Foren - Biologie - Malediven, Bestimmung: Seegurke / Seescheide oder Schwamm?
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Malediven, Bestimmung: Seegurke / Seescheide oder Schwamm? Abgesandt von Petra Schmidt am 28.12.2004 - 18:46:
Hi,
ich war kürzlich auf den Malediven im Urlaub und hab ein paar Fragen zu gemachten Bilder, d.h. ich wüsste gerne was es genau ist - falls mir da jemand helfen kann
Bild 1: Was für eine Art Seegurke ist dies? Hier klicken
Bild 2: Ist dies ein Schwamm oder eine Seescheide? Und was genau? Hier klicken
Vielleicht kann mir ja Jemand helfen?!
Kann mir vielleicht auch Jemand ein Buch empfehlen, welches sich eingehender mit solchen "niederen Tieren" wie Korallen, Seegurken, Schwämmen etc. etc. beschäftigt? Die bekannten Bücher wie "Riffführer Rotes Meer" und "Riffführer Indischer Ozean" behandeln diese Sorte leider nicht sehr ausführlich
Viele Grüße Petra
Antwort von Roland P am 29.12.2004 - 09:20 Hallo Petra,
als Nachschlagewerk gibt es im Zoohandel von Mergus Meerwasser Atlanten, da findest Du sehr viel. Es gibt mind. einen der sich nur mit niederen Tieren befasst. Die Seegurke ist mit Sicherheit drin, sie ist recht häufig im Idischen Ozean.
Zu Bild zwei, ich vermute eine Seescheide, hättest Du die Oberfläche genau, oder von oben in die Öffnung hineinfotografiert ( wie Du es ja bei anderen Bildern von Seescheiden gemacht hast), wäre is ganz leicht zu erkennen. Meist sieht mann diese Lamellenstruktur im Inneren bei Seescheiden.
PS. An Deinen anderen UW-Bildern sieht mann, dass auch mit "einfachen" Kameras (Ixus ?)ordentliche Bilder möglich sind !!!!
mfg
Roland P
Antwort von Roland P am 30.12.2004 - 10:10 Die Seegurke heisst Thelenota ananas, Mergus Meerwasser Atlas, Band 3 Seite 1192.
In dem Band sind auch Seescheiden, nur Deine finde ich nicht. Ich bleibe aber bei obigen Meinung - Seescheiden - .
mfg
Roland
Antwort von Petra Schmidt am 30.12.2004 - 10:29 Hallo Roland,
vielen Dank für Deine Tipps und Deine Antwort zur Seegurke
Ich habe mal kurz bei Amazon reingesehen, wegen den Meerwasser-Atlanten von Mergus, da gibt es ja echt viele. Bei nächste Gelegenheit werde ich mal in ein (größeres) Zoogeschäft hier in der Nähe gehen und mir die (hoffentlich vorhandenen) Bücher mal ansehen.
Ja, meine Bilder mache ich zur Zeit alle noch mit der Ixus 500. Für diese Art Kammera sind sie sicher auch akzeptabel oder sogar ganz gut.
Naja, das Non-plus-ultra ist sie sicher nicht ...
- Der Blitz ist viel zu schwach: mittlerweile gehe ich dazu über auch tagsüber eine UW-Lampe mitzunehmen, um die Objekte auszuleuchten.
- Bilder ohne Blitz haben alle einen Farbstich.
- Die Auslöseverzögerung ist viel zu hoch.
- Das Focussieren/Scharfstellen ist etwas Glückssache.
Naja, vielleicht gibt es irgendwann mal `ne andere UW-Kamera, wenn`s nur nicht sooooo teuer wäre
Grüße
Petra
Antwort von BIOnaut am 05.01.2005 - 13:25 Servus Petra!
Danke für deine Zusendung der beiden Original-Bilder der fraglichen Schwamm-Seescheide.
Wenn man in dein O-Foto hineinzoomt, sieht man die Details, die einem bei der Bestimmung/Zuordnung helfen.
Außerdem sind auf dem zweiten, nur hier veröffentlichten Foto mehr Details zu sehen, z.B. auf 5 Uhr einer der "Schlote" (Auströmöffnungen,Siphone) von OBEN.
Und da sieht man ganz deutlich, dass dein Wesen typisch unregelmäßige, grobe Lamellen aufweist, im Gegensatz zu den eher regelmäßigen Lamellen von kolonialen Seescheiden im Gebiet, wie z.B. der Golfballascidie (Didemnum molle).
Das war Hinweis 1 auf "Schwamm".
Außerdem weisen alle kolonialen Seescheiden auf der Oberfläche regelmäßig angeordnete Einströmöffnungen ihrer Einzeltiere auf, und alle solo lebenden Seescheidenarten haben zwei deutliche, große Öffnungen (Siphone; Wasser ein - aus). Letzteres Merkmal hätte man auf dem veröffentlichten Bild von Dir noch erahnen können (mehrere Einzeltiere, von der Seite fotografiert, die eng nebeneinander sitzen), aber wenn man in das O-Bild hineinzoomt, sieht man ganz deutlich die OBERFLÄCHE dieser Organismen.
Im Falle von Einzelseescheiden sollte die Oberfläche weitestgehend homogen, d.h. einheitlich sein, im Falle von Schwämmen MUSS sie von MINI-POREN (den Einströmöffnungen) durchsetzt sein. Und genau diese Miniporen sieht man bei extremer Vergrößerung deutlich. Im Bild oben erkennt man lediglich einen wechsel zwischen weißen und roten Pixeln. Das war Hinweis 2 auf "Schwamm" und machte die Identifikation recht klar.
Hättest du das Tier - natürlich handschuhlos und vorsichtig - angefaßt, wär die Bestimmmung noch eindeutiger und vor allem schneller von statten gegangen: Der Schwamm hätte sich typisch samtig bis schwammig angefühlt und alle Poren und Siphone auf der Oberfläche hätten sich, wenn überhaupt, sehr langsam, d.h. nicht schneller als innerhalb von 5 - 30 Sekunden zusammengezogen. Eine KOLONIALE schwamm-ähnliche Seescheide hätte sich zwar auch samtig / schwammig angefühlt, die Reaktion auf den äußeren Reiz wäre aber SOFORT erfolgt, denn ein bißchen "Hirn", Nerven und Muskeln sind ja trotz Couch Potato-Dasein noch vorhanden, siehe Seescheiden-Artikel im Online-Magazin. Eine solitäre Seescheide hätte sich fester und "röhriger" angefühlt ("Manteltiere"). Auch ihre Reaktion aufs Anfassen wäre sofort wahrnehmbar gewesen, das heißt, du hättest wenigstens das Zusammenziehen der beiden Siphone, wenn nicht des gesamten "Schauches" unmittelbar beobachten können.
Du siehst also: Anfassen bedeutet "BEGREIFEN". Bei der Unterscheidung von Schwämme und Seescheiden führt diese Methode (in Kombination mit etwas theoretischer Aufklärung im Vorfeld) sofort zu einem Aha-Erlebnis. Das wahllose Angrapschen von allerlei Bekanntem und Unbekanntem steht bei BIONAUT-Kursen natürlich nicht auf dem Programm.
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