Lieber Dunker,
Du hast natürlich Recht - in der Theorie.
Aber ich denke, wir wissen beide, dass es ein Unterschied ist, was vom Wortlaut her in einem Gesetzestext steht und was manche Gerichte da heraus lesen. Das ist mitunter selbst für Fachleute kaum nachvollziehbar.
Auch denke ich, dass Du - wie auch ich - durchaus Urteile kennen, wo nach einem Unfall Tauchpartner oder Tauchlehrer zur Verantwortung gezogen wurden, in einem Umfang, den man als selbst tauchender Jurist nur schwer nachvollziehen kann.
Meist sind hier dann Staatsanwälte und Richter am Werk, die den Fall völlig objektiv - und ungetrübt von jeglicher eigener Sachkenntnis

- beurteilen.
Das ist für mich so ähnlich, wie wenn die Staatsanwaltschaft in Potsdam, vermutlich noch in Person eines ungedienten Staatsanwaltes, von Erfahrung in militärischen Auslandseinsätzen will ich garnicht erst reden (Ich spekuliere hier nur. Ich kenne dort niemanden.), darüber befindet, ob der Soldat X in Kundus sich bei Abgabe eines Schusses rechtmäßig verhalten hat.
Wenn nun an einem entsprechenden Unfall auch noch Kinder beteiligt sind, wird die Messlatte nochmal ein Stück höher gelegt.
Ich denke, da wirst Du mir zustimmen, selbst wenn gegen die betroffene Aufsichtsperson kein Strafverfahren eröffnet oder aber sie in einem Verfahren freigesprochen wird, so hat shuttle auf jeden Fall Recht:
"...wird eine Untersuchung geben die in jedem Fall recht nervenaufreibend sein wird. Es wird gefragt werden (und man wird sich selbst fragen) ob alles getan wurde, ob die besondere Aufsichtspflicht /-Verantwortung dem nach objektiven Gesichtspunkten beizulegenden notwendige Maß entsprach.
Das geht schon bei der Wahl des Tauchplatzes los, bei Berücksichtigung des Charakters des Jugendlichen und seinem bisherigen Verhalten etc. pp.
Auch bei Einstellung eines Verfahrens oder einem Freispruch wird ein bitterer Nachgeschmack bleiben."
Ebenso hat auch _Matthias_ Recht:
"Wenn was passiert (egal ob mit Kindern oder nicht) sollte derjenige, der die Entscheidungen getroffen oder unterstützt hat, sehr genau erklären können, das er sich Gedanken vor seiner Entscheidung gemacht hat."
Und von daher sind die Schlussfolgerungen von shuttle ("Ich bräuchte das nicht, insofern "ließe" ich nicht.") und Vercingétorix ("Oder anders mit meinen Kinder habe ich kein Problem, die Aufsicht über fremder Leute Blagen übernehme ich nur in wenigen Ausnahmefällen.") aus meiner Sicht nur logisch und absolut nachvollziehbar.
Deshalb stelle ich jemandem, der in dieser Richtung eine Frage stellt, lieber das "Worst-Case-Scenario" vor, als das ich die Problematik verharmlose.