Kopfweh nach TG Abgesandt von Aaron am 22.10.2002 - 15:05:
Ich habe nach jedem meiner Tauchgänge relativ starke Kopfschmerzen. Nachdem ich den ein oder anderen Rat einbgeholt habe, wurde die Erklärung "du hast erst 15 TG und verbrauchst weniger Luft als manch ein alter Hase - damit hat das bestimmt was zu tun" am greifbarsten. Nun will ich wissen, was es damit auf sich hat, welche Gründe meine Kopfschmerzen haben könnten, wie gefährlich das Ganze ist und was ich dagegen tun kann.
wie du es beschreibst, hört sich das nach Sparatmung an. Hast du einen guten TL an der Hand? Wenn ja, lass dir was über Atemtechniken und deren Anwendung erzählen und übe das Ganze mal. Etwas weiter unten wurde zu diesem Thema schonmal gepostet. Lies mal, sind gute Informationen dabei.
Gruß
Erwin
Antwort von Stefan am 22.10.2002 - 18:39 Hai Aaron,
dafür kann es verschiedene Gründe geben. Das läßt sich so einfach nicht beantworten. Dafür benötigst Du Rat, denn Dir nur ein TL oder ähnliches geben kann. Im Zweifel solltest Du einen Taucherarzt konsultieren, deren Adressen über die GTÜM oder hier in Tauchernet erhälst.
OKI?
Antwort von maiky1970 am 22.10.2002 - 19:47 Kopfschmerzen entstehen z.B. auch durch zu wenig Trinken, Sparatmung ist sicher auch ein Thema. Ursache für Kopfweh nach dem Tauchen - gerade bei Anfängern - kann auch übermäßige Anstrengung sein, die oft gar nicht bemerkt wird. ZB. Tarierung nicht optimal und ständiges Flossenschlagen oder mit den Händen paddeln. Aufregung und zu schnelles Atmen können auch mal Ursache sein. Wenn es sich um Deko Tauchgänge handelt, lieber mal tiefe Stops einlegen, als 12 Minuten auf 3 Metern.
Allerdings gibt es auch Taucher, die immer mit Kopfschmerzen aus dem Wasser kommen. Egal wie erfahren und gesund. Diese Sorte Taucher berichten davon, daß Tauchen unter Nitrox die Kopfschmerzen genommen hätte. Also - wenn gar nix mehr hilft mal über einen Nitrox Kurs nachdenken.
Gruß und schmerzfreie TG
Antwort von Aaron am 23.10.2002 - 11:25 @all
Vielen Dank für die schnellen und informativen Antworten. Ist echt ne toll Begrüßung hier im Taucher-Net
@Erwin
Hm, Sparatmer... ja, das trifft sicherlich auf mich zu. Weißt Du auch was der medizinische Aspekt ist (Mangel/Übersättigung)?
@Stefan
Also TL konnte ich mir ja noch als Tauchlehrer übersetzen, aber was um Himmels Willen bedeutet GTÜM??? Ich bin doch erst ganz neu dabei
@maiky1970
Danke für die Tipps, das mit dem Trinken kann echt sein aber überanstrengt hab ich mich glaub ich nicht...
Stichwort Nitrox: Wenn ich jetzt auf Nitrox umsteige, dann bekämpfe ich das Symptom und nicht die Ursache. Ich habe Angst, dass es noch schlimmer wird, wenn ich in einer Tauchbasis mal gezwungenen bin normale Druckluft zu atmen. Was denkst Du über diesen Gedankengang?
Nochmal vielen Dank an alle
Aaron
Antwort von TimII am 23.10.2002 - 13:02 @Aaron GTÜM = Gesellschaft für Tauch und Überdruck-Medizin.
Das mit der Sparatmung kenne ich. Ich selbst tauche auch erst seit Juni d. J. und habe am Anfang fast jede 12er-Flasche bis auf die Reserve "leergerüsselt". Habe dann krampfhaft versucht, wenig zu atmen (schließlich hatten meine Buddies oftmals noch 140 bar in der Pulle); die Folge war auch stundenlanges Kopfweh. Hatte außerdem nur wenig getrunken (und zu allem Übel auch noch ein Bier - so viel zum Thema "keine dehydrierenden Getränke" (hähä)).
Ich denke mir einfach, dass die Sparatmung ebenfalls zu viel CO2 verursacht und eine Art Vergiftungserscheinung auslöst. Folge Kopfweh.
Bin allerdings keinesfalls allwissend
Antwort von Tom am 24.10.2002 - 08:59 Sparatmung: und wenn Du deine Flasche schneller leer machst als Dein Buddy - was soll`s, dann endet der TG halt etwas früher (sollte ihm lieber sein, als wenn er Dich wegen CO2-Problemen ertten muss). Im Laufe der Zeit reduzierst Du Deinen Verbrauch ganz von selber. (gleichzeitig solltest Du aber trotzdem auf _gleichmässige_ Atmung achten)
Es gibt aber noch andere Punkte, die Kopfschmerzen auslösen können (wie sehen die eigentlich aus: mehr von hinten, seitlich?)
- nach etwas schnelleren Aufstiegen bekommt beispielsweise meine Frau Kopfschmerzen (Druck in den Nebenhöhlen reduziert sich nicht schnell genug)
- bei kopflastiger Tauchlage neigt man evtl. dazu, den Kopf mit viel Kraft in den Nacken zu nehmen, das per Verkrampfung zu Kopfschmerzen führen kann (allerdings neigen Anfänger eher zum Überbleien und damit nicht zu einer Kopfüber-Lage, eher umgekehrt)
Evtl. solltest Du Dich einem von einer Tauchschule geführten TG anschliessen und den Guide bitten, Dich mal wegen praktischer Tips zu beobachten.
Antwort von Aaron am 24.10.2002 - 11:53 @ Tom
meine Kopfschmerzen sind hauptsächlich im Schläfenbereich angesiedelt.
Ich galube zudem nicht, dass meine Schmezen an einem zu schnellen aufstieg liegen könnten, da ich immer sehr vorsichtig aufsteige. Das mit dem Kopf in den Nacken könnte natürlich sein, aber das widerspricht sich damit, dass die Schmerzen nicht aus dem Genickbereich zu kommen scheinen. Zudem neige ich auch zum "überbleien"
Mit Deiner Eingansargumentation hast Du natürlich recht, aber gerade im Urlaub gewöhnt man sich an sparsam zu atmen, damit man eine größere Gruppe nicht hemmt.
Was meinst Du eigentlich genau mit CO2-Problemen? Denkst Du, dass ich durch meine Sparatmung eine CO2-Übersättigung habe? Gibt es da noch andere Symptome außer Kopfschmezen (z.B. schwere Zunge)?
Danke für Deine Hilfe
Glück und Frei(h/z)eit
Aaron
Antwort von Michael T am 24.10.2002 - 19:29 Hallo Aron,
versuche mal nach auftreten der Kopfschmerzen,
sehr viel zu Trinken dann müßten sie sehr schnell
verschwinden.
Bei mir ist das jedenfalls so.
Oft kommen sie nach Tiefen Tauchgängen im kalten Gewässer.
Bei diesen Tauchgängen wird sehr viel Wasser an die eingeatmete Luft abgegeben.
Das deinem Körper später fehlt.
Dieses führt auch dazu, das durch die Verdunstung deinem Körper auch Wärme entzogen wird.
Als Beispiel:
Tg auf 10m sind bei normal 15L/min = 30L/min (2bar Umgebungsdruck)
Tg auf 50m sind bei normal 15L/min = 90L/min (6bar Umgebungsdruck)
Bei beiden Beispielen versucht der Körper die Luft in den Lungen auf 100% mit Wasser aufzusättigen.
Der CO² Spiegel spielt da vielleicht nicht so eine große Rolle.
Da er an der Oberfläche rasch Abgeatmet wird.
Eine andere Möglichkeit wären noch die Nebenhöhlen.
Bei Problemen mit den Kiefern- oder Stirnhöhlen würdest du keine 5m unter Wasser kommen.
Tut Höllisch weh.
Würde ich aber mal bei einem Hals-Nasen-Ohrenarzt untersuchen lassen.
Hausarzt kann da leider wenig erkennen.
Hoffe das Hilft dir weiter.
Gruß
Michael T
Antwort von Dirk am 24.10.2002 - 19:57 So Kopfschmerzen können auch noch andere Ursachen haben.
Eine zu enge Kopfhaube z.B. kann das verursachen, ein zu eng eingestelltes Maskenband ebenfalls.
CO2 - Probleme bekommt man bei einer Spar-, bzw. P=endelatmung. Dort wird die Lunge nur zu einem Bruchteil geleert und in diesem Totraum steigt dann die Konzentration des CO2. Kann zu Kopfschmerzen führen, wahrscheinlicher aber zu Atemnot....
Ne schwere Zunge bekommst Du eher vom Saufen, und da die meisten Seen hier alkoholfrei sind, sollte man vom Tauchen hier keine schwere Zunge bekommen.
Bekannt ist die Tatsache, daß es Personen gibt, die es mit Preßluft kaum hinbekommen, Kopfschmerzfrei aus dem Wasser zu kommen. Nach dem Umstieg auf Nitrox ist dieses Phänomen weg. Damit bekämpfst Du die Ursache, nicht das Symptom. Der Stickstoff tut weh, und da im Nitrox weniger Stickstoff hat als Luft....
Die Sache mit dem Stickstoff kann verschiedene Gründe haben, warum es wehtut. z.Bsp. ein PFO. Das kann Dir aber nur ein Tauchmediziner oder ein Cardiologe beantworten. Dann kann der Stickstoff einfacher beim Aufstieg in den Arteriellen Blutkreislauf gelangen und wird im Hirn natürlich nicht wirklich gut abgeatmet.
WEnn Du sagst, daß die Kopfschmerzen immer auftreten, wann treten sie auf? Noch im Wasser während des tauchens, beim Aufstieg, oder erst wenn Du wieder draußen bist?
Ich selbst hatte bei Tauchgängen in Messinghausen auch Kopfschmerzen im Aufstieg, bzw. kurz danach, obwohl der Buddy (Aladin) mir sagte, daß ich problemlos aus dem Wasser gehen könne.
Man kann dich übrigends nicht zwingen mit Preßluft zu tauchen. solange die erforderlichen Brevets vorhanden sind, es auf der Basis Nitrox gibt und man selbst die Courage hat, darauf zu bestehen, will ich es sehen, daß man einen zwingt!
Gruß
Dirk
Antwort von Dirk am 24.10.2002 - 20:07 Also die Rechnung oben will ich korrigieren, da laut Physik nur die MAsse an Luft aufgewärmt / befeuchtet wird. Und da ist es eigentlich egal, ob Du 10 oder 50m tief tauchst (was wir natürlich alle nicht tun! Außer mein Buddy(Aladin))
Das Lungenvolumen von vielleicht 5l ist ja deswegen auf 50m nicht größer. Es passen zwar mehr Liter rein, aber nur wenn sich die Luft wieder auf 1bar Umgebungsdruck ausdehnt.
Die MAsse der Luft, die angewärmt und befeuchtet wird, ist zwar auf 50m 3x so groß wie auf 10m, aber immer noch verschwindend gering.
Außerdem lößt sich unter hohem Druck nicht mehr Wasser in Luft. Zumindest nicht das 3fache.
Antwort von Emanuel am 28.10.2002 - 07:41 Wilde Spekulationen!
Kopfschmerzen können so viele verschiedene Ursachen haben! Natürlich stehen sie, wenn sie immer nach dem Tauchen auftreten, im Zusammenhang mit den Veränderungen, die der Körper durch das Tauchen erfährt. Da beim Tauchen mit (sauberer!)Pressluft der Körper nur Stickstoff anreichert, ist also der vermehrte Stickstoff, die erste mögliche Ursache.
Der kann bei verschiedenen Konstitutionen auch unterschiedliche Wirkungen entwickeln. So hemmt er z.B. den Stoffwechsel in der Leber (-> Schläfenkopfschmerz!) und den Nieren...
Dann werden die Schmerzen mit Abbau des Stickstoffs langsam wieder verschwinden.
3 Dinge würde ich zunächst ausprobieren, (und wenn die Schmerzen dann immer noch auftreten, unbedingt vom Arzt abklären lassen):
1. Nitrox, sicherlich eine Möglichkeit weniger Stickstoff aufzunehmen.
2. Unbedingt mehr Flüssigkeit, dann aber auch mehr Mineralien!
und schließlich 3. Vitamin B-Komplex, stützt und aktiviert den Leber-Stoffwechsel.
Antwort von Veronique am 24.11.2002 - 20:43 Hy,
Ich kenne diese Kopfschmerzen auch und weiss jetzt bei fast 180 TG., dass ich als Anfängerin zu schnell und oberflächlich geatmet habe und da das damals mit dem Tarieren auch noch nicht so super war, dachte ich mit einatmen -Luft anhalten--------- ausatmen usw wäre es gut. Dieses unregelmässige Atmen hat mir Kopfschmerzren verursacht. Versuch einfach normal und gleichmässig zu atmen, nicht die Luft anhalten, und beim Sicherheitsstop konzentriert ausatmen. Wichtig ist auch der Aufstieg von 3 auf 0 m. Der soll ganz langsam geschehen (30 sec/m)und man soll git ausatmen.
Versuchs mal.
Tschüss
Antwort von heavens am 25.11.2002 - 22:17 Eventuell auch mal die Augen untersuchen lassen. Veränderte oder schlechte Sichtbedingungen führen auch zu Kopfschmerzen.
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