseigner wenn sie wirklich angefüttert haben !
Antwort von joemurr Registriertes Mitglied am 03.06.2009 - 10:12
@Divelady
Böse sind auch nicht die Bootseigner, sondern die (Taucher), die den Kick haben wollen. Die Eigner verdienen halt damit die Kohle, nicht minder verwerflich, aber nicht die Ursache des Übels.

Schuld an meiner dicken Wampe (und all den bösen Folgen daraus) ist auch nicht der Imbissverkäufer um die Ecke, der mir jeden Tag die fette Currywurst verkauft
Antwort von Weltenbummler Registriertes Mitglied am 03.06.2009 - 10:30
Hi,
Haifütterungen sind voll
Der Hai selbst kann gar nix dafür, wenn er auf der Suche nach Futter versehentlich in ein Bein beisst - für den Mensch oft mit fatalen Folgen - wie auch 2008 auf den Bahamas. Dasselbe kann aber auch passieren beim Sardine Run oder beim Tauchen mit Robben, der Hai sucht einfach nur nach Futter und wenn da ein Mensch dazwischen ist hat er halt Pech.
Ebenso verwerflich das Füttern von Muränen - viele haben da schon Gliedmassen eingebüsst. Selbst der bekannte Dieter Eichler hat dabei ein Teil seines Ohres verloren.

Gruß
Weltenbummler
Antwort von DivingDuc Registriertes Mitglied am 03.06.2009 - 10:31
2,5 - 3 Meter grosser Weisspitzenriffhai ????
Ist der mit radioaktivem Material angefüttert worden ??


Antwort von Christian_J Registriertes Mitglied am 03.06.2009 - 10:37
Hallo,

generell habe ich nichts gegen Haifütterungen, solange sie korrekt ausgeführt werden. Alle Taucher pauschal zu verurteilen, die an so etwas teilnehmen halte ich für falsch! Persönlich habe ich schon an einer Haifütterung teilgenommen und mit Adrenalinkick hatte das nichts zu tun. Richtig gemacht lässt sich das Risiko minimieren. Letztlich bleibt es dennoch potentiell gefährlich und man muss bei einem Fehlverhalten durchaus mit Verletzungen oder Tod rechnen. So ist eben der Deal. Das Risiko bewerte ich persönlich aber nicht höher, als bei einem Höhlen- oder Tieftauchgang.

Naturschutz im Sinne Natur und Mensch zu separieren funktioniert nicht und ist die falsche Zielsetzung. Natur muss erlebbar sein, nur so haben Menschen ein nachhaltiges Interesse an ihrem Schutz! Daher sind für mich Haifütterungen, eine korrekte Vorgehensweise vorrausgesetzt, problemlos und gewünscht.
Viele Grüße, Christian
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 03.06.2009 - 11:00
@ Christian

Jede Fütterung von Meerestieren hat erhebliche Auswirkungen auf deren Gesundheit, deren Verhalten und deren Ökosystem! Das solltest eigentlich auch du mal gelernt haben. Und es ist dabei völlig egal, ob man Brot an Füseliere, Hotdogwürstchen an Muränen, gekochte Eier an Napoleons oder Fischstücke an Haie austeilt!

Deprimierend dagegen ist, dass vor allem der größte Tauchverband incl. seines Ablegers AWARE Beschwerden von Gästen wegen Hai- und Sonstwasfütterungen bei deren Tauchbasen zumindest im Einzugsbereich USA nicht mal als Dreizeiler beantwortet, geschweige denn den Tauchbasen irgend etwas an Sanktionen droht.
Antwort von **-diver Registriertes Mitglied am 03.06.2009 - 11:09
Einfach nur

(Allerdings nicht nicht bei Haien)
Antwort von Divelady97 Registriertes Mitglied am 03.06.2009 - 11:10
@joemurr

Das kann man aber auch anders sehen !

Man muss nicht jedem seinen Willen erfüllen !!!

Wenn die Bootseigner solche Haifütterungsaktionen durchführen, sollten sie auch Vorkehrungen treffen müssen, um die Sicherheit wenigstens auf der Minimalbasis gewährleisten zu können !

Nur weil man damit Geld verdienen kann, sollte man nicht alles anbieten dürfen !

Der Vergleich mit dem Currywurstbudenbesitzer hinkt aber gewaltig..... eine Wampe mit dem Folgen eines Haibisses gleichzusetzen, halte ich für gefährlich

@ Christian J

Für mich ist Naturschutz, wenn man so wenig wie möglich in die natürlichen Abläufe eingreift ! Ich muss nicht an Fütterungen teilnehmen, um mich für Haie und deren Schutz zu angagieren ! Das ist für mich nur ein vorschobenes Argument !!!

Aber ich sehe es wie Joe : wer sich in Gefahr begibt der kommt darin um....!

Antwort von Andys Tauchoase, Hurghada Registriertes Mitglied am 03.06.2009 - 11:26
@all
ist denn überhaupt etwas bekannt über diesen Haiangriff ?
War das Opfer nun Schnorchlerin oder Taucherin ?
Wurde unmittelbar vor dem Angriff angefüttert ?
War der Angriff auf Grund falschen Verhaltens des Opfers (z.B. den Hai bedrängt) provoziert ?
Um was für ein Tier hat es sich denn gehandelt?
Es war wohl eher ein Longimanus als ein Riffhai !

Die Anfütterung vom Longimanus habe ich selbst auf einer Safari erlebt. Argument des verantwortlichen Kapitäns: Das möchten die Gäste so ! Nachdem ich ihn von meinem Kapitän fragen lies, ob er auch weiterhin als Kapitän seine Brötchen verdienen möchte, hat er sofort damit aufgehört.

Dass man wilde Tiere nicht füttert ist doch selbstverständlich, weder an Land, noch unter Wasser.
Lasst den Tieren doch ihre wildnis (Freiheit) und mischt euch nicht immer in die Natur ein.
Wenn ich mit einer blutenden Lammkeule auf dem Rücken durch den Krügerpark laufe, darf ich mich auch nicht wundern, von einem Löwen angegriffen zu werden.

Ich bin für ein generelles Verbot !
Antwort von Weltenbummler Registriertes Mitglied am 03.06.2009 - 11:30
Hi,
"Offiziell" ist es in Ägypten auch verboten....
Bei unserer letzten Safari im März mussten wir sogar einen Fragebogen ausfüllen, wo unter anderem gefragt wurde ob wir Haifütterungen gesehen haben, wo, welches Boot, etc.

Gruß
Weltenbummler
Antwort von joemurr Registriertes Mitglied am 03.06.2009 - 11:34
@divelady
Sicher muß nicht jeder "Kundenwunsch" erfüllt werden, da hast Du recht. Aber das driftet in Grundsatzdiskussionen ab: wer hat "mehr Schuld" - derjenige, der sich was wünscht oder jener, der den Wunsch erfüllt ?

Und deshalb stelle ich - durchaus provokant, das gebe ich zu - die Frage: warum die Bootseigner in die Pflicht nehmen ? Wenn kein Kunde Anfütterungen erleben will, dann wird der Markt dafür schnell einbrechen und sich von selbst erledigen.

Und den von Dir angesprochenen Sicherheitsaspekt kannst Du gleich ganz löten: entweder Du bist gegen Anfütterungen, dann ist dieser Aspekt obsolet. Oder Du bist für diese Sicherheitsmaßnahmen; dann räumst Du aber Duldung der Anfütterung ein ? (irgendwie inkonsequent, oder missverstehe ich jetzt Deine Ausführungen).

Desweiteren: der "Wampenvergleich" hinkt nicht, denke ich; der Haibiss hat "nur" die schnelleren Folgen; wirtschaftlicher jedoch ist er allemal. Und glaub mir: ich weiß, wovon ich rede ! In beiden Fällen wissen die Akteure in welche Gefahr sie sich begeben.

Ergo, so glaube ich wenigstens, sind wir derselben Meinung: es ist zu verurteilen, da einfach unnatürlich - Punkt. Also, warum Vorkehrungen treffen, damit man dem Treiben weiter Vorschub leisten kann ?

@Andy
>Ich bin für ein generelles Verbot !
jepp, bei Zuwiderhandlung mit Entzug der Taucherlaubnis
Antwort von **-diver Registriertes Mitglied am 03.06.2009 - 11:45
oopps - `nicht nicht` sollte natürlich `nicht nur` heißen
Antwort von deep_down Registriertes Mitglied am 03.06.2009 - 13:00
Wieder ein gutes Beispiel, wie "verhärtet" die Fronten sein können und wie stark viele in "schwarz" und "weiß" denken, ohne die vielen Grautöne zu beachten.

Der Mensch schützt i.d.R. nur das, was er kennt und schätzen gelernt hat.

Es mag Ausnahmen geben, aber Tatsache ist, dass Haifütterungen der breiten Masse der Taucher überhaupt die Gelegenheit verschaffen, die Tiere aus der nächsten Nähe zu sehen.

Deshalb sollte immer unterschieden werden, ob mit der Haifütterung auch entsprechendes Wissen über die Tiere vermittelt wird, oder nicht.

Auch das Argument hinsichtlich der potentiellen Auswüchse im Artverhalten greifen nicht durch. Selbst renommierte Wissenschaftler aus der Haiforschung z.B. Hier klicken
haben ihre Zweifel an der These an, dass Haifütterungen zu einem agressiven und artuntypischen Folge-Verhalten führen.

Dann kommen Argumente wie "..Brot an Füseliere, Hotdogwürstchen an Muränen, gekochte Eier an Napoleons oder Fischstücke an Haie austeilt.." ohne zu beachten, dass Brot, Hotdogwürstchen oder gekochte Eier nicht zum typischen (und daher perse ungesunden) Nahrungsspektrum gehören - Fischstücken aber dem klassischen Futterspektrum entsprechen.

Was allerdings zu beobachten ist, dass bei Haifütterungen oftmals die einfachsten Sicherheitsvorkehrungen nicht beachtet werden und von daher Unfälle immer auf das Konto der eigenen Dummheit geht. Denn an Land würde keiner auf die Idee kommen, mit einem blutigen Steak um den Hals rsp. in der Hand zu einer Löwenherde zu gehen...

Nicht falsch verstehen: Auch ich befürworte eher die Beobachtung der Tiere im natürlichen Umfeld. Ich würde aber nie den Stab über jemanden brechen, der sich einer vernünftigen Haifütterung anschließt.
Antwort von milkyway Registriertes Mitglied am 03.06.2009 - 13:02
Hallo!

Wenn wir schon so schön bei Vergleichen sind:

Die meisten Tötungsdelikte dieser Welt werden mit Waffen getätigt. Wer ist nun Schuld? Der Schütze oder der Hersteller der Waffen, der den Kundenwunsch nach genau solch einer Feuerwaffe erfüllt hat? Der Vergleich passt insofern, als dass das Ergebnis bei beiden Fällen gleich ist - schwere Verletzungen oder der Tod.

Ich sehe es auch so, dass die Taucher, die unbedingt so etwas verlangen, viel stärker in die Pflicht genommen werden muss. Nur so legt man einen Markt trocken aufgrund mangelnder Nachfrage.

Aber wie joemurr schon sagte, letzten Endes sind wir alle derselben Meinung. Das ist auch einer der Gründe, weshalb ich diese netten Glasbodenschiffe in Ägypten meide. Denn dort wird zu oft massiv angefüttert, damit die zahlenden Kunden was zu sehen haben. Dieses betrifft jetzt weniger die Haie, mehr alle anderen Fische drumherum. Verwerflich ist es aber genauso. Verlangt kein Kunde mehr die Fahrt in einem Glasbodenboot, dann ist der Markt tot und die Fütterung hört auf.

CU Oliver
Antwort von mario-diver Registriertes Mitglied am 03.06.2009 - 13:13
@Andy aus der Tauchoase:
Insbesondere finde ich, dass damit die wesentlichen Fragen gestellt sind
Antwort von Christian_J Registriertes Mitglied am 03.06.2009 - 13:21
Hallo,

mit so einem undifferenzierten Feedback habe ich gerechnet. Ihr wollt die Natur in Ruhe lassen: Toll, dann bleibt daheim! Durch eure Flugreisen wird Raubbau an dem Planeten getrieben. Wer nicht fliegt, kommt auch nicht in die Versuchung Haie zu füttern! Ihr wollt nicht mit der Natur interagieren und das Verhalten von Tieren nicht beeinflussen: Vergesst das Tauchen!
@D-32: Nur kurz, denn wahrscheinlich ist es dir fachlich klar: Aus deiner Argumentation folgt die Forderung für ein Verbot von Nachttauchgängen. Nichts ändert die Jagdgewohnheiten von Riffräubern mehr! Das kommt immer einer Fütterung gleich!
@all: Verantwortungsvolle Haifütterungen (und das sind leider die wenigsten) sind aus meiner Sicht ebenso vertretbar wie Flugreisen und verantwortungsvolle Nachttauchgänge.
lg, Christian
Antwort von Christian_J Registriertes Mitglied am 03.06.2009 - 13:31
@Deep_Down: Im Wesentlichen sehe ich das genauso. Bei D-32 Argumenten geht es aus meienr Sicht nicht wirklich um die Argumente an sich, sondern nur um das "dagegen sein". Wenn er das was er schriebt ernsthaft glaubt, kann ich ihm gern eine geeignete Zoologie oder Ökologie Vorlesung empfehlen. Oder er schaut nochmal seine alten Aufzeichnungen durch, da sollte die Antwort zu finden sein
lg, Christian
Antwort von joemurr Registriertes Mitglied am 03.06.2009 - 13:49
@deep
manchmal gibt es halt nur schwarz oder weiß !
oder was liegt dazwischen ? "ein bißchen Anfüttern" - sicher nicht im Sinne ....

Wie gesagt: keine Einwände bei biologischen/wissenschaftlichen Aktionen, aber umso mehr bei freizeitlichen Aktivitäten, die nur der puren Gier oder Angeberei dienen; nicht auf Kosten der Natur.

@Christian
mit Verlaub: Undifferenziertes kann ich hier nicht entdecken; es gibt Standpunkte und Meinungen und die werden vertreten. Aber Deine Polemik ist auch nicht gerade sachdienlich, da könnte ich draufsetzen: bringen wir uns alle um, dann hat die Natur ihre Ruhe ! Das sind Grundsatzdiskussionen - bar jeglichen Informationsgehalts.

Nein, es geht doch darum, dass wir mit dem Tauchen schon genug "das System durcheinanderbringen" - müssen wir das dann noch mit solchen Aktionen toppen.
Antwort von deep_down Registriertes Mitglied am 03.06.2009 - 14:04
@joemurr
Es gibt nicht nur schwarz oder weiß, gut oder schlecht, Sekt oder Selters... .

Wenn aber nur ein einziger Teilnehmer einer solchen (von mir aus auch "Gier- und Angeber"fütterung) im Anschluss eine andere positive Sicht der Dinge auf die Tiere bekommt - dann war es doch trotzdem von Erfolg gekrönt, oder?

Was Christian kritisiert, ist die häufig zutage tretende Doppelmoral in solchen Diskussionen. Das ist keine Polemik. Sicher etwas überspitzt fordert er ein, dass "Konsequent sein" auch heißt, konsequent zu bleiben.

Oder anders (auch bewusst überspitzt) ausgedrückt: Hier gegen Haifütterungen schimpfen und im Winter mit den Kinder Heu zur Futterkrippe im Wald bringen... Drohen hierdurch nicht auch verhaltensgestörte, agressive Hirsche mit einer Gefährdung für Spaziergänger?
Antwort von GoRalle Registriertes Mitglied am 03.06.2009 - 14:29
im tu-forum ist ein erneuter haiangriff eingestellt worden.
gleiche stelle und wieder ein schnorchler.

oder ist das der selbe vorfall, obwohl ich mal davon ausgeh das armin das schon recherchiert hat.
Antwort von joemurr Registriertes Mitglied am 03.06.2009 - 14:30
@deep
mag alles sein, aber hier geht es explizit um die Anfütterung von Haien. Wenn man "andere Diskrepanzen auf unserem Planeten" mit in die Waagschale wirft, wird jegliche Diskussion mit Sicherheit abdriften und - das ist offensichtlich - unsachlich (das erleben wir doch tagtäglich in den TV-Diskussionsshows).

Und es hat auch nichts mit Konsequenz zu tun, wenn ich dann den Hamburger aus Rindfleisch mit reinwerfe, für den Bäume im Regenwald geopfert werden. Das ist zwar fachlich korrekt, aber HIER nicht dienlich; genauso wenig wie die Wildfütterungen, sorry.

Es geht doch darum, daß jede/r "in seinem Bereich" der Welt sprich Natur irgendwie dienlich ist. Der eine nutzt nur Solarstrom (weil er all die Möglichkeiten dazu hat), der andere pflanzt jeden Tag nen Baum (um seinen CO²-Ausstoß zu kompensieren) und der Dritte nimmt halt an keiner Haifütterung teil. Alle drei wollen der Natur damit was Gutes tun bzw. das System nicht stören - in kleinen Bereichen. Den Anspruch in ALLEN Lebensbereichen dies zu erfüllen (also 100% konsequent zu sein), glaube ich, kann niemand von sich behaupten - zumindest niemand in den "zivilisierten" Ländern.
Gruß
Joe
Antwort von Weltenbummler Registriertes Mitglied am 03.06.2009 - 15:07
Hi,
An Riffen wie Elphinstone, Daedalus, St.Johns (eben wo angefütterte Longimanus sich rumtreiben) würde ich auch weder schwimmen noch schorcheln. Hatte selbst eine Schwimmerin gesehen, die noch rechtzeitig aus dem Wasser kam und der Longi in die Badeleiter biss. Und im März ist mir ein junger Longi (beim Tauchen) sehr aufdringlich geworden (wollte wohl probebeissen).

Gruß
Weltenbummler
Antwort von Andys Tauchoase, Hurghada Registriertes Mitglied am 03.06.2009 - 15:13
Der erneute Haiangriff bei St. Johns scheint ein neuer zu sein, weil er heute morgen stattgefunden haben soll.

So...und nun meine Frage:
Warum wohl werden Haie am selben Tauchplatz plötzlich so "unvorsichtig" und attackieren Menschen.

Das hatten wir bei Elphinstone auch schon (durch Anfütterung) mit dem Resultat: Der Hai wurde von offizieller Stelle erschossen.

Somit hat sich für mich die Grundsatzdiskussion ANFÜTTERN, oder NICHT erledigt.

Nicht umsonst ist es hier im Roten Meer verboten.
Antwort von joemurr Registriertes Mitglied am 03.06.2009 - 15:14
@Weltenbummler
und was haste dem Longi für`n Probebiss hingehalten ?
Flosse
Messer:
oder Hand mit Handschuhen

(nix für ungut )
Antwort von whaleshark Registriertes Mitglied am 03.06.2009 - 15:22
Ich habe hier nicht alles gelesen. Erinnere, dass es vor ein paar Jahren von etlichen bemängelt würde, dass unter anderem auch am Elphinstone keine oder sehr selten Haie mehr zu sehen waren. Irgendwann kamen dann ein paar auf die Idee Hähnchen etc. über Bord zu werfen. Tja, dann waren plötzlich Longimanus da - Hai denkt sich aha wenn solche Geräusche vorhanden sind gibt es Futter und wurde "etwas" zutraulicher. PLÖTZLICH ein Aufschrei - Haie - und dann sind die Viecher auch noch so penetrant und schwimmen ganz nah an die Taucher. Ich glaube es wurden damals sogar welche getötet die zu zutraulich wurden.

Mit Haien kann man Geld oder noch mehr Geld verdienen.
Ich weiß, dass es manche hier anders sehen und auch schon bei Heinz Ritter, Stuarts Cove etc. waren. Das ist für mich nichts anderes als im Roten Meer. Vielleicht unter einem wissenschaftlichen Deckmantel - aber es geht auch nur ums Geld zu verdienen.
Das einzig positive an den genannten Orten ist, dass es jeder weiß und sich überlegen kann ob er ins Wasser geht oder nicht.

Der Vorfall ist tragisch
aber in dem Bericht steht auch:

>>Im Jahre 2004 hatten Haie in den Gewässern am beliebten ägyptischen Badeort Sharm el-Sheikh einen Touristen angegriffen und getötet. <<

Nüchtern betrachte würde das heißen, in den letzten 5 Jahren ist nichts vergleichbares passiert. Ob dieser aktuelle Unfall mit diesen blödsinnigen Fütterungen zu tun hat weiß ich nicht. Kann, muss aber nicht sein, dass die Möglichkeit besteht, dass es zu solchen Unfällen im Roten oder anderen Meeren kommt ist eben vorhanden.
Und bei Schnorchlern und Schwimmern dürfte die Gefahr vielleicht etwas größer seindenke ich

Wenn ich ehrlich bin habe ich im Freiwasser beim Schnorcheln oder Schwimmen auch öfters mal ein mulmiges Gefühl,das ich beim Tauchen nie habe.
Antwort von GoRalle Registriertes Mitglied am 03.06.2009 - 15:31
"sehr aufdringlich geworden (wollte wohl probebeissen). "

@ weltenbummler > vielleicht biste ja ein schmackhaftes kerlchen, oder es war das falsche deo

duck und weg
Antwort von milkyway Registriertes Mitglied am 03.06.2009 - 15:48
....und ich sagte noch, nimm kein Axe

CU Oliver
Antwort von Weltenbummler Registriertes Mitglied am 03.06.2009 - 16:00
Hi,
Ich habe ihm mit dem Blitz eine über die Nase gezogen, beim zweiten Anschwimmen auf mich noch mal - dann ist er abgehaut.

Gruß
Weltenbummler
Antwort von bigmike Registriertes Mitglied am 03.06.2009 - 17:31
Hallo,
der Unfall ist tragisch, aber warum wird immer ein soooo riesiger Aufstand bei einem HAINUNFALL gemacht?
So wie ich das sehe gibt es noch keine Fakten.
Haifütterung - Ja oder Nein. Ich sage JA, nicht weil ich ein Adrenalinjunkie bin, sondern weil es einfach atemberaubend ist, diese brachtvollen Tiere in freier Natur, und nicht in irgendeinem Aquarium zu sehen. Weiters, hätten noch mehr Menschen panische Angst vor diesen Tieren, wenn es keine Haifütterung geben würde, denn somit können sich interessierte Menschen selbst überzeugen, das Haie keine menschenfressenden Bestien sind. Wegen Fotos und Videoaufnahmen, wie kann man am besten ungläubigen Personen beweisen das Haie keine Monster sind? Glauben, tun die wenigsten Leute, für die meisten zählt nur das, was Sie sehen.
Abschließend nochmals, Haifütterung JA, wenn sie ordentlich durchgeführt werden, aber ein Restrisiko bleibt immer, absolute Kontrolle gibt es nicht.
gut Luft
Mike
Antwort von phuket Registriertes Mitglied am 03.06.2009 - 18:25
@bigmike
Diese prachtvollen Tiere schwimmen aber auch ohne Fütterung herum, es dauert halt vielleicht nur länger um einen zu Gesicht zu bekommen. Dafür ist aber auch die Gefahr wesentlich kleiner versehentlich gebissen zu werden. Und siehst du angefütterte Tiere wirklich in ihrer natürlichen Umgebung oder reicht es Dir daß sie im Wasser sind (zig Haie kommen an eine Stelle wo unnatürlich viel Fressen angeboten wird) um das als natürlich zu bezeichnen?
Die Story von einem "Vom-Hai-Getöteten-Menschen" geht um die Welt wie ein Lauffeuer und ist tausendmal wirksamer (kontraproduktiv) als die sowieso skeptisch betrachteten Bilder eines Haies der aus der Hand frißt.

Und glauben tun die meisten Leute leider eher das was ihnen die Medien unterjubeln und nicht das was sie einmal sehen falls es sie überhaupt interessiert.
Die Haiattacke liest die ganze Welt, die Story vom gefütterten Hai interessiert eher die Adrenalinjunkies.

Nix für Ungut und Grüße aus dem sonnigen Thailand

Stephan
Antwort von bigmike Registriertes Mitglied am 03.06.2009 - 19:01
@Stephan
Mir ist schon klar das es die Haie auch ohne Anfütterung gibt, und das man sie auch so sehen kann. Aber einmal ehrlich, welche Haie kommen nahe genug bzw. bleiben lange genug, damit man sie wirklich beobachten kann. Ein dunkler Schatten, oder ein flüchtender Hai sind nicht gerade von Vorteil, wenn man beobachten will. Mit Haifütterung, meine ich Haianködern, das ist für mich ein entscheidender Unterschied. Bei Haianködern befindet sich KEIN frei schwimmendes Futter im Wasser, sondern ist in einer geeigneten Box gesichert. Wenn sich ein Taucher, Schnorchler, oder ein Schwimmer in Wasser begibt, in dem sich frei schwimmendes Futter befindet, dann ist das seine eigene Dummheit. Die "klugsten" Leute füttern die Tiere per Hand, sorry, selber Schuld.

ich hab ne dicke Haut, also kein Problem,

und Grüße aus dem bewölkten Österreich

Mike
Antwort von whaleshark Registriertes Mitglied am 03.06.2009 - 19:28
Wenn vor meinem Grundstück, meiner Wohnung jeden Tag zig Leute vorbeikommen und Krach oder was auch immer machen ..... Da werde ich aber auch sauer und
Vielleicht ist das bei dem einen oder anderen Hai auch mal so...... und dann wird eben mal zugebissen.
Meist ist es ja auch kein zu Tode beißensondern ein verbluten des Gebissenen danach.
Das ist sehr tragisch und als nicht betroffener lässt sich so etwas leicht sagen und unterm Strich ist der Hai daran Schuld.
Aber es ist und bleibt "nur" ein tragischer Unfall.

Wieviele zig Tausende Menschen sind jeden Tag in Gewässern mit Haien und wieviele kommen durch diese zu Tode?

Dass mehr Menschen Angst vor Haien hätten wenn es keine Haifütterungen gäbeglaube ich nicht.
Viele Menschen haben vor Löwen Angst da kommt doch auch niemand auf die Idee diese anzufüttern. Habe ich zumindest noch nicht gehört.

Und wenn man Angst vor etwas hatdann muss man es ja nicht gleich töten. Respekt und Abstand halten kann nützlich sein und zum Überleben beitragen

Antwort von RogerT Registriertes Mitglied am 03.06.2009 - 20:05
Das Problem ist die arrogante Erwartungshaltung von immer mehr Tauchern. Kaum den Tauchschein gemacht, will man alles sofort sehen. Wo früher der Zufall entschieden hat, ob und wann man mal seinen ersten Hai gesehen hat, wird heute dafür bezahlt... dann gibt es eine Haigarantie - manche Basen werben sogar damit.

Und damit das klappt, muss man zwangsläufig anfüttern, sonst kommen die Haie nicht.

Das ganze Anfüttern dient nur der Befriedigung der Senstationslust von immer mehr ungeduldigen Tauchern. Nur lässt sich die Natur nicht ohne Unfälle in bezahlte Bahnen lenken.

Aber mal ehrlich: macht es noch richtig Spaß Haie zu sehen, wenn man weiss, die kommen GARANTIERT, weil sie angelockt werden? Ich halte das für langweilig, nicht besonders spannend.

Ich persönlich fand es viel spannender, als bei einem Tauchgang plötzlich drei Haie auftauchten, uns umkreisten und wieder davon schwammen... ohne Anfüttern oder ahnliches Anlocken, einfach per Zufall. Das war meine erste Haisichtung und erst so ungefähr beim 180. Tauchgang; dafür habe ich ihn bis heute nicht vergessen, es war etwas Besonderes.

Abgesehen davon: wenn Haie Menschen fressen wollten, würden sie es auch tun...
Antwort von phuket Registriertes Mitglied am 03.06.2009 - 20:11
@ RgerT
Antwort von shuttle Registriertes Mitglied am 03.06.2009 - 20:35
bigmike: "welche Haie kommen nahe genug bzw. bleiben lange genug, damit man sie wirklich beobachten kann" -> Sandtigerhaie, Grauhaie, Ammenhaie, Bullenhaie, Zitronenhaie, Fuchshaie, Leopardenhaie, Hundshaie, Schwarzspitzenhaie, Longimanus, Weißspitzen .... um ein paar zu nennen (die wir bislang auf "Tuchfühlung" hatten). Im Freiwasser, an Putzerstationen, bei Nachttauchgängen ....

RogerT: "die arrogante Erwartungshaltung von immer mehr Tauchern..." -> exakt. Die Meisten, die eine Südtour buchen, wer ans Elphinstone etc geht, erwarten/ erwartet z.B. Longimanus, Hammerhai & Co. Und die Dienstleister wollen diese Erwartungshaltung befriedigen. Insofern trägt jeder Safarigast (unsereins eingeschlossen) irgendwie direkt und indirekt dazu bei. Und letztlich kann so etwas zu solchen Unfällen, wie diesem, der dem Thread zu Grunde liegt, führen.
Hierzu: Nun, schnorcheln mit Haien ohne entsprechende Erfahrung ist keine gute Idee. Insbesondere nicht bei Longimanus (um einen solchen dürfte es sich gehandelt haben), Schwarzspitzen & Co. . Befindet sich zusätzlich noch Futter im Wasser, sind die Tiere durch öfteres Anfüttern konditioniert, ist das Risiko von Bissen recht hoch. Man muss die Tiere sowohl von der Oberfläche, als auch beim Ab- und Wiederauftauchen im Auge behalten und sich entsprechend der Reaktion der Tiere verhalten. Nur so können Unfälle vermieden werde. Eine auf Sicherheit bedachte Safarileitung sollte Schnorchelgänge unter den beschriebenen Bedingungen verhindern.
Wie oftmals eine Verkettung unglücklicher Umstände, gepaart mit Leichtsinn, mangelnder Erfahrung, mangelnder Aufsichtspflicht etc. pp.

Ich denke es gibt zulässige Methoden des Anköderns, (offshore z.B.) die auf die Verhaltensweise der Tiere keinen Einfluss haben, aber auf keinen Fall kann man systematisches Anfüttern gutheißen, geschweige denn Praktiken, wie sie d32 beschreiben hat.

Antwort von GoRalle Registriertes Mitglied am 04.06.2009 - 07:13
Hallo zusammen,

einen kommentar der HEPCA zum angriff auf die französin findet ihr hier :

Hier klicken
Antwort von Doris Registriertes Mitglied am 04.06.2009 - 07:48
Ganz interessant finde ich das:

Auswertungen von Sharkproject haben ergeben, das fünf Parameter beim Tauchen mit Haien die Gefahr für den Menschen deutlich erhöhen. An oberster Stelle steht "Futter im Wasser", gefolgt von Sinnesirritation der Fische, etwa durch schlechte Sicht oder laute Geräusche. Auch die Konkurrenz von mehreren Tiere sowie die Konditionierung der Haie durch den Menschen spielen eine Rolle. Letzter Punkt ist das Individualverhalten der Tiere: Jeder Hai ist anders, was er mit dem Hund gemeinsam hat.

Quelle
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Antwort von joemurr Registriertes Mitglied am 04.06.2009 - 08:08
@Weltenbummler
Ich seh schon die Schlagzeile "Hai vom Blitz erschlagen" !

Wenn der Anlass nicht so traurig wäre, müßte ich glatt lachen.
Antwort von joemurr Registriertes Mitglied am 04.06.2009 - 08:14
Haiunfall, Flugzeugabstürze - alles prädestinierte Themen, die die sensationslüsterne Masse in geistige Orgasmen stürzt. Niemand "scheißt" sich um zehntausende von GRIPPE-Toten (allein in D) jedes Jahr, um nur eine Geisel der Menschheit zu nennen. Aber an dieser Stelle ist das offtopic.

Leider gibt es immer wieder Leute, die sich einen Grund konstruieren, um pro Anfütterung zu sein und um ihr Tun (Teilnahme an solchen Aktionen) zu rechtfertigen. Manche davon sind ignorant und lassen sich nicht überzeugen, anderen kommen vielleicht im stillen Kämmerlein Zweifel, dass dies schlicht und ergreifend "wider der Natur" ist, verleugnen aber, weil "eine einmal gefaßte Meinung zu revidieren" geht ja gar nicht.

Man kann eben nur hoffen, dass es genug Menschen (i.d.F. Taucher UND Schnorchler) geben wird, die Abstand davon nehmen und auf Dauer der Markt für solche Aktionen einfach wegen Unrentabilität wegbricht.
Antwort von deep_down Registriertes Mitglied am 04.06.2009 - 08:54
@Doris

Jetzt mal ehrlich. Das sind doch "Binsenweisheiten". Schön geschrieben, sicher. Auch mit pseudowissenschaftlichem Anstrich versehen, gut. Aber letztlich doch nur "Binsenweisheiten".

@joemurr

Ich weiß. Nur Deine Sicht der Dinge ist die einzig wahre Sicht der Dinge. Alle anderen sind, wie schreibst Du so schön: "Ignorant"? Oder stur?

Ich sag es nochmal: Der Mensch schützt nur, was er kennt und zu schätzen gelernt hat. Und zum "kennen" gehört nicht nur ein Bericht aus dem Fernsehen.

RogerT hat es schön beschrieben. 180 TG bis zu seinem ersten Hai. Ein unvergessliches Erlebnis für ihn. Ich habe über 480 gebraucht, meine Frau 230.

Wir drei sind sicher nicht ein statistisch vernünftiger Querschnitt. Hochgerechnet bedeutet das aber auch, dass die meißten Taucher, die sich ja hauptsächlich aus Gelegenheits- und Urlaubstauchern zusammen setzt (die selten über 100 TG hinaus kommen), nie in die "Verlegenheit" kommen, per Zufall einen Hai zu sehen. Bei denen bleibt das Bild der Bestie aus "Der weiße Hai" wahrscheinlich im Kopf gespeichert.

Ich sag es daher auch hier nochmal: Wenn nur ein Einzelner seine Ansicht durch ein "angefüttertes Erlebnis" ändert, dann ist die Anfütterung gerechtfertigt gewesen.

Und da ja hier so gern SPON zitiert wird:
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Antwort von joemurr Registriertes Mitglied am 04.06.2009 - 09:27
@deep
>Ich weiß. Nur Deine Sicht der Dinge ist die einzig wahre Sicht der Dinge.
>Alle anderen sind, wie schreibst Du so schön: "Ignorant"? Oder stur?

Reine Unterstellung, oder, und bitte nicht persönlich werden !

Im Übrigen geht es nicht um Querschnitte, Statistiken oder sonstige nichtssagenden Zahlen. Fakt ist, dass aus Sensationsgier (Einiger) und in Folge Geldgier (Anderer) Aktionen gegen die Natur betrieben werden, bei der (unglücklicherweise) Menschen zu Schaden kamen/kommen.

Stellt sich die Frage, ob es das wert ist.
- das Ökosystem durcheinander
- Menschenleben in Gefahr zu bringen
Und das nur, um das dumme Dogma des menschenfressenden Hais aus den Köpfen einiger Zeitgenossen rauszubringen.

Ich stelle mal die These auf, dass die meisten Taucher mitnichten so denken, folglich kein Grund besteht, um Ansichten umzudrehen. Und die "Landratten", die wegen Der-weiße-Hai-I-bis-III über Selbigen herziehen, sollten uns - gelinde gesagt - scheißegal sein, die kümmern sich um das Pflanzen der Bäume und andere umweltbewußte Themen.

UND: ich will niemanden belehren gescheige denn bekehren, dazu bin ich das Licht viel zu klein; was ich will ist, dass man mal ein bißchen tiefer und hintergründiger darüber nachdenkt, Auswirkungen und Folgen in Betracht zieht und nicht einfach stur seinen Weg geht.

Zu guter Letzt könnte ich (wenn ich gehässig wäre) den Spruch loswerden: "Geht zu den Anfütterungen, aber ich will kein Geheule hören, wenn Euch der Hai an- oder auffrißt"
(aber ich bin nicht gehässig)

Gruß
Joe
Antwort von Doris Registriertes Mitglied am 04.06.2009 - 09:37
@ Joe

Deep, es geht im obigen Link nur um die Auswertung von Verhaltensweisen, wenn man so will ist es also nur eine Statistik.

Die Wissenschaftlichkeit bringst alleine Du ein um sie gleich wieder abzusprechen, also sprich besser Dich an, nicht mich.

Was hast Du denn für ein Problem?
Antwort von Schaffel Registriertes Mitglied am 04.06.2009 - 09:39
Letztes Jahr bin ich auf der Seven Seas an den Brothers mit den anderen Tauchern am Nachmittag zusammengesessen und wir haben diskutiert, ob wir zum Schnorcheln rein gehen sollten, wenn ein Longimanus ans Boot kommen würde.
Der allgemeine Tenor war "Nein, zu gefährlich", aber einige haben es halt doch nicht komplett ausgeschlossen. Auf einmal kam der Ruf "Longimanus" - und was wir dann gesehen haben.....vom nächsten Boot (ich weiss leider nicht, welches es war) wurde irgendein Stück Fleisch oder Fisch an einer Schur ins Wasser geworfen und immer wenn der Hai zubeissen wollte, wurde das Fleisch weggezogen. Das ging so lange, bis der Hai an der Reling dem Fleisch nachgesprungen ist, die Gäste des Bootes haben begeistert zugeschaut. Auch wir haben das fasziniert beobachtet, waren uns dann aber einig, dass auf keinen Fall jemand hier ins Wasser gehen würde. Kurze Zeit später sahen wir Schnorchler im Wasser, die wohl von einem dritten Boot waren und vielleicht vom Hai gar nichts wussten.
Passiert ist nichts, aber wir waren uns alle einig: Es hätte definitiv etwas passieren können, und die Schuld hätte dann eindeutig nicht beim Hai gelegen!

Dieses Problem wird solange bestehen, wie die Sensationslust die Menschen dazu treibt, mit der Natur zu machen, was gerade angesagt ist. Ich bin sicher, dass auch auf dem anderen Boot erfahrene Taucher waren (sollte an den Brothers so sein), die ein derartiges Vorgehen normalerweise verurteilen, aber an diesem Tag wegen des tollen Erlebnisses, der Begeisterung der Freundin etc. "mal ein Auge zugedrückt" haben.
Wenn ich jetzt drüber nachdenke: Ich hätte dem Typen, der die Schnur in der Hand hat, gesagt dass er aufhören soll oder ich ihn sonst ins Wasser zum Hai werfe...........aber das sage ich hier am Computer, wer weiss: hätte ich vielleicht auch die Kamera geholt und fotographiert, weil da ja eine Ausnahme ist und so weiter und weil ich ja auch den anderen Gästen den Spaß nicht verderben möchte und und und.......ich weiss die Antwort ehrlich gesagt nicht!!!
Hand aufs Herz - wer wäre wirklich eingeschritten???
Ist so etwas nicht immer nur bei "den anderen" verwerflich???
Wer verzichtet auf Filme/Fotos von angefütterten Haien oder anderen Tieren, wenn sie doch "schon mal da" sind???
Wer vergibt beim Datenbank-Bericht für ein Safariboot oder eine Basis nicht 1-2 Flossen mehr, wenn er wegen der "vielen Haibegegnungen" von der Tauchreise total begeistert ist???
Kann es sein, dass wir vielleicht ALLE Teil des Problems sind? Wir greifen als Taucher nun mal in den Lebensraum der Fische ein.
So, ich habe jetzt während dem Schreiben massiv drüber nachgedacht, vielleicht sollte das jeder mal tun und bei der nächsten Gelegenheit seine Stimme erheben....
LG Schaffel
Antwort von joemurr Registriertes Mitglied am 04.06.2009 - 09:49
@Schaffel
>hätte dann eindeutig nicht beim Hai gelegen!
Es liegt in den seltensten Fällen am Viecherl. Ich kann`s zwar nicht an Zahlen (!!!) belegen, aber ich denke, dass in nahezu 100% der Mensch "selbst schuld" ist (bewußt oder unbewußt).

Aber ich räume ehrlich ein (aufgrund meiner wenigen TGs und fehlenden Erfahrung), dass ich nicht weiß, wie ich reagieren würde, wenn einer meiner Bootskameraden so eine Fütterung initiieren würde ?! Hmm ..........

Vielleicht über Bord werfen - Ne Quatsch !
Antwort von milkyway Registriertes Mitglied am 04.06.2009 - 10:45
Hallo!

@Doris


@all
Bei so ziemlich keiner anderen Personengruppe hat der Hai eine so gute Lobby, wie unter den Tauchern. Diese Lobby kommt mit Sicherheit nicht durch Anfütterungen und der darauf folgenden Sichtung von Haien - ein Erlebnis, welches zwangsläufig nur wenig Taucher erfahren dürfen. Ein Bekannter in Ägypten ist Tauchlehrer und hat es geschafft, nach 4.500 TGs seinen ersten Hai sehen zu dürfen (nicht angefüttert, einfach Zufall in freier Wildbahn). Dennoch war er schon viel früher ein Vorkämpfer, was den Schutz der Haie anging.

"Bekehrt" werden müssten die Nichttaucher, die vielleicht wirklich durch Filme und Berichte ein falsches Bild von dieser besonderen Spezie haben. Die wird man nicht mit Anfütterungen und damit Sichtungen von Haien zum Umdenken bewegen können. Hier wird dieses Vorurteil vielmehr dadurch zementiert, dass sie Berichte in der Zeitung lesen, dass wieder ein Taucher oder ein Schnorchler von einem Hai gebissen wurde. Das so etwas selten vorkommt weiß letzten Endes so gut wie keiner. Statistisch gesehen ist es wohl viel wahrscheinlicher, bei einem Flugzeugabsturz oder durch einen Blitzschlag ums Leben zu kommen, als durch einen Haibiss.

Es gab mal eine nette Umfrage unter den "Nichtwissenen", wie oft nach deren Einschätzung ein mensch von einem Hai angefallen würde. Hier tippten viele auf 20-50 Unfälle je Jahr. Wir wissen alle, dass diese Zahl weitaus übertrieben ist und noch nicht einmal in 10 Jahren erreicht wurde.

Was versucht man also mit den Anfütterungen? Will man, wie viele hier behaupten, den Tauchern ein besseres Gespür für die Umwelt vermitteln, in der wir leben und tauchen? Oder ist es doch nur reine Befriedigung einer Sensationsgier einzelner?

Ich bin der Meinung, dass Haifütterungen und die daraus resultierenden Unfälle dem Haischutz kontraproduktiv gegenüber stehen.

Und natürlich kann man sich über Meinungen trefflich streiten - wenn dann aber bitte sachlich. Dieser Trööt gleitet mal wieder, wie so viele andere vor ihm auch, in die falsche Richtung ab. Das Denken in fest gelegte Bahnen ist doch leider weit verbreitet. Ich sehe es so, nennt mir einer einen trefflichen Grund für eine Anfütterung, dann bitte ich gerne bereit, darüber nachzudenken und ggfls. meine Meinung zu ändern. Bislang habe ich aber noch keinen solchen Grund in diesem langen Trööt entdecken können.

CU Oliver
Antwort von Christian_J Registriertes Mitglied am 04.06.2009 - 10:47
Hallo,

deep hat ja schon versucht vernünftig zu erklären, warum es keinen Sinn macht Haifütterungen generell zu verdammen und wie vernünftiger und nachhaltiger Naturschutz aussehen kann.
Da die Fraktion der selbsternannten Ökoaktivisten aber weiter eine objektive Sicht der Dinge ablehnen anbei ein paar wissenschaftliche Fakten, die zum Nachdenken anregen. Ein schluss könnte sein, nie weider z.B. nach Ägypten zu fliegen. Wäre konsequent, werden die meisten aber nicht machen. Ein anderer Schluss wäre von den eigenen dogmatischen Standpunkten abzurücken und korrekt durchgeführte Haifütterungen nicht mehr zu verdammen. Im letzteren Fall muss man ja nicht persönlich an einer Teilnehmen, weil das Risiko hier niemand bestreiten will!

Was schadet den Haien am meisten?
Abwasser von Touristen. Ungeklärt ins Meer, Algenblühte, Korallen rückgang, Fischrückgang, Hairückgang. Daher genügt die pure Anwesenheit von Touristen bei gleichzeitiger Abwesenheit von Kläranlagen dazu Haie massiv zu schädigen! DAS ist der Killer, nicht die Fütterung! In einem intakten Riff (davon ist mir weltweit nur eins bekannt), kann man z.B. keinen Nachttauchgang machen. Die Tiegerhaie würden einen Taucher wahrscheinlich töten. Intakte Riffe haben auch eine Nahrungskette unter Haien! Die Riffe, die Ottonormaltaucher betaucht sind längst nicht mehr intakt. Das macht sie nicht weniger schützenswert, zeigt aber auch, das es sich z.T. bereits um srtifizielle Ökosysteme handelt. Ähnlich wie z.B. der Pfälzer Wald kein Wald im eigentlichen Sinn ist, sondern ein Acker mit Bäumen, sind viele Riffe in Touristengegenden längst massiv geschädigt. Im Pfälzer Wald können und müssen Tiere gefüttert und geschossen werden. Analog wird im Meer gefischt und eben auch getaucht / Angefüttert. Auch wenn der Vergleich nicht zu 100% trifft, sollte die Idee klar geworden sein.
Viele Grüße, Christian
Antwort von milkyway Registriertes Mitglied am 04.06.2009 - 11:07
Hallo!

@Christian_J
Es geht hier nicht darum etwas zu "verdammen" oder ähnliches. es geht hier darum, ob man für oder wider einer Sache ist.

Ich schaue mir mal Dein Beispiel bzgl. der Umweltschädigung durch Tourismus an. Was dieses mit den Haifütterungen zu tun hat, erschließt sich mir allerdings nicht. Hier wird der globale Umweltschutz in den Topf der Haifütterung geschmissen und kräftig umgerührt. Bleiben wir aber mal bei diesem Beispiel. Es würde also den Haien erheblich mehr helfen, wenn es keine Tauchtouristen (oder auch Touristen überhaupt) mehr geben würde, die die Lebensräume der Haie durch Abgase, Abwässer und vieles mehr stören und zerstören? Diese These ist soweit ja auch richtig. Dem steht aber gegenüber, dass es die Touristen oft genau an die Plätze zieht, an denen Haisichtungen dank Fütterungen garantiert werden. Durch diese Maßnahmen werden also die Touristen angelockt, die oben gerade als Problem dargestellt wurden. Da beißt sich gerade der Tigerhai in seinen eigenen Schwanz.

Nehmen wir Beispiel 2, den Pfälzer Wald. Hier hat der mensch in das Ökosystem soweit eingegriffen, dass es sich selber nicht mehr regulieren kann. es müssen Tiere geschossen werden, weil der natürlich Feind nicht oder nur in kleineren Populationen existiert. Aufgrund der Änderung der Landschaft ist es vielen Tieren nicht oder nur noch eingeschränkt möglich, ihr Futter zu finden. Dieser Auffassung stimme ich absolut zu. Nur kann man sie nciht auf die Haifütterungen übertragen. Hat der Mensch schon so weit in das Ökosystem der Haie eingegriffen, dass sie gefüttert werden müssen, weil sie nicht genug Nahrung finden? Müssen sie getötet werden, weil kein natürlicher Feind mehr existiert? Nein!

Eine Umgestaltung einer Landschaft durch massive Eingriffe des Menschen kann man nur schwer mit den Gründen einer Haifütterung vergleichen.

Und sind nicht mehr intakte Riffe eine Begründung dafür, dass man Haie füttern muss? Hier geht es um das Anfüttern von Tieren, damit sie sich zeigen. Nicht um das Füttern einer Spezie, damit sie überleben kann.

In einem Punkt gebe ich Dir und deep absolut recht, der Umweltschutz fängt bei jedem vor seiner eigenen Haustür an. Aber nur, weil man die Umwelt schützen möchte, sei es im großen oder im kleinen, muss man noch lange kein selbsternannter "Ökoaktivist" sein, der sich an das nächste Safariboot kettet.

Du forderst eine objektive Sicht der Dinge. Okay, ist vorhanden. Nur setzt Du scheinbar voraus, dass man bei einer objektiven Betrachtung Deiner Meinung sein muss. Dem ist leider nicht so. Eine objektive Sicht der Dinge lässt auch eine andere Schlussfolgerung zu.

CU Oliver
Antwort von joemurr Registriertes Mitglied am 04.06.2009 - 11:12
@Christian
Sorry, aber das ist offtopic !

Du hast 100%ig recht mit den von Dir angesprochenen Problemen hins. Kläranlagen, Algenblüte etc. pp. - das sind nicht minder wichtige Themen, um die sich auch gekümmert werden muß.

Sie sind aber nicht das Thema hier ! A)
B) und einen absoluten Blödsinn (so nenne ich das Anfüttern mal) damit zu rechtfertigen bzw. zu bagatellisieren oder abzuwiegeln, dass es ja noch andere Probleme gibt, da stimmst Du mir sicherlich zu, ist nur "publikumswirksam" und würde eher für ein Streitgespräch in einer TV-Show taugen denn in einer Diskussion.
Antwort von joemurr Registriertes Mitglied am 04.06.2009 - 11:14
ups, da war @milkyway schneller, trotzdem
Antwort von deep_down Registriertes Mitglied am 04.06.2009 - 11:56
@joemurr

Schade, dass Du dich nicht an Deine eigenen Postings erinnern kannst.

Schauen wir mal zurück. Du hast geschrieben:

"Leider gibt es immer wieder Leute, die sich einen Grund konstruieren, um pro Anfütterung zu sein und um ihr Tun (Teilnahme an solchen Aktionen) zu rechtfertigen. Manche davon sind ignorant und lassen sich nicht überzeugen, anderen kommen vielleicht im stillen Kämmerlein Zweifel, dass dies schlicht und ergreifend "wider der Natur" ist, verleugnen aber, weil "eine einmal gefaßte Meinung zu revidieren" geht ja gar nicht. "

Nehmen wir den Absatz mal auseinander.

"Leider gibt es immer wieder Leute, die sich einen Grund konstruieren, um pro Anfütterung" sagt eindeutig aus, dass es offensichtlich nach Deiner Ansicht keine vernünftigen Gründe für eine Anfütterung gibt. Es sagt damit aus, dass es nur eine Sicht der Dinge geben kann - nämlich Deine, die jedes Anfüttern als obsolet darstellt.

"..sind ignorant und lassen sich nicht überzeugen..." Du siehst: Du hast selbst das Adjektiv "ignorant" verwendet.

"..weil "eine einmal gefaßte Meinung zu revidieren" geht ja gar nicht." ist für mich nur eine andere Form der Umschreibung für "stur".

Wo bitteschön ist hier eine Unterstellung? Wo bitteschön ist hier ein persönlicher Angriff?

@Doris
Ich habe doch diesen Artikel nicht in die Diskussion geworfen. Das warst doch Du.

OK. Gehen wir diesen auch einzeln durch. Wobei ich darauf hinweisen möchte, dass die Fehler in Grammatik und Rechtschreibung so aus dem SPON-Artikel entnommen wurden...

"Auswertungen von Sharkproject haben ergeben.."
Wie? Welche? Wann? Wo nachlesbar?
Aussagen wie diese versuchen den Anschein von Wissenschaftlichkeit zu erwecken.


" das fünf Parameter beim Tauchen mit Haien die Gefahr für den Menschen deutlich erhöhen."
Wie war der Versuchsaufbau? Welche Daten wurden erhoben? Wie erfolgte die Auswertung? Was heißt "deutlich" in Bezug auf relativ und auch absolut?

- "Futter im Wasser" - ach
- "Sinnesirritation der Fische" - hhhmmm
- "Konkurrenz von mehreren Tiere" - oho

Jetzt mal ehrlich...

- "Konditionierung der Haie durch den Menschen"
Komisch nur, dass führende Haiforscher genau das nicht so sehen (s. Link in einem der oberen Beiträge).
-"das Individualverhalten der Tiere: Jeder Hai ist anders, was er mit dem Hund gemeinsam hat."
So ein Satz ist ja wohl der "Schenkelklopfer" schlechthin. "So`n Hai ist halt auch nur`n Hund..."

Alle diese 5 Punkte sind Allgemeinplätze, wie sie allgemeiner nicht sein könnten. Von daher sind sie schlecht geeignet, eine absolutistische Ansicht, die neben sich keinen Spielraum lässt, zu unterstützen.


Es geht mir nicht darum, einen von Euch zu überzeugen. Es geht mir einfach darum, dass etwas mehr Toleranz für die Ansichten anderer an den Tag gelegt werden. Wenn dann aber andererseits der Wunsch geäußert wird, Haifütterer mögen von den Tieren gefressen werden, sorge ich mich ernsthaft um die Streitkultur...
Antwort von milkyway Registriertes Mitglied am 04.06.2009 - 12:06
Hallo!

Mal so als Frage in die Runde geworfen:

Gibt es eigentlich einen anderen Grund für eine Haifütterung als den, die Tiere anzulocken, damit sie gesehen werden können?

Wissenschaftliche Gründe lassen wir jetzt mal beiseite (also Anfüttern zum Anlocken, damit Untersuchungen durchgeführt werden können).

CU Oliver
Antwort von kwm Registriertes Mitglied am 04.06.2009 - 12:16
Ich bin generell dagegen, Haie oder auch andere Tiere in der Natur zu füttern. Dadurch wird das Verhältnis zwischen Jäger und Beute empfindlich gestört. Die negativen Auswirkungen treten oft erst langfristig zu tage.

Einige Haie konnte ich bei Tauchgängen auch schon beobachten. Es war eher die Ausnahme. So ist das halt, wenn man auf den Zufall angewiesen ist und nicht durch Futter nach hilft. Aber diese wenigen Begegnungen haben einen für mich viel höheren Erlebniswert.

Gut Luft & freundliche Flossenschläge,
Klaus
Antwort von joemurr Registriertes Mitglied am 04.06.2009 - 12:17
@Deep
>Wo bitteschön ist hier eine Unterstellung?
>Wo bitteschön ist hier ein persönlicher Angriff?

Siehe
>Antwort von deep_down am 04.06.2009 - 08:54
>...
>@joemurr
>Ich weiß. Nur Deine Sicht der Dinge ist die einzig wahre Sicht der Dinge.

Ich bin durchaus in der Lage zwischen den Zeilen zu lesen und den Unterton zu erkennen.

Anyway: ich will hier keinen Streit vom Zaun brechen, dafür ist das Thema zu brisant und zu wichtig, als dass es in persönlichen Fehden zwischen unbedeutenden Personen endet (unbedeutend trifft zumindest für mich zu).

Kann mich demzufolge nur @milkyway anschließen und auf Erleuchtung hoffen.
Schönen Tag noch
Joe
Antwort von deep_down Registriertes Mitglied am 04.06.2009 - 12:27
"Ich bin durchaus in der Lage zwischen den Zeilen zu lesen und den Unterton zu erkennen. .."

Ach ja? Und nachdem ich dezidiert dargelegt habe, wie Dein Posting auf mich gewirkt hat, siehts Du das noch immer so???

Und das bei Aussagen wie: "den Spruch loswerden: "Geht zu den Anfütterungen, aber ich will kein Geheule hören, wenn Euch der Hai an- oder auffrißt""

oder

"Vielleicht über Bord werfen.."

So etwas ist - nun zumindest unterschwellig - als militantes "Ökogehabe" auch nicht gerade von Höflichkeit und gegenseitiger Achtung geprägt...
Antwort von joemurr Registriertes Mitglied am 04.06.2009 - 12:46
@Deep
Ich klinke mich an der Stelle aus, da es offensichtlich ist, dass Du auf Streit aus bist !
Jedes weitere Wort würde dem Ganzen nur Vorschub leisten. Derjenige, der meine Postings komplett gelesen hat, für den ist unzweifelhaft erkennbar, wie die beiden, von Dir aufgeführten Zitate (meine) gemeint waren.

Nichtsdesstotrotz
Gut Luft
Joe
Antwort von Schaffel Registriertes Mitglied am 04.06.2009 - 12:51
Auch wenn es nicht direkt zum Thema passt: Der Hinweis von Milkyway "Bekehrt werden müssten die Nichttaucher, die vielleicht wirklich durch Filme und Berichte ein falsches Bild von dieser besonderen Spezie haben" trifft zwar schon zu, aber das ist nicht das wirkliche Problem der Haie.
Wenn man es schaffen würde, die asiatische Bevölkerung dieser Welt davon zu überzeugen, dass Haifischflossen nicht den Schniedel wachsen lassen und auch nicht die Kraft des Hais auf denjenigen übertragen, der sie verzehrt - nur dann wäre dem Hai geholfen, denn das ist sein Hauptproblem, nicht der Fischer vor den Fidschi-Inseln, der sich sein Abendbrot fängt und auch nicht der von Sportfischern erlegte Hai (wobei ich das zutiefst verachte!). Für den asiatischen Markt werden jährlich über 100 Millionen Haie gefinnt bzw. getötet......
LG Schaffel
Antwort von deep_down Registriertes Mitglied am 04.06.2009 - 13:02
Ja nee - is` klar...

Auf Streit bin ich nicht aus. Ich habe versucht, mich sachlich und objektiv mit Deiner absolutistischen Meinung auseinander zu setzen und auch versucht, Gründe für das Anfüttern darzulegen. Gründe, die auch von führenden Haiforschern vertreten werden, deren fachlich Kompetenz in diesem Gebiet über meine (und sicher auch Deine) weit hinaus gehen.

Stattdessen drohst Du mit der Gefährdung der körperlichen Unversehrtheit derjenigen, die in Deiner Gegenwart nicht Deiner Ansicht sein sollten. Solche Aussage werden auch nicht dadurch relativiert, dass man ein "ach Quatsch" o.ä. anfügt, denn sie zeugen von einer grundsätzlichen (und befremdlichen) Haltung dem "Andersdenkenden" gegenüber.
Antwort von shuttle Registriertes Mitglied am 04.06.2009 - 13:05
"Gibt es eigentlich einen anderen Grund für eine Haifütterung als den, die Tiere anzulocken, damit sie gesehen werden können? "
-> ja. Bergungsunternehmen locken furch Füttern in manchen Teilen der Welt Haie vom Bergeplatz weg, Filmteams vom Drehort, die Jungs in SA von Stränden (Anfang der 80er) etc. pp.

Ködern/Füttern:
Wie immer im Leben: kommt drauf an. Futter vom Safariboot ins Wasser schmeißen und anschließend Schnorchler ins Wasser lassen, ist einfach, sagen wir mal doof. Tägliches Anfüttern an einem bestimmten Platz für Touris, das Ganze von Leuten ohne allzuviel Erfahrung, hm, auch nicht gut. Käfigtauchen, na ja ...... die Art und Weise wie oftmals geködert wird

Wenn ich mit auf dem offenen Meer, abseits von exponierten Riffen einmal anködere und weiß was ich tue, so what.

Da vollführen Schutzorganisationen unter dem Deckmäntelchen von "XYZ" , Filmcrews etc. ganz andere Sachen
Antwort von Christian_J Registriertes Mitglied am 04.06.2009 - 15:37
@Oliver: Wenn hier in den Beiträgen von adrenalinsüchtigen ignoranten Angebern geschrieben wird, dann geht es den Schreibern nicht um eine sachliche Diskussion, sondern darum etwas aus verbohrter Weltsicht zu verdammen. Dagegen hab ich mich ausgesprochen.
Mein Beispiel hinkt, darauf habe ich auch hingewiesen. Nochmal: Es gibt intakte Riffe und die sind solange intakt, bis Menschen dort tauchen. Man kann nicht in die Umwelt gehen, ohne mit ihr zu interagieren! Das tut man bei einem Ägyptenaufenthalt massiv (Stichwort: Abwasser). Ob man in Ägypten Hochseehaie anfüttern sollte, weiß ich nicht. Shuttle stellt das ja sehr differenziert da! Persönlich halte ich gut organisiertes, unregelmäßiges Anködern außerhalb von Revieren von Schwimmern und Schnorchlern für vertretbar. Dennoch gibt es immer ein Restrisiko für die Beteiligten und jeder muss abwegen ob er es akzeptier oder nicht. Sonst bin ich ganz bei deep. Die Bemerkungen Einiger sind in der Tat befremdlich. Leider hatten wir das schon vermehr bei Naturschutzthemen. Wichtig bleibt festzustellen, das mit einer solchen Herangehensweise Natur nicht nachhaltig zu schützen ist und ich unterstelle mal, das Naturschutz von niemandem hier abgelehnt wird. Das man unterschiedliche Auffassungen und Schwerpunkte setzt ist auch klar. Daher sollte man nicht versuchen die Personen, die eben eine andere Auffassung von Naturschutz haben zu diskreditieren, sondern etwas Toleranz üben!
lg, Christian
Antwort von Schaffel Registriertes Mitglied am 05.06.2009 - 16:31
Hier ein (von Whaleshark geklauter) Link zu einem Bericht von Erich Ritter zum Thema Haifütterung:
Hier klicken
LG Schaffel
Antwort von shuttle Registriertes Mitglied am 05.06.2009 - 16:56
... und hier ein (von ulibubi in tauchgebiete geposteter) Link zum Thema. Einfach unglaublich, Futter im Wasser, Haie streicheln ....

Hier klicken
Antwort von deep_down Registriertes Mitglied am 05.06.2009 - 18:51
@Schaffel

schöner, besser, treffender und eleganter, als in dem von Dir verlinkten Beitrag von Erich Ritter, kann man es eigentlich nicht formulieren.

Oder Christian_J? Er spiegelt doch voll unsere Ansicht zur differenzierten Betrachtung des Themas wieder!

Vielleicht regt ja diese Äußerung eines (hoffentlich akzeptierten und unbestritten) Experten die "totalen Ablehner" zum Nachdenken an...
Antwort von goetz.br Registriertes Mitglied am 07.06.2009 - 00:06
Leider ist es so,dass man Haie wahrscheinlich wenn überhaupt noch bei Fütterungen erleben kann,weil fast alle weggefinnt werden.
Niemand ist gezwungen an solchen Fütterungen passiv oder gar aktiv dabei zu sein;ebenso wenig wie beim Rennsport,Boxen,etc.etc.
Wenn er daran teilnehmen will,muß er sich bewußt sein,das sich das Risiko eines Unfalls erhöht-in Relation zu den genannten Sportarten sicher nur marginal.
Immer wieder werden solche Unfälle von den Medien
hochgespielt und ausgeschlachtet.
Von anderen Unfällen findet man bestenfalls eine Randnotiz,es sei denn es handelt sich um einen Prominenten.
Man sollte sich vor solchen Fütterungsszenarien informieren wie man sich zu verhalten hat und was bei der Fütterung selbst zu beachten ist,denn es gibt solche und solche Fütterungen.
Ein Restrisiko wird dennoch bleiben,wie überall im täglichen Leben.
Antwort von shuttle Registriertes Mitglied am 07.06.2009 - 23:56
"Man sollte sich vor solchen Fütterungsszenarien informieren wie man sich zu verhalten hat und was bei der Fütterung selbst zu beachten ist,denn es gibt solche und solche Fütterungen... " -> hm, bei wem informieren, bei den Tourguides der "solchen" Fütterungen, die genauso keine Ahnung haben ... Siehst du ja an der Leitung des Safaribootes, die die Schnorchler ohne Fachmann ins Wasser ließen.

"Leider ist es so,dass man Haie wahrscheinlich wenn überhaupt noch bei Fütterungen erleben kann,weil fast alle weggefinnt werden." -> Natürlich ist das finning ein Problem und zum und ... aber selbstverständlich kann man Haie auch ohne Fütterungen erleben. An vielen Stellen dieser Welt.
Antwort von Christa747 Registriertes Mitglied am 08.06.2009 - 10:17
Wir haben eine VERANTWORTUNG fuer jeden, der sich ins Wasser begibt, ob erfahrener Taucher oder Gelegenheits-Schnorchler. Jeder der sich an Haifuetterungen beteiligt ist Mitschuld an solchen Unfaellen. Auf den Safaribooten sind eben nicht nur langjaehrig erprobte Taucher, sondern auch andere Mitreisende, die man beide in Gefahr bringt. Lasst doch den Tieren ihren natuerlichen Lebensraum und wer sie sehen moechte sollte sich auf die herrliche Zufallsbegegnung freuen!
Antwort von blubberfisch Registriertes Mitglied am 09.06.2009 - 09:08
Hab eben im internet eine Fotostrecke entdeckt wo man sehen kann wie definitiv ein Longimanus angefüttert wird. .....ich lehne Hai Fütterungen absolut ab!!!
Auf vielen Tauchsafaris habe ich auch mitbekommen wie der Koch in seiner kleinen Bootsküche ein rohes Hähnchen oder einen Thunfisch filetiert fürs Abendessen und dann mit einem großen SCHWUPP die nicht benötigten Abfall Kleinteile des Huhns ( ein halbes Hühnerbein z.B oder den riesigen Thunfischkopf ) durch die geöffnete Küchentür ins Meer befördert....Auch d a s ist anfüttern, wenn auch nicht direkt beabsichtigt. Fakt ist - die Haie verbinden dann Tauchboote mit Futter. Alles was von oben reinfällt könnte eventuell essbar sein.
Seit ich letzten Sommer bei einer Tauchsafari im roten Meer bei einem " Schnorchelgang " in der Oberflächenpause einen sehr sehr nahen Kontakt mit einem sehr großen Longimanus hatte verkneife ich mir das Schnorcheln in Gebieten mit vielen Tauchbooten. Wir waren mit dem Zodiak etwa 200 Meter gegen die recht starke Strömung gefahren und wollten zum Boot zurückschnorcheln.
Das sehr große Einzeltier hatte definitiv ein anderes Verhalten als " normale " Longimanus Exemplare. Dieser Hai war anders, er kam extrem nah , schwamm aufgeregt um uns herum und versuchte nach meiner Flosse zu schnappen. Zum Glück war das Zodiak in der Nähe und unsere Schnorchelgruppe verließ sofort das Wasser.Denn - viele Tauchboote, viel Essen im Wasser....auch Zodiaks werden mit Futter assoziiert denn mit Zodiaks werden die Essensrestetonnen weggefahren und ein paar Meter hinter dem Tauchboot ins Meer gekippt.( Obwohl das verboten ist )
Deshalb schnorchle ich nicht mehr in Gebieten mit vielen Tauchsafaribiooten und evetuell chaotischen Tauchguides auf den Nachbarbooten. ....beim Tauchen habe ich noch nie schlechte Erfahrungen mit Haien gemacht.
Ich hoffe die Anfütterei wird strengstens verboten und auch das Entsorgen der Lebensmitteltmülltonnen wird unter harte Strafe gestellt. Es ist schade daß nun die Jagd auf Haie in den Medien immer wieder aufgepuscht wird. Viel zu viele Haie müssen täglich sterben durch Menschen....durch Finning , sinnloses Abschlachten und auch sogenannte Sportfischer....
Antwort von blubberfisch Registriertes Mitglied am 09.06.2009 - 09:10
Hier klicken

hier die Fotos der Haifütterung ( nicht von mir gemacht )
Antwort von whaleshark Registriertes Mitglied am 09.06.2009 - 09:27
Vielleicht wird "Blondie" bei derartigen Fütterungen mal kräftig in die Hand gezwickt
Antwort von andrej_v Registriertes Mitglied am 09.06.2009 - 09:41
He zusammen-

Ich kann mir vorstellen, dass unter Umständen das Füttern von Haien ein kalkulierbares Risiko für kundige, nervenstarke Beobachter sein kann, das allerdings an ausgesuchten Orten und nur mit bestimmten Haiarten. Weißspitzen-Hochseehaie im offenen Meer zu füttern, bzw. sich während, oder kurz nach der Fütterung unter Wasser aufzuhalten, ist wohl eine weniger leicht zu kalkulierende Situation. Ich bin mit meinem Buddy vor ein paar Jahren bei `Big Brother` zufällig in eine solche hinein geraten. Beim Austauchen und auf dem Weg zurück zu unserem Safari-Schiff querten wir ein anderes Boot, das wohl gerade dabei war ein großes Exemplar dieser Art anzufüttern. Ich hatte vorher schon einige Longimani beobachtet, diese Begegnung jedoch, bzw. das Verhalten des Tieres war erschreckend anders. Zum ersten mal sahen wir einen solchen Hai in "Rage" also durch die Nahrungsaufnahme erregt. Da war nichts übrig vom gemütlichen Gesellen, der ruhig seine Kreise zieht und einen hier und da mal anschwimmt. Auf dieses Tier zuzuschwimmen kam einem eher nicht in den Sinn, sein Verhalten hatte nichts vorhersehbares mehr und die Geschwindigkeit seiner Bewegungen war angsteinflößend. - Und da wusste ich`s wieder- Carcharhinus longimanus wäre einer der ersten, der dir den Gar aus macht bei Schiffbruch, so sieht`s aus. Dieser Hai könnte dich töten, trotzdem ist er friedlich wenn man ihm zufällig begegnet, das ist eben ein Teil der Faszination Hai.
Antwort von mandi Registriertes Mitglied am 08.09.2009 - 17:59
@all

also ich denke einmal, das das Anfüttern an sich nicht das größte Problem für Haie darstellt, sondern wie bereits dargestellt, die hoffnungslose Überfischung in "allen" Weltmeeren diesen Platz einnimmt.

Trotzdem sind, meiner Meinung nach, langfristige Auswirkungen durch Anfüttern im kommerziellen Ausmaß zu erwarten.

Haie weisen zwar eine gewisse Intelligenz auf, sind aber trotzdem triebgesteuert. Und dieser Trieb sagt "überleben". Überleben bedeutet auch Fressen. Und je gewisser die Aussicht auf Beute ist, je gewisser ist auch die Anpassung des Verhaltens der Haie auf diese Situation. Es ist erwiesen, dass gewisse Haiarten zu gewissen Zeiten an gewissen Plätzen zum Fressen auftauchen. Dieses Verhaltensmuster hat sich über einen langen Zeitraum bei diesen Haien eingeprägt, da das Futter immer zu diesen Zeiten an diesem Platz war.

Irgendwann wird sich auch das Tauchboot, welches anfüttert, in dieses Verhaltensmuster einprägen. Und dann wird es definitiv öfter zum Kontakt Hai mit Mensch kommen (auch wenn nicht angefüttert wird). Dabei steigt auch zwangsläufig das Risiko von Unfällen. Ab einer gewissen Häufung dieser Unfälle werden die Tauchtouristen diese Gewässer dann meiden - Grund ist der "gefrässige" Hai. In typischen Tauchtourismusgebieten werden dann zwangsläufig auch die Touristenzahlen zurückgehen - Grund ist der "gefrässige" Hai. Also werden sich die Einheimischen, welche ja vom Tourismus leben, eilig daran machen, den Hai verschwinden zu lassen. Auslöser Mensch - Geschädigter Hai.

Aber so wie es momentan läuft, denke ich nicht, dass die Haie den Ausgang dieses Szenarios überhaubt erleben werden.

Ich finde Haie sind faszinierende Geschöpfe, welche es durchaus verdient haben, noch eine Weile auf diesem Planeten zu verweilen. Ich kann nur nicht erkennen, dass das Anfüttern hierfür etwas beitragen kann.

Ausserdem geht auch niemand in die afrikanische Steppe, füttert Löwen mit Antilopenfleisch hinter dem fahrenden Jeep an, und steigt dann aus um die Löwen beim Fressen zu streicheln. Dort sucht man auch jene Plätze auf, wo man die Löwen in deren natürlichen Umfeld und natürlichen Lebensweise betrachten kann.

Ich möchte jedoch auch anmerken, dass gezieltes Anfüttern für wissenschaftliche Zwecke, gepaart mit den richtigen Verhaltensweisen, sicherlich kein Problem darstellt, und auch nie eines darstellen wird. Nur sind die kommerziellen Anfütterungen der Tauchindustrie von einer solchen verantwortungsvollen Vorgehensweise meilenweit entfernt.

Ein wichtiger Schritt zum Schutz der Haie, wäre sich selbst und eventuell auch andere über die Schutzbedürfnisse und Lebensweise der Haie zu informieren. Plattformen herfür gibt es ja genug.

dive safe and have fun
mandi

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