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Mal wieder Malariaprophylaxe
Abgesandt von petra2806 Registriertes Mitglied am 12.01.2007 - 14:54:

Hallo,

nachdem ich eigentlich alle Beiträge bezüglich Malariaprophylaxe -im speziellen Lariam- durchgelesen habe muß ich sagen, das ich immer noch verunsichert bin und nicht weiß, was zu tun ist.
Fliege am 25.1. nach Kenia zum Tauchen möchte aber auch ganz gerne ne 3tägige Safari machen.
Mein Hausarzt empfiehlt mir auf jeden Fall Lariam hat aber keine Erfahrungswerte mit Tauchern.

Was ratet Ihr mir ???



Antwort von Weltenbummler Registriertes Mitglied am 12.01.2007 - 15:01
Hi Petra,
War schon 3 x in Kenia und habe nie eine Prophylaxe genommen Es ist wichtiger, nicht gestochen zu werden! Am lange, helle Kleidung (besonders die Knöchel sind am beliebtesten) und Antimückenmittel. Die beste Prophylaxe für Taucher wäre Malerone.
Schönen Urlaub und grüß mir die Löwen.

Antwort von Weltenbummler Registriertes Mitglied am 12.01.2007 - 15:22
Ups, da fehlt ein Wort:
Am Abend ...
Antwort von shuttle Registriertes Mitglied am 12.01.2007 - 15:29
Hallo Petra,
lese dir zum Thema Lariam einmal das hier durch "Hier klicken" Lariam und tauchen schließen sich aus.
Rede mit deinem Arzt einmal über eine stand by Lösung und beherzige Weltenbummlers Worte.
Vielleicht noch kurz: Normale Inkubationszeit vorausgesetzt bist du im Fall der Fälle eh bereits wieder in Deutschland. Wichtig: NAch der Reise bei evtl. Anzeichen sofort auf Malaria untersuchen lassen.
Gruß
SH
Antwort von Doktorfisch Registriertes Mitglied am 12.01.2007 - 16:22
@Petra2806:
shuttle hat ja bereits den passenden Link geschickt: Lariam und Tauchen vertragen sich nicht, da es unter Lariam häufig zu schwerwiegenden Störungen des Gemütszustands und der Wahrnehmung bis hin zu Halluzinationen kommen kann. Wenn Malariaprophylaxe und Tauchen, dann Malarone(R) (und nicht Melerone).

Zudem ist zu bedenken, dass zwischen einer Malariainfektion und dem Ausbruch der Erkrankung immer mindestens 7 Tage vergehen. Da die voraussichtliche Reisedauer aber sicher länger ist, wäre auf jeden Fall eine Stand-By-Medikation sinnvoll, d.h. prophylaktische Mitnahme von Antimalariamittel, die man dann nur bei Auftreten von Krankheitserscheinungen einnimmt. Da Kenia aber ganzjährig ein hohes Malariarisiko (verstärkt in der Regenzeit), v.a. in den Tieflagen und an den Küsten birgt, wäre eine prophylaktische Einnahme eines Anti-Malariamedikaments (Malarone)die sicherste Lösung.

Generell - und auch das wurde bereits erwähnt - gilt: Schutz vor dem Gestochen-Werden ist die wichtigste vorbeugende Massnahme (geeignete Kleidung, Repellents, etc.)

Sichere Reise und immer gut Luft,
Doktorfisch.
Antwort von petra2806 Registriertes Mitglied am 12.01.2007 - 19:10
Erstmal DANKE für Eure netten Beiträge

@weltenbummler

Und Du hattest auch nie ne Stand-by-Prophylaxe im Gepäck ???

@shuttle

Wenn ich Dich recht verstehe, kann ich mir das Geld also auch sparen. Denn im Jan/Febr. ist in Kenia keine Regenzeit.

@Doktorfisch

Hab`s verstanden. Tauchen und Lariam

Werde Montag noch mal mit meinem Hausarzt reden


Liebe Grüße Petra.
Antwort von stefo am 13.01.2007 - 22:14
Doxycyline ist billiger und ebenso effektiv wie Malarone (und nicht kontra-indiziert fürs Tauchen). In Deutschland ist es (noch) nicht offiziell als Malariprophylaxe vorgesehen (im Gegensatz zu vielen anderen Ländern), ist aber eine legales Medikament (Antibiotikum), dass die jeder Arzt verschreiben kann.
Antwort von petra2806 Registriertes Mitglied am 14.01.2007 - 10:03
Hallo Stefo,

ich hab irgendwo auch von Doxycyclin gelesen.
Hast Du es selbst schonmal benutzt ??? Erfahrungswerte ???
Antwort von stefo am 14.01.2007 - 11:09
Habe es bereits mehrfach benutzt, immer bei Reisen nach Ostafrika.
Erfahrungswerte:
1. Bisher keine Malaria (bei Einnahme von Doxy)
2. Häufige Nebenwirkungen wie Magenschmerzen, Sodbrennen lassen sich vermeiden, wenn man es nicht auf nüchternen Magen nimmt (Erfahrung!) und sich eine Stunde nach Einnahme nicht in die waagerechte begibt
3. Erhöhte Sonnenempfindlichkeit habe ich persönlich keine Probleme mit gehabt,ich verbrenne ohnehin nicht leicht und habe mit Doxy keinen Unterschied festgestellt - wohl aber mit anderen Leuten gesprochen, die größere Schwierigkeiten damit hatten. Also auf jeden Fall gut eincremen!

Insgesamt gute Erfahrungen, würde und werde es wieder nehmen. Ist bei uns schon preisgünstig und auch im Ausland überall (rezeptfrei) erhältlich - gut bei längeren Reisen.

Paar Kommentare zu den anderen Vorschlägen:

Stand-by Medikation ist eigentlich nur dann sinnvoll, wenn man sich in abgelegenen Gebieten aufhält. Ansonsten bei ersten Anzeichen zum nächsten Krankenhaus, Test machen lassen, und ggf. Medikamente bekommen und nehmen. Die Ärzte dort sind i.d.R. sehr erfahren im Umgang mit Malaria, es ist also nicht unbedingt von Vorteil, wenn man es erst bekommt, wenn man wieder zu Hause ist, wo Tests u.U. sehr lange dauern (natürlich auch besser sind) und man dementsprechend lange ohne Behandlung bleibt. In Afrika heißt es eher, im Zweifelsfall von Malaria ausgegehen und behandeln, auch wenn der Test nicht eindeutig ist. (Been there, done that ...)

In den tief Küstenregionen von Kenia ist das Malaria Risiko hoch, und Januar ist u.U. unmittelbar nach der kurzen Regenzeit, also durchaus mit viel Wasser und vielen Mosquitos - würde also Prophylaxe empfehlen.

Antwort von Doktorfisch Registriertes Mitglied am 14.01.2007 - 11:19
@ Stefo und @Petra2806

Es ist zwar zutreffend, dass man Doxycyclin auch zur Malariaprophylaxe einsetzen kann (auch in Kenia), jedoch handelt es sich, wenn in Deutschland verschrieben, um einen off-label-use, d.h. der Hersteller übernimmt keine Haftung für eventuelle Folgeschäden.

Entscheidend aber ist, dass Doxycyclin als Antibiotikum unselektiv auch die übrige Bakterienflora des Körpers schädigt. Gerade bei Frauen sind daher unter diesem Medikament genitale Pilzinfektionen nicht selten. Ausserdem besteht ein erhöhtes Sonnenbrandrisiko und es wird aufgrund Magen-/Darmunverträglichkeit (Übelkeit/ Erbrechen) manchmal nur schlecht vertragen.

Von daher würde ich eher auf Nummer Sicher gehen und mir das (leider auch sehr viel teurere) Malarone besorgen.

Im Zweifel ist es vielleicht doch ratsam, hier den Rat eines erfahrenen Tropen-/Reisemediziners zu suchen und sich nicht ganz auf Internet-Foren zu verlassen

Gesunde Reise,
Doktorfisch.
Antwort von petra2806 Registriertes Mitglied am 14.01.2007 - 12:02
Hallo Doktorfisch,

dann werd ich wohl doch lieber -wenn überhaupt- auf Malarone zurückgreifen müssen. Denn ne Pilzinfektion braucht FRAU bestimmt nicht .

Antwort von petra2806 Registriertes Mitglied am 14.01.2007 - 12:05
Werde mir auf jeden Fall noch zusätzlich den Rat eines erfahrenen Tropenmediziners einholen

Wie gesagt ich möchte weder auf`s Tauchen noch auf eine Safari verzichten
Antwort von Weltenbummler Registriertes Mitglied am 15.01.2007 - 13:46
Hi Petra,

Stand-by-Prophylaxe sollte man in Länder mit schlechter Infrastruktur immer mitnehemen. Dabei ist es unwichtig, ob das Medikament nicht fürs Tauchen geeignet ist - den wenns dich erwischt hat, tauchst du sowieso nicht mehr.

Antwort von petra2806 Registriertes Mitglied am 15.01.2007 - 19:45
@weltenbummler

Ja, da hast Du allerdings Recht .

Hab jetzt nochmal mit meinem Hausarzt gesprochen.
Von Doxycyclin hat er mir auch abgeraten, da dieses Medikament in Deutschland noch nicht zugelassen ist und es dieserhalb evtl. im Nachhinein zu Problemen mit der Krankenversicherung kommen könne.

Werde jetzt Malarone als Stand-by-Prophylaxe mitnehmen .

Antwort von shuttle Registriertes Mitglied am 15.01.2007 - 20:09
Petra:
Antwort von Schaffel Registriertes Mitglied am 21.01.2007 - 08:28
@ Malaria-Gefahr in Kenia:
Ich war im Oktober 2004 in Kenia und habe die Prophylaxe mit Malarone nach einer Woche abgesetzt, weil mich im ganzen Urlaub keine einzige Mücke gestochen hat (es waren einfach keine da). Ein Freund von mir ist 4 Wochen an denselben Strand gefahren, hat irgendein Mittel aus dem Internte als Prophylaxe genommen und wurde täglich von den in Massen vorhandenen Mücken gestochen - als er heimkam, hatte er Malaria, was gar nicht lustig ist.
Fazit: Man kann sich nicht darauf verlassen, ob es gerade gefährlich ist oder nicht.
@ Malarone:
Alle Taucher, die Malarone genommen hatten, haben öfters das Problem gehabt, dass ihnen bei der Bootsfahrt schlecht war, kann ich aber nicht beurteilen, ob das wirklich an dem Medikament lag. Auffällig war, dass keiner, der das Zeug genommen hat (auch ich die 1.Woche) in der Sonne braun oder rot geworden ist. Nachdem ich abgesetzt hatte, gab es dann einen heftigen Sonnenbrand.

Noch eine kurze Anmerkung: Wg. Dummheit hatte ich meine Malarone-Packung nicht dabei, als ich im Hotel ankam. Ich habe das an der Rezeption gesagt, 2 Stunden später war eine Krankenschwester da, die mir eine Original-Packung Malarone mit neuestem Datum gebracht hat. Diese war etwas billiger als zuhause und vor allem: Auf der Rechnung stand Malaria-Medikament und Untersuchung wegen Malaria-Verdacht - die Krankenkasse hat problemlos gezahlt!

So jetzt das Fazit: Ich würde Malarone in Kenia kaufen, es gibt dort alle Medikamente an jeder touristisch erschlossenen Ecke. U. U. zahlt das dann sogar die Kasse (wenn es gebraucht wird, nur Vorbeugung wird idiotischerweise nicht bezahlt). Wenn viele Mücken da sind, würde ich auf jeden Fall Malarone nehmen, wenn keine da sind eben nicht und auf die dort vorhandenen, mit Malaria sehr erfahrenen Ärzte im Notfall vertrauen.
LG Schaffel
Antwort von petra2806 Registriertes Mitglied am 24.01.2007 - 08:47
@Schaffel

Danke Dir für Deinen Beitrag
Antwort von Doktorfisch Registriertes Mitglied am 24.01.2007 - 09:34
@Schaffel:
"Wenn viele Mücken da sind, würde ich auf jeden Fall Malarone nehmen, wenn keine da sind eben nicht und auf die dort vorhandenen, mit Malaria sehr erfahrenen Ärzte im Notfall vertrauen."

Das klingt ungefähr so, wie die Aussage: "Wenn die Strassen sehr holperig sind, würde ich mit Helm Motorrad fahren und wenn nicht, dann ohne."

Wer auf solche Aussagen vertraut, ist m.E. selber schuld. Ausserdem widersprichst Du damit Deiner eigenen weiter oben getätigten und korrekten Aussage "Fazit: Man kann sich nicht darauf verlassen, ob es gerade gefährlich ist oder nicht." Das stimmt in der Tat!


"Ich würde Malarone in Kenia kaufen, es gibt dort alle Medikamente an jeder touristisch erschlossenen Ecke."
Das mag zwar sein, nur, wer gibt Dir die Garantie, dass es sich dabei auch um das tatsächliche Medikament in der originalen Zusammensetzung handelt. Tatsache ist, dass auch in Afrika Medikamentenfälschungen im Umlauf sind. Schliesslich kann man damit ja gute Geschäfte damit machen...
In diesem Zusammenhang verwundert es schon sehr, wenn Leute, die bereit sind, für eine Fernreise geschätzte 2000€ und mehr zu bezahlen, ausgerechnet bei Ihrer eigenen Gesundheit so rumknausern.

Zu Deiner Anmerkung: "... nur Vorbeugung wird idiotischerweise nicht bezahlt.":
Tja, dass die Kosten im Gesundheitswesen explodieren, dürfte eigentlich jedem mittlerweile bekannt sein. Warum sollte dann eigentlich die Gemeinschaft der Versicherten auch noch für das Privatvergnügen einiger, und das sind Fernreisen in exotische Länder nun mal, aufkommen?

"... Original-Packung Malarone [...] war etwas billiger als als zuhause."
Mal ganz ehrlich, wieviel hättest Du denn nun wirklich gespart (wenn Dir nicht unrechtmässiger Weise die Kasse und somit die Gemeinschaft der Versicherten die Kosten erstattet hätte)?

Damit Du mich jetzt bitte nicht falsch verstehst: ich habe nichts gegen Sparen, aber doch bitte nicht an der falschen Stelle, nämlich der eigenen Gesundheit!

LG, Doktorfisch.
Antwort von Schaffel Registriertes Mitglied am 24.01.2007 - 11:25
@Doktorfisch
und Deine Aussage kling so wie "ich klappe auf jeden Fall den Regenschirm auf, es könnte ja regnen".

Ich gehe davon aus, dass man vor Ort schon entscheiden kann, ob das Risiko besteht, von vielen Mücken gestochen zu werden. Ausserdem empfiehlst Du ja in Deinem Thread genau wie ich eine Stand-By-Medikation. Das Risiko eines gefälschten Medikamentes besteht meiner Meinung nach in einem Krankenhaus oder einer Arztpraxis kaum und im Supermarkt würde ich meine Medikamente nicht kaufen. In Kenia gibt es hervorragende Ärzte und zum Thema Malaria kennen die sich besser aus als die meisten Ärzte bei uns.

Zum Thema Krankenkasse: Die Kosten für eine Malaria-Behandlung sind mit Nachversorgung etc. ca. 100mal so teuer wie die Prophylaxe, weshalb die "Gemeinschaft" mit dem Bezahlen der Prophylaxe meiner Meinung nach besser wegkommt. Es ist doch egal, von wo ich die Krankheit herhabe, solange die Behandlung hier von der Kasse bezahlt werden muss.
Zum Sparen: Ich hatte meine Malarone zuhause liegen gelassen, das war also nicht geplant. Aber dass die Krankenkasse das dann gezahlt hat, war mir natürlich auch recht. Die Gemeinschaft der Versicherten ist davon nicht betroffen, es geht entweder um die private KV oder die Reise-KV, der gesetzlichen ist es egal, was im Ausland passiert.

Insgesamt habe ich meine Meinung und einen kurzen Bericht zu genau zum Thema abgegeben. Meiner Meinung nach war das genau das, was Petra wissen wollte. Es bringt doch nichts, wenn hier jeder den Eintrag vom anderen zerpflückt.
Soooo unterschiedlich waren unsere Einträge doch gar nicht....
LG Schaffel
Antwort von Doktorfisch Registriertes Mitglied am 24.01.2007 - 12:38
@Schaffel:
... mit dem gravierenden Unterschied, dass man bei Regen nur nass wird und an Malaria u.U. verstirbt.

Es geht mir hier auch gar nicht um das Zerpflücken von Beiträgen. Ich möchte nur vor möglicherweise folgenschweren Fehleinschätzungen warnen, insbesondere der, dass man dann vor Ort entscheiden kann, ob das Risiko besteht, von vielen Mücken gestochen zu werden.

Im übrigen empfehle ich die Stand-By-Medikation als absolutes Minimalprogramm und eine medikamentöse Prophylaxe zur Sicherheit falls ein erhöhtes Risiko besteht(in Abhängigkeit von Reisezeit und genauem Reiseziel).

In diese Sinne liebe Grüsse, allzeit Gut Luft
(und nicht Mal-Aria)
Doktorfisch

Antwort von petra2806 Registriertes Mitglied am 10.02.2007 - 10:24
Komme gerade aus Kenia zurück .

Hatte mich als Malaria-Prophylaxe für das doch etwas teurere Malarone (59,68 €) entschieden. Trotz z.Tl. sehr unruhigem Wellengang hatte ich keinerlei Probleme wie Übelkeit oder Erbrechen .

Mücken waren aber weder an der Küste noch auf der Safari anzutreffen .

Aber Vorsicht ist besser als Nachsicht

Würde auf jeden Fall beim nächsten Keniaaufenthalt wieder auf Malarone zurückgreifen

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