Tauchmedizin ist ein sehr interessantes Thema. Über alles rund ums Thema Gesundheit und Tauchen kann hier ausgiebigst diskutiert und geschnackt werden. Sehr kompetente Antworten sind garantiert - denn viele Mediziner besuchen dieses Forum.
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holger.thurmOWD/NAV/SR/SP/TT

Hallo liebe Tauchärzte!

Ich habe einen 12-jährigen Sohn den ich mit der Taucherei angesteckt habe. Er hat Asthma ( bekommt einmal am Tag spray(Cortison-haltig) und Tabletten, einen ernsten Anfall hatte er noch nicht,ab und zu etwas stärkerer Husten. Da er unbedingt tauchen möchte,haben wir ihn einen Schnupper-TG im Pool mit diversen Übungen absolvieren lassen - alles 100% IO und ohne Spätfolgen.Eine Woche später ist er mit dem Tauchlehrer ins Meer ca 40min auf max 5m ,ebenfalls ohne Probleme im Gegenteil. Nach 3Wochen waren wir zu Hause tauchen und da gerade ein Schnuppertauchen anstand haben wir ihn gewähren lassen ,auch ohne Probleme und das im heimischen Binnensee. Nun zum Eigentlichen: Warum stellt sich unsere Lungenärztin so auf die Hinterbeine und gibt nicht einmal eine begrenzte Freigabe zum Tauchen???- Tiefe und Zeit ? Gibt es in meinem Plz-Gebiet ( 04565 ) kompetente Ärzte ? MfG H.Thurm
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26.12.2008 14:58
Frohe Weihnachten

Schau mal hier http://www.gtuem.org/

oder hier http://jugend.vdst.de/vdstjoomla/News/Neues/GTUM-Online-Umfrage-Tauchen-bei-Kindern-und-Jugendlichen

hoffe geholfenn zu haben....

Guten Rutsch
boesewichtProTEC PL5, SSI AOWI
26.12.2008 15:42
Warum stellt sich Eure Lungenärztin quer ?

die Antwort ist ganz einfach - das Risiko ist - auch wenn es bisher zu keinem Vorfall gekommen ist - bei einer vorhandenen Lungenproblematik und Tauchen mit Atemgerät nicht gerade gering ...

Das bisher nichts passiert ist würde ich also nicht zwingend (ich bin kein Arzt) als OK bezeichnen, sondern eher als Glück ...

Schau mal hier - da besonders die zweite Seite ...

http://www.pneumologenverband.de/aktuelles/download/oeffentlich/16_Konsil.pdf

Laß den Kleinen mal unter Wasser husten müssen - die Folgen können gravierend sein und auch ins Grab führen ...

Ist euch und ihm das wert ?

Einem Mittaucher möchte man auch nicht unbedingt zumuten, euch den Kleinen Leblos wieder an Land zu bringen ...

Denkt mal darüber nach ...

andi_diverStaff instructor
26.12.2008 15:50
Auch wenn noch nichts passiert ist: wenn dein Sohn auch 13 Jahre alt werden soll, dann laßt das mit dem Tauchen lieber sein.
Die Geschichte könnte 1000 Mal gut gehen, beim 1001. Mal könnte ein schwerer Asthma-Anfall auftreten - und dann ist`s zu spät für Reue...

Kölle AlaafPADI - DM,SSI-MD ...
26.12.2008 16:39
früher wurde das Tauchen mit Bronchialasthma "verteufelt", in den letzten Jahren wird das jedoch differenzierter gesehen. Hinzu kommt bei Deinem Sohn als zweite kritische Größe das sehr junge Alter - in Kombination ist das recht schwierig "kalkulierbar", so dass Ihr nicht viele Ärzte finden werdet, die das "richtig" abschätzen können, was damit im Zweifelsfalle "tauchuntauglich" heißt - die Gesundheit geht halt vor. Sucht Euch einen Taucharzt, der mit dieser Kombination "klar" kommt und weiß, was er da attestieren soll.
DorisMittelschule (damals)
26.12.2008 17:18
Ich schließe mich Kölle alaaf an, möchte aber noch hinzufügen, dass ihr dann auch akzeptieren solltet, wenn der mit Asthma bronchiale erfahrene Taucharzt eine Tauchtauglichkein nicht erteilen will.
Ist der Filius mal groß kann er es noch mal aufs neue versuchen, bei einem zwölfjährigen Jungen werden sich nicht viele finden, die das Tauchen als unbedenklich einstufen.
26.12.2008 18:36
Begrenzte Freigabe zum Tauchen?

Aha, also ein bisschen Tauchtauglich?

Oder voll Tauchtauglich, aber nur Montags, Donnerstags und Samstags von 9-17 Uhr?

Was soll das sein? Eine begrenzte Freigabe? Glaubst du jemand kann in 2 meter Wassertiefe nicht ertrinken?
Glaubst du in 5 meter Wassertiefe gelten andere physikalische Gesetze als in 10 Meter?

Es gibt keine begrentze Freigabe. Entweder jemand ist geeignet mit Gerät zu tauchen oder nicht.

Grüße

26.12.2008 18:39
Leider wurde bis dato kein Wort darüber verloren, welchen Befund die hoffentlich durchgeführte Spirometrie ergeben hat - FEV1/VC ??; Tauchen mit Asthma, noch dazu unter Medikamenten (Spray plus Tabletten !!) , muß auf alle Fälle als höchst problematisch betrachtet werden und stellt eigentlich zumindest eine relative Kontraindikation dar. Tiefenlimits sind naturgemäß, abgesehen von den bestehenden Tiefengrenzen als Kind) sowieso nicht zielführend, da wie man weiß die größten Druckunterschiede von 0 auf 10 m vorliegen; hier muß unbedingt das air-trapping beachtet werden.
Daß sich die Lungenfachärzten so auf die
" Hinternbeine " stellt, halte ich für eine äußerst kluge Vorgehensweise; die Tauchtauglichkeit kann nur der spezialisierte Pulmologe unter genauer Kenntnis der Spirometrie erstellen.

lg
Karl
PADI IDCS
Taucherarzt
nitroxfüralledarf Tauchen
26.12.2008 19:37
Moin,
kann mich Karl an dieser Stelle nur anschliessen.

@Threadersteller:
Es wäre weiterhin hilfreich, wenn Du mal postest, was für Tabletten und was für Spray (Cortisonhaltig heisst nicht notwendigerweise, dass es nicht ein Kombipräparat mit ß2 Mimetikum enthält). Aus der Medikation lässt sich der Schweregrad des Asthmas besser beurteilen und vielleicht eine Empfehlung abgeben.

Die Gefahr geht weniger von den Spätfolgen aus sondern vielmehr, was bei einem akuten Anfall unter Wasser passieren kann. An Land, kein Problem - ß2 Mimetikum und alles ok, aber unter Wasser = Tod durch Ersticken.


Gruss
Dirk
Dr. med, Dr. rer. nat, Neuropharmakologe
26.12.2008 23:53
Holger ich halte dich für fahrlässig. Wenn die Lungenfachärztin "quer" stellt, hat sie ihre Gründe dafür. Klar, du kannst jetzt so lange einen Arzt suchen, bis du vielleicht einen findest der attestiert, dass das Kind tauchtauglich ist. Falls er riskieren möchte, im Ernstfall eine Anzeige zu bekommen, wenn es dann doch mal schief geht. Es gibt keine "begrenzte" Tauchtauglichkeit, als Taucher sollte dir auch klar sein, dass gerade die ersten zehn Meter gefährlich sein können. Nur weil dein Kind das unbedingt will, ist das doch kein Grund, ihm das zu erlauben. Da verstehe ich dich nicht. Ich habe drei Kinder. Das erste (inzwischen fast 20) hat Angst vorm Tauchen, ok, man kann niemanden dazu zwingen. Das zweite (fast 13) hat einen angeborenen Herzfehler. Es gibt zwar keinen Shunt aber ich kann mir so lange er nicht ausgewachsen ist und nicht klar ist, wie sich das im Wachstum weiter entwickelt, nicht vorstellen, dass ein Arzt hier eine Tauchtauglichkeit bescheinigt. Versuche ich erst gar nicht, wir gehen im Urlaub gerne schnorcheln, ist auch schön. Das dritte Kind ist ganz scharf auf´s tauchen, er ist neun Jahre alt. Leider hat er allergisches Asthma. Mal davon abgesehen, dass er körperlich dazu noch nicht in der Lage wäre, so lange er Asthma hat, braucht er mich nicht fragen. Ich werde ganz sicher nicht damit anfangen, im zu sagen, dass er vielleicht mal tauchen kann. Für mich ist das nicht witzig. Ich fände es wirklich sehr schön, mein Lieblingshobby mit meinen Kindern zu teilen. Aber ganz sicher werde ich nicht die Gesundheit meiner Kinder riskieren, bloß weil sie das "unbedingt" machen möchten und ich mit ihnen meine Erlebnisse teilen möchte. Man kann im Leben halt nicht alles haben. Aber wir haben die Verantwortung für unsere Kinder und sie könenn die Tragweite nicht erfassen, die bei verantwortungslosem Handeln unsererseits im Falle eines Unfalls auf sie zukommt. Dafür sind die Eltern zuständig. Kannst du das verantworten? Ist es dir das wert? Die Fragen solltest du dir vorher stellen. Und wenn du beide mit "Ja" beantworten kannst, dann viel Spaß.
27.12.2008 00:36
"Eine Woche später ist er mit dem Tauchlehrer ins Meer"

Ist ganz einfach: sich selbst und den Tauchlehrer belügen und das eigene Kind für tauchtauglich erklären. Wie das geht? Mit dem Formular für die medizinische Selbstauskunft http://www.padi.com/padi/common/pdfs/sd/MedicalStatement_07_G.pdf

Denn auch nach diesem Formular ist Asthma, egal welchen Grades, ein Grund, den Taucharzt aufsuchen zu MÜSSEN. Tja, und falls auch dieser "Taucharzt" den Sprössling für tauglich erklärt, ist alles im grünen Bereich und das eigen Gewissen beruhigt.

@holger.thurm, auch in Ostdeutschland gibt es kompetente Ärzte http://gtuem.praesentiert-ihnen.de/tools/taucherdb/index.php?PHPSESSID=1451dcbe99fd424ef49a2d8c0def9986&c=D&p=1&newFilter=1
hketTL CMAS
27.12.2008 12:09
Hallo Steffi, kennen sich unsere Kinder ?
Meine Grosse hat allergisches Asthma (Pferd, Kaninchen) die dürfte noch, hat aber Angst.
Meine zweite will, hat aber einen Herzfehler, inzwischen angeblich verschlossen, aber das reicht mir nicht als Freigabe fürs tauchen. Da muss dann mal ein Spezialist dran, gibts ja in HD
Ansonsten muss ich halt bei der Auswahl der Schwiegersöhne ein bißchen die Augen offen halten.

zum Thema: Asthma ist nicht gleich Asthma, wenn der Arzt seine Ablehnung nicht begründet / begründen kann, evtl. einen Tauch- und Asthmakundigen fragen.
Es könnte ja sein, dass euer Arzt die Freigabe nicht gibt, weil er ein Risiko nicht ausschliessen kann.

Helmut

27.12.2008 12:11
@einer der Gäste
Begrenzte Freigabe gibt es bei IAHD (International Association for Handicapped Divers). Diese Begrenzung wird direkt aufs Brevet gedruckt. Somit kann jeder sofort erkennen worauf zu achten ist.

@holger
Frage bei IAHD http://www.iahd.de nach, vielleicht können die Dir weiter helfen bzgl. Arztsuche etc.

Grüße Tommy
i4d - instructor4diving
27.12.2008 13:53
Hallo Helmut, der Kleine hat das Asthma nur bei bestimmten Pollenflug und wir machen auch gerade eine Desensibilisierung mit ihm. Unter Medikamentengabe geht es dann auch. Aber es kommt auch plötzlich und z.B. letztes Jahr unerwartet im Januar, als es so warm war und Pollen flogen, die sonst im März erst unterwegs sind.
Der Herzfehler bei deinem Kind dürfte ja entweder ein peristierendes Foramen ovale gewesen sein, oder ein ASD, wenn sich das von selber verschließt, ist das Kind als herzgesund anzusehen. Da sollte eine Tauchtauglichkeit gegeben sein. Unser Sohn hatte eine Kombination von 5 Defekten, also ein komplexer Herzfehler. Ist heute durch Korrektur-Op nicht mehr hämodynamisch relevant. Trotzdem frag ich erst gar nicht. Ich habe ihm gesagt es geht nicht und er akzeptiert das. Es gibt auch andere Hobbies.
Eine Lungen- oder Herzerkrankung ist für mich persönlich eine absolute Kontraindikation. Das riskiere ich nicht. Es gibt Situationen unter Wasser, die sehr stressen können, da mag ich mir nicht vorstellen, was passieren kann. Da finde ich auch eine "begrenzte" Tauchtauglichkeit unangebracht. Wenn ich die Liste sehe, bei der IAHD, wo steht mit welchen Erkrankungen die dort Erfahrung haben, da wird mir ganz anders. Da würde ich wirklich gerne mal genau Zahlen sehen, anstatt nur eine Auflistung der Krankheiten.
"Die mit der Tauchausbildung Körperbehinderter verbundenen Gesundheitsrisiken sind nicht höher als bei der Ausbildung gesunder Menschen." Finde ich interessant. Und unglaubwürdig.
27.12.2008 15:17
Hallo Tommys,

ich wusste gar nicht das Asthma als Behinderung gilt.

Aber, kann es sein das wir uns falsch verstanden haben?

Das eine körperlich Behinderte Person tauchtauglich sein kann weil organisch gesund aber eingeschränkt Handlungsfähig ist aufgrund ihrer Behinderung war ja nicht Gegenstand der Frage.

Aber auch hier gilt: Die Person, egal ob behindert oder nicht, muss geeignet sein den Tauchsport mit Atemgerät aus zu üben. Dann ist sie tauchtauglich.

Eine Lungen- oder Kreislauferkrankung ist für das Tauchen kritischer als eine wie auch immer geartete Bewegungseinschränkung beispielsweise.

Beim Tauchen ist die Luft, die geatmet wird kalt, trocken und die Dichte ist erhöht. Diese Faktoren wirken sich auf die Atemorgane aus.

Für eine Person die damit Probleme hat, noch dazu wenn es sich um ein Kind handelt dessen Lunge noch nicht ausgewachsen ist, gibt es keine eingeschränkte Tauchtauglichkeit.
Kölle AlaafPADI - DM,SSI-MD ...
27.12.2008 15:53
"Kinder sind keine kleinen Erwacchsenen" - diesen bekannten Spruch kann man gerade in diesem Zusammenhang nicht oft genug wiederholen und ob Bronchialasthma im generellen oder speziellen Fall (= bei Kindern) eine absolute oder relative Kontraindikation beim Tauchen darstellt, kann sicher nicht hier im Forum "erarbeitet" werden, sondern muss einem "guten", sprich verantwortungsvollen Taucharzt bzw. Allergologen vorbehalten bleiben, der das Wohl des Kindes im Auge hat. Und zum Wohl des Kindes gehört natürlich auch die Selbstverwirklichung und -bestätigung durch den Tauchsport, aber auch die Erhaltung und Sicherstellung seiner Gesundheit durch Vermeidung nicht abzeptabler und beherrschbarer Risiken. "Schuster bleib bei Deinem Leisten" passt deshalb als ein weiterer Sinnspruch meines Erachtens auch recht gut, um uns alle wieder auf den Teppich zu holen - alle "Nichtärzte" hier, sollten mit einer "verbndlichen" Beurteilung vorsichtig sein, von der sie nichts verstehen, weil sie weder den speziellen Fall noch die Asthmaproblematik bei Kindern hinreichend kennen.
27.12.2008 16:05
@holger.thurm

Ich bin zwar kein Taucherarzt, sondern "nur" TL. Aber ich denke, bei Deinem Sohn sprechen aus meiner Sicht direkt zwei Gründe gegen das Tauchen. Der eine ist ganz generell sein Alter, der andere sein Asthma.
Ich empfehle Dir zunächst einmal folgende allgemeine Lektüre zum Thema "Kindertauchen":
http://www.diveinside.de/ausgabe_15.html (hier der Artikel Kindertauchen)
http://www.taucher.net/forum/tauchen_ab_12___ausb1958.html

Zum Thema Asthma speziell möchte ich zunächst einmal Priv.-Doz. Dr.med. Kay Tetzlaff aus "Moderne Tauchmedizin" 1.Aufl. 2007, S. 526, zitieren: "Das Problem für Asthmapatienten beim Tauchen besteht insbesondere in dem erhöhten Risiko einer Lungenüberdehnung, da Asthma mit dem vermehrten "Air Trapping" einhergeht. Zusätzlich stellt die sehr trockene und in der Regel auch kalte Luft aus den Tauchflaschen einen bronchialen Reiz dar, der bei entsprechender Überempfindlichkeit der Atemwege zum Asthmaanfall führen kann. Hohe Strömungsgeschwindigkeiten des Atemgases auch in den kleinen Atemwegen bewirken ihrerseits eine Einengung der Atemwege. Diese Mechanismen können durch Anstrengung beim Tauchen noch verstärkt werden."
Ansonsten führt er im Weiteren aus, dass Asthma heutztage keine absolute Kontraindikation fürs Tauchen mehr darstellt, sondern der Beurteilung im Einzelfall bedarf. Ähnlich äußert sich auch Ehm zu dieser Frage.

Abschließend, zum Nachdenken, ein kleines Beispiel aus meiner Tauchlehrerpraxis. Die Sache ist schon ca. 20 Jahre her und passierte in meinen Anfangsjahren als TL. Damals hatten wir in der Tauchschule für die ich arbeitete einen Kunden, der am Einschreibeabend auf seinem Selbstauskunftsbogen angab, dass er in der Vergangenheit ein Lungenproblem hatte. Im Gespräch stellte sich heraus, dass er vor ca. 10 Jahren einen Spontanpneumothorax hatte. Seitdem war er beschwerdefrei. Wir schickten ihn zu einem renommierten Taucherarzt (kein Lungenspezialist!). Dieser verweigerte die Erteilung der Tauchtauglichkeit, da die Historie eine absolute Kontraindikation darstelle. Nun, unser Kunde wollte aber unbedingt Tauchen; wir wollten Geld verdienen. Also empfahlen wir ihm zu einem Lungenspezialisten zu gehen. Dies tat er auch. Der Lungenspezialist war allerdings kein Taucherarzt, aber immerhin Fliegerarzt. Nach gründlicher Untersuchung erteilte er die Tauchtauglichkeit. Unser Kunde absolvierte nun ohne irgendwelche Probleme den kompletten Kurs, mit Ausnahme der abschließenden Freiwassertauchgänge. An dem Wochenende an dem diese durchgeführt wurden, war er verhindert. Nun waren zufällig in dem gleichen Kurs auch zwei hauptamtliche Rettungsassistenten aus unserer Stadt als Kursteilnehmer. Einen davon traf ich wenige Wochen später und er begrüßte mich mit den Worten: "Was meinst Du, wen wir heute morgen mit Blaulicht abgeholt haben?" Es war unser Kunde aus dem Kurs. Nach über 10 beschwerdefreien Jahren hatte er erneut einen Spontanpneumothorax. Jetzt stell Dir mal vor, dass wäre während der Poolausbildung oder gar während der abschließenden Freiwassertauchgänge passiert! Das gleiche Risiko besteht auch jederzeit beim Asthma. Seitdem bin ich jedenfalls, sowohl mit den Selbstauskunftsbögen meiner Kunden, als auch mit ärztlichen Tauchtauglichkeitsbescheinigungen sehr viel kritischer und lehne im Zweifelsfalle, selbst bei attestierter Tauchtauglichkeit, die Ausbildung ab. In solchen Fällen habe ich lieber von vorneherein einen Kunden weniger, als im nachhinein einen toten Kunden. Da solltest Du mal drüber nachdenken. Ich kann insofern @boesewicht, andi_diver und scuba_steffi nur zustimmen. Du solltest besser mal Deiner Lungenfachärztin vertrauen. Ich glaube auch kaum, dass Du einen Arzt finden wirst, der Deinem Sohn die Tauchtauglichkeit bescheinigen wird. Bis jetzt habt Ihr schlicht und einfach Glück gehabt.
27.12.2008 16:22
Kölle dann kann das Forum hier geschlossen werden. Es kann auch hilfreich sein, von "Nichtärzten" einen Rat zu bekommen. Und in Einzelfällen muss ich kein Mediziner sein um auf eine Problematik hinzuweisen, die hinlänglich bekannt ist. Selbst wenn hier nur Ärzte antworten, so haben diese den Patienten nicht untersucht und können auch nur pauschal antworten. Ich werde auch den Verdacht nicht los, dass oft hier was gefragt wird, weil gehofft wird, die ein oder andere Antwort zu bekommen, die der eigene Mediziner nicht geben kann/möchte. Manchmal kannst du auch mehrere Ärzte fragen und bekommst unterschiedliche Antworten. Dann kannst du dir was aussuchen.
Fragwürdig finde ich insbesondere im o.g. Fall, dass das Kind ganz offensichtlich tauchen war, OHNE eine Tauchtauglichkeitsbescheinigung. Das wird dann als "Schnuppertauchgang" abgetan und dann reicht die Selbstauskunft. Fahlässiger geht ja kaum noch, hier ist auch die Verantwortlichkeit der Tauchschulen gefordert, weil jeder bei der Selbstauskunft lügen kann. Für mich grenzt das an Körperverletzung, wenn man bewußt eine Krankheit verschweigt. Ebenso, wenn die Erkrankung angegeben wird und die Tauchschule trotzdem das Kind ins Wasser lässt. Das ist eine Vorgehensweise, die nicht zu tolerieren ist.
27.12.2008 16:26
Wie schon andere ausgeführt haben,
Dieses junge Alter *UND* Asthma...
das passt nicht zusammen, das Risiko ist zu hoch.

Aber Kopf hoch, Kinder Asthma verliert sich oft beim Älterwerden. Ein Freund von mir hatte als Kind übles Asthma. Al er 15/16 wurde verschwand es ganz plötzlich und er betrieb Leichtathletik, wurde Zehnkämpfer und später sehr erfahrener Taucher der mit ECCrs und Trimix im dreistelligen Tiefenbereich tauchte. Unfälle/Problem? Fehlanzeige.

Lasst den kleinen Mann Schnorcheln (eine sehr gute Vorbeireitung für das Tauchen) und erzähle ihm diese Geschichte!
Wenn er unbedingt Tauchen will, vielleicht hilft sein unbedingtes Wollen dabei, dass das Asthma auch bei ihm verschwindet...wer weiss.

MS
27.12.2008 16:41
@einer der Gäste
Dazu muß geklärt werden was alles zu einer Behinderung zählt bzw. wen sollte man nach den herkömmlichen Verbänden ausbilden und wen durch eine durch eine spezielle Organisation.

Bei mir zählt jemand mit Asthma zu den "Behinderten", da er nicht in vollem Umfang einsetzbar ist. Hier kann es hilfreich sein eine Beschränkung auf die Tiefe (z. B. 12m) zu geben, sodass er jederzeit schnell wieder hoch kann bzw. nur das Tauchen mit Nitrox zu erlauben. Natürlich ist das trotzdem mit einem hohen Risiko verbunden! Ich denke da sind wir uns alle einig.

Bei mir ist nicht nur einer Behindert der eine körperliche oder geistige Beeinträchtigung hat!

Da fällt mir der Spruch meines Buddies ein: "Niemand ist ganz gesund."

Grüße Tommy
27.12.2008 16:56
Diese Rätselraterei über Tauchen mit Asthma Ja oder Nein kan ich gar nicht verstehen. Ein verantwortungsvoller Arzt macht bei so einem Problem ein Belastungs-EKG und einen Lungenfunktionstest. Oder sogar zwei oder drei in unterschiedlichen Abständen. Ist das Asthma ein "gutartiges" (falls es das überhaupt gibt) werden alle Testergebnisse dem gesunden Menschen / dem gesunden Kind vergleichbar sein, ist das Asthma jedoch ein "bösartiges" gibt es keine Tauchtauglichkeit. Auch keine begrenzte, eingeschränkte oder wie immer man sie nennen mag.

"Absolute Kontraindikationen:
- (...)
- Asthma bronchiale unter einer Dauertherapie mit Bronchodilatatoren und/oder Kortison (systemisch und inhalativ)
- (...)"

(Quelle: GTÜM-Untersuchungsrichtlinien)
27.12.2008 17:07
@scuba_steffi

Was ich nicht ganz verstehe, ist Deine Aufregung über Tauchen ohne ärztliche Tauchtauglichkeitsbescheinigung. Es gibt in Deutschland (und mir fällt im Moment auch kein anderes Land in der Welt ein) eine gesetzlich vorgeschriebene ärztliche Tauchtauglichkeitsuntersuchung für Sporttaucher. Alles was zum Thema Tauchtauglichkeitsbescheinigung existiert, sind Vorgaben der Ausbildungsorganisationen. Sinn und Zweck des Ganzen ist a) dass der Taucher sich selbst Gewissheit verschafft, ob Tauchen sich mit seinem Gesundheitszustand verträgt oder nicht und b) die haftungsrechtliche Absicherung des Tauchlehrers/der Tauchschule für den Fall eines Tauchunfalls.
Im Detail kann ich nur für PADI sprechen, da ich die Regelungen der anderen Verbände nicht kenne. Laut den PADI Standards reicht für jegliche Tauchausbildung unterhalb des Divemasters die Selbstauskunft des Tauchers auf dem von PADI zu diesem Zweck herausgegebenen Fragebogen aus. Damit ist auf jeden Fall für den TL/die TS Punkt b) erfüllt. Darüber hinaus leben wir Gott sei Dank in einer Welt, in der jeder noch weitgehend für sich selbst verantwortlich ist. Und nun kann ich nur noch für mich selbst sprechen. Seit dem in meinem Post von 16:05 geschilderten Erlebnis, weiße ich meine Kunden beim Ausfüllen der Selbstauskunft immer darauf hin, dass es dabei letztlich um ihre eigene Gesundheit und Sicherheit geht und rate dazu im Zweifelsfalle "Ja" anzukreuzen und anschließend zur eigenen Sicherheit einen Arzt zu konsultieren. Was dann die Kunden daraus machen, haben sie, jeder für sich selbst, zu verantworten. Bei Kindern - wie im vorliegenden Fall - liegt natürlich die Verantwortung bei den Eltern. Im Hinblick auf diese könnte man im Falle des Verschweigens einer Erkrankung durchaus mal die Frage der Körperverletzung bzw. die Frage der Verletzung der elterlichen Fürsorgepflicht juristisch prüfen.

Ansonsten ist aber nichts illegales oder verwerfliches daran ohne ärztliche Tauchtauglichkeitsbescheinigung zu tauchen.
27.12.2008 17:25
"Es gibt in Deutschland (...) eine gesetzlich vorgeschriebene ärztliche Tauchtauglichkeitsuntersuchung für Sporttaucher"?

Wo hast Du das denn her? Nenn` mal die Gesetzesnummer, da es nicht mal zum Sporttauchen selbst eine gesetzliche Vorschrift gibt.

"Ansonsten ist aber nichts illegales oder verwerfliches daran ohne ärztliche Tauchtauglichkeitsbescheinigung zu tauchen"

Was den nun: Gesetz oder nicht Gesetz? Da widersprichst Du Dir selber innerhalb weniger Zeilen?!

P.S.: Nicht mal die Tauchunfallversicherungen verlangen, dass der Versicherte eine Tauchtauglichkeitsbescheinigung hat.
27.12.2008 17:37
@Telemar-king

I am sorry, da hat sich ein Tippfehlerteufelchen eingeschlichen. Jetzt könnte ich auch eine Edit-Funktion gebrauchen.
Es muss natürlich heissen ... KEINE gesetzlich vorgeschriebene ärztliche Tauchtauglichkeitsuntersuchung...
27.12.2008 17:46
Hallo Tommy,

"Da fällt mir der Spruch meines Buddies ein: "Niemand ist ganz gesund." "

Das ist sicher richtig.

Aber ich würde nicht so weit gehen und jemand mit z.B. Schnupfen mit jemandem der im z.B. Rollstuhl sitzt vergleichen.

Eine Krankheit ist keine Behinderung, auch wenn sie jemanden behindern kann. Daher finde ich deinen Kommentar doch etwas zynisch (nur ein bisschen

).

Aber ich weiss was du meinst.
27.12.2008 18:24
@explorer, bei einem Kind mit einer Krankheit gehört das meiner Meinung nach zur Verantwortlichkeit sowohl der Eltern, als auch der Tauchschule. Das hat nichts damit zu tun, ob es gesetzlich vorgeschrieben ist oder nicht. Und im Fragebogen über die Selbstauskunft steht eindeutig, dass wenn eine Frage mit "Ja" beantwortet wird, eine ärztliche Bescheinigung nötig ist.
Und wie soll ein 12-jähriges Kind für sich selbst verantwortlich sein? Im Grunde ist es mir aber egal, ist ja nicht mein Kind. Ich würde es aber selber nicht mit zum tauchen nehmen.

Michael da hast du recht, insbesondere allergisches Asthma scheint oft mit der Zeit besser zu werden oder sogar ganz zu verschwinden. Ist zumindest auch in der Familie bei uns so, die Verwandten die es als Kinder hatten, sind seit ca. dem 18. Lebensjahr davon nicht mehr betroffen, das macht Hoffnung.
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