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Malaria-Vorbeugung
Abgesandt von olli69 Registriertes Mitglied am 02.10.2007 - 10:26:

Hallo!
Ich habe gegen Malaria auf meinen Reisen immer
Doxycyclin genommen.(Doxy-M ratiopharm)
Heute wollte ich neue Tabletten mir verschreiben lassen und bekam einen Hinweis,das Medikamemt sei zur Vorbeuge nicht zugelassen.Andere Mittel sind aber meines Wissens nicht so verträglich.(gerade beim tauchen)
Auch in der Zeitschrift tauchen wurde in einem Artikel über Kenia dieses Präparat empfohlen.
Frage: Ist dieses Mittel nicht geeignet?



Antwort von Kölle Alaaf Registriertes Mitglied am 02.10.2007 - 10:49
Doxyciclin ist in Deutschland nicht offiziell zugelassen:

Hier klicken

Wird aber gleichwohl zur Malariaprophylaxe eingesetzt. Ich selber habe in Kenia bisher (= fünf Aufenthalte)auf Malarone gesetzt. Sehr gut verträglich, speziell für Taucher, aber sehr teuer

Habe dort unten auch einige Malariakranken gesehen bzw. gesprochen, bei denen tw. Probleme bei der Behandlung aufgetreten waren. Deshalb würde ich auch zur Prophylaxe bei einem Uralub raten ... genaueres dazu wie es in der Werbung so schön heißt: "Fragen Sie Ihren Arzt und Apotheker" - und aufgrund der spezifischen Fragestellung jemand der sich damit auch internsiver beschäftigt hat, z.B. Reise-/Tauchmediziner.
Antwort von Weltenbummler Registriertes Mitglied am 02.10.2007 - 10:50
Hi,
Malerone ist die beste Lösung, wenn du tauchen willst.

Gruß
Weltenbummler
Antwort von shuttle Registriertes Mitglied am 02.10.2007 - 11:16
Kommt auf das Gebiet und auf die Dauer des Aufetnhaltes an. Meist reicht für einen z.B. 10 Tagesurlaub ein Standbypräparat (Stichwort Inkubationszeit). Zitat GTÜM "Die Tendenz geht heute dahin, ... phylaxe auf Hoch-Risikogebiete zu konzentrieren und .. häufiger .. auf die Stand-by Prophylaxe ... "
Ansonsten siehe Weltenbummler
Antwort von M. Henke Registriertes Mitglied am 02.10.2007 - 19:55
Für Gebiete mit hohem Risiko geht kein Weg an der Beratung durch eines der Tropeninstitute vorbei! Malarone hilft gegen die M. tropica, gegen die M. tertiana und/oder M. quartana ist es genau so gut wie Bier.
Ein Hausarzt kann dabei nicht so gut helfen, da ihm die aktuellen Statistiken fehlen.
Gruß
Michael

PS
Malaria - nein danke - hat ich schon.
Antwort von gekko73 Registriertes Mitglied am 03.10.2007 - 03:07
Ich war schon sehr oft und lange in Malariagebieten unterwgs und habe NIE was genommen.
Das hat zwei Gründe:
1. Malariaprophylaxe schützt nicht annähernd so gut, wie man denkt. Das heisst, du musst trotzdem noch aufpassen, dass du nicht gestochen wirst und hast keinen "Freifahrschein". Das dumme an der Sache ist, dass, wenn du entsprechende Tabletten nimmst und trotzdem Malaria bekommst, dann kann ein Malariatest auch negativ ausfallen und eventuell kommt die entsprechende Hilfe dann zu spät.
2. wir reichen Europäer "züchten" mit unseren immer neunen Medikamenten ständigen resistente Stämme. Die 3. Welt kann sich nicht immer die absolut neuestem Medikamente leisten und somit sind dann die Einheimischen, die dort an Malaria erkranken die "gearschten", da die genau diese Medikamente zur Therapie verwenden, die dann aber wirkungslos sind. Das will ich persönlich nicht verantworten. z.B. sind fast alle Stämme im südlichen Afrika bereits resistent gegen Resochin, was früher noch sehr wirksam war. Resistenzen gegen Malarone sind auch schon verbreitet

Daher meine ganz persönliche Meinung zu dem Thema:
verzichte auf jegliche Prophylaxe und kauf dir vor Ort einen guten Repellent. Wenn es sein muss, auf DEET-Basis. Wir sind zu Gast in diesen Ländern und sollten uns auch entsprechend verantwortungsebusst verhalten. Malarone o.ä. als Stand-by-Medikament kann man mitführen, aber meist sind die Ärzte in Malariagebieten eh perfekt ausgestattet, so dass man selbst in entlegenen gebieten nie weiter als ne halbe Tagesreise weg von entsprechender Versorgung ist.

Beobachte dich mindestens ein halbes Jahr nach deinem Aufenthalt auf Erkäktungssymphtome und geh SOFORT in ein Tropeninstitut, wenn dir was spanisch vorkommt. Malaria ist heilbar, wenn sie früh behandelt wird.
Erkundige dich ausserdem, ob die Tropcia überhaut zu der Jahreszeit in dem Gebiet vorherrscht.
Ganz unabhängig davon haben alle einigermassen wirkamen Medikamente erhebliche Nebenwirkungen.
z.B. irreversible Sehschäden, Depressionen, Müdigkeit...

Ich weiss, ich werde mit diesem Beitrag nicht gerade Beifall bei den Ärzten etc ernten, aber ich seh dazu: Finger weg von dem Zeug. Das ist für die Therapie und nicht für die Prophylaxe, die dann nur Resistenzen heranzüchtet.

Wenn du dich entscheidest, in so ein Land zu reisen, dann trage das Restrisiko oder bleib zu Hause... Das ist meine Meinung!
Antwort von MadShark Registriertes Mitglied am 06.10.2007 - 22:20
@gekko73

Offensichtlich hast du bisher noch keine Malaria durchgemacht. Ein Freund von mir hat sich bei einer gemeinsamen Reise infiziert. Wir haben beide keine Prophylaxe gemacht, ihn hat es aber getroffen.
Ausgebrochen ist die Malaria dann hier in D. Er lag deswegen ca. 1 Woche im Krankenhaus und hatte auch nachher noch immer wieder Fieberschübe.

Ich kann nur sagen, dass es ziemlich leichtsinnig von uns war keine Prophylaxe zu machen. Auch wenn Malaria in der Regel nicht tödlich ist, wenn man es erstmal hat ist es sehr sehr unangenehm.
Wenn ich mal wieder in solche Gebiete reise, werde ich auf jedem Fall Prophylaxe machen.
Antwort von gekko73 Registriertes Mitglied am 09.10.2007 - 00:36
@MadShark:
Nein, ich hatte bisher Glück, das stimmt, und ich rate auch niemandem explizit ab, eine Prophylaxe zu machen.
ABER ich habe meine Gründe, warum ICH keine machen werde und die hab ich hier dargelegt. Das hat nix mit Leichtsinn zu tun. Ich hänge auch an meiner Gesundheit, aber wie ich geschrieben habe, hat die Prophylaxe auch einige Nachteile. (z.B Verfälschung von Testst, neue Resistenzen, Nebenwirkungen, etc)

KEIN Einheimischer in diesen Ländern nimmt eine Prohylaxe, denn dann würde er nicht an der Malaria sterben sondern an den Tabletten.

Ich will das Risiko einer Erkrankung auf keinen Fall herunterspielen, sondern nur darauf aufmerksam machen, dass man a.) auch mit Prophylaxe keinen Schutz hat, auf den man sich verlassen kann (viele setzen das gleich mit der Wirksamkeit einer Impfung, was aber bei leibe nicht der Fall ist) und b.) man sich erhebliche Nebeneffekte einfängt.

Oft erkranken Touris, die sich eher leichtfertig in solche Gebiete begeben... entweder Sorglos mit Prophylaxe oder eben ohne und völlig unvorbereitet. Klar, es kann jeden erwischen. Aber die meisten einigermassen wirksamen Medikamente, die auf dem Markt sind, sind auch gleichzeitig zur Therapie bestimmt und nur dann wirksam, wenn der Erreger nicht bereits von den vielen Touris resistent gegen das Medikament ist.

Mal ein Beispiel, dass du verstehst, auf was ich raus will:
Die Zecken bei uns tragen Borreliose. Diese kann mit Antibiotika im Frühstadium geheilt werden.
Würdest du im Traum dran denken, dich täglich mit Antibiotika vollzupumpen, wenn du nen Waldspaziergang machst? Sicher nicht, oder? Du würdest es dann nehmen, wenn du erkrankt bist.
Und genauso verhält es sich meines Erachtens mit der Malaria.
Die Medikamente sind zur Therapie gedacht und kein Mensch in den Gebieten nimmt die prophylaktisch.
Aber vielleicht bekommt der Kenianer ja die Info, dass es in Deutschland Borreliose gibt und er sich mit Antibiotika schützen kann Er würde bei uns nur Kopfschütteln ernten....

PS. Ich find es nicht leichtsinnig, dass ihr auf die Prophylaxe verzichtet habt.
Keiner gibt euch die Gewissheit, dass es euch nicht trotzdem erwischt hätte und wer weiss, vielleicht wäre es nicht so schnell erkannt worden, hätte dein Freund Tabletten geschluckt.
Die Sache ist ein sehr zweischneidiges Schwert und es bleibt jedem selber überlassen, was er tut. Ich wollte hier lediglich auch die Seite aufzeigen, die man beim gutgläubigen Medikamentenkauf eben leicht übersieht.
Antwort von M. Henke Registriertes Mitglied am 09.10.2007 - 03:09
Die Malaria-Medikamente sind, definitiv nicht für einen Langzeitaufenthalt bestimmt. Darum geht es auch bei der Fragestellung, einer Reise, nicht!
Die Prophylaxe der Medikamente, wenn sie auf den Malariatyp und Resistenz abgestimmt ist (Stichwort: Beratung Tropeninstitut), ist jedoch ausgesprochen gut. Die Zuverlässigkeit der Anti-Babypille ist damit eher zu vergleichen. So gut wie eine Impfung ist sie jedoch nicht.
Der große Vorteil einer Prophylaxe ist, abgesehen davon das man nicht zitternd/frierend vor der Heizung klebt, das sich die Erreger nicht in der Leber einnistet. Zumindest bei der M. tertiana ist der Erreger alleine mit dem Malariamittel nicht zu entfernen.
Die Prophylaxe ausschließlich durch Vermeidung von Mückenstichen durchzuführen, ist meiner Erfahrung nach nicht möglich.
Dazu der folgende Erfahrungswert:
Beim 1. Urlaub in Irian Jaja , einem Malaria Hochgebiet für M. tropica und M. tertiana, haben wir, bedingt durch unsere Art des Tauchen, "nur" die Prophylaxe gegen die M. tropica genommen. Dadurch brauch bei meinem Buddy mehrere Monate später in Deutschland eine M. tertiana und M. quartana aus, die mehr als 6 Wochen gedauert hat zu diagnostizieren. Sein Hausarzt braucht davon 6 Wochen, das Tropeninstitut keine 5 Stunden. Da das Tauchen jedoch sehr gut war beschossen wir im folgenden Jahr wieder in der Gegend zu tauchen.
Beim 2. Urlaub fiel wieder die Entscheidung gegen die Prophylaxe der M. tertiana. Bedröhnt tauchen kommt nicht gut. Die Prophylaxe der M. tropica nicht zu nehmen stand nie zur Diskussion. Außer der Beratung durch ein Tropeninstitut (Buddy hatte nun gute Kontakte ), nahmen wir heile und feinmaschige Moskitonetze, 3 Arten von Mückensprays, Malaria Schnelltests, Standbymittel für M. tertiana, Mückenspiralen zum abbrennen und natürlich entsprechende Kleidung mit. Diese Mittel wurden von uns fanatisch eingesetzt mit dem Ergebnis, das die Schnelltest nichts taugen. Weder auf der Insel, da war ich 2 Tage nicht gut drauf, noch 4 Monate später in Deutschland, schlugen sie an. In Deutschland war der Fieberzyklus jedoch recht schnell stabil, so dass die M. tertiana schnell identifiziert war. Ist schon komisch, wenn es einem gerade wieder gut geht, zu wissen, dass es in 2 Tagen wahrscheinlich noch übler wird wie gestern.
Deshalb mein dringender Rat bei einer Urlaubsreise, mein Buddy schließt sich dem an:
1. Beratung einholen (Hausarzt/ Internet), bei Hochrisikogebieten zusätzlich bei einem Tropeninstitut
2. Immer Schutz vor Mückenstichen anstreben.
3. Entsprechende Prophylaxe nehmen!
oder den Kurs „Zähneklappern für Fortgeschrittene“ mit Specialty „Fieberfantasien bei 41C genießen lernen“ buchen.

Gruß
Michael

@gekko73
Zitat: „Die 3. Welt kann sich nicht immer die absolut neuestem Medikamente leisten und…“ – Die Welt ist leider nicht gerecht, denn die 3. Welt kann sich überhaupt kein Medikament in entsprechende Menge leisten.

Antwort von gekko73 Registriertes Mitglied am 09.10.2007 - 21:23
@ M. Henke:

Habt ihr tatsächlich auf beiden Reisen ne Malaria mit nach Hause geschleppt? Respekt, soviel Pech muss man erstmal haben
Es scheint wohl ein Gebiet gewesen zu sein, wo es nur so schwirrte. Okay, dass man sich da dann große Sorgen machen muss, das seh ich ein.
Aber wie du auch sagstest, der Schutz vor Stichen muss auf jeden Fall angestrebt werden. Und oft werden Hochrisikogebiete eben sehr pauschal als solche bezeichnet, obwohl nur in manchen Regionen zu manchen Jahreszeiten überhaupt mit Mücken zu rechnen ist.
Wie gesagt, ich rate niemandem ab, aber ich empfehle es auch niemandem dringend, ne Prophylaxe zu machen.

PS. Das die Schnelltests nix taugen, das steht ja schon implizit auf der Packung drauf: Das positive Ergebnis ist sicher, das negative nur zu 80%... und man soll die Wunderkiste doch bitte nicht über 25 Grad lagern. Wie das in den Tropen gehen soll, ist mir ein Rätsel.
Hatte mir auch mal so ein Ding besorgen wollen und es dann aber gleich wieder kopfschüttelnd der Apothekerin in die Hand gedrückt.

Antwort von gekko73 Registriertes Mitglied am 09.10.2007 - 21:48
PPS: War mir klar, dass mir hier niemand beipflichten wird, aber darum hab ich den Beitrag auch nicht reingestellt. Wollte nur mal die "Kehrseite" aufzeigen, über die sich wohl kaum einer Gedanken macht.
Klar, dass ein Tropensinstitut oder gar ein Hausarzt (der auch nur in einer Empfehlung des Tropeninstitutes nachschlägt) zur Prophylaxe rät, denn die wollen nachher nicht dafür verantwortlich sein, wenn sie abgeraten haben und du krank wirst.

Und das, was bei dem Buddy von Henke passiert ist, das sollte nicht passiern. Da man nach so einem Aufenthalt "wachsam" sein sollte und bei den kleinsten Anzeichen zum Spezialisten und nicht zum Hausarzt, der verständlicherweise von Malaria keine Ahnung hat. Die 6 Wochen waren verlorene Zeit!

Die Entscheidung, was man am Ende tut, liegt bei jedem selbst und es gibt keinen Rat der Perfekt ist.
Antwort von shuttle Registriertes Mitglied am 09.10.2007 - 22:12
Na dann will ich mal gekko etwas unterstützen: Malaria hat eine gewisse Inkubationszeit. In den überwiegenden Fällen bricht die Krankheit nach den obligatrischen zwei- drei Wochen Urlaub zu Hause aus (für den Notfall -> standby Präparat). Das Problem ist nur die sofortige Diagnostizierung. Die wiederum nicht, wenn man, wie Gekko richtig schreibt, beim kleinsten Anzeichen zum Tropenarzt geht. Dann ist die Krankheit auch in den Griff zu kriegen. Ich kenne niemand, der öfters im Jahr in Krisengebieten unterwegs ist, der Prohylaxe nimmt, wäre auch etwas zu viel (Freunde von mir leben in Malariagebieten und pendeln mehrmals im Jahr). Ich selbst halte es auch so : Standby und Achtsamkeit. Aber es ist natürlich meine Entscheidung, die ich für mich selbst treffe und insofern auch nur mir gegenüber zu verantworten habe. Jeder von uns muss auch für sich entscheiden, wie schnell er auf der Autobahn und/ oder Landstraße bei Nacht fährt.
Antwort von gekko73 Registriertes Mitglied am 09.10.2007 - 22:28
Ahh, danke Shuttle und das mit dem Auto ist ein sehr schöner Vergleich...
Antwort von M. Henke Registriertes Mitglied am 09.10.2007 - 23:28
Die Diagnose ist also kein Problem wenn man beim kleinsten Anzeichen zum Tropenarzt geht? Soso, meine Erfahrung ist eine andere. Bedenke, der Verdacht war schon vor dem Urlaub da und doch traten die folgenden Probleme auf:
Die Inkubationszeit betrug beim Buddy 6 Monate und bei mir 4 Monate. Die ersten Anzeichen sind Unwohlsein und im Laufe von Wochen steigendes Fieber, welches jedoch in Zyklen wieder weg ist. Bei einer Kombination von mehreren Arten wird es noch einmal interessanter, da die Zyklen nicht eindeutig sind. Erst bei den richtigen Fieberschüben ist der Nachweis im Blut möglich, alles vorher ist Glücksache. Das bedeutet doch, das du 6 Monate lang nach jedem Urlaub sofort bei leicht erhöhter Temperatur zum Tropenarzt fährst, der natürlich um die Ecke wohnt, um festzustellen, das du nichts hast.
Wenn es dann stärker wird und mit Gewissheit die Art bestimmt werden kann, beginnt
die Behandlung. Ist sie auskuriert, kann sie immer noch wieder kommen. Den ersten Rückfall habe ich dann selber kuriert und das wohl endgültig.
Gruß
Michael

PS
Es ist definitiv nicht meine Absicht jemandem die Entscheidung abzunehmen.
Antwort von shuttle Registriertes Mitglied am 09.10.2007 - 23:50
"Erst bei den richtigen Fieberschüben ist der Nachweis im Blut möglich..." -> da bist du sicher ???
Die Erkrankung beginnt mit Kopf- und Gliederschmerzen, Frösteln, Hitzegefühl und Fieber (Grippesymptome). Sie kann aber auch ohne Fieber (z.B. mit Übelkeit und Erbrechen) beginnen.
Bei tropica fehlen die rhythmischen Fieberschübe.
Grundsätzlich gilt: Wenn nach einer Reise in ein Malariagebiet plötzlich hohes Fieber mit Schüttelfrost auftritt, sollte die ärztliche Untersuchung immer auch auf Malaria erfolgen. Und das liegt am Patienten, das einzufordern, nämlich eine labormedizinische Untersuchung, die den Nachweis der Protozoen im Blut (mikroskopische Untersuchung), die Blutentmhme fpr die "dicke Tropfen"-Untersuchung ist ein Klacks, ein Labor git es in jeder größeren Stadt. Die Diagnostik ist so lange zu wiederholen, wie ein Krankheitsverdacht besteht. Es muss nicht unbedingt ein Tropenazt sein (obwohl bei mir um die Ecke wirklich einer wohnt), nur der Azt muss sensibilisert und die Untersuchen verlangt werden, jeder Arzt schickt täglich Blutproben ins Labor.
Ich schreibe das nur als Aufruf, die Sache ernst zu nehmen und Unetrsuchungen auch einzufordern.
Antwort von M. Henke Registriertes Mitglied am 10.10.2007 - 00:34
@shuttle
Ich bin mir sicher. Dies war der Grund beim Rückfall nicht auf ein eindeutiges Ergebnis zu warten, sondern schon bei den ersten Fieberzyklen mit der Behandlung zu beginnen.
Der Anfang war bei mir und bei meinem Buddy viel schleichender als allgemein beschrieben. Der Schüttelfrost und das hohe Fieber kommt später. Dann, durch die vielen Erreger, ist die Diagnose schon relativ einfach. Aber auch das Vorspiel mach einen nicht glücklich.
Gruß
Michael
Antwort von gekko73 Registriertes Mitglied am 10.10.2007 - 00:53
Dass die Inkubationszeit sehr lange dauern kann, das ist bekannt, wenn auch eher ungewöhnlich. (daher hab ich auch geschrieben, dass man sich ca ein halbes Jahr beobachten soll)
Und wie shuttle richtig schreibt, ist es natürlich unerlässlich, SOFORT bei dem geringsten Verdacht auf eine entsprechende mikroskopische Untersuchung zu bestehen und diese auch bei unklarem Ergebnis immer wieder zu wiederholen. Ob die in einem Tropeninstitut durchgeführt wird, ist zweitrangig. Das Problem ist eher, dass in vielen Fällen die Patienten mit unklarem Krankheitsbild zum Hausarzt gehen und dieser dann natürlich nicht auf Malaria tippt. Daher muss man schon selber den Arzt darauf hinweisen und ggf. drängen, eine entsprechnede Blutuntersuchung durchführen zu lassen.

M. Henke, dass es in deinem Fall so besch... gelaufen ist, das ist sicher nicht üblich. Ich kenne auch ein paar Leute, die an Malaria erkrankten (allerdings die Tropica) und nach einer einwöchigen Behandlung wieder fit waren. Einer davon erkrankte sogar bereits im Urlaub in Kenia und konnte nach 5 Tagen die Reise fortsetzen.
Ich versteh natürlich, dass du, nach allem, was du durchgemacht hast, sensibilisiert bist, was das Thema angeht. Aber dennoch bin ich sicher, dass der Verlauf und die Schwere einer Malariaerkrankung mit einer zeitnahen Diagnose und Behandlung steht und fällt. Und es spricht natürlich nichts dagegen, auch bei unklarer Diagnose mit einer Behandlung zu beginnen (Thema Stand-By), um eine mögliche Infektion sozusagen im Keim zu ersticken.
Na ja, da könnte man noch endlos weiter diskutieren, aber in einem Punkt sind wir uns sicher alle einig: Das wichtigste ist, gar nicht erst zu erkranken. Und um das Risiko einzuschränken gibt es eben sehr unterschiedliche Methoden mit ihren Vor- und Nachteilen.
Antwort von Thiemo P. Registriertes Mitglied am 02.11.2007 - 19:02
Die Inkubationszeit verlaengert sich erst recht durch die Einnahme von prophylaktischen Mitteln, da es dann zu einer Schwaechung des Erregers kommen kann. Die Gefahr, nach nem halben Jahr womoeglich noch im Winter in Deutschland, nicht mehr an eine Malaria zu denken, sondern an ne Grippe, war mir auch immer zu hoch. Ausserdem hat mein Begleiter unter den Mitteln wesentlich gelitten und sich seinen Buschaufenthalt erschwert. Nen gutes Mueckennetz fuer die Nacht und grosse Vorsicht in den gefaehrlichen Stunden waren fuer mich stets praktikabler. Ausserdem gehen fuer mich Medikamente und Tauchen nicht zusammen. Dazu kommt noch, dass wenn die Freundin auch das Zeug nimmt, die Pille erst mal unwirksam ist - WAS fuer ein Urlaub waere DAS denn?!?
BTW: Mittlerweile lebe ich in Afrika und kenne viele, die das aenlich sehen.

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