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Matrix Reloaded oder Kärtchenunwesen?

Bin gerade am Dateien aufräumen. Folgendes ergoss sich aus meinen Fingern, bevor es GUE gab..Ins Ausbildungsforum? Weiß nicht..


Es war einmal eine Firma, die verkaufte Besen. Es waren spezielle Besen, und es gab speziell trainierte, engagierte Kundenberater, die ihren Kunden den korrekten Gebrauch der Besen beibrachten und in ihrem Idealismus den Kunden nahe brachten, sie verkauften in Wirklichkeit Sauberkeit, statt nur mehr oder weniger komplizierte Besen. Diese Besen, mit kurzen oder langen, weichen oder harten, Karbonfaser- oder Kokosborsten, waren so gebaut, daß sie nicht nur jeden erdenklichen Gegenstand saubermachen konnten, sondern in der Art ihres Gebrauches lag auch begründet, daß ihre Anwender dabei den zu säubernden Dingen auf den Grund gingen und ihrem Wesen nach begriffen. Sie ließen sich dabei gerne die Schulung auf einen speziellen Besentyp in einem Dokument bescheinigen, ja manche Bescheinigungen waren sogar Vorraussetzung für den Erwerb bestimmter Besen, wie z. B. des antistatischen Karbonfaserbesens, oder des Antennenbesens.
Die sauber dokumentierten Besenschulungen waren ein wichtiger und geschätzter Teil des Sauberkeitsbewusstseins der Käufer dieser Besen.
Es gab sogar Besenclubs, in denen man sich über spezielle Anwendungstechniken austauschte und auch allgemein Geselligkeit pflegte.
Diese Clubs unterstützten auch die Selbstorganisation des Trainingswesens und förderten überregional die Ausbildung ihrer Trainer, sowie die dazu notwendigen anderen Organisationsstrukturen.

Es kam aber Unruhe in diese traute Idylle, nämlich in Form von Konkurrenz. Die Konkurrenz verkaufte Staubsauger. Diese waren zwar teuer, und brauchten viel Strom, aber sie sprachen auch das Ästhetikempfinden mancher Leute an, und den Wunsch nach äußerer Darstellung ihres Sauberkeitsstatus. Daher kamen die Staubsauger nicht nur mit Chromleisten und anderem Designschnickschnack daher, sondern wurden auch von besonders sauberen, attraktiven Verkäufern und Kundenberatern verkauft und beworben, sogenannten Saugmastern.
Auch die Staubsauger wurden nur inklusive einer Schulung verkauft, diese nahm sogar in Anspruch, international und überall gleich zu sein. Die Schulung bestand im wesentlichen darüber, schön gemachte Videos über das Saugen zu sehen und in einer ( das sagte man den Kunden aber nicht) unterschwelligen Indoktrination des Inhalts, daß nur die Staubsauger dieser Firma die einzig richtigen seien. Damit die Kunden diese Botschaften auch glaubten, rüstete man die Obersaugmeister mit strahlend weissen Gebissen aus, die sie, stets lächelnd, werbewirksam zur Schau trugen.
Die Freude der Kunden, in einer so tollen internationalen Kundengemeinschaft zu sein, ließ sich durch den Kauf von Plastikkärtchen dokumentieren, von denen es sehr viel verschiedene gab, entsprechend den vielen Staubsaugertypen ( mit/ohne Stiel), Boden-, Wasser-, Luftsauger, usw.). Die Freude der Kunden darüber und ihre Zufriedenheit, und die Lust am Sammeln verschiedener Staubsaugertypen verdeckte allerdings, daß die Staubsauger gegenüber den Besen einen wesentlichen Nachteil hatten. Sie kamen durch ihre Größe nicht überall hin, waren nicht überall zugelassen, und die Art ihres weitgehend automatischen Funktionierens ließ keinen Raum mehr für das Erfassen und Begreifen des Wesen der Dinge, die man besaugte, ein Umstand, auf den die Besentrainer aber immer wieder hinwiesen.

Ein Punkt machte der Besenfirma besonders zu schaffen. Die Staubsaugerleute luden ihre Kunden ein, ihre Staubsauger und Benutzerkärtchen in besonders präparierten exotischen Idyllen zu erwerben, die vorher bereits so aufpoliert wurden, daß der Sauberkeitstrainingserfolg in jedem Fall garantiert war. Das die Saugerkunden dafür teuer bezahlen mussten, schien ihnen keine Probleme zu bereiten.

Das war ein krasser Gegensatz zum Verfahren der Besenfirma, die die Ausbildung ihrer Trainer extra an besonders dreckigen Orten durchführte, damit ihre Kunden gegen jede Art von Dreck gewappnet waren.

Diese Ausbildung war sehr gut, und die so ausgebildeten Besentrainer waren mit Recht stolz darauf.

Leider gingen etliche Marktanteile an die Staubsaugerfirma verloren, weil deren Saugmeister darauf geschult waren, den Leuten glauben zu machen, es gebe eigentlich gar keinen Dreck, der die Anwendung von Besen notwendig machte, besonders nicht, wenn man nur in jenen exotischen Idyllen saugte, die ja eh schon sauber waren, und inzwischen auch im überwiegenden Besitz der Staubsaugerfirma.

Die Trainer der Besenfirma verwehrten sich zwar massiv dagegen, weil nach ihrer Erkenntnis der Dreck keineswegs weniger wurde, erst recht nicht im Mutterland der Staubsaugerfirma, konnten aber nicht verhindern, daß erstens viele Besenbesitzer sich auch einen Staubsauger kauften, und zweitens, daß ihre Ausbilder, ja, die Ausbilder der Besentrainer, entdeckten, dass in den Sauberkeitsidyllen der Staubsaugerfirma ganz angenehm, wenn auch teuer, Urlaub zu machen war. Es dauerte nicht lange, und viele entschlossen sich, ihren Urlaub dort dadurch zu finanzieren, dass sie die Ausbildung ihrer Besentrainer ebendort hin verlagerten.

Da die Besentrainerausbilder in den Organisationsstrukturen ihres Vereinsverbundes ein gewisses Ansehen hatten, und aus der später als falsch erkannten Ansicht heraus, dass es genüge, Sauberkeit als Trainingsinhalt statt Dreckbekämpfung zu definieren, beschloss die Besenfirma, nun auch nicht nur ihre Trainerausbildung in den Sauberkeitsidyllen durchzuführen, sondern auch, zu der Dokumentation der Ausbildung mit Kärtchen zu wechseln, die natürlich nicht umsonst waren. Irgendwie musste der Aufwand ja auch bezahlt werden. So war jedenfalls die Argumentation.

Es zeigte sich aber, daß die Besentrainer ,die bis dato schon immer die Nase mit allem Dreck gewaschen hatten, sich dieser Art von Ausbildung verweigerten.
Auch wenn die Besenfirma nun auf einmal behauptete, die Kunden wollten es so, und überhaupt gebe es jetzt Besen ohne Borsten, mit denen man bestens saubermachen könne, sie wussten es besser.
Nämlich dass Besen ohne Borsten nicht deshalb sauber blieben, weil sie allen Dreck wegmachten, sondern deshalb, weil sie erst gar keinen wegschieben.
Und das es nicht nur darauf ankommt, den richtigen Gebrauch der Besen zu lernen, sondern auch darauf, da Wesen der Dinge zu erkennen.

Es kam, wie es kommen musste. Die Besenfirma führte das Kärtchenwesen ein, und ging kurz darauf pleite. Sie hatte nämlich keine Trainer mehr, die durch Videos und Kärtchenverteilen einen falschen Begriff von Sauberkeit verkaufen wollten.

Die Trainer gründeten einen eigenen, selbständigen Verband, und blieben ihren alten Grundsätzen treu, daß nur der einen Besen in die Hand bekommen dürfe, der bereit sei, sich um die Erkenntnis des Wesentlichen zu bemühen.
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mella2CMAS **
23.08.2010 21:53
23.08.2010 21:55
lach mich schlapp
Mantel-TCMAS**
23.08.2010 22:59
sehr schöne Geschichte und ich habe auch einen Verdacht, was Du meinst.

Gibt s einen besonderen Anlass für Deine Erzählung?

LG
Mantel-T
23.08.2010 23:13
Ja .
Ähnlich wie bei der Verkehrsplanung, meinem Nebenberuf.
Verkehrsplanung ist kein singuläres Ereignis, sondern eine kontinuierliche Aufgabe und Herausforderung.
Grüße,
Matthias
milkywayUnvollendet
23.08.2010 23:23
Hallo!

Soso, nett und lustig geschrieben.

Habe ich das jetzt richtig verstanden? Die geistig reinen Besennutzer und Trainer treffen sich alle am 30. April auf dem Blocksberg?

CU Oliver
24.08.2010 00:41
Nur, wenn sie ein Bergfeegebrevet haben!
Grüße,
Matthias
milkywayUnvollendet
24.08.2010 08:50
Hallo!

Also sind dann nicht nur zwingend zwei erste Stufen vorgeschrieben, sondern auch ein Nimbus 2000 als Minimum?

CU Oliver
Joe.MurrSSI DiveCon
24.08.2010 08:51
Die Quintessenz aus dem Ganzen ist, wie tausendmal in unserer heutigen Wirtschaft anzutreffen, vielleicht nicht ganz adaptierbar, sicher aber in Tendenz zutreffend, wo sich zwei Unternehmen gegenüberstehen:
das Eine mit einem tollen Produkt, jedoch einem armseligen - wenn nicht zu sagen einem erbärmlichen - Marketing und das andere Unternehmen, das ihr weniger tolles Produkt mit einer ausgefeilten Marketingstrategie feilbietet (und dadurch mehr "Erfolg" aufweist).

Naja, auch wenn es mit Besen und Saugern recht lustig anmutet, scheint es doch in die Richtung zu gehen, als dass es doch letztendlich wieder der millionste Versuch ist, die öde, von alle verpönte und unsägliche Verbandsdiskussion loszutreten.

@MatV
Oder täusche ich mich da?

Übrigens: was ist GUE ?

Gruß
Joe
milkywayUnvollendet
24.08.2010 09:05
Hallo!

@joemurr
GUE=Global Underwater Explorer
Sozusagen die Vertreter der reinsten Lehre
Schau mal auf www.gue.com. Nun ja, eines kann man sagen, hat man dort seine Ausbildung durch, dann kann man wirklich von sich behaupten, dass man tauchen können sollte.

In einem hast Du Recht. Im prinzip ist das, auch wenn es um Besen und Staubsaugern geht, die nicht neue Mähr vom angeblich Guten gegen das angeblich Böse. Also z.B. der Streit zwischen den GUE Fundis (schönes Wortspiel) und den PADI Realos.

Zumal die Welt so ist, wie sie ist. Wir leben halt mit Coca Cola, McDonalds und BurgerKing, klagen aber zeitgleich über zu fette Kinder.

Als bei uns McDonalds seinerzeit aufmachte, haben alle darüber gemeckert und man würde nie dort hin gehen. Interessanterweise wussten aber alle, wie es drinnen aussieht.

Ich denke aber, dass die Verbandsdiskussion Nr. 138.419 unnötig ist. Nehmen wir den Text also von der lustigen Seite. Der Volksmund hat das auch schon kapiert und den Satz gebildet, dass neue Besen halt gut kehren

CU Oliver
24.08.2010 09:25
Nein. Ja. GÜ ist GÜ. Wer es nicht kennt, braucht es nicht .

Gruß,
Matthias
EuregiotaucherTaucher i.R.
24.08.2010 10:07
Ehre sei den Ori ...

Das Problem der Besenverkäufer besteht im übrigen daraus das die Besenverkäufer nicht den Markt und die globale Weiterentwicklung beobachtet haben. Auch haben die Besenverkäufer die hierdurch aufgekommenen Arten von Dreck ignoriert.

Unser Besen kehrt ... PUNKT und Feierabend

Die Staubsaugerverkäufer haben diesen "Dreck" entdeckt und ihnen wurde bewusst das man mit weniger Aufwand z.B. Fliesen saubermachen konnte. Deshalb stellten sie eine Art Staubsauger her der mit Wasserdampf arbeitete und vor allem stellten Sie dem Kunden den direkten Vergleich vor

Sie versuchten die Fliese mit einem Besen zu reinigen
Sie versuchten die Fliese mit dem "Sauger" zu reinigen

und:

Sie liessen es den KUNDEN selber versuchen und bereiteten diesen Mulitmedial auf alles vor ... wohingegen die Besenverkäufer noch riefen:

Besen kehren gut ...

Fakt ist das es gute Staubsaugerverkäufer gibt und es auch gute Besenverkäufer gibt - Fakt ist ebenfalls das auf beiden Zügen aufgesprungen wird. Ebenfalls Fakt ist das es eine Menge Besen - als auch Staubsaugerverkäufer gibt.

Aber beide haben sich doch auf ein und die selbe Sache spezialisiert:

Dreck wegmachen - der eine so - der andere dann etwas anders - das Ergebniss ist das der Dreck weg ist ...

Nur der eine schwört halt auf Besen (Hexen lieben diesen) der andere auf Staubsauger

Und bevor ich gelyncht werde (was übrigens strafbar wäre) ich besitze Besen und Staubsauger ...

Holdrio - und So
aus der Euregio
24.08.2010 12:23
Da ich auch Besen und Staubsauger besitze ...
nehme ich >Frotzeln 100 bitte<:

Hoffentlich stimmt der Spruch: Alte Besen kehren gut!
... und die Staubsauger ziehen den Dreck an wie Sch.... die Fliegen.

Jetzt >Kloppe 100 bitte< ...

IGL C.
24.08.2010 14:15
Also erst mal heißt das so:

Neue Besen (GUE?) kehren gut!

und

Frisst Scheiße - tausend Fliegen können sich nicht irren!

Kommt nur mir das so vor, als ob der Autor dieser Satire sich da bei ein paar Details ein wenig verkehrt hat?
24.08.2010 14:34
Na klar, - so wie der ganze Thread ein wenig "verkehrt" ist
jokk3lGrundsch, Abi, Dipl.
24.08.2010 14:35
Mein Vorwerk Tiger saugt und fegt (dank rotierender Borsten) in einem Arbeitsgang!
Da können Siemens, Dirt Devil, Bosch, Dyson und Miele nicht mithalten!



Oder gehts hier etwa ums tauchen?

Und jetzt mal zurück zum Thema:
Schön geschrieben. Sollte gepinnt werden. Reininterpretieren kann ja jeder, was er will
EuregiotaucherTaucher i.R.
24.08.2010 14:37
eigentlich würde es heissen:

Fresst Scheisse .... Milliarden Fliegen ... und auch der Satz:

"als ob der Autor dieser Satire sich da bei ein paar Details ein wenig verkehrt hat? "

ist nicht so ganz .... naja .... richtig

wenn man schon wen verbessert dann sollte man nicht nochmehr Fehler schreiben als die Dinge die es zu verbessern gilt ....

milkywayUnvollendet
24.08.2010 14:44
Hallo!

Außerdem heißt es: "Es saugt und bläst der Heinzelmann, wo Mutti sonst nur saugen kann"

CU Oliver

P.S.: Die Besenfraktion ist doch nur deswegen noch da, weil es nicht überall Strom gibt.
Joe.MurrSSI DiveCon
24.08.2010 14:50
Ist das nicht andersrum, Oliver?

Also, das mit der Mutti, mein ich
sabinexdCMAS * *
24.08.2010 14:55
...und Besen machen nicht so einen Lärm...

aber zum Staubsauger sagt man ja auch "Brüllbesen"...

...und wenn der Staubsaugerbeutel geplatzt ist braucht man erst mal nen Besen
milkywayUnvollendet
24.08.2010 14:55
Hallo!

Hüstel.
Ne, die haben zu oft von Tuten und Blasen keine Ahnung

Außerdem hätte sich Loriot das nie getraut zu sagen.

CU Oliver
Joe.MurrSSI DiveCon
24.08.2010 14:57
Stümmt.
EuregiotaucherTaucher i.R.
24.08.2010 15:01
Vom Tuten und Blasen keine Ahnung - egal - solange das Fummeln ok ist .....

Brüllbesen ??? Ich hab im TV vor kurzem mal vom Brüllkäfer gehört ...
24.08.2010 17:50
@Euregiotaucher: Aber meine Deutschlehrerin hat immer was von tausend Fliegen gesagt! Selbstverständlich hätte diese keinen Tipphehler bei der Benutzung des korrekten Imperatives gemacht.

Zu dem "verkehrten" Satz beanspruche ich einfach mal mein Recht auf dichterische Freiheit! Wobei es auch durchaus sein könnte, dass ich einfach schon zu lange aus Deutschland weg bin oder der Groschen bei dir noch nicht gefallen ist...

Mein Fazit steht:

Außer Besen, nix jewesen!
24.08.2010 18:16
Es saugt UND bläst der Heinzelmann, wo Mutti sonst nur saugen kann!

Zwar vollkommen OT, aber so heißt es richtig Loriot ist schon ziemlich genial... aber getaucht ist der nie ... mmmh ...

Ok, jetzt mal ernsthaft MatV,

geht es dir gut? Alles ok bei dir?

Ich bin etwas besorgt.
Nicht so sehr wegen dem Inhalt, der ist bekannt. Aber die Form und die Länge - entweder mutierst du zur Tratschtante (willkommen im Club), oder du leidest ernsthaft unter Stickstoffentzug! Ich rate dringend zum Tauchen - also Hilfe zur Selbsthilfe *grins*
EuregiotaucherTaucher i.R.
24.08.2010 18:28
Es saugt und bläst der Heinzelmann ??? Neuer Rebreather vielleicht ?? Offenes System ??? der Firma Heinzelmann ??? oder was ???

Fackelmann kenn ick ...
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