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IANTD Trimix Ausbildung
Abgesandt von scuba-p-r-o Registriertes Mitglied am 02.09.2007 - 22:32:

Hallo,
letztes Jahr habe ich meine IANTD Trimix Ausbildung beim Instructor meines Vertauens (mit m.E. genügend Erfahrung, 3000 TG mit etlichen TMX TG) abgeschlossen.
Seit dem habe ich 15 TG mit Trimix im Mittelmeer und See gemacht, die TG waren zwischen 50m und 85m mit Gesamttauchzeiten zwischen 95 und 154 Minuten.

Jetzt lese ich immer mehr das Helium im Travelgas verwendet wird und auch von "allen" Organisationen so gelehrt wird.

Mein TL hat dieses Thema nur kurz angeschnitten und damit beendet das er mehr als 500 Trimix TG durchgeführt hat und diese alle Gesund und sicher abgeschlossen hat. Er sieht für sich keinen Grund bewährtes zu ändern und wegen neuer Dekompressionstherorien seine Gesundheit aufs Spiel zu setzen.
Hört sich ja eigentlich vernünftig an.

Jetzt bin ich aber immer mehr am zweifeln, ob der theoretische Teil meiner Ausbildung wirklich so gut war.
Ist "Helium im Travelgas" nach neuesten Erkenntnissen ein muss oder doch nur Philosophie?




Antwort von Holger H. Registriertes Mitglied am 02.09.2007 - 22:47
Dekogase werden eingesetzt um die Innertgasabgabe zu beschleunigen. Der "Motor" für die Innertgasabgabe ist der Gradient (hier Partialdruckgefälle) des jeweiligen Innertgases. Dabei sind in 95% der Fälle nur Stickstoff und Helium beteiligt.
Wenn du von einem Sättigungzustand ausgehst hast du im Blut einen maximalen Innertgasdruck (Partialdruck) von [Partialdruck an der Oberfläche] x [Umgebungsdruck] . z.Bsp: 40m mit Atemgas 21/35 ergibt für Stickstoff 0,44x5=2,2 bar und für Helium 0,35x5=1,75 bar.
Dekompression ist einfach gesagt die Problematik diesen Innertgasdruck für den Körper verträglich auf die Oberflächenwerte (N² 0,78 He 0,..) zu verringern. Dafür gibt es 2 Varianten : 1. einfach hoch - nicht ganz so gesund L 2. so langsam hoch, daß der Innertgasüberschuss über die Lunge abgegeben werden kann. Der Innertgasüberschuss "entsteht" in erster Linie durch die Verringerung des Umgebungsdrucks (auftauchen).
Wenn du jetzt also mit Deinem 21/35 fix von 40m auf 20m auftauchst hättest du im Blut (vereinfacht) erst mal immer noch 2,2 bar Stickstoffdruck und 1,75 bar Heliumdruck, aber in der Lunge 1,32 bar Stickstoffdruck und 1,05 bar Heliumdruck. Das Partialdruckgefälle (Gradient) ist also 0,88 bar für den Stickstoff und 0,7 bar für das Helium. Hier haben wir auch schon die erste "Erkenntnis" : Wenn Du ohne Atemgaswechsel die Tiefe nicht verringerst passiert erst mal gar nix, auch keine Gasabgabe aus dem Körper (Knochen, Gewebe, Blut, ...) und wenn du bei konstanter Tiefe das Gas geschickt wechselst kannst du die Deko "anschieben".
Um die Deko zu beschleunigen musst Du "nur" die Gradienten erhöhen. Das wäre durch einen Gaswechsel auf EAN50 möglich. Die Partialdrücke im Atemgas wären dann so : Stickstoff 1,5 bar und Helium 0 bar. Dementsprechend wären die Gradienten Stickstoff 0,7 bar und Helium maximal, also 1,75 bar.
Da ist dann auch der Hase im Pfeffer - es gibt Konstellationen wo der Gradient für ein Innertgas (in der Regel Stickstoff) wieder auf den Körper "zeigt", dies hätte eine Wiederaufsättigung zur Folge. (z.Bsp Wechsel von 16/50 auf EAN50 auf 21m)
Ich würde das EAN 50 als suboptimal (auch aus pers. Erfahrung ...) bezeichnen. Damit alle Gradienten während der Deko immer vom Körper "wegzeigen" und um eine qualitativ gute Deko zu erhalten, werden bei TMX-Tauchgängen Dekogase mit Heliumanteil eingesetzt . Auch wenn sich in dieser Beziehung auch bei z.Bsp. IANTD was getan hat machen es trotzdem noch lange nicht alle so.
Mit einem 50/25 als äquivalentes Dekogas sähen die Partialdrücke in der Lunge so : Stickstoff 0,75 bar und Helium 0,75 bar aus. Dementsprechend wären die Gradienten : Stickstoff 1,45 bar und Helium 1,0 bar. Dies führt zu einer qualitativ besseren Deko. Helium dekomprimiert sich fühlbar besser als der Stickstoff.
Nun wäre es natürlich möglich alle Nase lang das Gas zu wechseln oder einen Mixer (Kreisel) damit zu betrauen. Das ist aber wenig praktikabel und aus anderer Sicht (CNS) ebenfalls nicht ganz optimal. Die YelloBox-Taucherei mit hohem Setpoint in der Dekophase geht in diese Richtung.
Um sich das Leben etwas leichter zu machen standartisieren die meisten die Dekogase z.Bsp. EAN50 und Oxy oder 35/30, 50/25 und Oxy.
Wie gesagt, ist sicher nicht komplett aber ich hoffe, daß es verständlich war ..., Holger
Antwort von Peter Gaertner Registriertes Mitglied am 03.09.2007 - 07:47
Hi Scubapro,
meist wird als Travelgas ein Dekogas verwendet. Und warum da kein He drin ist bei Deinen erreichten Tiefen, zweifelst Du zurecht...

Grüßle
Peter
Antwort von Extrem Diver Registriertes Mitglied am 03.09.2007 - 09:20
Wie Ralph W. (und der sollte es wissen) ein oder zwei Freds weiter unten richtig geschrieben hat, sollte HE im Dekogas doch Standard sein. Holger H. hat ja sehr gut und wohl für jeden nachvollziehbar erklärt, warum dem so ist. Wenn dein IANTD TL das nicht begriffen hat, sollte er doch bitte seine Ausbildungsberechtigung zurückgeben. Die von Dir zittierten Aussagen deines TL zeigen recht eindeutig, dass dieser extrem wenig Ahnung hat und Weiterbildung für ihn wohl ein Fremdwort ist.

ED

Antwort von Reni12 am 03.09.2007 - 10:28
@exkremdiver
Gibt es von Dir nur Postings wo Du andere schlecht machst oder über sie herziehst?

Du hast hier nicht gefehlt, als Du noch nicht da warst.

Reni
Antwort von Extrem Diver Registriertes Mitglied am 03.09.2007 - 12:53
@ reni(tent)

Kritik an schlechter Ausbildung dient allen. TL die nicht auf der Höhe der Zeit sind, sollten nicht unterrichten. Oder würdest Du dir in einem Kurs gerne 10 Jahre veraltetes Wissen erzählen lassen.

Da mach ich mich doch lieber unbeliebt, auch wenn es Fortschrittfeinden wie dir nicht passt.

ED

Antwort von Thore Registriertes Mitglied am 03.09.2007 - 13:02
Hi,

die Theorie wie von Holger beschrieben ist erst mal einleuchtend. Allerdings gibt es meines Wissens noch keine wissenschaftlich verifizierte Studien bzw. Studienergebnisse zu dem Thema die auf "breiter Masse" beruhen. Von daher ist man auf eine gewisse Weise "Testfahrer" für die neuen Theorien. Nicht desto trotz: ohne Probieren kein Fortschritt.
Wer allerdings Kommentare wie Extrem Diver verfasst, hat wohl über die Thematik nicht wirklich nachgedacht sondern nur übernommen, was ihm ein Anderer vorgekaut hat.
Nicht zuletzt sollte man auch den Faktor Mensch nicht auße Acht lassen. Was für den Einen gut ist, kann für den Anderen durchaus schlecht sein.

Mein Tipp: Bei Umstellung von bewährten Mitteln auf Neue immer langsam und vorsichtig vorgehen. Nicht blind vertrauen, immer auf sich selbst achten und ständig hinterfragen.


Gruß

Thore
IG-Gase
Antwort von rugol Registriertes Mitglied am 03.09.2007 - 13:04
Hai,

also mein Instructot bietet immer wieder Weiterbildung für bereits "Brevetierte" an. Hier sind dann die neuesten Strategien und auch praktische Übungen dabei. Das ist für mich ein System das Sinn macht. Bieten "Eure" das etwa nicht an?


Grüße aus dem rauhen Norden

Markus
Antwort von Thore Registriertes Mitglied am 03.09.2007 - 13:05
Sie an; und noch ein dummer Kommentar des Herren Extrem Diver. Woraus er wohl schließt, dass Reni12 ein Fortschrittsgegner ist? tz tz tz

Gruß

Thore
Antwort von uanliker Moderator am 03.09.2007 - 13:30
Haltet euch mit Anschuldigungen und Vorwürfen zurück!

Danke.

Zur Sache:

He im Dekogas / DeepStopps haben einen ähnlichen Hintergrund. Bei beiden fehlt der Wissenschaftliche Nachweis (Studien).

Die Praxiserfahrung ist mittlerweile gross und es existieren Erklärungsversuche, die mir persönlich einleuchten.

Auf der anderen Seite wurden und werden viele Tauchgänge ohne Einsatz von He im Dekogas (oder DeepStops - wohl fast nicht mehr) erfolgreich durchgeführt.

So lange man keine Wiederholungstauchgänge und sich im Bereich von D12 bewegt ... ist der Nutzen von He im Dekogas nicht offensichtlich. Ein Unterschied ist evtl. im Befinden nach dem Tauchgang zu finden.

Verlässt man den oben genannten Bereich, kann es dann aber den Unterschied zwischen Dekokrankheit oder nicht Dekokrankheit sein.

gruss Urs
Antwort von divenotsodeep Registriertes Mitglied am 03.09.2007 - 14:19
Hallo,

es gibt immer noch reichlich Taucherlehrer (gerade bei der IANDT) die auf Helium im Dekogas verzichten, weil es immer so wie bisher gut funktioniert hat. Das macht sie aber nicht zum schlechten TL. In der Regel verfuegen sie ueber eine gute Erfahrung im Mischgastauchen die ueber sehr viele Jahre hinausgeht.
Ich selber habe viele Tauchgaenge mit Helium im Dekogas gemacht und auch viele ohne. Beides hat bisher bei mir persoenlich gut funktioniert.

Der Standart sieht heute aber ganz klar Helium im Dekogas vor und so sollte es auch ausgebildet werden.

Gruss
Andreas
Antwort von divenotsodeep Registriertes Mitglied am 03.09.2007 - 14:23
@rugol

Damit ist Dein TL im hohen Norden aber einer der wenigen.
Antwort von Patrick B Registriertes Mitglied am 03.09.2007 - 14:28

Es wurde verschiedene Aspekte zur Benützung von He im Dekogas benannt. Es gibt auch ein paar stichhaltige Punkte das nicht zu tun. Es gibt auch TL´s die an Bewährter Ausbildungsstruktur festhalten. Z.T. kann man auch diese Positionen gut nachvollziehen.

1. Gründe kein He ins Dekogas zu tun:
a) N2-haltige Grundgemische (mit wenig bis kein He)
b) Mangelnde Verfügbarkeit von He
c) Logistik

2. Gründe nicht die Fahne nach dem Wind zu stellen:
a) Beständigkeit
b) Vertrauen in erprobte Prozederes
c) Vertrauen von Schülern auf durchgängige Schulungen

Obwohl ich o.g. Punkte nicht als Optimum ansehe, sollte man wenigstens versuchen zu verstehen, warum es manchmal anderst gemacht wird. Natürlich wird es auch ewig Gestrige geben, aber die holt die Zeit irgendwann ein.

Viele Grüße, Patrick
Antwort von Holger H. Registriertes Mitglied am 03.09.2007 - 19:40
Wissenschaftlicher Beweis ….?

Wenn man mit einem 10/70 aus der Tiefe von 100 m in den 21 m Bereich kommt hat man bei einem Gaswechsel auf 50 % Nitrox nun folgende werte :

10/70 bei 21 m Stickstoff von 0,6 bar ( besser als an der Oberfläche vom Stickstoff )

Bei dem Wechsel auf 50 % Nitrox haben wir einen Wert von 1,55 bar Stickstoff und von einem auf den anderen Atemzug machen wir einen Sprung auf 9,87 m Wassertiefe und sättigen halt wieder an …..

Bei einem 50/25 ist der Stickstoffwert auf 21 m 0,775 bar macht ca. 1 m Wassertiefe aus ….. das sollte doch jedem Einleuchten der sich mit den Gasen ein wenig beschäftigt ohne Wissenschaftlichen beweis …

Bei dem Beispiel würde ich noch ein drittes Decogas wählen (30/40 ab 43 m END 10 m) hatte mich oben mit dem 35/30 vertan ……

Das was ihr da macht sind Jojo TGs ( nicht ganz aber fast )

Holger
Antwort von uanliker Moderator am 03.09.2007 - 20:51
Hi Holger,

Deine Ausführung ist die mir einleuchtende Erklärung

Die Frage ist nun, was sind die Auswirkungen auf die Mikroblasenmenge (nicht theoretisch, sondern gemessen) oder eine DCS Statistik.

Würde für dies den `typischen` TMX-TG zu Grunde legen (60m / 25 Minuten GZ, 75m 10-15 Minuten GZ; hier GZ inkl. Abstieg mit 10m-15m/min).

gruss Urs
Antwort von mic Registriertes Mitglied am 04.09.2007 - 13:53
Wäre das nicht mal was, wo man mit ´nem Doppler und entsprechend sauberer (Vergleichbarkeit) Durchführung mehrerer TG-Profile einer Versuchsperson informative Daten gewinnen könnte?

Nur wer spielt die Versuchsperson ?
Antwort von scupa-p-r-o2 Registriertes Mitglied am 04.09.2007 - 16:00
Wir hatten auf einer 1 Wochen Tour nen Doppler dabei, und immer nach dem TG gemessen.
Allerdings hat man nur bei einem was gehört.
Der hatte wie sich später rausstellte ein PFO.

Antwort von Thore Registriertes Mitglied am 04.09.2007 - 16:43
Hi Holger,

deine Ausführung bzgl. des wachsden Partialdrucks Stickstoff beim Gaswechsel auf 21 m ist natürlich richtig. Aber im Gegenzug verringerst Du den Partialdruck Helium auf null. D.h. du verringerst den Parialdruck des Gases, mit dem Du am meisten aufgesättigt bist. Die Frage ist nun, ob es für eine mögliche Dekokrankheit "besser" ist das Helium schneller los zu werden und dafür in geringfügigem Maß (geringfügig wegen niedriger END) wieder Stickstoff aufzusättigen oder ob es eben besser ist, keinen weiteren Stickstoff aufzunehmen und dafür das Helium eben nicht ganz so schnell los zu werden.

Ich kann diese Frage nicht beantworten. Und hier scheinen die Meinungen ja auch deutlich auseinander zu gehen. Die "Gegner" des "Helium in Dekogasen" deshalb als die "ewig Gestrigen" zu bezeichnen, halte ich daher zum gegenwärtigen Zeitpunkt für nicht angemessen.

Die Zukunft wird zeigen, welche Vorgehensweise die Bessere ist.

Gruß

Thore
Antwort von Doppeldreier Registriertes Mitglied am 04.09.2007 - 17:04
nun gut jetzt glaube ich aber kaum das jemand mit einer D12 einen 100 m TG macht (außer mal kurz Tiefenmesser tuncken und Flucht nach oben), ob ich jetzt aber bei eine 60 m TG HE im Dekogas umbedingt brauche ist fraglich. Wenn es bisher immer geklappt hat und dieser Gedanke mich auch noch beruhigt ist ja schon einmal viel gewonnen. Vor allem frage ich mich immer, warum HE wenn dann das HE benutzt wird um Zeit zu sparen. Habe ich dann wirklich was gewonnen im Sinne von Sicherheit?
Gruß,
D3
Antwort von Holger H. Registriertes Mitglied am 04.09.2007 - 20:26
@ Thore
Ich habe gemeint das 50/25 besser ist als ein 50 %
Man bekommt keine Dekokrankheit weil das Gas bei einem 3,1 bar abgegeben wird da entstehen keine ( großen ) Blasen wenn man bis zum 21 m Stop nicht in zu schnell war …

@ Doppeldreier
Ob mit einer D 12 ein 100er machen kannst ??? wie kommst du den darauf ist doch nicht das Thema …..
Du hast das nicht verstanden glaube ich mal einfach weil es immer so ist doch keine Begründung…. Rechne den tauchgang für jedes einzelne Gas mal durch und keins darf wieder auf den Körper zeigen ( anreichern ) und das bekommst du nur mit Helium im Dekogas hin . …

Ob das bei einem 21/35 wo ja 44 % Stickstoff drin sind unbedingt notwendig ist ….. läst sich drüber Streiten ( Kosten / Nutzen ) …. Aber bei einem 18/45 wo sich nur 37 % Stickstoff drin sind sollte man nicht auf ein 50 % sondern auf ein 50/15 oder 50/25 gehen meine das sollte logisch sein und einleuchten …… Helium in Dekogas ist Unumgänglich um die Gradienten richtig zu schalten …..

Holger
Antwort von Blub CH Registriertes Mitglied am 04.09.2007 - 21:55
@doppeldreier
also ich hab schon öfters 100er mit d12 gemacht und sie nur zu einem 5tel gebraucht. und es war doch etwas länger als nur touchdown.
grüässli blub
Antwort von Doppeldreier Registriertes Mitglied am 04.09.2007 - 23:03
@Holger H
richtig, weil schon immer so ist, ist keine Begründung. Aber jetzt hast du nicht richtig verstanden. Warum soll ein Taucher der fest davon überzeugt ist, dass das was er da macht gut ist und er tatsächlich gut damit gefahren ist, das System umstellen? Was hat er davon? Richtig, die Dekompression ist wahrscheinlich besser. Das warum hast du ja schon sehr gut aufgeführt. Aber von seiner Seite besteht ja kein Bedarf für eine bessere Dekompression, die Runtimetabellen die er geschrieben hat, haben funktioniert, er fühlte sich wohl und er hat damit kein Stress. Also warum alles neu anpassen, wenn das alte funktioniert?
Schlag bitte nicht auf mich ein, ist nicht meine Meinung aber so können einige Taucher denken und so werden sie es dann auch lehren.

@Blub CH
schön das du sowas kannst, hättest Dir dann aber auch die Schlepperei mit der D12 sparen können

Gruß und lebt in Frieden,
D3
Antwort von Patrick B Registriertes Mitglied am 05.09.2007 - 08:29

Hallo Doppeldreier,

ich bin sicher auch dagegen sein eigenes System ständig umzustellen, zumal wenn man mit den Ergebnissen zufrieden ist. Ich kenne aber eine ganze Reihe Leuten, die schon sehr lange mit EAN40 ausdekompremieren und heute ca. 15 Jahre nach den ersten TMX-TG´s Probleme damit haben. Heute schiebt man es auf das Alter, dass die Schulter zwickt o.ä. Scheinbar ist es aber so, dass die Dekompressionen deutlich schlechter als angenommen verliefen. Was kann man diesen Leuten denn empfehlen ? Obwohl es heute gute Erfahrungswerte gibt (Holger hat das ja schön aufgezeigt), ist man argumentationsresistent.

Eine der wichtigsten Fähigkeiten ist es, trotz einschlägiger Erfahrung und Praxis, sich ein offenes Ohr für Neuerungen zu bewahren. Und wenn eine aktive Bewegung so viele TG´s mit He im Dekogas durch die Bank positiv beurteilt, darf man einfach nicht sagen "interessiert mich nicht". Letzteres wäre wirklich törricht.

Viele Grüße, Patrick

Antwort von Patrick B Registriertes Mitglied am 05.09.2007 - 08:32

Hallo Blub CH,

"hab schon öfters 100er mit d12 gemacht und sie nur zu einem 5tel gebraucht".

Ehrlich, mit 5 Stages ist das auch keine Kunst.

Viele Grüße, Patrick
Antwort von Walter Ciscato Moderator am 05.09.2007 - 10:21
@Urs
Das Problem ist, dass die meisten Studien auf irgendwelche U.S. Heliox Deco-„Regime“ basieren und mit den heutigen Dekompression Prozeduren (wie wir sie durchführen) wenig am „Hut“ haben.
Weitere interessante Studien und Tests wurden in Dekokammern oder an Tieren (Mäuse, Schweine usw.) durchgeführt und nur teilweise mit Tauchern durchgeführt. Weiter wurden viele Studien mit Marinetauchern abgewickelt. Somit ist die Übertragung auf die Tek-Gemeinschaft immer mit Vorbehalt zu genießen...
Hier ein paar Studien zum Thema welche mir vorliegen:
- Viewpoint Heliox, nitrox, and trimix diving; hyperbaric oxygen treatment: and a flaw in Henry`s law
Arieli (2007)
- Commentaries to the Viewpoint by:
B. Wienke (RGBM), R. Hamilton, C. Balestra + P. Germonpré (DAN Europe), A. Boussuges + J-E. Blatteau, H. Van Liew + E. Flynn (2007)
- Decompression sickness in the rat following a dive on trimix: recompression therapy with oxygen vs. heliox and oxygen
Arieli et al. (2007)
- Effect of heliox, oxygen and air breathing on helium bubbles after heliox diving.
Hyldegaard et al. (2007)
- Effect of hypobaric air, oxygen, heliox (50:50), or heliox (80:20) breathing on air bubbles in adipose tissue
Hyldegaard et al. (2007)
- Health and efficiency in trimix versus air breathing in compressed air workers.
van Rees Vellinga et al. (2006)
- Accidents during trimix recreative dives. First considering elements
Bergmann et al. (2005)
- Effects of nitrogen and helium on CNS oxygen toxicity in the rat
Arieli et al. (2005)
- Decompression sickness and venous gas emboli in helium and nitrogen diving
Vann et al. (2003)
- Continuous intracellular recording from mammalian neurons exposed to hyperbaric helium, oxygen, or air
Dean et al. (2003)
usw. usw. usw.

@mic
Dopplern, auch die „Blind“-Untersuchung (Audio) genannt ist so ne Sache. Die Töne und deren Beurteilung nach Spencer/Kisman-Masurel lassen einen großen Interpretationsspielraum zu. Dazu kommt noch die Erfahrung welche man braucht um die Gefäße „zu treffen“.

Meiner Meinung nach wäre ein Ultraschall „visuell“ z.B. vom Herz (rechter Ventrikel) besser. Liefert auch bessere Resultate (Blasen pro cm2). Ich teste nach beiden Methoden.


Versuchsperson? Genau das ist die Problematik dieser Diskussion. Pro und Contra He im Dekogas (ich tauche immer mit He in den Dekogasen) kannst du empirisch nur über Jahre erfassen. Die meisten meiner TG’s und auch gleich die Buddys (falls sie möchten) dopplere ich am Tauchplatz mit zwei portablen Dopplergeräte (Audio). Diese Daten der Trimixtauchgänge sind sicherlich auch für die Statistiken von Nutzen. Ich denke in 1-3 Jahren sind wir soweit (über 1000 dokumentierte Trimix TG’s). Die Frage ist und bleibt die Qualität der Daten. Jedenfalls wissen wir dann wie unser Outcome ist. Dies heißt nicht, dass dies für andere genau gleich ist. Weitere Tests und Messungen welche wir regelmäßig durchführen sind z.B. Schlagvolumen (Blutvolumen das pro Herzschlag vom Herz “ausgeworfen“ wird) mit der Frequenz (Puls), somit lässt sich dann das Herzminutenvolumen bestimmen. Sauerstoffaufnahme (Vo2 max.), Körperfett usw. sind weitere Parameter.

@scupa-p-r-o2
Wo, welche Gefäße habt ihr gedopplert: Lungenarterie, Vena Cava, Vena Subclavia?
Oder gar Arterien z.B. Carotis mit Valsalva?

@Blub CH
Pasci, du müsstest hier vielleicht auch den Leuten mitteilen, wie viele Stages du zusätzlich jeweils mitnimmst...(siehe Kommentar von Patrick B)
Antwort von Holger H. Registriertes Mitglied am 05.09.2007 - 11:40
Blub CH, oder war ein Kreiselchen das Geheimnis, denn 1/5 machen nur 40 bar aus, und 40 bar in einer D 12 macht halt 960 bar/l aus mit einem RB80 ( oder etwas ähnlichem ) mit zwei D12 kann ich mir das schon recht gut vorstellen …..


@ Doppeldreier
Ich denke Patrick und Walter haben da recht, dass Thema Deco ist noch lange nicht abgeschlossen und in einigen Jahren denken wir uns, uuuuuuuuuuhhhhhhhh was haben wir da gemacht aber mit dem Helium sind wir auf dem richtigen Weg ( erstmal ) aber jeder wie er möchte da gebe ich dir recht …….

Holger
Antwort von scuba-p-r-o Registriertes Mitglied am 05.09.2007 - 21:15
@ Walter Ciscato
Carotis mit Valsalva (Wenn Carotis die Arterie ist die das Girn versorgt, kenne mich mit den Begriffen nicht so gut aus).

Gemessen ca 60-120 Minten nach dem TG, je nachdem wie lange das Boot zurück in den Hafen benötigte.
Antwort von Walter Ciscato Moderator am 09.09.2007 - 02:22
Arteria Carotis = Halsschlagader

Messmethoden:
Ich messe idR ab 40 Minuten postdive. Je nach dem nochmals bei 60 und 90 Minuten.

Je nach Studie:
- Acute effects of a single open sea air dive and post-dive posture on cardiac output and pulmonary gas exchange in recreational divers
- Exercise-induced intrapulmonary shunting of venous gas emboli does not occur after open sea diving
- Exercise during a 3-Min Decompression Stop Reduces Postdive Venous Gas Bubbles
usw.

misst man 20/30, 60 und 90 Minuten nach dem Tauchgang.

Es gibt verschiedene Meinung bezüglich wann das Blasenaufkommen postdive am größten ist. Heute (je nach Studie) spricht man zwischen 40 und 60 Minuten postdive. Vor einigen Jahren gab es Studien welche aussagten, dass das Blasenaufkommen zwischen 90 Minuten und 120 Minuten nach dem Tauchgang an größten sei.

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