Der Rebreather-Bereich hat nun ein eigenes Board. Fragen zu den verschiedenen Modellen, Umbauten, technischen Details und zur Praxis des Kreiseltauchens finden hier Ihren Platz. Viele Interessante Fragen wurden hier bisher gestellt und beantwortet. Alle Freunde des Rebreathertauchens - Reinschauen!

Heliox im Rebreatherauch für flache Tauchgänge ?

Ich bin seit kurzem stolzer Rebreather besitzer , und habe bereits vor jahren einen Trimix Kurs gemacht! Infolge von Kosten und mangel an geigneten Zielen/Buddys habe ich so wie wohl viele andere Trimixler selten Trimix im offenen System getaucht.

Durch die gute Gasausnutzung bei Rebreathern wird auch das Helioxing/Trimixing für mich wieder interessant,nun habe ich mir die frage gestellt ob man nicht auch Heliox in flacheren tauchgängen nutzen kann ?

Ich denke dabei besonders an tiefen von 30-60 meter ,habe gehört daß man mit konstant ppo2 und Heliox bei zb 40meter 40 minuten eine kürzere Dekozeit hat als mit Preßluft - wäre das eine praktikable idee ?!
von den gaskosten her überzeugt mich der einsatz von rebreathern da ich für einen durchschnittlichen tauchgang nie mehr als 200 liter füllgas verbrauche !
hat jemand erfahrung mit Helioxtauchgängen (vorallem im 30-60 meter bereich) !
was haltet ihr davon ?!?!?!?

thanx

andre
RBMONKS/Diverintercom
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15.03.2004 12:44
Hallo Andre,

ich denke, da läuft leider etwas falsch:

Die Übersättigungstoleranzen der Gewebe sind für Stickstoff und Helium unterschiedlich. Helium hat zwar geringere Halbwertszeiten als Stickstoff. Dadurch steigt die Gasspannung im Gewebe beim Aufsättigen schneller als bei einem langsam diffundierenden Gas. Auch wenn Helium den Körper schneller wieder verlassen kann und die Toleranzwerte gegen Übersättigung etwas höher sind als bei Stickstoff, wird aufgrund der deutlich erhöhten Gasspannung, die sich im Laufe der Sättigungsphase aufbaut, die Dekompressionsphase bei einem reinen(!) He-O2-Gemisch länger dauern als bei einem TG mit Stickstoffanteil.

Mit einem entsprechendem TG- Simulationsprogramm lässt sich dieser Zusammenhang auch leicht `virtuell-experimentell` nachweisen...


Gruß

D.S.
15.03.2004 21:11
Leider kann ich zum eigentlichen Thema "Heliox beim Wiederatmer" nichts beitragen, doch das Geschriebene von DarkShark möchte ich so nicht stehen lassen.

1) He hat eine geringere Molekülmasse als N2, folglich eine höhere Diffusionsgeschwindigkeit. Dies führt zu einer schnelleren Aufsättigung und Entsättigung in "Molekül pro Zeiteinheit".

2)He weist eine niedrigere Löslichkeit als N2 im Gewebe auf. Dies führt zu einer schnelleren Sättigung des Gewebes. Gleichzeitig heißt das aber auch, daß bei Sättigung weniger He als N2 im Gewebe ist, da die Sättigung früher erreicht wird!

3) Herkömmliche Deko-SW nutzen Koeffizienten von Bühlmann, die nach heutigem Kenntnisstand He sehr konservativ behandeln und daher Dekonachteile gegenüber N2 ausweisen. Bei modernen Dekoprozeduren geht man davon aus, daß He-reiche Gemische kürzere Dekoverpflichtungen nach sich ziehen(Ausnahme kurze Grundzeiten im kleinen Minutenbereich).

Folglich stimme ich den Ausführungen meines Vorschreibers in den wesentlichen Punkten nicht zu!

Safe diving
HolgerS
16.03.2004 11:36
Hallo Leute,

vielleicht ist`s so etwas klarer: es war ausdrücklich von `flachen` Tauchgängen mit Heliox die Rede, also sagen wir mal willkürlich: bis 30m Tiefe. Außerdem gehe ich von `kurzen` Tauchgängen aus, also weit unterhalb von der Sättigungsgrenze der langsamsten Gewebe, z.B. bis mir nach 60min Grundzeit langsam kalt wird , jedoch weit oberhalb der Minutengrenze.

Nehme ich -mangels neuerer, besserer Infos- trotzdem einfach mal die Werte von Bühlmann, so ergeben sich Halbwertzeiten für die langsamsten Gewebe von 635min (N2) und 240min (He). Die Werte mögen `konservativ` sein (oder nicht?), das Verhältnis jedoch ist prop. zur Quadratwurzel der Molekül(N2)- bzw. Atommassen (He).

Ein `langer` Tauchgang würde vielleicht 10 Halbwertzeiten, mindestens aber 6-7 HWZs dauern... (z.B. hier 6*240min willkürlich gesetzt: 1440min, also ein ganzer Tag auf 30m Tiefe).

Außerdem ist mein `virtueller Taucher` zur Vereinfachung natürlich völlig unempfindlich gegen jegliche Art von Sauerstoffproblemen (CNS, etc.).

Nun vergleiche ich einfach mit einer populären SW die Deko- Empfehlungen für Pressluft mit denen für Heliox65 und erhalte für jeweils 60min/30m sowie für 1440min/30m folgende Beispielwerte:

Luft (60min BT, 30m): 206min RT / (1440min BT, 30m): 2963min RT
He65 (60min BT, 30m): 252min RT / (1440min BT, 30m): 2079min RT

Der erste Versuch geht also offenbar zugunsten von Luft aus, der zweite jedoch nicht...

Gruß

D.S.
31.03.2004 12:29
das ist echt gut !
thaks @all
Antwort