Ist Alu-Staub schädlich? Abgesandt von Wrack-uli am 10.05.2001 :
Wie schon mal kurz andiskutiert, ist der Alu-Staub aus den Tauchflaschen schädlich?
Wie verhalten sich die Aluminiumverbindungen in den Säureblockern z.B. Maaloxan oder Gelusil-Lak im Körper. Sind Langzeitschäden zu befürchten?
Dazu gleich ein Komentar von Dr. Karlheinz Kienle
Antwort von Kienle Karlheinz am 10.05.2001 jaujaujau:
War auch vor Jahren mal ne intensive medizinische Diskussion in Fachkreisen.
Mein derzeitiger Wissensstand:
1. Aluminium in der Verbindung "Magaldrat" wird nicht resorbiert, jedenfalls nicht in relevanten Mengen.
2. Bei einer groß angelegten Studie bei amerikanischen Alzheimer-Patienten wurden in erhöhtem Maße höhere Aluminium-Konzentrationen im Blut nachgewiesen. Daraus wurde zunächst auf eine Beziehung zur Entstehung der Alzheimer-Krankheit geschlossen. Dies ist mittlerweile wieder in Frage gestellt, weil in den betroffenen Altersgruppen in USA überhaupt höhere Aluminium-Konzentrationen nachgewiesen werden können. Ursächlich ist der bis in die sechziger (?) Jahre erlaubte Gebrauch von Aluminiumtöpfen, mit deren industrieller Fertigung in den dreißiger (?) Jahren begonnen wurde. Der Beginn der echten Alzheimer-Krankheit in der 6. und 7. Lebensdekade lässt eine Beziehung zum Gebrauch von Aluminium-Geschirr zu, die Ableitung der Entstehung des "Alzheimers" durch erhöhte Aluminium-Spiegel ist aber nicht mehr zulässig, schon gar nicht vom Gebrauch moderner aluminiumhaltiger Antacida wie Maalox oder ähnlichen!
Wenn´s interessiert kann ich ja noch mal Literatur suchen, habe aber im Moment wenig Zeit - meine neuen Taucherseiten, speziell über den Leistungssport müssen endlich mal online !
Gruß! Karlheinz
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Antwort von Openmind am 10.05.2001 Gute Ausführung endlich mal ne fachkundige Aussage zu dem Thema. Das würde heissen Aluminium-Oxyd-Staub (z.B. aus Alu-Stageflaschen oder aus Flaschen von Urlaubsbasen) hat keine Auswirkungen. Gibt es bezogen auf das Tauchen irgendwelche Untersuchungen von z.B: TL`s die lange Jahre auf Urlaubsbasen gearbeitet haben?
Antwort von Karlheinz am 10.05.2001 Stopp! Das habe ich nicht gesagt. Ich habe lediglich die Beziehung zur Alzheimer-Krankheit in Frage gestellt! Über Gesundheitsrisiken durch Alu-Staub mache ich mich gerne noch mal schlau und melde mich dann unaufgefordert!
Gruß! Karlheinz
Antwort von Wrack-uli am 10.05.2001 Stimmt, ich habe Karlheinz gefragt ob Alu mit Nervenleiden in Zusammenhang zu bringen ist.
Antwort von harry am 10.05.2001 ich denke, es könnte ein zusammenhang bei den stäuben von aluminiumoxid und siliziumoxid (aufgrund ihrer nachbarschaft im periodensystem haben sie auch ähnliche chemische und physikalische eigenschaften!)bestehen (=silikose).
ob dafür allerdings die mengen ausreichen, die ein hobbytaucher in seiner karriere aufnimmt und zum teil wieder aushustet ist sicherlich anzuzweifeln. aber vielleicht ein weiteres sschritt auf einem weg der zu symtomen führt...
harry
man könnte die frage mal im chemstarter forum von www.chemie.de stellen, da sind einige sehr kompente leute !
Antwort von Oliver am 11.05.2001 Hmm...prinzipiell kann man wohl zumindest hinsichtlich der Alustäube eine Analogie zu Asbeststäuben ziehen,oder nicht? Also doch schädlich,wenngleich wohl auf die Lungen beschränkt?
Antwort von harry am 11.05.2001 hab eben im pschyrembel nachgelesen, dass es eine *aluminose* gibt. diese wird durch einatmung von aluminiumstäuben hervorgerufen und ist auch eine (anerkannte) *berufs*krankheit !
->maligene pneumokoniose evtl. mit pneumothorax (ich weiß zwar nicht genau was das auf deutsch heißt, klingt aber unangenehm)
wie weit dies aber auf taucher zutrifft ist fraglich !
Antwort von Karlheinz am 11.05.2001 Ganz kurz vor der Sprechstunde, damit nicht zu viel Durcheinander entsteht: Die Aluminiumlunge ist eine Berufkrankheit, es ist die "Staublunge" der Bauxit-Bergarbeiter, die in einer sicher tausendfach höheren und vor Allem regelmäßigen Aluminiumstaubexposition arbeiten! Der Vergleich mit eventuellen Staubverunreinigungen in Tauchflaschen ist sicher nicht realistisch. Beim Menschen mit gesunder Niere wird Aluminium problemlos ausgeschieden. Bei Menschen mit chronisch kranker Niere gibt man unter Laborkontrolle sogar Aluminium als Medikament um überschüssiges Phosphat zu binden. Soviel in Kürze. Ich habe gestern noch Kontakt mit einem Giftnotruf augenommen (ich habe selbst vor Jahren lange Zeit in einem solchen Zentrum gearbeitet) um mein Wissen zu aktualisieren. Info kommt, sobald ich alles zusammen habe! Karlheinz
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Antwort von Oliver am 11.05.2001 Hi!
Also normal würde ich ja das nicht mit dem Alustaub so problematisieren.Aber seit ich in Ä gesehen habe,wie die Wartungsintervalle von den Alubuddeln sind,und was für Unmengen (!!!) Alustaub aus der Buddel rauskommen wo ichs gesehen habe-seitdem sehe ich das schon anders.
Antwort von Wrack-uli am 11.05.2001 ich glaube es geht nicht um den großen Staub, sondern wiklich um den Feinsten, der sich im letzten Eck des Körpers absetzt.
Antwort von Jan am 15.05.2001 Hallo Leute,
hier ein paar Auszüge aus toxikologischer Literatur (Bertram):
Anzunehmende täglich durch Nahrung und Trinkwasser aufgenommene Menge: 10-50 mg. Dabei werden gastrointestinal max. 15% resorbiert.
Es sind Vorgänge bekannt, besonders die Bildung nahezu unlöslicher Al-Komplexe mit Phosphat, die nicht mehr resorbierbar sind. Der Effekt wird bei niereninsuffizienten Patienten zur Senkung des Serum-Phosphatspiegels benutzt. Die dazu nötigen oralen Dosen von Al in Form von Al(OH3) liegen aber im Gramm-Bereich.
Toxikologische Wirkungen:
1. Schwere fibrotische Lungenveränderungen mit bronchopneumatischen Entzündungen bei CHRONISCHER Inhalation von rauch- oder staubförmigem Al-Metall oder Al-oxid am Arbeitsplatz.
2. Eine mögliche neurotoxische Wirkung von Al wird verantwortlich gemacht für die gelegentlich bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz und hoher Al-Zufuhr auftretenden Dialyse-Enzephalopathie.
3. Die bei Dialysepatienten relativ häufige Osteopathie kann u.a. durch die direkte lokale toxische Wirkung des Al im Knochengewebe interpretiert werden.
Als Ursache von Alzheimer wird zurzeit u.a. eine genetische Prädisposition angenommen, das entsprechende Gen heisst beta-APP. Natürlich sind nicht alle pathogenen Faktoren bekannt, ich schliesse mich aber Karlheinz an, dass ein Zusammenhang Al-Alzheimer nicht offenkundig ist.
Ich glaube ferner nicht, dass bei zureichender Filterung der Atemluft ein Risiko, auch langzeitlich nicht, besteht.
Antwort von Oliver am 15.05.2001 Hmm..das iss ja grade der Knackpunkt.Die Al-Stäube werden so gut wie gar nicht gefiltert durch den Sinterfilter,alldieweil diese Partikel zu klein sind.Rostpartikel dagegen schon.
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