Kopfschmerzen beim Tauchen Abgesandt von Olli am 07.07.2003 - 09:17:
Hallo zusammen,
kürzlich waren wir in Thailand. Am letzten Tauchtag hatten wir drei TG bei Racha Noi. Alles war i. O., ich fühlte mich wie immer gut und freute mich auf den ersten "Jump In". Als wir im Wasser waren und gemeinsam abtauchten, überraschte uns ab ca. 5 Meter eine Strömung, wie ich sie noch nie erlebt habe. Wir mußten stark dagegen ankämpfen und kamen keinen Meter vorwärts. Wir ließen uns auf den Grund absinken (ca. 28 Meter) und mußten uns regelrecht an den Felsen festkrallen. Wir versuchten dann schräg zur Strömung flach über dem Grund zu tauchen. Dazu kam noch, das die Wassertemperatur in der Strömung schlagartig um 7 Grad sank. Nach 17 Minuten zeigte der erste 50 bar an. Auch ich war sehr erschrocken, als ich auf meinen Fini guckte... 80 bar!!! Es war das erste mal beim Tauchen, dass ich kaum mit dem Atmen nachkam. Nach ca. 10 min Tauchzeit machten sich Kopfschmerzen bemerkbar, die von Minute zu Minute immer stärker wurden. Nach 28 Minuten war der TG auch für meinen Buddy und mich zuende... wir tauchten unter Einhaltung der Aufstiegsgeschwindigkeit inkl. Sicherheitsstop auf. Auch mein Buddy klagte über sehr starke Kopfschmerzen. Die Schmerzen bei mir waren so stark, dass mir regelrecht übel wurde. Ich ließ zur eigenen Sicherheit die darauffolgenden 2 TG ausfallen. Die Kopfschmerzen vergingen nur langsam und dauerten bis in den späten Abend. Selbst am nächsten Tag hatte ich noch leichte Nachwehen. Zuhause in Deutschland machte ich gleich eine Runde bei einigen Ärzten... keiner konnte es genau sagen, was es war. Mein HNO ist der Meinung, wir sind zu schnell aufgestiegen und hatten folglich mit einem leichten Barotrauma zu tun. Ich bin mir aber 100%ig sicher, dass dies nicht der Fall ist. Ich glaube eher, dass es was mit dem "außer Puste" zu tun hat. Was meint Ihr? Hat jemand von Euch ähnliche Erfahrungen gemacht?
Bin mal gespannt auf Euer Feedback. Liebe Grüße, Olli
Antwort von Roger am 07.07.2003 - 09:38 >>überraschte uns ab ca. 5 Meter eine Strömung, wie ich sie noch nie erlebt habe...<<
Kann auch nur ganz einfach Stress gewesen sein. Man springt ins Wasser, denkt nichts Böses und dann kommt der Hammer...
Dazu der erhöhte Luftverbrauch, das Gegenankämpfen - da steigt schon mal der Blutdruck, und das kann ganz schön Kopfschmerzenn bereiten.
Antwort von Soni am 07.07.2003 - 09:50 klassischer Fall von erhöhter CO2 Anhäufung.
Durch die Anstrengung und die hohe Atemfrequenz ist dein CO2 Spiegel sehr stark angestiegen. Symptome sind Kopfschmerzen.
Für weiter Informationen Google mal oder z.B. Hier klicken
Tipp: Wechsel den HNO
Antwort von Kormoran am 07.07.2003 - 10:04 Da ihr beide Kopfschmerzen hattet, tippe ich mal auf die Luftpumpe, die Eure Flaschen gefüllt hat. War vielleicht Öl in der Luft oder eine dampfende Garküche neben dem Kompressor? Dazu kam dann noch die Anstrenung und der hohe Luftverbrauch.
Antwort von Olli am 07.07.2003 - 10:31 @ Kormoran,
ich war schon sehr oft mit diesem Tauchboot unterwegs, die Flaschen werden an Bord gefüllt und sie haben auch eine sehr saubere Filteranlage.
Olli
Antwort von Torsten am 07.07.2003 - 11:14 Ich schliesse mich mal Soni`s Meinung (CO2-Spiegel) an. Ich hatte das auch mal beim Flusstauchen bei extrem starker Strömung (max. Wassertiefe um die 7m) und war da nicht der einzigste, dem`s so ging. Auch hier konnte eine schlechte Luftqualität ausgeschlossen werden ...
Antwort von Kasimir am 07.07.2003 - 11:46 Soni hat Recht. Typischer Fall von CO2-Überschuss. Kann nicht nur bei erhöhter Arbeitsleistung, sondern auch beim Versuch Luft zu sparen, passieren.
Antwort von Gunther am 07.07.2003 - 11:55 Hi,
ich denke auch CO2 wars, beim nächsten mal hinterher
einige Min. O2 und es gibt zumindestens eine Entlastung.
Gruß
Gunther
Antwort von Freestyler am 07.07.2003 - 13:07 Hai,
hatte mal das gleiche Problem in Ägypten (vielleicht nicht ganz so starke Kopfschmerzen) und kann mich nur den anderen anschließen, CO2 dürfte der Grund gewesen sein. Abhilfe: tief bzw. sehr tief Atmen beim Tauchen, auch wenns anstrengend wird. Braucht ein Konzentration am Anfang, aber es funktioniert. Hatte schon ewig keine Kopfschmerzen mehr.
Gruß, Freestyler
Antwort von Stefan am 07.07.2003 - 14:13 Tippe auch auf CO2.
Übrigens: Kopfschmerzen können durch Anstrengung aber auch durch Sparatmung kommen, da hat der Vorschreiber Kasimir recht.
Flaschen: Würde ich nie ganz ausschließen. Gerade auf einem Boot nicht. Irgendein Depp macht den Motor an während gefüllt wird und schon saugst Du die ganzen Abgase mit ein.
Trotzdem Tip hier: CO2 durch Anstrengung
Antwort von Olli am 07.07.2003 - 14:25 Vielen Dank an alle. Werd mir das nächstemal zu helfen wissen.
Happy Diving
Olli >)))°>
Antwort von Gunther am 07.07.2003 - 14:46 Hi Olli,
noch eins, die o.g. antworten gelten nur, wenn Du einen ausgeglichenen Flüssigkeits Haushalt hattest. Ansonsten können unter den Bedingungnen
auch durchaus leichte Deko-Sympome auftreten.
Nur so zur Sicherheit.
Gunther
Antwort von Christian Rinn am 08.07.2003 - 13:44 Hallo Olli,
kann mich den Vor-Schreibern nur anschliessen. Aufgrund der hohen Belastung koennte es zwei moegliche Gruende dafuer geben (event. auch eine Kombination der beiden):
1. der hohe CO2-SPiegel
2. EIn unausgeglichener Fluessigkeitshaushalt. Letzteren punkt hatte ich an Pfingsten: ganz entspannter Tauchgang am Lago (20m) nach 10 min leichte Kopfschmerzen der Tauchpartnerin, die die dann staerker wurden (waren ca. 5 min auf 20m, dann langsamer aufstieg ueber 15min an die Oberflaeche, keine Stroemung etc.). nach Ausreichender Fluessigkeitsgabe (ca. 1-2l Wasser) gingen die Kopfschmerzen langsam weg. Kann grad beim ersten Tauchgang am Tag passieren, wenn man beim Fruehstueck nicht dran denkt, wieviel man nachts in den warmen Gegenden ausschwitzt.
Gruss
Christian
Antwort von guenter am 24.07.2003 - 23:34 Hi! Das klingt für mich recht eindeutig nach erhöhtem pCO2! Gerade beim Tauchen, wenn der Körper schwer arbeiten muß ist relativ rasch jener Punkt erreicht an welchem man zwar ausreichend Sauerstoff einatmet, jedoch nicht mehr die Möglichkeit besteht das vermehrt entstandene CO2 abzuatmen. Bei starker Anstrengung kann das CO2 nicht mehr ausreichend abgeatmet werden, hier erreicht der Körper unter hyperbaren Bedinungen seine Grenze. Typischerweise entsteht ein starker Kopfschmerz welcher auch bis zum nächsten Tag noch nachwirken kann. Aspirin, Voltaren helfen hier leider gar nicht...
Grüsse Guenter
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