Jax Mundstück und Druckausgleichsprobleme? Abgesandt von Hoku am 22.04.2006 - 13:08:
Hallo, bin Tauchschüler und habe Probleme mit dem Druckausgleich. Organisch alles ok. Ich übe fleissig und habe festgestellt, daß der Druckausgleich funktioniert, wenn ich leicht zubeise und gleichzeitig das Valsalvermanöver mache. Mit den üblichen Mundstücken geht das so schwer, da hat man regelrecht ne Maulsperre, könnt Ihr mir da Tipps geben, ein anderes kleineres Mundstück vielleicht? Ein Jax ? Welche Vorteile hat in meinem Fall ein Jax? Danke
Antwort von latuma am 22.04.2006 - 19:01 Ich habe mit dem Jax gute Erfahrungen gemacht, insbesondere, weil die gesamte Wangen/Kaumuskulatur während des TG sehr entspannt ist. Liegt wahrscheinlich an den langen Schenkeln, so dass sich der Druck gleichmäßiger verteilt.
Ob es dir allerdings beim Druckausgleich Vorteile verschafft, wirst du wahrscheinlich selber ausprobieren müssen.
Antwort von Tauchschlumpf am 23.04.2006 - 08:54 @hoku
Die "Maulsperre" ist der Grund für die Behinderung des Valsalva-Manövers. Durch die Position des Unterkiefers im herkömmlichen Mundstück wird meistens der Unterkiefer nach vorne verschoben und dadurch die Eustachische-Röhre, die das Mittelohr mit dem Rachen verbindet gestreckt, und damit der Durchmesser verkleinert. Zieh `mal einen Gummi- oder Silikonschlauch lang. Das ist der gleiche Effekt. Dazu kommt noch Krümmung und Muskelanspannung ("Maulsperre"). Auch Ohrenschmerzen nach dem Tauchen sind oft Kiefergelenksschmerzen. Nur keiner denkt dran.
@Iatuma
Im Jax-Mundstück sollte der Unterkiefer in seiner "Soll-Position" verbleiben, er rotiert lediglich im Gelenk. Dadurch kommt se in den allermeisten Fällen nicht zu den beschriebenen Verspannungen und Verschiebungen. Also ist auch auch keine/wenig Verschiebung und keine/wenig Verspannung zu erwarten. Also geht der Druckausgleich einfacher und es stellt sich keine Muskelverkrampfung während des Tauchgangs ein und das Gefühl die Zähne passen nicht mehr aufeinander ist auch fast weg.
Aufpassen muss man beim Jax bei der Anpassung mit den vorderen Zähnen, sonst ist der Durchgang für die lebenswichtige Luft auf einmal zu klein.
Die Idealanfertigung gibt es von der Fa. Secudive in Verbindung mit dem Zahnarzt. Hört sich teuer an, ist es auch 345€ + zahnärztliches Honorar...... (bin selber einer und tauche mit Jax)
Antwort von Hoku am 23.04.2006 - 10:34 Hallo Tauchschlumpf,
also Du bist der Meinung ein Jax könnte die Lösung meiner Probleme sein????? Ich mein, das kostet so um die 25 Euro, das wäre absolut kein Problem für die 2 oder 3 mal im Jahr wo ich dann tauchen gehe.
Wir tauchen als Schüler mit alten Poseidonatemreglern, da soll man angeblich kein Jax anbinden können, da undicht. Meinst Du ich kann mir in nem TAuchshop einen Atemregler ausleihen, wo ich mein Jax dran machen kann?
Danke für Deine Mühe.
Antwort von MacStone am 24.04.2006 - 09:19 Versuche mal etwas anderes:
Zunge nach hinten rollen und anschliessend gegen die oberen vorderen Zähne drücke, jetzt musst du nur noch den Kopf nach hinten strecken und der Druckausgleich erfolgt.
P.s Ist nicht meine eigene Erfindung, haben die Sturzkampfpiloten im WK II praktiziert, da man der Vorteil hat, den Druckausgleich ohne Hände zu vollziehen. Ich für meinen Teil finde es angenehmer als Nasedrücken und pressen. Nebenbei ist pressen auch nicht so gesund.
Antwort von boesewicht am 24.04.2006 - 13:48 @MacStone:
das bitte mal genauer erklären - meine Kollegen grinsen sich schon eins weil ich hier nun sitze und die ganze zeit irgendwelche "kopf in den nacken" Bewegungen mache
gibt es irgendwo eine genaue anleitung ?
bitte
merci
udo
Antwort von MacStone am 24.04.2006 - 15:07 Druckausgleich nach Valsalva: Der für das Tauchen notwendige Druckausgleich lässt sich auf verschiedene Arten herbeiführen. Am weitesten verbreitet ist der Druckausgleich nach Valsalva (1704), der von über der Hälfte aller Taucher angewendet wird. Bei geschlossener Nase und Mund wird mittels Pressdruck der Lunge eine Druckerhöhung im Nasen-Rachen-Raum herbei geführt. Die für die meisten Taucher problemlose Methode birgt allerdings einige Risiken. Der erhöhte Druck bewirkt bei Betroffenen mit funktionellem FORAMEN OVALE INEN Shunt (Übertritt) von Mikrogasblasen in den arteriellen Schenkel. Zusätzlich kann es bei kreislauflabilen Personen zu einem Blutdruckabfall kommen. Ein Valsalva-Manöver sollte aus diesem Grund immer nur mit wenig Druck und rechtzeitig genug, dass heißt schon bei geringen Druckzunahmen durchgeführt werden.
Druckausgleich nach Frenzel: Eine weitere Ausgleichs-Methode ist, durch Schlucken und gleichzeitiges Vorschieben des Unterkiefers einen Druckausgleich herbei zu führen. Nur Taucher mit einer guten Tubengängigkeit und ausreichendem Training sind in der Lage, das Mittelohr so zu belüften. Das 1939 von H. Frenzel ursprünglich für Sturzkampfbomber entwickelte Druckausgleichsmanöver verlangt einige Übung. Mittels der nach hinten verschobenen Zunge wird ein Druck im Nasen-Rachen-Raum aufgebaut. Voraussetzung ist eine durch die Maske verschlossene Nase und die Fähigkeit, die Stimmritze willkürlich zu verschließen. Vorteil der Methode ist der fehlende Pressdruck in der Lunge, Nachteil ist die schwere Erlernbarkeit.
Druckausgleich nach Delonca: Als ideal für Taucher erweist sich das 1966 von G. Delonca entwickelte Verfahren. Der stufenlose Druckausgleich ohne Pressdruck ist von allen Personen mit guter Tubengängigkeit nach einiger Übung gut durchführbar. Die Zungenspitze wird gegen die obere Zahnreihe gedrückt. Durch gleichzeitiges Rückführen des Kopfes tritt das Zungenbein tiefer und öffnet die Tube. Ein leichter Überdruck in der Maske sowie regelmäßiges Atmen auf den ersten zehn Metern beim Abtauchen erleichtern den Druckausgleich. Als vorteilhaft ist anzusehen, dass der Taucher die Hände nicht benötigt, und dass kein Pressdruck angewendet werden muss. Wermutstropfen des Delonca-Manövers ist die nicht ganz einfache Technik, die zuerst an Land einstudiert werden sollte.
Gruss MacStone
Antwort von MacStone am 24.04.2006 - 15:13 Guckst Du auch noch:
Antwort von Tauchschlumpf am 24.04.2006 - 21:14 Hallo Hoku,
das Verändern von Atemreglern der Tauchschule mit einem eigenen Jax Mundstück wird dir wohl keine Tauchschule gestatten. Aus schlicht rechtlichen und versicherungs-technischen Gründen.
Versuch so weit wie möglich das Standard-Mundstück nicht zu krampfhaft mit den Zähnen festzuhalten, Du hast ja auch noch die Lippen und sprich auf jeden Fall mit deinem Tauchlehrer über dieses Problem. Er sollte Dir wenigstens einige Tipps in dieser Richtung geben können und besser noch einige persönliche Übungseinheiten unter Wasser.
Viel Erfolg !
Tauchschlumpf
Antwort von boesewicht am 29.04.2006 - 12:54 @macstone
merci
Antwort von miaz am 10.06.2007 - 19:51 :- );- ):ma d :kotz i
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