Mehr Erfahrung - mehr Angst??? Abgesandt von Waltraud_dotterfloez am 02.10.2007 - 00:16:
Wer kennt das Phänomen???
Liebe Tauchsport-Freunde,
ein Thema wie dieses zu beginnen bringt zwangsläufig eine gewisse Brisanz mit sich. Eventuell darf man in einigen Antworten Argumente und Hinweise lesen wie „hör halt auf“, oder „ist wohl nicht Dein Ding“, oder wer weiß noch was. Dennoch schreibe ich mein Problem in der Hoffnung, dass auch brauchbare Antworten kommen – eventuell von Taucherinnen und Tauchern, denen es selbst so erging.
Nun zum Thema: zu Beginn meiner Taucher-„Karriere“ war ich vollkommen angstfrei, abenteuerlustig und unbesorgt. Natürlich befand ich mich auch in professioneller Begleitung durch Tauchlehrer, denen ich vertraute.
So war das Thema „Tiefe“ gar keines für mich, ich war einfach dabei und wir gingen durchaus an die Grenzen des Sporttauchens, schon nach wenigen Tauchgängen. Vorab: es geht nicht darum, dass ich das heute gut heiße, war aber so und zu dem Zeitpunkt auch in Ordnung.
Nun bin ich kein Mensch mit Tausenden von Tauchgängen, habe aber schon mehrere Hundert davon. Und um es nicht noch mehr in die Länge zu ziehen: bei mir ist es genau anders rum als bei anderen. Mein Problem ist, dass ich immer „ängstlicher“ wurde, mit der Zunahme an Tauchgängen.
Dieses hat sicher ein paar Ursachen: ich hatte zwei oder drei mal das Problem, dass mein Automat abgeblasen hat. Ein viertes mal war es sogar kritisch. So war es bei 38 Meter Tiefe der Fall. Im Ergebnis musste ich am Octopus meines Partners auftauchen, was in dieser Situation wirklich für mich stressig war, aber gut ging.
Der Automat ist inzwischen ausgetauscht, es gab bisher keine Probleme mehr. Dennoch:
Unter dem Strich habe ich gar keine Angst vor dem Tauchen (denn sonst sollte ich es wirklich lassen), sondern vor der Tiefe. Wenn ich es richtig einordne geht es um die Angst vor technischem Versagen, denn sonst ist alles gut.
Ich fühle mich wohl in einer Tiefe, aus der ich laut meinem Denken problemlos ohne Luft auftauchen könnte. Das ist nun mal nicht sehr tief (für den „Normal-Taucher“).
Sobald es darunter geht bin ich super angespannt und kann das Tauchen nicht mehr genießen. Dazu kommt, dass Dunkelheit für mein Bewusstsein oftmals Tiefe bedeutet. Auch, wenn dem nicht so ist. Sprich: bei schlechten Bedingungen an Orten die ich nicht kenne geht es mir, als wäre ich tiefer.
Ich möchte unbedingt weiter tauchen und das in den Griff bekommen. Deswegen meine Frage an Euch: was macht man dagegen, zum Beispiel: Apnoe-Übungen um sich nicht so abhängig zu fühlen, Übungen in der Tiefe (ohne sich wirklich in Gefahr zu bringen), technische Kurse um die Technik zu verstehen und ihr zu vertrauen, oder, oder, oder…???
Ich habe auch schon Bücher gelesen (reelle Ängste, eingebildete Ängste etc.). Geholfen hat es nichts.
Ich belasse es hierbei für heute. Eventuell reicht diese Beschreibung für wertvolle Hinweise. Schließen möchte ich meinen Artikel mit dem Zitat eines bekannten Künstlers, als er nach 40 Jahren Bühnen-Präsenz gefragt wurde, ob er noch nervös sei vor dem Auftritt: er sagte: „ich bin heute viel nervöser als früher, da ich weiß, was alles passieren kann“. Vielleicht ist es ja so…!
Danke für hilfreiche Tipps und Antworten!
Antwort von Stephan K. am 02.10.2007 - 00:40 Es gibt natürlich den "jugendlichen Leichtsinn" und mit zunehmenden Alter bedenkt man schon eher die Folgen seines Handelns und agiert dementsprechend vorsichtiger.
Ich würde mir auch mehr Gedanken über meine Tauchausrüstung machen und mir Überlegen was man da verbessern könnte.
z.B. bessere Atemregler, Wartungszustand, 2 Atemregler und min. Doppelventil, usw.
Auch kann man natürlich seinen Ausbildungsstand verbessern und ein höheres Brewet absolvieren.
Vielleicht sogar in Richtung Solokompetenz (nicht verwechseln mit Solo-Tauchen).
Etwas Angst ist vollkommen in Ordnung, denn dann ist man auch vorsichtiger, aber eine Phobie ist natürlich wieder schädlich.
Logisch rangehen, Ausrüstung und Ausbildung optimieren, und weiter tauchen
Vielleicht auch mal mit einem anderen Buddy tauchen.
Antwort von Elektron am 02.10.2007 - 00:55 Ich sehe den Schlüssel in Stephans letztem Satz.
Ein Buddy kann einem das Tauchen erleichtern oder erschweren. Wenn du also einen Buddy hast, dem du vollkommen vertrauen kannst (weil du weißt, dass er ein ruhiger und vorsichtiger Taucher ist und du schon ein paar "Schnuppertauchgänge" mit ihm in Tiefen unternommen, die dir gefallen, dann kann es vielleicht bald auch etwas tiefer hinab.
Deine Apnoe-Fähigkeiten zu schulen ist sicherlich auch von Vorteil, allerdings nicht um aufzutauchen sondern eher um mit etwas mehr Ruhe bei deinem Buddy anzukommen.
Und auch deine Vermutung, dass nun solche Sätze kommen wie "dann lass es doch" ist nicht ganz falsch. Nur will ich es nicht so drastisch ausdrücken. Vielleicht bist du einfach eine Taucherin, die an ihre persönlichen Grenzen gestossen ist. Und darüber sollte man nicht hinaus - und wenn doch, dann nur langsam und mit dem richtigen Tauchpartner.
Verrätst du uns denn welches Brevet du besitzt. Sollte es "nur" ein OWD / AOWD oder CMAS * / Bronze sein, dann solltest du ebenfalls Stephans Rat befolgen und dich weiterbilden. Durch die Tauchgänge mit einem TL bekommt man etwas Sicherheit und vor allem Routine (und davon kann man in Notsituationen nicht genug haben).
Eine Freundin von mir bekommt auch immer Beklemmungen, wenn es dunkel wird. Ich habe ihr einfach mal eine bessere Lampe als ihre eigene gegeben, damit sie die Umgebung ausleuchten kann. Damit war das Problem zwar nicht behoben aber schon etwas gemildert. Also probiere das ruhig auch mal.
Antwort von gekko73 am 02.10.2007 - 01:06 Vielleicht hilft es auch, wenn du dir über die möglichen Notfälle im klaren bist und dazu ein entsprechendes "Notfallprogramm" im Kopf hast.
Dieses auf jeden Fall auch mit deinem Buddy absprechen.
Versuch z.B. auch immer neben deinem Buddy zu tauchen und nicht hinter oder vor ihm. So weisst du, dass ihr euch immer gegenseitig im Blick habt.
Auf keinen Fall solltest du die Situationen meiden, die dir unangenehm sind.
Ich hab sowas ähnliches durchgemacht. Nicht beim Tauchen aber beim Klettern.
Früher war ich da total unbedarft. Bis sich immer mehr meiner Freunde verletzten oder auch tödlich verunglückt sind. Ich hab mich am Schluss nur noch unwohl gefühlt. Hab meinen Händen nicht mehr vertaut. Es hat lange gedauert, bis ich wieder vertrauen in mich gefasst hab. Die ersten bewussten Sprünge in´s Seil (hab mir fast in die Hose gemacht). Bis ich merkte, dass es einfach funktioniert udn ich keine Angst haben muss.
Ein ganz gutes "Maß" für die Grenzen eines -deiner- Tauchgänge ist, dir vorzustellen, du würdest diesen Tauchgang alleine unternehmen.
Das können bei unterschiedlichen Bedingungen natürlich auch unterschiedliche Tiefen sein.
Modifiziere deine Ausrüstung dahingehend, daß du dir -zumindest theoretisch- vorstellen kannst, mit dieser Ausrüstung, auf Tiefe XX jede Problemsituation alleine meistern zu können.
Das fängt an, mit zwei unabhängigen Gasversorgungen, Erreichbarkeit der Ventile etc. etc. etc.......
Dazu macht es durchaus Sinn, sich mal mit dem einen oder anderen über dieses Thema zu unterhalten...VIEL kucken (an den Tauchplätzen) und das, was dir nicht sofort klar ist, was, warum so ist...Fragen-Fragen-Fragen...
ausprobieren und wenn es für dich "taugt" übernehmen, wenn nicht, wieder ändern....das kann ein wenig dauern, aber dann wirst du deine Ausrüstung irgendwann mal auf einem Stand haben, von dem du weißt und ÜBERZEUGT bist...dann wird es dir auch leichter falloen, dich darauf zu verlassen...Dann kommt lernen und üben...Fortschritt in Tauchfertigkeiten kommt nicht von 100 Tauchgängen mehr mit dem selben Partner im selben See auf 25,8 m....Üben: Ventil zu, Atemregler wechseln---Ventil wieder auf-zurückwechseln...tarieren nur mit der Ausatemluft...etc. etc. Das würde jetzt den Rahmen sprengen...
DU musst DIR sicher sein, daß DU dich auf DEINE Ausrüstung und DEINE Fertigkeiten verlassen kannst. Das gibt Selbstbewusstsein und dann werden die Meterzahlen des Wohlfühlbereichs ganz automatisch größer...Ein Tauchgang, den du dich "nur" traust, weil Partner X oder Y ja dabei ist, ist kein guter Tauchgang, weil wenn du den verlieren solltest, bist du alleine...wenn du dann deinen Wohlfühlbereich schon überzogen hast, ist es zur Panik nicht weit...
Wenn du also nächstes Mal beim Tauchen irgendwelche Bekloppten siehst, die mit großen Doppelflaschen und womöglich Stageflaschen unterwegs sind, schau dir deren Ausrüstung an und rede mit ihnen...vielleicht wird dir dann das eine oder andere aufgehen....
Viel Spaß dabei...
Antwort von Tümpi am 02.10.2007 - 07:34 Ich würde an deiner Stelle einfach nur so tief tauchen, wie es dir angenehm ist. Vielleicht ändert sich das mal, aber warum musst du tiefer tauchen als im Wohlfühlbereich?
Apnoeübungen sind sicher gut.
Antwort von shuttle am 02.10.2007 - 08:09 Hallo Waltraud,
Angst ist nichts Schlimmes, sondern Warnung vor evtl. Gefahren. Das heißt, sie entsteht im Kopf und kann auch nur da "bekämpft" werden. Angst in Situationen, in denen man sie früher (noch) nicht verspürt hat, entsteht aus einer Verhaltensänderung durch eine aufgetretene Ungewissheit dessen, was da kommen "könnte", und dann meist durch einen stattgefundenen Lerneffekt (man hat gelernt, was passieren könnte).
Hier kann m.E. nur eine kognitive Therapie helfen (es wurde oben ja schon angedeutet). D.h., gehe mit deiner Angst offen um und stelle dir Szenarien vor, wie man evtl. auftretende Gefahren handeln kann. Das Ablasen z.B. : Hier könnte ein Training mit den MAßnahmen zu dieser Sitauation (Übung Ventil zudrehen, Partnerübungen etc.) helfen, für dies Situation eine gewisse Souverenität aufzubauen. Ist man kognitiv in der Lage, mit solchen Szenarien umzugehen ( das Erleben erfolgreicher Konfrontation und Meistern der Angst erzeugenden Situationen), baut sich die Angst wieder ab, man fasst wieder "Vertrauen" zu sich selbst.
Liebe Grüße und good luck
Shuttle
Antwort von Bärchen am 02.10.2007 - 08:14 Ich schliesse mich in Teilen Tümpi an.
Tauche einige Zeit in dem für dich sicheren Bereich.
Vieleicht mal 2-3 Meter tiefer gehen. Es muss doch nicht immer direkt das tiefe, dunkle Wasser sein.
Ich kenne das auch von meiner Freundin. OK, sie bekommt die Probleme wenn wir tiefer als 20m kommen, aber dann tauchen wir eben flacher.
Sicher kann dir auch die eine oder andere sinnvolle !! Weiterbildung mehr Ruhe und Sicherheit geben. Auf jeden Fall solltest du deine Probleme mit deinem Buddy besprechen ehe ihr ins Wasser geht.
Abschliessend möchte ich mich meinen Vorrednern anschliessen und sagen, das du für dich sicher sein musst. Erzwingen kannst du nichts.
Ich drücke dir die Daumen
Antwort von Steffen F. am 02.10.2007 - 08:54 Auch wenn es böße klingt, muss es gesagt werden. Du schreibst selbst, dass Du mehrere hundert Tauchgänge hast und somit wirst Du von Tauchbeginnern und anderen als "erfahren" angesehen und womöglich gehst Du dann eben mit diesen Beginnern auch tauchen. Wenn Du Dich dabei aber nicht wohlfühlst und Dir tausend Gedanken durch den Kopf schießen, was alles passieren kann, bist Du dann in meinen Augen eine Gefahr für Dich selbst und Deinen Tauchpartner.
Tauchen und Bühnenauftritte vor Publikum haben nichts gemeinsam.
Ich kann Dir kein Rezept geben, wie Du das ändern kannst, aber vielleicht hilft ja dieses Buch dabei: Hier klicken
Viel Erfolg!
Antwort von Steffen F. am 02.10.2007 - 09:02 ... und böse natürlich mit s und nicht ß
Antwort von whaleshark am 02.10.2007 - 10:01 Hai sorry,aber s muss ja nicht jeder Tauchen und wenn es nicht "mehr" passt dann war es das eben.
so sehe ich das eben.
Antwort von johnporno am 02.10.2007 - 10:29 Also ich würde einfach weniger im taucher.net lesen...bei manchen Sachen die man hier lesen kan muss einem ja angst und abnge werden! Mit zunhemender Erfahrung und mit zunehmendem Erkenntnissstand weiß man halt auch was alles passieren kann. Als Neuling hatte ich mir noch keine Gedanken über nen vereisten Regler gemacht, heute schon. Und damit sind wir beim nächsten Punkt: eine gute Ausrüstung anschaffen der man auch vertraut! Z.B. 2 getrennte Luftversorgungen. Hat man diese, kann einem igentlich nix mehr passieren.(einige werden jetzt sagen: aber.....einfahc nihct drauf hören!)Gegen das beklemmende gefühl kälte hilft der bessere Anzug, vllt sogar der Trocki(klasse Teil!)und gegen die unheimliche Dunkelheit hilf dann die vernünftige Hauptlampe.
Also den Gefahren sollte man sich shcon bewusst sein, aber man darf sich davon nicht verrückt machen lassen, sondern seine Ausrüstung und Ausbildung anpassen und für alle Eventualitäten Verfahrensweisen üben, welche einem aus der Patsche helfen.
Also, in der Ruhe liegt die Kraft!
Antwort von bestof34 am 02.10.2007 - 12:54 Dieses Phänomen häuft sich in den letzten Jahren. Immer mehr Taucher landen dann bei 15 – 20 m (ihrer noch überlebensfähigen Grenze).
Meist haben diese Taucher entweder eine schlechte Ausbildung und/oder nicht mehr geübt seit der Ausbildung. Während trainierte Taucher einen abblasenden Automaten als eine leicht zu lösende Aufgabe sehen, stellt dies für untrainierte - ungeübte ein Problem dar, welches sie zwar beschäftigt, aber leider nicht dazu veranlasst mit Übungen wieder zu beginnen. Ein erfahrener Taucher trennt sich von einem unverlässlichen Ausrüstungsgegenstand; ein Taucher der „nur“ viele TG hat lässt diesen immer wieder „herrichten“.
Im Kaltwasser wird mit zumindest 2 Abgängen und 2 Reglersets getaucht. Bläst ein System ab wird dies abgedreht, der Regler gewechselt und nach 1 – 2 min das System I wieder aufgedreht. Wer dies übt der hat auch kein Problem damit, behält sich aber auch einen Regler nicht der 2 x abgeblasen hat!
Man macht den Tauchschein und geht dann 100, 200, 300,….. Mal tauchen. Kommt dann einmal ein Buddy und will die Übungen des Anfängerkurses wiederholen, dann führt alleine die Vorstellung dieser „Aufgabe“ schon zum Bluthochdruck.
Es ist auf jeden Fall interessant wie viele Taucher ihrem Buddy der Probleme mit der Dunkelheit haben noch mehr Licht zur Verfügung stellen.
In unseren Seen kommt am Weg nach „unten“ erst einmal die Schicht mit den Schwebeteilchen, dann klart es auf und wir begeben uns in die dunkleren Bereiche.
Was passiert bei 2 Taucher wenn der eine mit einer 100 Watt Lampe taucht und sein Buddy ohne Lampe den TG beginnt? Der 100 Watt Taucher passt sich nicht an die Sichtverhältnisse unter Wasser an (die Augen haben keine Möglichkeit dazu), während der Taucher ohne Lampe sich an die Umgebung gewöhnt. Schwebeteilchen reflektieren, somit muss der Lampentaucher volle Kanne leuchten um überhaupt noch einen Boden zu erkennen, den er auch anleuchtet um überhaupt noch zu sehen wo da Boden sein soll. Der Taucher ohne Lampe bleibt sowieso auf 6 m um den Sicherheitscheck zu machen, lässt seinen Augen und seinem Gehirn einmal die Change sich an die Gegebenheiten zu gewöhnen, dann erst geht es weiter. Bei 20 m klart es dann auf und bei 30 m sieht der „ohne Lampe“ Taucher 5 m nach unten, 10 m seitlich und 15 m schräg nach oben. Sein Verstand realisiert nun dass ein sich umdrehen die Sichtweite und Helligkeit gewaltig erhöhen. Auf 40 m hat er nun Sichtweiten in der Ebene von 15 m und 20 m schräg nach oben. Er benötigt eine Lampe nur um unter Bäumen oder in Schattenbereiche sehen zu können; wenn er nachgesehen hat schaltet er die Lampe wieder aus um seine Augen nicht an die Helligkeit zu gewöhnen.
Der Lampentaucher sieht hier keine Schatten, er sieht nur das was in dem Lichtkegel erkennbar ist; alles außerhalb des Lichtkegels ist Finsternis. Würde er die Lampe ausmachen, wäre es nur noch dunkel. Wie soll der „Lampentaucher“ zu diesem Zeitpunkt das Ventil des Buddys abdrehen und bei einem „Abblaser“ helfen?
Antwort von Blaupunktrochen am 02.10.2007 - 13:26 Hallo Waltraud,
Sieh`s doch mal andersrum. Du erzählst, daß Du kritische Situationen erlebt hast (Abblaser auf 38m). Wie hast Du reagiert? Du hast für Deine damalige Erfahrung (vermutlich hattet Ihr das Ventil-zudrehen noch nicht geübt) genau das richtige getan und hast die Situation mit Buddy-Hilfe gemeistert. D.h. Du bist offensichtlich in der Lage auf unvorhergesehene kritische Situationen richtig zu reagieren ohne Panik zu bekommen.
Das muß Dir doch Selbstvertrauen geben !!
Ich hatte auch einen Abblaser auf 35m. Bin dann langsam mit dem abblasenden Automaten aufgetaucht (er gab ja noch Luft). Buddy war direkt daneben und hätte bei Luftende aushelfen können. Bei einem der nächsten Tg haben wir das gegenseitige Ventilzudrehen geübt. Diese Erfahrung hat bei den folgenden Tg bei mir keine Angst sondern mehr Selbstsicherheit erzeugt. Nämlich die Sicherheit, Probleme UW lösen zu können und dabei ruhig zu bleiben. Außerdem hab` ich für das spezifische Problem jetzt eine neue Lösungsstrategie, die notfalls auch allein (mit etwas Verrenkungen um ans Ventil zu kommen) funktioniert
Es wird bei jedem Erfahrungsstand Situationen geben, wo Du nicht drauf vorbereitet bist. Aber wenn Du in der Lage bist -evtl. durch Improvisation- so zu reagieren, daß Du da heil rauskommst, brauchtst Du vorm Tauchen keine Angst zu haben. Deine "Angst" ist vielleicht nur ein erhöhtes Problembewusstsein, was Dich jetzt vorsichtiger tauchen läßt -und das ist gut so. Deine "Angsttiefe" halte ich allerdings für übertrieben. Du warst früher tiefer und bist mit Problemen zurechtgekommen, wo Andere in Panik geraten -mit Deiner jetzigen Erfahrung ist sowas doch ein Kinderspiel
Sei für jede kritische Situation dankbar und zieh` daraus Deine Konsequenzen (Ausrüstung, Tauchverhalten). Du bist dann als Buddy wertvoller als ein Schönwettertaucher, der bei Sichtweiten von 50+ Metern im Warmwasser hunderte von Tg hat, aber beim kleinsten Problem sich oder anderen nicht zu helfen weiß.
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