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Foren - Tauchmedizin - Ins Rote Meer mit entzündeter Wunde?




  

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Ins Rote Meer mit entzündeter Wunde?
Abgesandt von Hechtfreundin Registriertes Mitglied am 13.06.2006 - 16:27:

Hallo!
Diesen Freitag fliegen wir zum Tauchen nach Hurghada. Von unseren Miturlaubern hat sich bei einem eine Haarwurzel in der Achselhöhle entzündet. Das ganze hat dann angefangen zu eitern und musste operativ entfernt werden. Der Arzt hat die Wunde aber nicht genäht (ca. 2 Monate her). Jetzt war alles schön verheilt aber letzte Nacht ist es wieder aufgegangen und hat etwas geblutet und gewässert...
Genäht wird jetzt nichts und der Arzt hat ihm auch nicht vom Tauchen abgeraten. Er hat aber Angst dass es sich im Meerwasser noch mehr entzündet. Ich hab aber mal gehört, dass Meerwasser sogar zur Heilung beiträgt. Hat jemand Erfahrung hiermit?
Vielen Dank schonmal



Antwort von Oliver Redaktionsmitglied am 13.06.2006 - 18:09
Hmm....meiner subjektiven Meinung nach hat Salzwasser was beschleunigendes in der Wundheilung. Das war jedenfalls mein Eindruck beim Abheilen von Schrammen usw. Wenn man nicht gerade über mehrere Stunden im Salzwasser dümpelt und die Sonne auch noch hübsch drauf brät.
Also ruhig tauchen gehen, aber alles gut im Blick haben und drauf achten (Sälbchen,Pflästerchen und Desinfektionskram dabeihaben) wäre mein unmaßgeblicher Tipp.
Antwort von Dorftaucher Registriertes Mitglied am 13.06.2006 - 22:30
Gegen Wasserkontakt (auch Salzwasser) ist nichts zu sagen, genäht wird sowas grundsätzlich nicht.
Nicht empfehlenswert ist aber nach dem Tauchgang die Wunde noch eine Stunde in Neopren und Achselschweiß einzulegen - Bähh. Am besten nach dem Tauchgang gleich unter die Dusche, die Wunde einfach mit der Brause spülen und danach wieder hübsch trockentupfen.
Keine Salben oder sonstwas draufschmieren, einfach offenlassen und sauberhalten, das heilt dann schon. Wenn sich aber die Haut drüber schließt während in der Tiefe noch eine Höhle ist wird das immer wieder explodieren.
Ich hoffe Dein Mitreisender braucht keinen Leihanzug, der Verleiher könnte evtl. komisch reagieren
Antwort von Billy Rubin am 14.06.2006 - 00:23
Kann von dem tauchen mit der beschreibenen Wunde nur abraten. Das neopren pumpt im Achselbereich wie ein Blasebalg Luft und wasser in die Wunde – dass kann gefährliche Folgen haben – so eine Art gasbrand – Frag einen taucherarzt und keinen Metzger
Antwort von Doris Registriertes Mitglied am 14.06.2006 - 06:52
Wem es egal ist, der wird tauchen.
Meine Erfahrung ist, dass eine Wunde im ständigen Salzwasserkontakt nicht so schnell abheilt.
Das wird allerdings ausgeglichen, weil die Sonne die Wundheilung fördert.
Spätestens wenn sie den Arm nicht mehr hochbekommt sollte sie nicht mehr tauchen, bis dahin nach Schmerzempfinden und Wundgröße.

Und "Nein", ich meine nicht, dass die Wunde in die Sonne gelegt werden soll, sondern dass die Sonne im menschlichen Organismus Abwehr und Wundheilung stärkt.
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 14.06.2006 - 08:11
In Ergänzung von Billy: Rotmeerwasser enthält unter Umständen so unnette Erreger wie Streptococcus haemolyticus oder aus der Coryne-Familie. Mir persönlich wäre das Risiko zu hoch (habe mit dem Streptococcus schon mal Bekanntschaft gemacht). Arzt konsultieren!
Antwort von Inkognito am 14.06.2006 - 08:46
Also....von mir ausgehend kann ich nur sagen dass alle "offenen" Wunden, die ich mir in Ägypten zugezogen habe nur sehr schlecht abgeheilt sind. Und dann auch mit unverhältnismässig starker "Narbenbildung". Das ständige Aufweichen durch das Wasser plus der möglichen Eintrag von Mikroorganismen, gerade in tiefere Wunden, ist der Wundheilung wohl eher nicht förderlich. Nach der Rückkehr aus dem Urlaub war das Abheilen dann kein Problem...

Eines sollte imho aber auf jeden Fall unterbleiben - das Spülen der offenen Wunde mit Wasser aus der Dusche (besonders auf dem Boot) und der Kontakt mit Poolwasser, dass mitunter starkt keimbelastet sein kann. Wenn Spülen, dann mit Trinkwasser aus der Flasche....
Antwort von Carmen am 14.06.2006 - 10:17
Glaub, das kann man nur ausprobieren, vorausgesetzt man ist nicht zu empfindlich.
Ich hab zwei Erfahrungen gemacht.
Ich selber bin mit noch recht frischer, in Deutschland eiternder Brandwunde am Unterarm tauchen gegangen. Wunde ist zwar nicht zugeheilt, aber geeitert hat sie auch nicht mehr.
Fazit, bei mir wars kein problem. Hab den Urlaub tauchenderweise genossen.
Mein Freund hat sich in Ägypten in recht kleinen harmlosen Kratzer auf dem Fussrücken zugezogen.
Dieser Kratzer entwickelte sich innerhalb von zwei Wochen zu einem recht grossen, tiefen, entzündetem Loch, das in Deutschland recht langwierig behandelt werden musste.
Sein Arzt, selber Taucher, meinte das das mit irgendwelchen Bakterien , die im Rotmeerwasser verstärkt vorkommen, zusammenhing. Es ging soweit, das er zuzsätzlich zur Wundbehandlung noch irgendwelche Tabletten futtern musste, weil die Entzündung mittlerweile im Körper weiterging.
Aber überlebt hat ers auch
Eine pauschale Aussage ist meineserachtens nicht möglich. Jeder Körper reagiert halt anders.
Antwort von Carmen am 14.06.2006 - 10:22
Ich habs
Pack doch einfach einen Trocki ein.
Ging bei mir damals nicht, weil die Armmanschette genau auf der Wunde lag, aber bei Achselhöhle dürfte das doch kein Problem sein.
Und ohne Unterzieher sollte es auch temperaturmässig gehen. Jedenfalls besser als gar nicht tauchen
Antwort von Doris Registriertes Mitglied am 14.06.2006 - 10:47
Nur mal kurz zur Erklärung: Salzwasser wirkt nur dann positiv auf die Wundheilung, wenn es in einer Konzentration um 0,9% aus einer sterilen Ampulle kommt.

Gerade beim Tauchen, wo die Wunde zwei bis vier Mal eine Stunde in 3,5% Rotmeerplärre gewässert wird, verschlimmert sich die Wunde. Ich habe schon mehrfach fast abgeheilte Löcher in Ägypten zu neuer Blüte gebracht, und das bei ansonsten hervorragender Wundheilung.

Aber wie gesagt, wenn es einem nichts ausmacht, dann heilt es eben erst nach dem Urlaub. Allerdings sollte man nit dem Tauchen aufhören, wenn man merkt, dass es zu schlimm wird.
Antwort von gunther Redaktionsmitglied am 14.06.2006 - 12:37
Doris hat Recht.
Aber was solls, ich habe ähnliches auch schon gemacht, aber die Wunde jedesmal vorher halbwegs trocken verbunden mit einer wasserdichten Abdeckung.

Wurde weder besser noch schlechter, und hielt
7 Tage Rotes Meer

Gunther

Was uns nicht umbringt macht uns nur älter
Antwort von Dorftaucher Registriertes Mitglied am 14.06.2006 - 13:10
@all
Hmm, die Leitungswasserqualität / Keimbelastung hatte ich natürlich bei meiner Empfehlung mit dem Spülen nicht bedacht, Asche auf mein Haupt. Da wir auch nicht wissen wie groß und tief diese Wunde ist halte ich mit weiteren Ferndiagnosen und Therapievorschlägen jetzt besser zurück. Konsultiere einen Arzt Deines Vertrauens.
Antwort von fingerisnochdran am 14.06.2006 - 13:41
moin
"Dieser Kratzer entwickelte sich innerhalb von zwei Wochen zu einem recht grossen, tiefen, entzündetem Loch, das in Deutschland recht langwierig behandelt werden musste".

jup, genau so is es. mir is letztes jahr fast der finger abgefault. richtig schön mit eiter unterm nagel und allem was dazu gehört.
mit ner "offenen" wunde im roten meer tauchen zu gehen endet früher oder später mit lochfrass!

nach´m tauchen die wunde schön abtrocken bisschen zucker(von zu hause)drauf und immer schön´n im auge behalten. dann könnt´s passen

oh, und das mit dem zucker is kein witz.

bent

Antwort von whaleshark Registriertes Mitglied am 14.06.2006 - 15:02
Hai Hechtfreundin
wenn alles schön verheilt war wie du sagtest. Kann ich nicht nachvollziehen , dass es sich über Nacht wieder so verschlechtert hat

Gruß
Antwort von allwettertaucher Registriertes Mitglied am 14.06.2006 - 16:52
also ich finde man kann sowas "ruhig mal ausprobieren", falls es nicht geht, ist es zwar schade, aber nicht zu ändern.
Versuchs einfach, wenns dann funzt bist du der König, wenn nicht mach dir einfach so einene schönen Urlaub.
Antwort von Dirk F. Registriertes Mitglied am 14.06.2006 - 21:58
Warum klebst du nicht ein wasserfestes Pflaster und etwas mehr darüber? Einfach um das Wasser fernzuhalten? Ich hatte mir im herbst den Finger bis auf den Knochen aufgeschnitten (also klapp hoch, schau Knochen, klapp zu). Habe Verband drum gemacht )nähen wollte ich in Ägypten nicht lassen), mir aus der Apotheke einen Fingerling und wasserfestes Tape geholt und aus der Küche einen Gummihandschuh. Sah zwar bescheuert aus am Strand, man zog Blicke auf sich, aber es hielt auch bei über 6 Bar trocken und dicht. Mach der Stunde TG dann wieder Luft ran. Kann mit vorstellen, dass man eine Narbe auch einfach so "abdichtet".
Antwort von Hechtfreundin Registriertes Mitglied am 15.06.2006 - 11:09
Hallo alle zusammen!
Vielen vielen Dank für die vielen Antworten und Tipps! Ich werde es unserem Freund als Urlaubslektüre geben und er kann dann selbst entscheiden, was er machen will.
@whaleshark: keine Ahnung warum das ganze nochmal aufgegangen ist. Vielleicht war innendrin eben doch noch eine Entzündung vorhanden....
@fingerisnochdran: zucker drauf??? naja, einen Versuch ist es auf jeden Fall mal wert
Also dann bis in Kürze - wir machen uns heute Nacht noch auf den Weg zu den bunten Fischen
Viele Grüße von der Hechtfreundin
Antwort von Dorftaucher Registriertes Mitglied am 15.06.2006 - 13:20
@Hechtfreundin
Das mit dem Zucker ist schon richtig, in so hoher konzentration wirkt der nämlich keimtötend. Deswegen ist Marmelade länger haltbar als frisches Obst Klappt aber bei eher oberflächlichen Wunden besser als bei tiefen Höhlen.
Antwort von fingerisnochdran am 15.06.2006 - 18:41
moin noch ma,
@hechtfreundin
"zucker drauf??? naja, einen Versuch ist es auf jeden Fall mal wert"
hört sich aber nicht so an als würdest du mir glauben.obwohl is doch hier im forum steht

kann ich aber gut verstehen
ich hab´s auch nich geglaubt, bis ich gesehen habe wie das (grosse und echt eklige)loch im fuss meines kollegen daraufhin langsam wieder zugewachsen is.
den tip hatte er von einem unserer tauchgäste der
arzt war. (der tip is aber geheim)
wobei man natürlich immer selbst zum doc gehen sollte, der weiss es normalerweise immer besser bescheid als leute mit komischen nik´s und irgendwas in die foren sülzen.
soll´s ja geben.

@dorftaucher
die erklärung mit der marmelade is gut.
die klau ich

bent
Antwort von Dorftaucher Registriertes Mitglied am 15.06.2006 - 19:02
@fingerisnochdran
Wenn Du es so richtig lecker haben willst, es funktioniert genausogut auch mit Honig. Wir haben hier nur immer Probleme den aus der Apotheke geliefert zu bekommen, ich muß ihn deshalb immer vom Frühstückstisch der Krankenschwestern klauen
Antwort von smileysunflower Registriertes Mitglied am 15.06.2006 - 21:58
Und wenn ihr dann taucht..
Egal bei welcher Wunde, so eine grüne Flasche Betaisodona Lösung wirkt immer ganz gut.
Damit dann noch mal nachspülen hilft (bei mir) eigentlich bei fast allen Macken)

Schönen Urlaub!
Antwort von Elmar Gross am 16.06.2006 - 15:49
Hallo Hechtfreundin ...

ihr werdet das ja bestimmt nicht mehr lesen vor eurem Abflug, aber ich lasse trotzdem noch ein Hinweis zum Thema Wundheilung da.

Ein Hinweis vorneweg. Ich bin kein Arzt oder Heilprakiker. Ich berichte hier nur von meinen Erfahrungen. Wenn jemand das selber versucht, dann macht er das vollkommen auf eigenes Risiko!

Es gibt eine wunderbare Heilpflanze. Bekannt unter dem Namen `Aloe Vera` oder `Echte Aloe`. Da diese Pflanze sehr robust ist findet man sie fast in jeder Hotelanlage gerade im Süden. Achtung Wilde Vorkommen sind weltweit gesetzlich geschützt!

Ich habe schon einige Erfahrungen mit dieser tollen Pflanze machen dürfen. Ein kleiner Hund hatte eine offene Verletzung die eine handtellergrosse Tasche unter der Haut gebildet hat. Die Wunde eiterte stark und brach immer wieder auf. Die Tierärztin hat mehrfach versucht die Wunde auszuwaschen und zu nähen, bis sie nach rund 4 Monaten aufgab und sagte `entweder es wird von alleine gut, oder man muss den Hund einschläfern.

Eine Behandlung mit dem Saft der Aloe Vera hat die Wunde innerhalb von 7 Tagen bis auf einen kleinen etwa 1 cm breiten Streifen verschlossen. Nach weiteren 7 Tagen war die Wunde komplett zu.

Der Saft kann direkt in Wunden verbracht werden. Er ist antibakteriell, antiseptisch und aktiviert das Immunsystem. Als Hauptwirkstoff wird Acemannan genannt, ein langkettiges Polysaccharid, also ein Zuckermolekül .. Zucker scheint also doch sehr wirksam zu sein

Hier ein Link zu der Pflanze, falls ihr genauere Infos dazu haben möchtet.

Hier klicken

Grüsse vom grossen
(ganz neu und gierig auf`s Tauchen)
Antwort von Santaucher am 16.06.2006 - 18:04
ich kann da nur abraten. Wenn die Entzündung hier in Deutschland schon so schlecht heilt, dann noch ins keimverseuchte Ägypten? Im Meer tummeln sich alle möglichen Bakterien und Pilze, ganz egal wieviel Salz enthalten ist. Das die Körperabwehr nicht ganz in Ordnung ist zeigt doch schon der Verlauf der Entzündung.
Antwort von janpeters Registriertes Mitglied am 19.06.2006 - 08:40
Guten Morgen,
in dem zusammenhang habe ich neulich auch etwas von "korallenpolypen" gelesen, die in die wunde eindringen können, das hört sich auch nicht besonders angenehm an.
Der O-Text von der RedSeaDivingSafari:
Hier klicken
(im absatz "Palmwedelunterstände"... recht weit unten )

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