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Foren - Tauchmedizin - Kosten Dekokammerbehandlung bzw. Druckkammerfahrt




  

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Kosten Dekokammerbehandlung bzw. Druckkammerfahrt
Abgesandt von russi Registriertes Mitglied am 17.04.2008 - 06:05:

Hallo ,mich würde interessieren was nach einem Tauchunfall die Behandlung in einer Dekokammer kostet.
Weiss jemand auch was eine Druckkammerfahrt in Deutschland kostet?

Danke



Antwort von shuttle Registriertes Mitglied am 17.04.2008 - 07:15
Eine Druckkammerfahrt kostet i.d.R. etwa 30 - 45€, je nach Umfang und Art.

Eine Druckkammerbehandlung für eine DCSI ab 1.500€ aufwärts (nach oben keine Grenzen, je nach Umfang)
Antwort von kuki_taucher Registriertes Mitglied am 17.04.2008 - 08:21
Hallo,

nimm mal als Rechnungsgrundlage den Preis von shuttle für eine Sitzung bei einem Notfall.
Wenn du Pech hast, ist das der Kostensatz für eine Stunde.
Zum Beispiel kostet der Aufenthalt auf eine Intensivsation in eine KKH in Deuschland rund 1.000 Euro die Stunde !! (inkl. aller Kosten).

Daher sollte eine Versicherung immer den Max. Betrag abdecken, welcher zur Verfügung steht.

Grüße
Antwort von shuttle Registriertes Mitglied am 17.04.2008 - 08:30
Kuki: "Versicherung ... Max. Betrag"
Antwort von Neptun Registriertes Mitglied am 17.04.2008 - 11:26
@Russi
Die Kosten für Deutschland kenne ich nicht.

Letztes Jahr im Sommer war ich allerdings nach einem Tauchzwischenfall in einer Druckkammer in Südfrankreich (Militärkrankenhaus in Toulon). Rein ambulante Behandlung, mittags rein, abends wieder raus, eine einzige Kammerfahrt. Seitdem habe ich zwei Rechnungen erhalten, die eine über ca Euro 550, die zweite über Euro 345 (bei der zweiten waren nur ärztliche Beratungen und lauter Blutanalysen drauf).

Grüßle vom Neptun
Antwort von klarwassertaucher Registriertes Mitglied am 17.04.2008 - 11:54
Moin,
@shuttle:
Gibt es eine rationale Erklärung für den eklatanten Unterschied zwischen "normaler" Druckkammerfahrt (wann macht am eigentliche eine "normale" Fahrt?) und der DCS I- Behandlung in der Druckkammer? Eigentlich ist letztere doch auch nur: Rein -Druck (schnell) hoch - Level halten (o.k, ggf. auch Multilevel) - Druck (langsam) wieder `runter - raus. (Zusätzliche Sauerstoffgabe über Maske mal aussen vor).
Die Kostenrechnung von Neptun erscheint mir da plausibler. Ich hatte vor längerer Zeit mal einen Kostenvoranschlag für eine kurative Kammerfahrt (Trigeminusbehandlung, drei Level bis 2,8 bar ohne zusätzlichem O2, 2h total) eingeholt, der lag bei 580 DM, also ca. 300 €. WIMRE wurde bei einfachen Fällen nicht einmal eine Begleitperson mit eingeschleust (gut, ist lange her). 1500 € nur für ein paar Stunden Überdruck sind ein stolzer Preis .
Hartmut
Antwort von Doris Registriertes Mitglied am 17.04.2008 - 18:19
@Klarwassertaucher,

bei uns sitzen bei der Spaßfahrt (für 50 €/Person) sieben Leute für eine Stunde in der Kammer und haben Spaß.
Bei der medizinisch indizierten Fahrt ist einer alleine drin, meistens deutlich länger und der bindet auch noch Fachpersonal.
Antwort von shuttle Registriertes Mitglied am 17.04.2008 - 20:16
Doris:

Klarwassertaucher: Schlage vor, du gehst mal zu einer Druckkammerfahrt. Erstens lehrreich, zweitens machts Spaß und drittens siehst du selbst mal, was hinter so einem HBO Zentrum steckt.

"wann macht am eigentliche eine "normale" Fahrt?" ->

Kammerfahrten:

1) 50-Meter-Tauchfahrt mit tauchmedizinischer Einführung und Besichtigung der technischen Einrichtungen. Wird oft durch regionale TS organisiert, Kosten wie oben genannt.

2) Sauerstoff-Toleranztest für NITROX-Taucher mit tauchmedizinischer Einführung in 18 Metern Tiefe 30 Minuten 100 % Sauerstoff-Atmung über Vollllgesichtsmaske. Durchgehende EKG-, Blutdruck-und transcutane Sauerstoff-Überwachung, Fahrtbegleitungdes kompletten Sauerstoff-Toleranztestes durch notfallmedizinisch geschultes Personal

Das sind "normale" Fahrten

"Behandlung in der Druckkammer? Eigentlich ist letztere doch auch nur ....." -> nicht böse sein, das ist jetzt einfach Quatsch.
Wie gesagt, geh hin, lass es dir zeigen und oder stell dir mal eine Intensivstation vor
Antwort von klarwassertaucher Registriertes Mitglied am 20.04.2008 - 08:44
Moin,
@Shuttle: Danke für Deine Tipps. Allerdings habe ich schon eine ganze Anzahl Kammerfahrten hinter mir (vor 1999, als die gesetzlichen Krankenkassen noch ambulante kurative HBO- Behandlungen zahlten- oder denkst Du, ich habe mir den erwähnten Kostenvoranschlag aus Jux und Dollerei machen lassen?), kenne also Druckkammern durchaus in- wie auch auswändig . Daher weiß ich auch, dass durchaus nicht jede Druckkammer eine Ausstattung wie beispielsweise Großhadern hat(te)- ein Oxypuls- Monitor plus EKG macht eine Druckkammer noch lange nicht zur Intensivstation, genauso wenig wie die Anwesenheit eines Technikers und eines Arztes (der, n.b, auch nicht die ganze Zeit neben der Kammer stand, sondern meist nur bei Druckwechseln und auf Anforderung aus der Ambulanz herüberkam). WIMRE wurde damals leichtes DCS I nach TS 280-40 mit intermittierender Sauerstoffatmung oder TS 280-60 ohne Sauerstoff (schwereres DCS I und leichtes DCS II nach der gleichen Tabelle mit Sauerstoff) behandelt. )Ich hatte die gleichen Profile, nur ohne O2). So janz aus dem „Kaltem“ kam meine Bemerkung mit dem „Druck rein- halten- stufenweise runter“ als Therapieverlauf also nicht.
Ich gebe allerdings gern zu, dass ich über die aktuellen Kammerausstattungen und -profile nicht mehr so orientiert bin –seit ich meine Kammerprofile „nass“ ( Dem Geiz der Krankenkasse sei Dank, wer weiss , ob ich ohne sie jemals mit Tauchen angefangen hätte) fahre, habe ich keine Druckkammer mehr von innen gesehen (und hoffe, dass das auch so bleibt).
Ansonsten bitte ich um Verzeihung, dass ich intellektuell den Sprung vom Topic der Anfrage (Kosten für eine kurative DCS- Behandlung) zu shuttles Antwort (Kosten für eine „Spaßfahrt“ in der Gruppe als „normale“ Kammerfahrt) nicht geschafft habe – das Alter, die Mikroblasen, und dann macht Tauchen ja bekanntlich ohnehin..., na, ihr wisst schon.
Nix für ungut,
Hartmut
Antwort von shuttle Registriertes Mitglied am 21.04.2008 - 08:12
"Ansonsten bitte ich um Verzeihung, dass ich intellektuell den Sprung vom Topic der Anfrage ... zu shuttles Antwort .. nicht geschafft habe.
Kein Problem, ich helfe gerne:
"Behandlung in einer Dekokammer " -> ist eine medizinische Indikation
Entsprechend fiel meine Antwort aus.

"So janz aus dem „Kaltem“ kam meine Bemerkung mit dem „Druck rein- halten- stufenweise runter“ als Therapieverlauf also nicht" -> die Sichtweise ist OK. Dennoch ein Beispiel aus der Praxis:
letzt. mir bekannte Behandlung (ärztliche Indikation) einer DCSI: Kosten mit Nachsorge rund 2.500€, die vom Versicherer des Betreffenden (aquamed) problemlos erstattet wurde.

Kein Grund zu streiten.


"eine Druckkammerfahrt " -> ist normalerweise eine ohne (med.) Indikation.

Zum Rest: DCS-"Behandlungen" mit entsprechender medizinischer Untersuchung/ Begleitung


Antwort von klarwassertaucher Registriertes Mitglied am 21.04.2008 - 13:02
Moin Shuttle,
nö, ich wollte das auch nicht als Streit aufgefasst haben . Ich bin zwar durchaus Musikfreund, was aber nicht bedeutet, dass ich unbedingt Händel suche . Nur erlaube ich mir (vor allem, da ich kürzlich wieder meine Gehaltsabrechnung incl. SV- Abzüge in Händen hatte doch zu fragen, wie die Medizinmänner dazu kommen, von uns armen Würstchen so schwindelerregende Summen einzufordern. Nehmen wir doch mal so einen DCS I –Unfall auseinander: Ich komme also etwas hastig aus dem Wasser und habe nach zwei, drei Stunden so ein Stechen in der Schulter. Gut, ich habe meine Doppel-12er etwas blöd abgesetzt , könnte also auch `ne Zerrung sein. Also ab zum Arzt, untersuchen lassen:
Fall 1: Ich habe tatsächlich `ne Zerrung. Doc sagt: Kaufen se sich mal etwas Rheumasalbe (nicht mehr verschreibungsfähig) und Aspirin (auch nicht), das wird wieder. Ich schreibe sie krank, komm`se in einer Woche wieder. Nach Ablauf der Woche erfolgt die Nachuntersuchung, Doc nimmt (sicher ist sicher) noch etwas Blut ab, Fall erledigt. Die Untersuchungen zahlt natürlich die KK, die Therapie (Salben+Pillen) in diesem Falle ich privat.
Fall 2: Zunächst wie oben, aber Diagnose DCS- ab in die Kammer. Kammer zahle natürlich (sic!) wieder ich privat. Eine TS 280-40 dürfte etwa den Umfang einer „Spaßkammerfahrt“ (etwas längere Dekompressionsphase, dafür nicht so tief) haben, seien wir großzügig und nehmen für die Kosten für das Monitoring (Sauerstoffsättigung und EKG) und den Sauerstoff den Faktor 2 mit dazu und als reine Fahrtkosten die 350€ der „Spassfahrt“ von shuttle (ich nehme mal an 10-Mann- Kammer, voll besetzt?), komme ich also auf 700€ Kammerkosten- unter der Voraussetzung, dass kein med. Personal mit eingeschleust wird (wird es das bei leichtem DCS I überhaupt gemacht ) und auch bei der „Spaßkammerfahrt“ ein Arzt vor Ort ist (ist das so?). Nachsorge dürfte sich wohl in diesem Falle auch im wesentlichen auf Blutuntersuchung sowie auskultieren und palpieren beschränken- das würde die KK auch bei einem beliebigen Sportunfall zahlen, warum also bei einem Tauchunfall nicht?
Kurz, ich kann es ja verstehen, dass, wenn die reinen Kammerkosten privat getragen werden müssen, bei einem DCS I leicht über 500€ pro Kammerfahrt zusammenkommen können. Trotzdem kann ich nicht verstehen woher die 1500-2500€ kommen, wenn offensichtlich eine „Spaßfahrt“ kostendeckend für 350€-500€ angeboten werden kann.
Aber vielleicht muss man ja nicht alles verstehen , meint
Hartmut
Antwort von RichiH Registriertes Mitglied am 21.04.2008 - 13:10
Ist doch ganz einfach: Beim Einen muessen sie konkurrieren, beim Anderen nicht.
Antwort von shuttle Registriertes Mitglied am 22.04.2008 - 08:01
Hartmut: jetzt hab ich dich ... Ich bin privatversichert, d.h. ich sehe alle meine Rechnungen und schüttle auch über das ein oder andere den Kopf, insbesondere wenn ich das Ungleichgewicht Labormedizin versus Dienst am Menschen sehe (was heute für eine Blutuntersuchung im Vergleich zur ärztlichen Beratung abgerechnet wird). Aber das ist ein anderes Thema. Viele Druckkammern sind privat finanziert und von einer kenne ich die Zahlen in etwas und glaube mir, trotz einiger Zuschüsse haben die es schwer, kostendeckend zu arbeiten. So viele Tauchunfälle gibt es nun (Gott sei Dank) nicht und die hyperbare Medizin steckt noch in den Kinderschuhen. Eine Tinitusbehandlung wird heute überwiegend eher noch per Infusion denn per Kammerfahrt behandelt usw. usf.
Aus diesem Grunde: gut versichert schützt vor bösen Überraschungen.
LG
Sh

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