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Hilfe zur Orientierung
Abgesandt von allwettertaucher Registriertes Mitglied am 21.04.2007 - 20:22:

Hallo,

also ich habe heute mit meinem Onkel (CMAS TL***)
einen Tauchgang gemacht, wo wir Orientierung geübt
haben.
Dabei wurde ich zuerst so in die groben Funktionen des Kompasses (Suunto SK7) eingewiesen und muss sagen das das Teil wirklich sein Geld wert ist.

Als ich unterwasser jedoch fleißig am navigieren war, verging mir irgendwie der Spaß am Tauchen.

Ich musste mich total auf den Kompass konzentrieren und alles ( oder ziemlich viel) um mich herum geriet in Vergessenheit.

Daher meine Fragen:
1.Meint ihr das legt sich mit der Zeit? und
2.Habt ihr Tipps wieoft man ca. auf den Kompass schauen sollte ? und
3. Was haltet ihr für sinnvoller?
Arm- oder Konsolenmodell?

bin mal gespannt was ihr sonst noch so
für Hinweise habt, bin also
erstmal für alles
dankbar

jens




Antwort von Euregiotaucher Registriertes Mitglied am 21.04.2007 - 20:29
Also ich hab den Kompass auch. Als Armmodel auf einer kleinen Plexiglastafel aufgeschnallt - mit einem analogen Tiefenmesser. Die Plexiglastafel häng ich mir um den Hals - mit beiden Armen vor den Körper und schon stimmt dir Richtung.

Am Anfang habe ich mir auch einen Wolf orientiert ... heute schau ich nur noch ab und an drauf - in bekannten Gewässern fast nicht mehr - meist um die Richtung zurück bei schlechter Sicht zu finden - da muss man dem Dingen auch mal vertrauen

Aber mit der Zeit lernst du das es neben dem Navigieren mit Compass in Gewässern wo du öfters tauchst auch anhand vorhandener Dinge unter Wasser funktioniert.

Wie es so schön heisst:
Rührung macht den Kleister
Antwort von Amadeus Salzburg am 21.04.2007 - 20:46
Eine Hilfe ist, sich mittels Kompass Orientierungshilfspunkte in einer gewissen Distanz zu suchen. Diese kann man dann leicht ohne Kompass antauchen.

Wir lehren solche Dinge und als TL*** sollte man soetwas wohl mitunterrichten

Antwort von tl3 Registriertes Mitglied am 21.04.2007 - 21:35
Ich habe meinen Kompass an einem Retraktor und den habe ich an meinen Wing eingeklinkt. Wenn ich einen Kurs peile, oder ihn kontrollieren will, brauche nur am Kompass zu ziehen und habe ihn „vor Augen“. Lasse ich ihn wieder los, hängt er wieder an seiner Stelle.

Aber ein Kompass ist nur eine Krücke (und damit meine ich nicht das Modell). Er ist nur ein Teil zur Navigation, neben Uhr, Tiefenmesser, Augen und Verstand.
Wobei das letztere das entscheidende ist.
Ich nutze fast nur noch die natürliche Orientierung, da sieht man am meisten vom TG.

Ein Freund, mit dem ich fast alle Tauch-Prüfungen gemeinsam gemacht habe, ist so ein Kompass-Fetischist. Wenn wir uns nach dem TG unterhalten, was wir alles gesehen haben, habe ich fast alles gesehen, was zu sehen war und er hat seinen Kompass gesehen.
Nur seinen Kompass.

Aber das ist auch eine Sache der Erfahrung.
Also: üben, üben, üben.

TL3
Antwort von Weltverbandsseniorenbeauftragte Registriertes Mitglied am 21.04.2007 - 23:11
Das gibt sich mit der Zeit, du wirst gelassener.
Du kannst als Hilfmittel dir Objekte suchen, die du anpeilst und dann den Kompass erst mal wegtun. Bist du beim Objekt angekommen, wird das nächste gepeilt usw. Dann kannst du zwischendurch mal zur Seite gucken. Natürliche Orientierung ist natürlich auch sehr wichtig, es gibt jedoch Situationen/Sichtverhältnisse/Landschaftsstruktu ren, wo du ohne Kompass nicht zurecht kommst. Deshalb üben und üben.
Ich habe den Kompass auch am Retraktor. Brauch ich ihn, greif ich ihn, ansonsten lasse ich ihn fallen und er hängt wieder vorne am D-Ring. Ich kann durchs Fenster peilen oder durch draufblicken, wie angenehm und je nach Sicht. Beim Nachttauchgang z.B. peilst du besser durch draufblicken ansonsten durchs Peilfenster.
Viel Erfolg
Antwort von kwolf1406 Registriertes Mitglied am 21.04.2007 - 23:43
Hi,

Eigentlich tauche ich hier auch bei schlechter Sicht kaum nach Kompass, sondern nach Tiefenlinie und schaue nur gelegentlich auf die Nadel, damit ich weiß, in Welche Richtung mich die Uferschräge führt. Nur wenn es bei schlechter Sicht über Grund ohne Uferböschung geht oder gar keine Sicht mehr ist, tauche ich der Kompasszahl hinterher und muss den Kompass die ganze Zeit vor mich halten.

Bei guter Sicht kann man auch mit dem Kompass eine Markierung (Stein, Felsen, Pflanze Tannenbaum, stehender Hecht ) in der gewünschten Richtung suchen und die dann antauchen. Dort angekommen suchst Du ein anders Ziel auf deinem Kurs usw. Dazwischen kannst Du den Kompass weglassen. Es gibt noch einige weitere Orientierungshilfen, so dass man selten starr auf den Kompass schauen muss.

Grüße
Klaus
Antwort von °°steffi°° Registriertes Mitglied am 22.04.2007 - 00:50
Hi,
ich tauche immer ohne Kompass, da ich sowieso nicht fähig bin zu navigieren(bin aber fleissig am lernen Z.z. orientiere ich mich immer an Gegenständen. Geht eigentlich recht gut und meistens sehe ich auch mehr von der Umgebung, als mein kompassbenutzender Buddy. Allerdings muss er mich manchmal "retten" wenn ich mich total vertaucht habe. Da hilft dann nurnoch ein Kompass. Also meine Meinung: Kompass ist gut für unbekannte Orte und bei schlechter Sicht oder wenn man grad keine Ahnung hat, wo man ist, ansonsten ist es sicher schöner sich an Objekten zu orientieren, da man dann mehr sieht.
Lg steffi
Antwort von Seeotter Registriertes Mitglied am 22.04.2007 - 00:51
Du steigst ins Wasser, gehst runter, richtest den Kompass von dir aufs steigende Ufer aus und drehst den Stellring genau so das die Nadel in den Kerben liegt.
Jetzt tauchst du fleisssig am Ufer entlang. Ist die Pulle halb leer drehst du rum und tauchst den Bogen in belibiger Tiefe zurück. Richtest du deinen Kompass aufs steigende Ufer aus und die Nadel liegt wieder zwischen den Kerben hast du den Ausstieg erreicht.

0815-ff-Methode. Daruch kuckst du fast nie auf das Ding und weist immer recht genau wo du bist.
Antwort von kwolf1406 Registriertes Mitglied am 22.04.2007 - 11:01
Machst Du das ohne Zeitkontolle? Sonst kommst du ggf. in der falschen Bucht hoch oder kannst bei gerader Uferschräge noch ganz schön über Wasser schnorcheln. Auch musst du die in der selben Tiefe die Stelle "messen".

Grüße
Klaus
Antwort von shuttle Registriertes Mitglied am 22.04.2007 - 12:25
Du hast jetzt schon viele gute Antworten erhalten. Nur zur Ergänzung:
Ich schue mir einen Tauchplatz vor dem Abtauchen genau an und merke mir die Richtung markanter Punkte verschiedener Himmelsrichtungen (sofern vorhanden). Dann kontrolliere ich unter Wasser jeweils ab dann die Richtungen (insbesondere bei Richtungsweschel) und stelle mir auf einer imaginären Karte vor, wo und in welche Richtung ich gerade tauche. Mit etwas Zeitgefühl für die zurückgelegten Strecken klappt das mit der Zeit ganz gut. Übung macht den Meister, zunächst mal in einfachen Seeregionen, Buchten und an Hausriffen. Orientierungsinn kann man auch an Land entwickeln. Nimm mal einen Kompass in ein großes Gelände z.B. mit Waldstücken, dass du nicht kennst mit, leg dir eine theoretische Route zurecht und laufe los. Versuche in einem Bogen und mit vielen Richtungsänderungen zum Ausgangspunkt zurückzukehren. Mit Hilfe natürlicher Navigation, Sonnenstand, Kompass. Das Selbe machst du unter Wasser auch. Und irgendwann klappt es ganz gut.
Good luck
Antwort von Seeotter Registriertes Mitglied am 22.04.2007 - 17:54
@kwolf1406

Tiefe und Zeitkontrolle kann man sich sparen.
Wichtig ist das der See in etwa rund sein sollte.
Antwort von Tümpi Registriertes Mitglied am 23.04.2007 - 07:28
der See "rund". Was von außen "rund" ist, kann unter Wasser ganz anders aussehen. Ich kenne einen See, wenn du da in 10 m Tiefe immer am "Ufer" entlang tauchst, landest du mitten im See an einer Untiefe von 3 m - und hast keine Ahnung wo du bist.
Antwort von **-diver Registriertes Mitglied am 23.04.2007 - 12:03
Erst einmal - sicher legt sich das

Dann - Orientierung ist nicht (nur) Kompass und (nur) Kompass ist nicht Orientierung [das kannst du evtl. machen, wenn du über Wasser einen Punkt anpeilst und dann (aus welchem Grunde auch immer) direkt und auf dem schnellsten Weg diesen Punkt antauchst, ob man dann aber noch von Tauchgang reden kann ... ] Natürliche Orientierung gehört schon mit dazu, wie so oft, ergeben (falls möglich) erst mehrere "Puzzleteilchen" das Gesamtbild - verallgemeinern lässt sich das aber nicht so ohne Weiteres, denn es spielen doch einige Faktoren (Sicht, Kenntnis des Gewässers usw.) eine Rolle.

Du hattest aber weitere Fragen - das "wie oft" ergibt sich auch aus den Faktoren oben und der Erfahrung, je länger du tauchst, desto eher bekommst du auch ein Gefühl dafür ...
Abgesehen davon ist es natürlich nicht verkehrt, sich nicht nur auf den Führenden in der Gruppe zu verlassen, sondern auch selbst "mit zu navigieren"
Na, und wenn´s gar nicht mehr geht, ist es sicherlich auch keine Schande, aufzutauchen und einen neuen Kurs zu bestimmen (immer noch besser, als stundenlang "rumzudümpeln" und Luft zu vergeuden)

Arm o. Konsole - ist m.E. Geschmackssache , ich nutze das Armmodell auch am Retractor ...
Antwort von bikefresh Registriertes Mitglied am 28.04.2007 - 14:40
Gehe ruhig öfter mal bei hundsmiserabler Sicht in den Tümpel. Wichtig ist nämlich auch das blinde Vertrauen dem Kompass gegenüber. Manchmal hat man das Gefühl korrekt geradeaus zu paddeln, beim Blick auf den Kompass wird es einem dann übel, weil man schnell mal 45° Versatz gemacht hat.
Wenn Du von einem klar definierten Startpunkt (z.B. Plattform) nun Kurs-Gegenkurs, Dreieckskurse, Rechteckkurse etc. übst und dann wieder am Startpunkt rauskommst
Aber auch hier hilft wie bei der Tarierung-üben, üben, üben
Antwort von nautiker am 28.04.2007 - 20:16
Hey, Ich denk, Wenn Du spass hast, kommt die Leistung von ganz alleine. Also, geh tauchen, hab spass und die navi.- geschichte kommt von ganz allein.

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