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Knochenaufbau
Abgesandt von Andreas Nowak am 08.07.2008 - 09:04:

Hallo,
ich habe Anfang Juni eine Sinus-Lift-OP gehabt, mir wurde für eine spätere Implantatsetzung Knochen aus dem Becken im Oberkiefer aufgebaut.
Einheilzeit soll 5-6 Monate dauern.
Nun meine Frage: Kann ich damit im Herbst eine Tauchsafari machen, ohne das Zusammenwachsen des Knochens zu gefährden?
Danke
Andreas




Antwort von Stephan K. Registriertes Mitglied am 08.07.2008 - 09:09
Was sagt denn dein Arzt dazu.
Ggf. auch mal bei einem Taucharzt nachfragen.
Hier klicken
Antwort von Tümpi Registriertes Mitglied am 08.07.2008 - 09:18
guck mal hier: Hier klicken im Forum. da wird grad eine Diskussion bzgl. Implantate geführt...
Antwort von MichaT. Registriertes Mitglied am 08.07.2008 - 13:39
Hallo Andreas,

bei Dir ist für den sog. Sinuslift die knöcherne Wand der Kieferhöhle eröffnet worden.
Die Wundheilung im Knochenbereich dauert in Abhängigkeit von der Größe des Defektes 4 bis 6 Monate. So lange sollte keine Druckwechselbelastung erfolgen.

Außerdem wird bei bei frischen Regenerationszonen die Gefahr einer localen DCS diskutiert - eine Minderdurchblutung des OP-Gebietes könnte die Folge sein.

Fazit: Frage Deinen Operateur noch einmal (Nur er kann Dir etwas über die Ausdehnung des OP-Gebietes sagen).
Meine Empfehlung lautet stets 6 Monate kein Tauchen !

lg Micha
Antwort von drelanger Registriertes Mitglied am 08.07.2008 - 20:30
Einverstanden, was ist aber beispielsweise mit Trompetern (Maurice André) bei ihm wurden im physiologischen Institut der Uni Köln intraoral 6 bar Druck gemessen (damit kann man locker einen LKW-Reifen aufblasen)!! Darf er 6 Monate nicht mehr schnäutzen?
drelanger
Antwort von drelanger Registriertes Mitglied am 08.07.2008 - 22:43
Mit allem Drum und Dran kostet diese Eskapade um die 10.000,00 €.
Man muss sich allen Ernstes und mit Nachdruck fragen, wie ist es möglich, dass sich der Betroffene bereits zwei Monate nach der OP hilfesuchend in einem Medizinforum umtut, um Antworten auf seine Fragen zu erhalten.
Dies kann nur ein Mangel an Aufklärung bedeuten und damit ein Vertrauensverlust in die Behandler. So etwas führt nicht selten, selbst bei korrektem Behandlungsverlauf im Ergebnis zum Nachteil des Behandlers. Dies völlig zu recht, denn ein objektivierbar gutes Behandlungsergebnis muss nicht zwangsläufig mit der Lebensplanung des Patienten übereinstimmen, welches rechtlich das höhere Gut darstellt.
Mit anderen Worten, wenn mir ein Implantologe zwei Jahre meines Taucherlebens klaut, um auf der Sparkasse seine Schulden tilgen zu können, sollte er gute Argumente haben.
drelanger
Antwort von MichaT. Registriertes Mitglied am 09.07.2008 - 12:32
Ich kann bei der Frage keinen "Mangel an Aufklärung bedeuten und damit ein Vertrauensverlust in die Behandler" sehen. Der Fragesteller schrieb auch nichts zum Umfang und Inhalt der Aufklärung. Er hat einfach nur die Frage ins Forum gestellt, evtl. in der Hoffnung, eine für ihn "günstigere" Antwort zu bekommen.

am Rande und völlig OT,
es würde mich aber schon interessieren, wie Herr Kollege Langer auf die Summe von 10 T€ für eine derartige Behandlung kommt, zumal der Fragesteller nichts über Umfang und Lokalisation der geplanten Versorgung verlauten lies.

Und auch (oder gerade)der Trompeter sollte nach Defekten der knöchernen Kieferhöhlenwand, egal ob iatrogenen, traumatischen oder anderen Ursprungs besser keine 6 bar intraoral aufbauen und muß ggf. auch beruflich pausieren.

Zu guter letzt: Niemand muß sich auf diese Art und Weise versorgen und sich Jahre seines Taucherlebens stehlen lassen. Implantologische Eingriffe sind Wahleingriffe und in der Regel im Vorfeld sehr gut mit dem Patienten abgestimmt.
Wenn man diese Art der Versorgung nicht möchte, gibt es genügend Alternativen (Regelversorgung: Teilprothese )
Antwort von drelanger Registriertes Mitglied am 10.07.2008 - 01:55
Wenn Sie sich die Liste der Implantatanbieter im Internet anschauen, dann wissen Sie, dass sie keine Preise erhalten. Als lanjährig gutachterlich tätiger Kollege, kenne ich jedoch die Abrechnungsmodalitäten diverser Anbieter auf diesem Gebiet, und dann wissen sie auch, dass 10.000,00 € für Implantate im Oberkiefer mit Sinuslifting eher das untere Ende der Fahnenstange darstellen.
Das Sinuslifting als solches existiert nicht, da es eine Vielzahl von Vorschlägen gibt dieses zu erreichen. Es gibt meines Wissens auch keine Statistik darüber, welches Verfahren nun besonders erfolgversprechend ist. Im Prinzip macht jeder was er will und hofft, dass es gut ausgeht. Ist das Patientenaufklärung?
Im übrigen, neben der Regelversorgung und der Teilprothese, die sie hier so überaus negativ darstellen, möchte ich Ihnen anheim stellen, über prothetische Versorgungen nachzudenken die zwar nicht kostenneutral zu erbringen sind, aber die Knochendefekte von Fehlimplantationen nicht berücksichtigen müssen.
drelanger




Antwort von MichaT. Registriertes Mitglied am 10.07.2008 - 12:48
Guten Tag Herr Kollege Dr. Langer,

Nun denn, Sie haben mich tatsächlich dazu gebracht, die Kosten für eine einseitige Freiendlückenversorgung zu kalkulieren (Dazu brauche ich keine Preisliste von Implantatanbietern aus dem Netz - Ich arbeite damit). Nur soviel: die komplette Versorgung inklusive Suprakonstruktion bekommen Sie für weniger als 50% Ihrer Angabe. Sollte es in Ihrer Region anders sein - in Deutschland gibt es die freie Arztwahl

Ich werde mich ganz sicher nicht auf eine Fachdiskussion zu diesem Thema im Tauchernet hinreisen lassen.

Wenn Sie andere Therapieansätze für besser geeignet halten so ist dies Ihre Entscheidung.

Die Argumentation unter Verwendung falscher Aussagen und Polemik halte ich persönlich für eher weniger professionell.

Daher an dieser Stelle für mich EOT

PS
Literatur zu Methoden des Sinuslifts und auch zu Ergebnissen finden Sie u.a. von Tatum, Boyne, James, Summers, Benner, Bauer, Heuckmann, Wallace, Froumund und anderen.
Antwort von Doppeldreier Registriertes Mitglied am 10.07.2008 - 14:26
und ich dachte Ärzte verhalten sich anders als Bauhandwerker. Weit gefehlt.

Ich persönlich würde mich von MichaT. beraten lassen, macht eindeutig den besseren Eindruck.

Gruß,
D3
Antwort von Stephan K. Registriertes Mitglied am 10.07.2008 - 16:55
Und ich würde mich auch gerne von meinem Arzt informieren lassen. Insbesonders, da dieser alle Unterlagen hat und vielleicht dadurch den besseren Durchblick hat.

Ggf. wären zwischenzeitliche Untersuchungen, welche den Heilungverlauf darlegen sehr sinnvoll.

Es gibt Patienten, wo alles schnell verheilt und natürlich auch welche wo es deutlich länger dauert.

Ich würde nicht fahrlässig Komplikationen riskieren. Insbesonders, da bei Safaris die medizinische Versorgung nicht gewährleistet ist. Und in vielen Urlaubsländern möchte ich nicht ins Krankenhaus müssen.

Und um aber noch einen anderen Standpunkt darzulegen.
Wenn du mir "meine" Safari/Urlaub versaust, weil du vorzeitig zurück musst, dann werden wir definitiv dicken Ärger bekommen.
Du riskierst nicht nur deine Gesundheit, sondern riskierst auch den Urlaub der Mitreisenden.
Sowas könnte man auch asozial oder egoistisch benennen.

Nichts für ungut, aber bedenke bitte auch diesen Standpunkt

Antwort von Dümpler Registriertes Mitglied am 15.07.2008 - 21:59
Servus,
Danke an Micha T. für die hochgehaltene Fahne der normalen Zahnärzte. Ich weiß jetzt wieder warum ich keine Gutachten mache...
Nach jedem Sinuslift bekommt der Patient die Aufforderung nicht zu schnäutzen und wenn nötig Nasentropfen...
Das Ganze soll 6 Monate ausheilen bis weiter versorgt wird.
Nebenhöhlenprobleme sind häufig beim Tauchen.
Ich denke eine Tauchpause ist durchaus angeraten.
Wie lange die genau sein muß (3 bis 6 Monate) kann nur der Operateur sagen, da der die Details kennt (Größe der Knochenwunde, Beschaffenheit der Schleimhaut, usw.)
Und Rücksicht auf die anderen macht evtl. wirklicj Sinn.
Wenn es beim zu frühen Tauchen Komplikationen gibt beißt Du dich in den..
Gruß
Dümpler
Antwort von MichaT. Registriertes Mitglied am 17.07.2008 - 00:36
Hallo alle zusammen,

und hier noch eine Warnung an alle, die glauben ein (tauch-)medizinisches Forum ersetzt das Fragen beim behandelnden Arzt od. Zahnarzt.

drelanger ist nach eigenen Angaben hier im Forum sowie im Forum von Medicdive (welches leider seit einigen Tagen nicht mehr erreichbar ist) Dr. Eckart Langer, Arzt, Zahnarzt und „… 8 Jahre lang Gutachter der Ersatzkassen in Hessen und verschiedener Privatkassen bundesweit …“

Weder bei der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Hessen noch bei der Landeszahnärztekammer Hessen (telefonische Anfrage vom 11.07.2008.) ist oder war ein Kollege dieses Namens bekannt.

Es muss ja nicht jeder mit seinem Realnahmen im Internet unterwegs sein, jedoch würde ich in medizinischen Fragen nicht unbeding Nicknames vertrauen

liebe Grüße
Micha

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