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Offener Brief: Umgang mit Lesern und deren Beiträge
Abgesandt von KaRinB am 20.10.2005 - 01:35:

Hallo Jessica, ich als Forenleserin - und damit im allgemeinen - nicht unerheblicher Teil der Motivation zahlender (Werbe)Kunden, wundere mich über deine Auffassung zum Thema "Redaktionelle Über(be)arbeitung von Leserbeiträgen". Auch über deine Arroganz - was natürlich dich nicht stören muss und einer subjektiven Wahrnehmung meinerseits entspricht.

Der Grundsatz <ab und an mal nichts zu sagen - nicht immer vorzupreschen> bzw. eine abgestimmte Meinung der "Redaktionsleitung" abzuwarten, wäre dagegen durchaus wünschenswert.

Bezugnehmend auf die Veröffentlichung zum Diebstahl im Shams Alam Wadi Gimal kann ich als Leserin dann auch nur den Kopf schütteln.

Ein Betroffener schreibt seine Sicht der Dinge. Die "Redaktion" (Warum ich das immer in Anführungszeichen setze? Weil der Anspruch an diesen Beruf und deren Ausübung ein anderer ist und die Aneignung dieser Berufsbezeichnung ein mehr an Qualifikation verlangt) schreibt also das Hotelmanagement an und bekommt eine Gegendarstellung (formaljuristisch handelt es sich eher um einen weitere Darstellung der Sachlage).

So weit so gut. Und Jessica! Oberflächlich ist dann auch dem Recht gedient; nemo testis in propria causa.

Es folgen die üblichen Mutmaßungen und der Forenbeitrag wird geschlossen. Einen Hinweis auf Richtigstellung in entsprechender Bedeutung fehlt. Die Willenserklärung der Parteien zur Unterlassung weiterer Veröffentlichung fehlt, der Beitrag wird ohne Bezug auf inhaltliche Verfehlung gekürzt, usw.

Weiter erleben wir eine Mitglied der "Redaktion" auf einen unerfolgreichen Ausflug in die Jurisprudenz. Der Leser wird in den Generalverdacht genommen, juristisches Halbwissen zu verbreiten - in der Person selbst aber unfähig, einfachste Rechtsgrundsätze zu ordnen, bzw. Straftatbestände relevant aufzuführen.

Gemäß dem Prinzipien eines Patriarchen werden dann weitere Beitragsschließungen durchgeführt und die Diskussionsinhalte ein – bzw. begrenzt.

Ein Jurist (vermutlich meintest du einen Rechtsanwalt) gibt das Diktat - ohne wenn und aber?

Jessica und Betreiber von Taucher.net GmbH, beschränkt euch auf die Grundsätze presserechtlicher Arbeit. Beschäftigt für diesen Zweck einen qualifizierten Moderator und wendet allgemeine Spielregeln für das Veröffentlichen von Leserbeiträge an. Lasst den unerfolgreichen Versuch juristische Grundregeln für eigene Empfindungen zu missbrauchen.

Eine mögliche Lösung?

Bis B die zustehende Gegendarstellung abgibt, wird der Beitrag von A vorläufig zurückgenommen > Auf Verlangen von B wird zusätzlich der Inhalt der Schilderung von A auf die Feststellung von Tatsachen beschränkt - dies darf allerdings auch eigene Wahrnehmung von A beinhalten, dann allerdings ohne subjektiver und irreführender Darstellung von Abläufen. Strafrelevant falsche Behauptungen oder Behauptungen die gegen die guten Sitten verstoßen oder entgegen allg. Normen aufgestellt werden, sind generell zu entfernen. Alternativ (und vermutlich der bessere Weg) wird ein redaktionell bearbeiteter Beitrag - der die Behauptungen beide Seiten unparteiisch darstellt veröffentlicht.

Die Möglichkeit der Kontaktaufnahme für Leser an beide Parteien sollte gegeben werden.

Ist Taucher.net generell für den Inhalt der Leserbeiträge verantwortlich zu machen?

Nein. Bleib sitzen Jessica. Das ist vom Einzelfall abhängig. Die journalistischen Sorgfaltspflicht verlangt bei schwerwiegenden Vorwürfen, eine Prüfung des Wahrheitsgehaltes. Ehrverletzend wäre z.B. wenn einem Menschen eine Tat unterstellt wird, die er nicht begangen hat.

Auf den Punkt gebracht! Sollte ... der Beitrag - auf Grund der möglichen Erfüllung von Straftatbeständen - als riskant für Taucher.net eingestuft worden sein, wäre dieser zu entfernen oder dementsprechend auszugestalten.

Bis jetzt ist mir allerdings eines überhaupt nicht klar. Was hat das Schließen von Beiträgen mit – den von Jessica geschilderten Gefahren für Taucher.net vor Verklagung? – zu tun?

Zitat: "Wir schuetzen uns vor Verklagung wegen Verleumdung etc. pp. Waere es Dir lieber gewesen, den Bericht ganz zu loeschen? Na dann waere das "Zensur-Geschrei" aber noch groesser gewesen. Man kann es halt nicht jedem Recht machen und Du solltest unser Hausrecht hier akzeptieren!"

Wenn schon ständig auf die Juris verwiesen wird, dann doch bitte in folgender Form:

In Erwartung noch anstehender strafrelevanter Äußerungen unserer Leser zu diesem Thema wird die Diskussion zum selbigen von uns eingestellt.

Das hätte dann allerdings vielleicht nicht absehbare Folgen für Taucher.net. Nein Jessica, das wäre keine Verleumdung seitens Taucher.net. Höchstens eine gegenstandslose Unterstellung.

Ok, dann ist es vielleicht doch besser zu schreiben:

Zitat: "Besinnt euch bitte darauf, dass dies hier eine fuer euch kostenloses Angebot ist. Niemand hat hier das Recht, dass seine Meinung veroeffentlicht wird".

Mal sehen, vielleicht spült es mich mal wieder hier her. Und ja, ich bin tatsächlich schon als Kind nicht gut angekommen



Antwort von Xorron Registriertes Mitglied am 20.10.2005 - 02:24
Hut ab!
Antwort von AndréM Registriertes Mitglied am 20.10.2005 - 07:44
Gratulation zu diesem Beitrag!
Antwort von henri Registriertes Mitglied am 20.10.2005 - 08:37
Ich hätte es nicht besser sagen können...
Grüße,
henri
Antwort von Abyss78 Registriertes Mitglied am 20.10.2005 - 08:56
Was für ein Klugschiß!
Antwort von weltverbandsdeepdiver Registriertes Mitglied am 20.10.2005 - 09:04
Chapeau Chapeau

und Danke für den Beitrag

Deep

Antwort von Emilio Largo Registriertes Mitglied am 20.10.2005 - 09:15
@karinb:

deine Vorwürfe an die Redaktion kann ich nicht ganz nachvollziehen...
"Die journalistischen Sorgfaltspflicht verlangt bei schwerwiegenden Vorwürfen, eine Prüfung des Wahrheitsgehaltes" Genau dieser Satz ist das Problem. Gehen wir mal von dem Fall aus, dass hier 20 Leute einen solchen schwerwiegenen Vorwurf posten und du musst jeden einzelnen Fall im Detail prüfen Da kannst du gleich ne Detektei aufmachen. Dieses Gesetzesgrundlage gehört meiner Meinung nach abgeschafft. Narrenfreiheit in allen Foren. Wir sind doch alle Erwachsen genung um uns selbst ein objektives Bild zu machen.
Antwort von hket Registriertes Mitglied am 20.10.2005 - 09:22
Tauchernet ist ein Forum von Tauchern für Taucher.
nicht von Juristen oder Journalisten, die sich auf diesem Glatteis auskennen.
Auch die Redakteure sind keine Profis, was meist ok ist, manchmal aber auch nervt oder ärgert.
Fast immer geht es hier ziemlich freizügig zu, im Unfallforum wird inzwischen moderiert.
Damit wurde das pietätlose Genöle eliminiert, das Forum aber zu einer etwas grauen Datenbank (inzwischen sogar als Infobank anerkannt)
Was soll aber die Erregung über den konkreten Fall mit dem Hoteldiebstahl ? Klar, jeder weiss genau, ob der Manager was verschleiern wollte, oder ob der Gast die Versicherung bescheisst.
Selbst vor Ort ist nichts dabei herausgekommen, die Verzögerungen von 0,5 - 1 Std für ein Treffen durchaus landestypisch.
Keiner von uns weiss, ob die Laienredaktion nicht gerade eine teure Abmahnung auf dem Tisch liegen hat und deshalb etwas übersensibel eingreift.
Wenn aber jedes Wort der Redaktion auf die Goldwaage gelegt wird, und das bei den Forennutzern auch noch Mode wird, kommt die Taucherei zu kurz.
Ich finde die Redaktion insgesamt ok, jeder hat irgendwo einen gewissen Charakter aufgebaut. Biouli verweist gern auf seine Seminare, Jessica hat eine rauhe Schale usw.
Auch u26G, D-32, Trilaminator, Uli Schreiber bilden hier einen Charakter ab, der nicht jedem immer passen muss. Aber ohne die Ecken und Kanten wäre es fad ...
Helmut
Antwort von Michi Redaktionsmitglied am 20.10.2005 - 09:32
Hallo KaRinB -
aber auch:
Hallo an alle, die diesen Thread genauso interessiert verfolgen!

Zuerst danke für den "offenen Brief". Wie du vielleicht einem anderen Thread entnommen hast, bin ich ein Freund offener Worte, hinter denen der Verfasser auch steht. Und diesen Eindruck habe ich von dir.
Gemäß deiner Handlungsempfehlung schreibe ich im Namen der Redaktionsleitung. By the way: Ich pflege dies fast immer zu tun --> Ich spreche mich mit meinen Teamkollegen ab - das gehört für mich zu einem guten Miteinander innerhalb der Redaktion.
Vorpreschen "muss" ich schon deshalb, weil dein Brief sicher nicht zum bloßen Selbstzweck so ausführlich ausfiel.
Und ich gebe dir generell Recht, denn auch ich halte mich eher zurück und lese, schmunzle, freue und ärgere mich über die Vielzahl an Beiträgen in den Foren - man muss nicht immer alles kommentieren.
Aber ich halte dies hier für eine lohnenswerte Ausnahme

Grundsätzlich pflichte ich dir in einigen Punkten bei, in anderen stelle ich mir trotz mehrmaligem Durchlesen die Frage, was das Ziel darin war. Insbesondere die Bemerkung mit der "Redaktion in Anführungszeichen" erweckt in mir das Gefühl von der Herabwürdigung meiner Fähigkeiten und meiner Kompetenz. Subjektiv..., mag sein, aber so kommt´s bei mir an. War sicher nicht so todernst gemeint - unterstell ich einfach.

Ob es letztlich gut war, diesen Forenbeitrag gleich zu schließen, darüber sind wir uns jetzt im Nachhinein auch nicht mehr so richtig einig. Der ursrpüngliche Grund war ganz gewiss nicht die Anbringung einer Zäsur, einem Schwertschlag gleich. Eher der Befriedung, aber du siehst, nicht jedes Ansinnen erzielt den gewünschten Erfolg. Wir werden darüber nachdenken!

"Niemand kann Zeuge in eigener Sache sein!" - das ist korrekt, vom juristischen Standpunkt aus betrachtet. Aber soweit sind wir ja zum Glück nicht. Es waren ja "nur" zwei unterschiedliche Sachverhaltsdarstellungen. Störungen haben Vorrang, und genau diese Störungen sind m. E. das Essenzielle, das um was es wirklich geht. Der Wadi Gimal-Diebstahl ist nur Vehikel. Das Wesentliche an diesem und den zahlreichen anderen Threads - so vermute ich - ist ein ganz anderer Schauplatz: (persönliches) Verhalten von Redaktionmitgiedern, Prozedere des Schließens von Beiträgen - oft Zensur genannt, letztlich auch der Steitpunkt "wer hat Recht mit dem Recht" u. v. m.

Dass wir es mit dem Lösen solcher Konflikte ernst nehmen, soll diese Antwort dokumentieren. Genauso ernst nehmen wir die Lösung von Konflikten, die unsere User mit den diversen gewerblichen Partnern der Tauchbranche, wie Hotels, Basenbetreibern, Reiseunternehmen etc. haben. Ich habe mir deine o. g. Lösungsvorschläge zu einem möglichen Ablauf bei solchen Schwierigkeiten durchgesehen und festgestellt: Ja, so läuft es bei TN - oft aber im unveröffentlichten Hintergund, da dies meist den beiden beteiligten Parteien lieber ist. Was ich mir in mein Pflichtenheft notiert habe, ist der von dir vorgeschlagene mögliche Ablauf hinsichtlich der Veröffentlichung in einem Forum. Unabdingbar wäre hierbei für mich allerdings, dass Userbeiträge im Kontext dazu ein gewisses Maß an inhaltlicher Seriösität besitzen (Stichwort: Anonym posten).

"Jessica und Betreiber von Taucher.net GmbH, beschränkt euch auf die Grundsätze presserechtlicher Arbeit. Beschäftigt für diesen Zweck einen qualifizierten Moderator und wendet allgemeine Spielregeln für das Veröffentlichen von Leserbeiträge an. Lasst den unerfolgreichen Versuch juristische Grundregeln für eigene Empfindungen zu missbrauchen."
Auch wenn in dieser Aussage deutlich mehr steckt (und ich schon mehrfach geschluckt habe), so werde ich darin deinen Appell sehen. Und deshalb werde ich die Punkte in eine Diskussion innerhalb unseres Redaktionsteams einbringen - versprochen!


Ich würde mich freuen, dein und mein Schreiben als Auftakt für ein konstruktives und respektvolles Miteinander und weitergehende Diskussionen zu sehen. Deshalb ignoriere ich den letzten Satz einfach - ich zitiere: "Mal sehen, vielleicht spült es mich mal wieder hier her...".


Mit Grüßen aus der Taucher.Net-Redaktion


Michael Böhm
Antwort von Bierteufel Registriertes Mitglied am 20.10.2005 - 10:01
Hallo Leute.

Ich wünsche der Redaktion vom Taucher.Net ein dickes Fell, denn ich glaube, daß Ihr manchmal ein solches dringend benötigt.

Wir haben den Bericht von einem Diebstahl und wie das Management des Hotels damit umgegangen ist. Wir haben die Gegendarstellung des Hotels. Die beiden Berichte, soweit ich es beurteile, passen zusammen, eben jeweils aus verschiedenen Gesichtspunkten.

Ich finde, soweit ich als "Zuschauer" in der Lage bin, das in der Angelegenheit auf beiden Seiten Fehler gemacht wurden. Warum sollte das Taucher.Net wegen einem einzelnen unschoenen Ereignis, dass hier von beiden Seiten dargestellt wurde, eine Diskussion zulassen? Wenn der Vorgang abgeschlossen ist, könnte man hinterher, nach der Regelung des Verfahrens in Ägypten und/oder nach der Abwicklung mit der Versicherung in Deutschland dazu nochmals Stellung nehmen.

Und aus den Beiträgen kann man folgende Schlüsse ziehen: Jemand der gerne während des ganzen Urlaubs große Geldbeträge in unbrauchbaren Tresoren einschliesst, sollte nicht unbedingt im Hotel XYZ Urlaub machen, alle anderen, die mit Ihrem Geld anders wirtschaften, brauchen auf entsprechendes Ereignis nicht weiter Rücksicht nehmen.
Antwort von KaRinB Registriertes Mitglied am 20.10.2005 - 10:21
Hallo Michael, vielen Dank für deine Antwort. Dein Brief/Posting macht Lust zu antworten

Ich finde es in der Sache angebracht, sich die Worte - die folgen - genau zu überlegen ... eben um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, aber auch deine Antwort entsprechend zu würdigen.

Bitte gib mir ein wenig Zeit.

Mit meiner Entschuldigung bezgl. Äußerungen zur Qualifikation der Taucher.net-Redaktion will ich allerdings nicht warten, sehr wohl aber noch darauf genauer eingehen. Ich hoffe Du/Ihr nimmst die Entschuldigung an.

Bis gleich Karin
Antwort von Michi Redaktionsmitglied am 20.10.2005 - 10:35
Hei Karin,

ich bin nicht aus Zucker, ich halte was aus und ich bin ein "Miteinander-Typ". Es freut mich ehrlich, solche Worte zu hören, äääh lesen. Und Missverständnisse sind dazu da, ausgeräumt zu werden, nicht um sich daran hochzuschaukeln.

Psst: Weißt du eigentlich, warum MISSverständnisse nun mit zwei "S" geschrieben werden

Letzteres ist frotzlig gemeint... und zu dem Rest: Ich freu mich auf deine Antwort. Wenn du möchtest, kannst du mir auch gerne vorab mailen!

Ciao, Michi
Antwort von Michi Redaktionsmitglied am 20.10.2005 - 10:37
...ich vergaß: Die Entschuldigung ist logischerweise angenommen! Wobei ich mich bemühe, nicht alles auf die Goldwaage zu legen - trotzdem ehrt es dich!

Michi
Antwort von gunther Redaktionsmitglied am 20.10.2005 - 13:19
.... ehrt es uns ....

Antwort von KaRinB Registriertes Mitglied am 20.10.2005 - 13:28
Hallo Michael,

zunächst einmal zu Dir. Ich finde es klasse, dass Du Dir die Zeit nimmst und dir Gedanken über den Verfasser, seine Motivation und dem Inhalt des ge-schriebenen machst. Umso mehr freut es mich, wenn Du - in der Tat – sehr oft, die richtigen Worte findest.

Jessica! Ich habe zunächst Michael erwähnt, weil er mich als erstes angesprochen hat. Das soll keine mangelnde Wertschätzung deiner Person darstellen. Aber ja, ich habe in deinem Fall überzogen und bewusst deine Äußerungen herausgestellt. Deswegen möchte ich mich auch bei Dir entschuldigen - Aufrichtig!

Persönlich kann ich zu Dir nichts negatives sagen. Allein der Umstand deiner Mitarbeit für uns Leser, sollte bei mir die positiven Auswirkungen deiner Arbeit in den Vordergrund stellen. Das fiel mir schwer. Annähernd jeder Versuch einer Diskussion - und deren Schließung - wurde mit dem Verweiß eines "juristischen Korsetts" beendet.

Wenn meine Wortmeldung dazu beigetragen hat "das Schließen von Beiträgen" außerhalb dieses Korsetts zu drängen - und deren Durchführung auf den eigentlichen Kern zurückführt, bliebe die Frage nach dem Preis. Auch deswegen meine Entschuldigung.

Redaktion die keine ist?

Die Arbeit eines guten Moderators ist nicht einfach, oftmals auch nicht mit der persönlichen Meinung oder Einstellung desjenigen vereinbar.

Warum ich die Bezeichnung Moderator dem des Redakteurs vorziehe, will ich ausführen:

In der römischen Epoche kannte man den Begriff des Moderators seit je her und stellt dessen Bedeutung etwas klarer heraus: "die Mitte finden". Heute weiß man (wieder), dass bei der Suche nach Problemlösungen ein guter Moderator zunehmend wichtiger wird. Alle Beteiligten gleichberechtigt einzubinden und damit schnell zu einem effektiven Ergebnissen zu gelangen, ist einer der Hauptaufgaben der Moderation. Kaum ein Verfahren hat sich in der Praxis erfolgreicher durchsetzen können.

Erfolgreiche Moderationskonzepte beinhalten Gruppen aktiv an Problemlösungen, Ideenfindungen und Entscheidungen zu beteiligen. Eines stellt aber die Anforderung an den Moderator grundsätzlich fest:

Der beste Moderator ist der, der es auch bei schwierigen Themen schafft, sich neutral zu verhalten.

Dagegen kann eine starke inhaltliche Beteiligung des Moderators zur Unzufriedenheit führen. Ein Redakteur würde gemäß dem Leitbild einer Redaktion, Inhalte in eine geeignete Fassung bringen. Ein Redakteur wählt Nachrichten aus und prüft Artikel auf sachliche Richtigkeit. Er kann den Stil, -Rechtschreibung -und etwaige Grammatikfehler überarbeiten.

Diesen Anspruch solltet Ihr nicht gerecht werden wollen.

Bem.: Michael, das war im übrigen die Intension. Mehr als unglücklich formuliert, dennoch ein Berufsbild das nicht zu den Anforderungen hier im Forum passt. Keine Herabwürdigung im - verständlicherweise – interpretierten Sinne. Das musst Du mir bitte Glauben.

Ich bin überzeugt, dass Ihr das Stimmungsbild erfasst habt. Ich werde gespannt sein. Über eine offene Diskussion würde ich mich freuen. Ideen potenziert man aus der Masse. Aber auch muss klar sein, dass die endgültige Lösung dem Taucher.net-Moderations-Team (konnte es mir nicht verkneifen) obliegt. Dann dieses Ergebnis auch von uns mitgetragen werden muss.

Vielleicht wollt Ihr Euch folgende Vorschläge einmal überlegen:

Beitrag soll nach eurer Meinung überarbeitet werden!

Ich würde dem Verfasser die Gelegenheit geben, das geschriebene - unter Nennung der Beweggründe für den Überarbeitungswunsch - selber zu verändern. Dabei dürfen nach meiner Meinung, gerne auch konkrete Hinweise auf dem zu reklamierenden Teil gegeben werden.

Sollte dies nicht ausreichend erfolgen, oder der Verfasser nicht die gebotene Möglichkeit nutzen wollen? Ein Redakteur sollte jetzt handeln und den geänderten Beitrag wieder einstellen.

Natürlich mit dem Hinweis, warum dieser geändert wurde. Kurze sachliche Schilderung sollte ausreichen.

Bis dahin würde ich einen Hinweis einstellen, dass ein Userbeitrag zur Überarbeitung an den Verfasser zurückgegeben wurde.

Beitrag soll nach eurer Meinung gelöscht werden (Meinungsbildung intern ist abgeschlossen)!

Hinweis an den Verfasser, letzte Stellungnahme abwarten und in die abgeschlossenen (interne) Meinungsbildung einfliesen lassen. Bleibt der Löschwunsch, wird dieser ausgeführt. Hinweis sollte mit Bezug auf Inhalt gegeben werden.

Beitrag soll nach eurer Meinung geschlossen werden.

Führt das Forum nicht ad absurdum. Es ist ein Diskussionsforum. Speziell im Forum "Diverses" kann es nur eingeschränkt "off Topics" geben.

Besser wäre nach meiner Meinung, wenn der Beitrag zur weiteren Diskussion getrennt wird. Der Teil der off Topic ist sollte weiter diskutiert werden können.

Ob eine Beteiligung für den einzelnen Sinn macht, muss dieser selber entscheiden.

Ja, Michael! In den meisten Fällen wäre vermutlich die Beteilung unnötig. aber das muss der Leser/Schreiber nun mal selber entscheiden.

Kennzeichnet aber den getrennten Teil im Betreff mit z.B. OT. Dann kommt auch der berühmte Ausschaltknopf des Fernsehers, s.a. Talkshows zum tragen.

In jedem Fall würde ich Beiträge, die geschlossen werden, als ziemlich kritisch sehen. Der Zweck ist einzig eine Diskussion zu unterbinden. In keinem Fall wird (sofern der bisherige Teil bestehen bleibt) jemand dadeurch geschützt.

Generell habt Ihr den wichtigsten Teil aber schon hinter Euch. Ihr steht in Beratung.

Ich wünsche Euch viel Erfolg und hoffe den einen oder anderen nicht demotiviert zu haben. Aber ich bin sicher - Taucher’s Haut ist dick und benötigt eigentlich gar keinen Neopren.

Sorry, der harten Worte wegen.

Eure Karin
Antwort von Michi Redaktionsmitglied am 20.10.2005 - 20:49
Liebe Karin,

danke für die äußerst ausführliche Darlegung deiner Beweggründe - incl. der Verbesserungsvorschläge. Ich habe mir diese bereits "ge-drag-dropped" (wie es auf niederbayerisch heißt) und werde sie in die nächste Redak... äääh Moderatorenkonferenz einbringen.

"Aufgemerkt": Ich selbst sehe mich mehr in der Redakteurs-Rolle, da ich normalerweise so gut wie nie in den Foren "rumpfusche". Ich lese, korrigiere, bastle an Satzbau und stilistischen Dingen, ich glaube, ich bin... Redakteur

Dann muss ich mich entschuldigen für einen Tippfehler im o. g. Text, in dem ich deine Entschuldigung annahm. Es musste heißen: Es ehrt DICH, nicht ich. Habs schon ausgebessert. Wenn Gunther nicht darunter mit "uns" gepostet hätte, wärs mir gar nicht aufgefallen.

Ich geb dir absolut Recht: Im Forum ist der Moderator gefragt, aber nicht der Schulmeister. Ich denke auch, dass hier die größte Kunst - und somit Fehlerquelle - liegt. Denn als der klassische Moderator mit leibhaftigen Menschen (ohne das Medium Internet als Wahrnehmungsfilter) geht dir hier im Forum einiges ab, was dir "in Echt" mitgegeben wird und vieles relativiert: Emotionen, Verhaltensweisen, Intonation, Gestik, Mimik blabla. Kurzum, du liegst als Forums-Moderator schnell im Fettnapf. Soll nichts entschuldigen, beschwichtigen, sondern nach außen nur Verständnis wecken. Nach innen hat es seine Wirkung bereits gezeigt und wir werden deine Worte sehr wohl berücksichtigen!

Eine meiner Devisen im Bereich der Moderation (keine Sorge, kein autodidaktischer Bereich - ich habs gelernt ) war: Weniger ist oft mehr!

Und das gilt hier im Forum auch - für die Userseite, aber auch die "Moderatoren"seite (du siehst, ich habe angefangen zu lernen).

Danke für deine Zeilen, die harten Worte sind mit weichem Polstermaterial versehen. Es freut mich, solche Diskussionspartner wie dich im TN (nicht T-Net) zu haben.

Gruß - Michi


Anm.: Was ich hier öffentlich mal kundtun will, ist meine Hochachtung davor, dass sich jemand traut, sich öffentlich zu entschuldigen - unabhängig ob nötig oder nicht. Alleine diese Geste ist für mich eine absolute Charakterstärke, die sehr selten ist. Karin, dafür mein ganz persönlicher Dank (ohne Redaktions-Flag)!!!
Antwort von Tauchtubby Registriertes Mitglied am 20.10.2005 - 21:39
Hallo Karin und Michi,
hut ab vor Eurer beider Art, miteinander umzugehen umzugehen!
Gibt es doch eigentlich die Redakteure sonst eher weniger (weil im Hintergrund), so wurde hier ein Grenzbereich angetastet und offen verbalisiert.

Der Grund dafür mag inzwischen in den Hintergrund gerückt sein (war es der Klau-Thread? Egal...), aber soetwas durfte gerne mal auf den Tisch.

Es sei mir aber die Anmerkung erlaubt, dass im ganz normalen Tagesgeschehen (also irgendwelche Fragen und irgendwelche Antworten, die halbwegs oder mehr dazu passen) weder ein Eingriff der Redaktion erforderlich sein sollte, noch eine Kritik von der User-Seite (nenne ich jetzt mal so).Irgendwer nölt jedoch immer, sei es, weil er gerade mit seinem Tauchladen, deiner Freundin oder sich selbst unzufrieden ist.

Hier differenzieren zu können, ist die Aufgabe von uns allen, da braucht es keiner regulierenden Instanz.
Ich könnte jetzt Namen nennen von Leuten, bei deren Beiträgen ich gelegentlich mit allen zur Verfügung stehenden Köpfen schüttele - doch umgekehrt mag es auch irgendwem mit meinen Beiträgen so gehen. Also leben und leben lassen...

Sehen wir das taucher.net einfach als ein Projekt von uns allen, egal, ob anonym, registriert oder "Red". und machen das Beste daraus, gemeinsam.

Ich persönlich gucke gern öfters vorbei, das verkürzt die Oberflächenpausen auf eine sehr angenehme Art

Liebe Grüße,
TT
Antwort von HeikoP Redaktionsmitglied am 21.10.2005 - 12:57
Hallo alle zusammen,

auch wenn ich mich nicht zu solch umfassenden Texteingaben hier bewegen kann möchte ich doch noch eine Frage in den Raum stellen.

Wie soll eurer Meinung nach der Arbeitsaufwand einer Moderation ala Karin bewerkstelligt werden ?

Gruß

Heiko
Antwort von mic Registriertes Mitglied am 21.10.2005 - 22:34
@all

Schön hier mal so etwas klar durchformuliertes und durchdachtes zu Lesen. Allerdings sollte man das T.net als das was es ist betrachten, keine letztgültige Instanz sondern eine Plattform für alle. Eine allen Interessierten zugängliche Diskussion, von der man nicht zu viel verlangen sollte. Wer länger im Taucher.net mitliest kann schon die Umgangsformen richtig interpretieren (und selbst einhalten), erkennt gewisse Beiträge und weiß sie zu beurteilen/einzuordnen. Es geht hier um Information und ich finde (von streng juristisch relevanten Fällen abgesehen) es kann hier ruhig menschlich zugehen und muß nicht 100%-ig professionell sein.
Mein Gott, ich zieh den Hut vor ALLEN Redaktionsmitgliedern und muß sagen - vielleicht weil ich nie direkt betroffen war, oder mich (von irgendeinem User)gar persönlich angegriffen fühlte - das Team macht doch eine gute, quasi "ehrenamtliche" Arbeit! Desweiteren ist es doch auch löblich das Lernbereitschaft und -willigkeit vorhanden ist.

Wir interessieren uns alle für unser gemeinsames Hobby [und jeder soll es so ausüben wie er möchte]. Das sollte uns verbinden und etwas zum Zusammenhalt und Verständnis beitragen, dann kann man auch über einfache Belanglosigkeiten lockerer hinwegsehen und muß nicht jede kleine Schwäche aufgreifen.

Zu guterletzt (OffTopic :U26G ist das so korrekt, weiß ich grad´ echt nicht ?!) kann ich nur noch Heiko zustimmen, wie soll man die inzwischen immens angewachsene Menge an Beiträgen mit dem entsprechenden Maß an Penibilität bearbeiten, es bleibt wie vermutlich bei jede Form von Kommunikationsmittel / Medium ein subjetiver Interpretationsraum bzw. eine Grauzone.

Es wäre doch auch langweilig wenn alle Zweideutigkeiten, "Subtexte", Bezüge weggewischt würden und alles ganz klar und eindeutig wäre, jeder versteht einen Satz irgendwie "auf seine Weise", also wo gibt es Objektivität?

Ich hab mal den Satz gehört "Auf hoher See und vor Gericht ist man in Gottes Hand". Ich kann nur sagen, daß ich das alles nicht so eng sehe. Ich kann euch nur empfehlen macht euch mal locker

Sorry, wenn mein Posting hier nicht alle Punkte behandelt, aber heutabend gönn´ ich mir denn auch etwas Mut zur Lücke und laß jedem Spielraum sich noch selbst Gedanken zu machen

Mit der Motivation Denkanstöße zu geben und meine eigenen Gedanken vage zu umreißen, viel Spaß dies Wochenende beim Tauchen

Mit freundlichem Gruß
Michael H.
Antwort von Michi Redaktionsmitglied am 23.10.2005 - 11:32
Hi @ alle!

Keine Sorge, jetzt kommt sicher kein "Mammut"-Text mehr von mir, das war die Ausnahme, versprochen

Nein, ich möchte lediglich sagen, dass ich es auch so sehe, dass wir uns jetzt wieder locker gemacht haben und "die hohe See/Gottes Hand" walten lassen.

Für mich war es lehrreich, für uns in der TN-Redaktion bleibt es sicher noch ne Weile "Internal Affairs, Top 1 bis 3"...

...und ich möchte mal wieder tauchen gehen!

Ciao & Gruß, Michi

Danke für die guten Beiträge, SO macht mir Forum echten Spaß!!!

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