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Foren - Biologie - Karpfensterben im Pichlinger See (OÖ)




  

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Karpfensterben im Pichlinger See (OÖ)
Abgesandt von WolfgangG Registriertes Mitglied am 22.04.2008 - 20:00:

Hallo!

Weiß wer etwas über das Karpfensterben im Pichlinger See bei Linz?
Ich habe bei einem Tauchgang letzten Sonntag fünf verendete ?Amurkarpfen? (>100cm) gesehen. Alle im Uferbereich, auf einer Strecke von ca 100-150m.

Taucher auf der anderen Seite des Sees haben mir ebenfalls von toten Karpfen erzählt.
Was kann die Ursache für ein Massensterben sein, und wie sind die Auswirkungen auf den Badesee/Wasserqualität?
Wenn auf 100m Uferlänge 3-5 Kadaver kommen, sind das hochgerechnet auf den gesamten See bei gut 3km möglicherweise 100 Kadaver die nun vor sich hin verwesen.



Antwort von Lukas(AUT) Registriertes Mitglied am 22.04.2008 - 20:15
Von meinem Bruder welcher Angler ist habe ich gehört das einmal der gesamte Fischbestand eines Sees gestorben ist weil ein (großer) Ast auf die Eisschicht gefallen ist, und in folge eingebrochen ist, die Fische haben sich während der Ruhephase zu sehr aufgeregt und sind gestorben weil sie ihre reserven zu schnell aufgebraucht haben!
Vielleicht haben die oben beschrieben exemplarer keinen ruhigen Winter gehabt
Antwort von wrack-uli Redaktionsmitglied am 23.04.2008 - 08:32
Oder zu wenig Sauerstoff
uli
Antwort von Weltenbummler Registriertes Mitglied am 23.04.2008 - 08:35
Hi,
Das passiert im Frühjahr öfters. Ursache für den Tod der Fische ist vermutlich ihr geschwächter Zustand durch das bevorstehende Ablaichen.

Gruß
Weltenbummler
Antwort von FoolishFarmer Registriertes Mitglied am 25.04.2008 - 07:30
Nur laichen Amurkarpfen nicht in Mitteleuropa...

Hat es denn da wirklich nur tote Amurkarpfen? Oder auch andere Fische? Normale Karpfen?

Es gibt grundsätzlich erstmal viel zu viel Möglichkeiten für Fischsterben, als dass man per Ferndiagnose irgendwas bestimmen könnte. Das reicht von Chemisch-physikalischen Problemen über Stress bis hin zu artspezifischen Krankheiten...
Antwort von WolfgangG Registriertes Mitglied am 25.04.2008 - 11:07
Hallo!

Ich habe von der Linz-AG (Betreiber) folgende Info erhalten:
"Nach Rücksprache mit dem Obmann des Fischereivereines handelt es sich bei der toten Fischart um den Silberkarpfen (Tolstolop) der sein Lebensalter erreicht hat.
Die Fischkadaver werden täglich eingesammelt und über die Tierkörperverwertung entsorgt
Laut Laborbericht und Fischereiverband gibt es keine Auswirkungen auf die Wasserqualität."

...was mit den Tieren passiert die unter Wasser liegenbleiben, weiß ich allerdings nicht.

(wie kann ich hier ein Foto einfügen?)
Antwort von Harry Moderator am 27.04.2008 - 07:31
Hier sind die Bilder:





Antwort von Spaziergänger am 27.04.2008 - 20:56
Hallo,
ich bin gerade eine Runde um den See gegangen, und habe 21 dieser toten Karpfen gezählt. Ein Angler hat erzählt, dass gestern die Linzer Stadtwerke (SBL) auch schon 20 Tiere eingesammelt hat, und war schockiert, dass es heute schon wieder so viele sind. An Altersschwäche als Todesursache kann man dabei kaum glauben.
Antwort von WolfgangG Registriertes Mitglied am 28.04.2008 - 17:35
Laut Linz AG werden die angeschwemmten Kadaver täglich entsorgt.
Sorgen machen mir die Kadaver die nicht angeschwemmt werden, sondern untergegangen sind.
Dass alle dieser Fische zeitgleich mit 30Jahren den Löffel abgeben glaube ich auch nicht recht.

Mir ist aufgefallen, dass der See noch immer sehr dicht bewachsen ist. Im letzten August war er einfach super schön und extrem dicht bewachsen. Sicht war auch toll. Ich habe damals ein kleines Video gemacht: Hier klicken
Möglicherweise hat es etwas mit dem dichten Bewuchs zu tun.
Antwort von Bio-Uli Moderator am 02.05.2008 - 12:25
Selbst ein paar Dutzend Kadaver der Silberkarpfen, die im "Kraut" verschwinden, machen diesem See-System nichts aus. In dem Video sieht man typische Pflanzenarten und einen Bewuchs, der auf einen lediglich mittel-stark nährstoffbelasteten See hindeuten. Die Transparenz ist für den "Sommer" erstaunlich. Will sagen: dem See geht es in diesem Video "ökologisch" recht gut und 300 kg Kadaver sollten für die Aasfresser, Schredderer und Bakterien in diesem See "ein Klacks" sein. Der Abbau dieser Biomasse dauert nur ein paar Tage.
Das alles löst allerdings nicht die Frage, wer die Karpfen auf dem Gewissen hat. An Spekulationen will ich mich auf die Ferne und als Piefke nicht beteiligen. Als Taucher vor Ort könnte man da schon mal bei der Linz AG "nachfragen", was die Untersuchungen ergeben haben.

Best fishes,

BIO-Uli
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