Mein HNO sagt: Typische Taucher-, Schwimmer- und Surferkrankheit... Abgesandt von SebAusDarmstadt am 21.08.2001 - 22:02:
Ich bin zwar Surfer, aber hoffe in eurem Forum hilfe zu erhalten:
Vor Kurzem hatte ich nach dem Surfurlaub eine Gehörgangsentzündung und bin zum HNO-Arzt gedackelt und der hat im Laufe der Behandlung bei mir ein typisches Schwimmer- und Surfer- (deshalb wahrscheinlich auch Taucher-)Phänomen entdeckt:
Der Gehörgang verengt sich durch Knochenwachstum
schleichend von seiner ursprünglichen O-Form (Querschnitt) zu etwas, das wie ein O mit einem 5t-Gewicht auf den Schultern aussieht. Es bildet sich ein Wulst vor dem Trommelfell, so dass er das Ohr nicht mehr 100%ig reinigen kann.
Der Arzt sagt, es bildet sich nicht zurück, und wenn ich weiter so oft im Wasser bin (Freibad, relaxtes Surfen an der Cote d`Argent), kann ich in 3-4 Jahren mit einer OP rechnen.
Naja, in der Kuhle zwischen Trommelfell und Wulst sammelt sich so allerhand an, was mich zum Einsatz von Olivenöl und AG-Tropfen (oder meinetwegen auch Tauchertropfen)zwingt.
Weiter meint er, die Wissenschaft weiß nicht genau, warum das überhaupt auftritt. Sie vermutet nur eine Schutzreaktion gegen kaltes Wasser.
Meine Fragen:
-Wie lautet eigentlich die korrekte Fachbezeichnung dafür? Muss irgendwas mit"E"sein.
-Erfahrungen?
-Gibt`s neue Erkenntnisse?
Antwort von Andreas Ploch am 22.08.2001 - 13:10 Hallo Seb!
Die Wucherungen heißen Exostosen, werden aber auch Hyperostosen genannt. Sie entstehen infolge eines ständigen Kältereizes als Reaktion der Knochenhaut (Periost). Ob es wirklich eine Schutzreaktion ist, sei dahingestellt.
Exostosen sind prinzipiell harmlos, können aber eine Neigung zur Gehörgangsentzündung verursachen. Aber erst wenn der Gehörgang zu über 90% verschlossen sein sollte, kommt es zur Schwerhörigkeit.
Bislang ist m.W. nur die operative Therapie bekannt, die bei Schwerhörigkeit oder immer wiederkehrender Gehörgangsentzündung durchgeführt werden sollte.
Nicht-Tauchern kann man zur Prophylaxe Ohrenpfropfen empfehlen.
Viele Grüße
Andi
Antwort von Stephan Hilliger am 22.08.2001 - 13:17 Hallo Seb(i)!
Leider hat Dein Doktor völlig recht. Wenn weiterhin immer wieder kaltes Wasser in den Gehörgang kommt, wird das Problem schlimmer werden-ob da aber gleich eine OP nötig ist, kommt ganz auf den individuellen Befund an. Der korrekte Ausdruck heißt übrigens "Gehörgangs-Exostosen". Da Du ja nach eigenem Bekunden nicht tauchst und keinen Druckausgleich machen mußt, könntest Du ja mit dichten Ohrstöpseln (ausprobieren) das Eindringen von kaltem Wasser (kalt meint hier alles unter Körpertemperatur) verhindern. Zum Schwimmen und Surfen müßte das gehen.
Alles Gute,
Stephan.
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