Missweisung Kompass SK7 Abgesandt von ad-mh draussen am 23.06.2006 - 11:36:
Hallo,
beim Briefing heute nacht vor dem TG haben wir eine Peilung vorgenommen. Hierbei haben wir festgestellt, dass mein Kompass um etwa 20 Grand von demjenigen des Kollegen abweicht.
Soeben habe ich das Ganze nochmals mit einem anderen Kompass verglichen. Ergebnis ist das Gleiche.
Es waren keine Metallteile, keine Magnete, etc. in der Nähe. Auch wurden die Kompanten weit genug auseinander gehalten.
Der Kompass ist weder gefallen, noch wurde er neben einem Magnetfeld gelagert. An der Lagerung kann es nicht liegen, sonst wäre der andere Kompass, der daneben gelegen hat, schließlich auch "verstellt".
Hat jemand eine Idee?.
ad-mh
Antwort von und 26 Gäste am 23.06.2006 - 11:42 Es sind nunmal keine Präzisionsinstrumente. Verstellen tun sie sich bei *längerdauernder* Lagerung in der Nähe von magnetisierbaren Metallteilen...
Antwort von ad-mh draussen am 23.06.2006 - 12:05 ...um immerhin 20 Grad, bei Lagerung von 1 Monat, zwei Kompanten nebeneinander ... und nur einer verstellt sich???
Magnetisierbare Metallteile haben allerdings schon danebengelegen.
Das gleiche Phänomen hatte ein weiterer Kollege vor etwa einem Jahr, ebenfalls bei einem (allerdings 2 Wochen alten)SK7.
Er taucht das Ding weiter. Vielleicht sollte ich das auch machen.
Wenn wir die gleiche Abweichung haben, bilden wir halt ein Buddyteam.
ad-mh
Antwort von flasche am 23.06.2006 - 12:37 "Unter Deklination versteht man die Abweichung der Horizontalkomponente des erdmagnetischen Feldes vom geographischen Nordpol. [...] langzeitliche Veränderung wird durch eine kurzzeitige überlagert, [...] So wurden tageszeitliche Schwankungen gemessen, die im Sommer in Deutschland bis zu 15° betrugen. [...]
Unter Deviation versteht man dagegen den Fehler [...] abhängig von der Richtung der Bezugsachse bzw. der Drehung des Fahr- oder Flugzeuges um seine Hochachse sowie vom Einbau und der Lage des Kompasses in der Nähe eisenhaltiger Teile."
Dann noch das:
Hier klicken Denkbar wäre, daß ihr für unterschiedliche Zonen angepaßte Kompasse verwendet (z.B. im Ausland gekauft, Grauimport). Zwischen den Kompassen bestehen dann natürlich Unterschiede.
Denkbar, aber m.E. nur bei recht starkem Magnetfeld (z.B. "magnet. Octopushalter") und längerer Lagerung, wäre, daß sich die Kompaßnadel selbst ungewünscht ummagnetisiert hat. Auch sehr starke elektrische Ströme in der Nähe kämen als Ursache infrage.
Wahrscheinlicher wäre, daß die Kompaßumgebung sich ummagnetisiert hätte. Da die üblichen Plastikgehäuse ausscheiden, vielleicht die Halterung (Retractor/Schlüsselringe).
Vielleicht hat man den Fehler direkt nach dem Kauf auch nicht gleich bemerkt, sondern erst später. Einen 2 Wochen alten SK7 hätte ich umgetauscht.
Fehler merken und gedanklich korrigieren, oder Kompaß ersetzen.
Nebenbei: Wie korrigiert eigentlich Suunto beim SK7 die ortsabhängige Deklination denn technisch? Habe ich mich schon beim Kauf meines SK7 gefragt. Einfach eine Nadel in der Nadel, um einige Grad gedreht? Vielleicht sind simplere, nicht korrigierte Billigkompasse (einfach Nord/Süd exakt in Nadelrichtung) da unkritischer, weil mit größeren Kräften (gesamte Nadellänge genutzt) arbeitend? Eine Frage für Experten...
Antwort von markus e (draußen) am 23.06.2006 - 12:45 < Denkbar, aber m.E. nur bei recht starkem Magnetfeld (z.B. "magnet. Octopushalter") und längerer Lagerung, wäre, daß sich die Kompaßnadel selbst ungewünscht ummagnetisiert hat. >
Ein ganz kleines bischen wird der Kompaß auch das Erdmagnetfeld ummagnetisiert haben. Is aber wirklich nur ganz wenig. Könnt man ausrechnen
Antwort von und 26 Gäste am 23.06.2006 - 12:46 Norden findet man grob da, wo das Moos an den Bäumen wächst...
Antwort von flasche am 23.06.2006 - 12:50 ..oder vielleicht stanzen die auch einfach nur aus einem großen magnetisierten Blech was raus, schräg zur Magnetisierrichtung? Könnte mir vorstellen, daß da auch Produktionsfehler oder langfristig Veränderungen möglich sind.
Jaja, lacht nur, und bleibt schön ungenau.
Antwort von Markus E am 23.06.2006 - 13:04 26
Süden ist ungefähr da, wo die Satellitenschüsseln hinschauen (Nordhalbkugel natürlich).
Am Äquator funzt das nicht. Die Richtung, in die sie dort schauen, heißt "oben".
Antwort von und 26 Gäste am 23.06.2006 - 13:14 Du kannst auch zum nächsten Bäcker gehen und eine Tüte Brötchen kaufen. Da steht dann drauf wie die Stadt heißt.
Antwort von Izorg am 23.06.2006 - 13:20 Hatte das gleiche Problem mit dm SK7: Abweichung ziemlich genau 20°! Habe mir den SK7 zusammen mit Retraktor im Komplettpaket bestellt. Daß jemand auf die Idee kommen könnte, bei einem solchen Paket für den Retraktor einen magnetischen Metallring zum Festmachen des Kompass zu verwenden, ist mir erst überhaupt nicht in den Sinn gekommen! Seitdem ich den Metallring durch das allerletzte Loch des Kompass-Armbandes gezogen habe, ist Entfernung zur Nadel groß genug, so daß die Abweichung vernachlässigbar ist.
Antwort von flasche am 23.06.2006 - 13:44 26G, du wohnst in Theben? Besonders viele Balkon-Kompasse findest du übrigens im Westen. Wir haben Glasfaser
Antwort von Weltverbandsseniorenbeauftragte am 23.06.2006 - 15:27 Mit der Zeit wird die Flüssigkeit im Kompass träge. Einer unserer beiden SK7 mochte die Kälte im Winter nicht und hing fest der zweite (jetzt ca. 2 Jahre alt) wird jetzt langsam träge und pendelt sich nicht mehr richtig bzw. nur sehr langsam ein. Ich seh so einen Kompass als (teures zwar) Verschleißteil. Leider konnen diese Kompanden nicht wie z.B. Wanderkompanden neu gefüllt werden.
tü
Antwort von Suesswassertaucher am 23.06.2006 - 15:41 Die Flüssigkeit wird träge?
Sowas habe ich noch nie gehört. Zumindest mein uralt Uwatec-Kompaß (Ja! Sowas hab ich) und mein Noname-Billig-Kompaß aus meiner ersten Konsole haben dieses Problem nicht.
Würde mich auch sehr wundern, da ich hierfür eigentlich keinen sinnvollen Grund erkennen kann. Sicher, dass Dein Kompaß nicht mal stark angeschlagen oder zu fest gedrückt (z.b. Bleigurt aus Hüfthöhe auf den Kompaß gefallen) wurde?
Hier noch eine Möglichkeit den Norden zu finden:
Morgens steht die Sonne im Osten. Schaut man also in Sonnenrichtung muß Norden irgendwo links sein.
Abends steht sie im Westen. Beim Blick zur Sonne ist Norden dann also irgendwo rechts. Jetzt muß man natürlich nur noch wissen ob man gerade Morgen oder Abend hat...
Antwort von flasche am 23.06.2006 - 15:55 Vielleicht hilft testweise ja das gleiche Verfahren wie bei Honig: Heißwasserbad. Kaputter wird er nicht, und jedenfalls kurz hält er (SK7) auch kochendes Wasser aus. Weiß nicht, ob es so klappt; ich habe das mit dem Heißwasser auch aus anderem Grund gemacht.
Mir fiel allerdings nachher auf, daß die Fluoreszenz (nachleuchten) schlecht ist.
(Die Kompaßeinsätze gibt es etwas billiger auch ohne umgebendes Gummiarmband/Halterungszeugs zu kaufen, der Umbau ist kein großes Problem. Man sollte vielleicht Heißwasser nur zum leichteren Ausbau des defekten Alteinsatzes benutzen... falls überhaupt nötig.)
Antwort von D-32 am 23.06.2006 - 15:56 Warum so kompliziert? Straßenkarte nehmen (Nord ist immer oben), Peilung laut Karte nehmen und mit Kompass eine längere Gerade anpeilen.
Die Flüssigkeit wird nicht zähflüssiger, das ist meist Isopropanol.
Antwort von und 26 Gäste am 23.06.2006 - 16:03 "das ist meist Isopropanol." vielleicht hat sie es ja ausgetrunken...
Antwort von flasche am 23.06.2006 - 16:45 Selbst wenn was rausgetreten bzw. verdunstet wäre: Das würde man ja sehen (Luftblase). Und daß Flüssigkeit raus und zum Ausgleich Wasser wieder rein ist.. scheint unwahrscheinlich.
Egal, ob Öl oder Alkohol(gemisch), oder einfacher mechanischer Verschleiß: Mal kurz erhitzen kann (wenn sowieso unbrauchbar) ja nichts schaden. Oder aufbohren und neubefüllen, dann mit irgendeinem Klebstoff verschließen; auch da: Besser so als wegschmeißen.
Scheiß Karte.. ich finde diese blöde "Einbahnstraße" nicht.
Antwort von bikefresh am 23.06.2006 - 17:59 Ich hatte das Problem auch schon und als Ursache einen Metallspan unter dem Drehring. Ich habe zwar keine Ahnung, wie der Span dahingekommen ist, aber nachdem ich ihn entfernt hatte, war alles wieder gut.
Beide Kompanten wurden zwar zusammen gelagert. Der eine ist aber ohne Retractror, der andere mit. Es hat sich (ein Ladegerät stand in der Nähe) der Metallring am Retractor leicht magnetisiert.
Ring ab - Abweichung weg. Man hätte auch so drauf kommen können.
Gibt es eigentlich "Schlüsselringe" (normalerweise aus Federstahl) aus nichtmagnetischem Stahl oder eine Alternative aus anderen Materialien?
Einen Kabelbinder finde ich nicht so gelungen.
Grüße
ad-mh
Antwort von ad-mh (ausgeloggt) am 23.06.2006 - 23:53 izorg bekommt auch einen Preis. Er hat schließlich genau die Lösung (und zudem die mit fast "ziemlich genau 20°") gefunden.
Als Preis biete ich einen schönen Schlüsselring. Man könnte daraus ein Komplettset SK7 mit Retractor basteln.
ad-mh
Antwort von flasche am 24.06.2006 - 15:30 Man kann statt Schlüsselringen natürlich auch Schnur, Angelsehne, Kabelbinder oder sonstwas an den Retractor ranbinden, hat aber das Problem vielleicht dennoch nicht zu 100% umgangen, da im Retractor selbst noch Metall ist (Stahlseil). Statt Retractor geht, etwas anders zu benutzen, auch so ein Spiralkabel (ähnlich Telefonhörer) mit Plastikkarabiner und Fixiermöglichkeit. Zum kurzen gucken bleibt das Ding fixiert (kurz vor die Maske gehalten), für längere oder genauere Navigationsaufgaben dann gelöst (ich glaube, das heißt Fastex-Verschluß; die üblichen Plastikklammern eben) und am Spiralkabel etwas gezogen.
Den Retractor samt magnetischem Schlüsselring verwertet man dann für den Mares Airlab.
Antwort von Tubby am 24.06.2006 - 15:59 Dass sich der Schlüsselring derart gravierend auswirkt, hätte ich nur auch nicht vermutet...
Gut, man lernt nie aus
Ansonsten benutze ich eine Halterung aus Titan, die ist antimagnetisch und wesentlich angenehmer als Griff zu benutzen als das wabbelige Armband:
Gruß,
TT
Antwort von Tubby am 24.06.2006 - 16:02 Oh-oh, dazu fällt mir noch ein:
durch diesen Eingriff wurde ich ja selbst zum Hersteller...
Bin also für sämtliche Navigations- oder Interpretationsfehler der nächsten 1000 Tauchgänge selbst verantwortlich
Antwort von Weltverbandsseniorenbeauftragte am 25.06.2006 - 14:32 Ich habe übrigens auch beide SK 7 ausgerichtet mit ca. 1m Entfernung und festgestellt dass der eine (der alte) ziemlich abweicht. Da ich das gleiche Titanteil wie Tubby bei beiden benutze, kanns am Schlüsselring wohl eher nicht liegen. Ds mit der "trägen" Flüssigkeit war im Winter bei viel Minusgraden. Der Kompass wurde anstandslos umgetauscht. Jetzt ist Sommer und es ist heiß. Ich muss wohl einen neuen kaufen.
Antwort von Kormoran am 26.06.2006 - 10:50 ... und wieder die Frage: Wieviele hundert Kilometer nach Karte wollt Ihr denn eigentlich tauchen? Für meine Tauchgänge ist es sch...egal, wohin der Kompass zeigt, hauptsache während des TG immer in die gleiche Richtung.
Antwort von und 26 Gäste am 26.06.2006 - 10:56 Das stimmt so natürlich nicht, Kormoran. Manche Sachen im trüb-finsteren See findest du nur, wenn du dich an die Koordinaten hälst. Und da machen 20° doch schon ein Wenig was aus...
Antwort von Weltverbandsseniorenbeauftragte am 26.06.2006 - 12:38 Selbst ausprobiert am Samstag. Geht ganz schön am Ziel vorbei. Außerdem ists ganz schön lästig, wenn der eine Tauchpartner in die eine Richtung und der andere in die andere will. Beim Anpeilen eines Ziel ists wirklich egal, das klappt schon, aber beim Kurstauchen gehts schief. Ein neuer muss her.
Antwort von Bozo am 26.06.2006 - 13:09 Moin!
Falls sich der Ring magnetisert hat einfach mal mit dem gidNbH draufhauen. Durch den Kompass selbst entsteht keine weitere Magnetisierung.
DerBozo
gidNbH=größter in der Nähe befindlicher Hammer(zum lockern, lindern, lösen!)
Antwort von flasche am 26.06.2006 - 13:37 Ich würde, falls sich wirklich die Kompaßnadel selbst ummagnetisiert hat, erstmal versuchen, mit Hausmitteln das Ding wieder auszurichten. Kompaß verkanten (so daß Nadel hängt), und mit möglichst starken Magneten Nord-Süd-Magnetisierungsrichtung wieder zu verbessern versuchen. Vorher ggf. mit Schraubenzieher das Magnetisieren üben. Kann sein, daß das mangels genügend starker Magnete in geringem Abstand bei der Kompaßnadel mißlingt.
(Aber nur machen, wenn die Alternative das Wegwerfen wäre.) Kommt das denn wirklich öfter vor? Wie oft denn? Da müßten ja starke Magnetfelder wirken..
Vielleicht die Ursache herausfinden? Röntgenstrahlung ist ja unschädlich.
Antwort von Weltverbandsseniorenbeauftragte am 26.06.2006 - 22:13 So jetzt habe ich einen neuen SK 7. Alle drei ausgerichtet, stellt sich heraus, das nicht der alte sondern der im Januar 06 umgetauschte eine andere Richtung anzeigt. Ich versteh die Welt nicht mehr. Kann ich jetzt davon ausgehen, dass die Mehrheit Recht hat?
Antwort von flasche am 27.06.2006 - 10:12 Suche eine Sat-Schüssel, einen Baum, die Mittagssonne (Sommerzeit beachten), einen Bäcker und eine Karte, nimm deine 3 Kompasse, und bilde den Mittelwert.
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