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Wichtiger Hinweis: Bei Fragen zur Gesundheit und Tauchen ist es dringend empfohlen, einen fachmännischen Rat bei einem Tauchmediziner einzuholen.
Ohrenprobleme Abgesandt von neue Taucher am 02.03.2005 - 18:41:
Ich bin ein angehende Taucher. Heute war ich zur Arztuntersuchung, hier wurde festgestellt, dass meine Trommelfelder beide sehr dünn sind. Deswegen darf ich nur bis 10 Meter tauchen. Hat noch jemand das Problem?
Antwort von Jessica am 02.03.2005 - 18:48 So ein Schwachsinn...
Sorry, aber man sieht an diesem "Attest", dass der Arzt vom Tauchen Null Ahnung hat. Denn die ersten 10m sind die "gefaehrlichsten", weil sich dort der Druck verdoppelt.
Ich schlage dringend vor, dass Du Dir einen HNO-Arzt suchst, der sich mit Tauchmedizin auskennt. Vielleicht bist Du ja im Sueddeutschen Raum und kannst Dr. Klingmann in Heidelberg kontaktieren: Hier klicken
Ansonsten findest Du reichlich Tauchmediziner bei der GTUEM: Hier klicken
Antwort von Fun-Diver am 02.03.2005 - 19:15 N`abend!
Mir wurde damals bei der Musterung auch von einem HNO Oberstabsarzt gesagt, dass mein linkes Trommelfell eventüll etwas dünner sei, als das rechte. Er fragte mich dann, ob ich vorhätte zu Tauchen und auf mein `Ja` (habe da gerade mit der Ausbildung begonnen) hat er mir auch nicht davon abgeraten, weil er das daran nicht festmachen konnte. Druckausgleich funktioniert so einwandfrei und das einzige, was er mir raten konnte, war es auszuprobieren. Klingt blöd, aber ob das Trommelfell standhält oder nicht, hat sich da nicht mit Sicherheit sagen lassen. Er hat mir geraten, vorher im Schwimmbad ausreichend im flachen Wasser zu `probieren`, bzw. beim Gerätetauchen ebenso vorsichtig zu sein und bis heute hatte ich noch keine Probleme mit dem Ohr.
LG, Tom
Antwort von Knorpel am 02.03.2005 - 19:16 @Jessica: ist denn die Änderungsgeschwindigkeit des Drucks über die Zeit wirklich wichtiger als der absolute Druck? Auch bei U-Booten ist ja die maximale Tauchtiefe durch die Widerstandsfähigkeit des berühmt-berüchtigten schwächsten Glieds gegenüber dem Wasserdruck entscheidend! Oder hab ich da was übersehen?
Antwort von Jessica am 02.03.2005 - 19:24 Ja natuerlich, Knorpel. Trommelfell reissen ja nicht, weil sie unter Druck an sich stehen. Sie reissen nur, wenn sie einem Druck ohne Druckausgleich ausgesetzt werden.
Vorausgesetzt, ein DA erfolgte, ist es dem Trommelfell herzlich egal, ob es bei 1 oder bei 5 Bar durch die Gegend bewegt wird.
Problem bei duennen Trommelfellen kann halt sein, dass es einreisst, wenn der DA nicht kontinuierlich und sehr konsequent durchgefuehrt wird. Natuerlich gilt das auch fuer "normale" Trommelfelle irgendwann. Ich mein, jeder von uns kennt das doch, dass uns als Kinder immer die Ohren weh taten, wenn wir den Ring aus 3.80m Tiefe hochholen mussten. Noch heute verfluche ich meinen Schwimmlehrer, dass er mir die Sache mit dem DA nicht erklaert hat
Was Dein U-Boot betrifft kannst Du das nicht wirklich vergleichen. Auf ein Uboot lastet von aussen ein Druck. Die Huelle ist starr und kann nicht nachgeben. Gegen das Bersten wuerde nur helfen, im Uboot selbst einen gleich hohen Druck aufzubauen wie draussen. Bei mehreren hundert Meter Tauchtiefe, wuerde das die Crew aber ziemlich schnell dahinraffen. Sprich, auf das starre Uboot drueckt immer der hohe Wasserdruck. Rein mechanisch haelt das Boot diesem Druck bis zu einem gewissen Grad stand.
Das Trommelfell hingegen wird bei korrekt ausgefuehrtem DA nicht belastet, da im Mittelohr und ausserhalb des Ohrs der gleiche Druck herrscht.
War das verstaendlich erklaert?
Antwort von neue Taucher am 02.03.2005 - 19:48 Hallo Jessica,
also der Arzt ist ein Taucharzt und gelistet, deswegen bin ich zu ihm gegangen. Ich freue mich aber sehr über euer Infos und ich werde es einfach weiter probieren. Bei meinem Probetauchgang im Pool (4m) hatte ich keine Probleme und ich werde es im Zukunft einfach ruhig angehen lassen sollte es nicht mit dem DA klappen muss ich eben bei geringe Tiefen mir die bunte Welt angucken.
Antwort von Knorpel am 03.03.2005 - 10:07 Asche über mein Haupt - es ist mir gestern auf dem Weg nach Hause auch eingefallen: U-Boote machen keinen Druckausgleich....
Antwort von aufsicht am 03.03.2005 - 22:54 @ Jessica
>So ein Schwachsinn...
Sorry, aber man sieht an diesem "Attest", dass der Arzt vom Tauchen Null Ahnung hat.<
.. sorry, vielleicht hat der arzt nicht viel ahnung vom tauchen - du aber auch sicher nicht von medizin und trommelfellen ..
als redaktionsmitglied würde ich vielleicht nicht ganz so pauschal urteilen!
Kannst Du Jessica denn beurteilen?
In meiner Tauchausbildung bei CMAS gehört dieses Wissen dazu.. Sicherlich braucht man kein Arzt zu sein, um dies zu beurteilen (so gut es geht aus der Ferne) und es lässt sich physikalisch gut erklären.
Gut Luft,
Datli
Antwort von gunther am 04.03.2005 - 13:53 @Aufsicht,
woher kennst Du (die im übrigen gut med. ausgebildete)Jessica denn so gut??
Gunther
Antwort von aufsicht am 04.03.2005 - 15:21 gegenfrage:
woher kennt denn jessica den o.g. arzt so gut?
ihre aussage zum sachverhalt zeugt jedenfalls nicht von großer weisheit. die druckverhältnisse mit zunehmender tiefe kennen wir wohl alle, allerdings wurden die aspekte der elastizität des trommelfells und der folgen im falle einer perforation völlig außer acht gelassen.
weiterhin finde ich es höchst bedenklich, wenn ein redaktionsmitglied mit offensichtlich nur "gesundem medizinischem halbwissen", einen mediziner auf so pauschale art und weise zum trottel stempelt.
jessica sollte vielleicht etwas mehr nachdenken, bevor sie "tippt". ich sollte auch nicht darauf hinweisen müssen, dass sich die ausbildung eines arztes von der einer sog. "schwester" doch ein wenig unterscheidet. gerade manche etwas extrovertierten "schwestern" vergessen das allzu gerne und lehnen sich für meinen geschmack zu weit aus dem fenster ...
immer gut luft!!
Antwort von Knorpel am 04.03.2005 - 15:44 @aufsicht: Ich glaube Sie haben den gleichen Denkfehler gemacht wie ich: bei korrekter Durchführung des Tauchgangs und funktionierendem Druckausgleich wird das Trommelfell nicht mit dem vollen Wasserdruck in der Tiefe belastet!
Ggf. muß er auch beim Austauchen zusätzlich eine expliziten Druckausgleich machen, aber sonst sehe ich kein Problem...
Antwort von aufsicht am 04.03.2005 - 16:43 @ knorpel
sehr schön nachgeplappert, setzen, eins.
für eine "eins plus" überlegen wir jetzt aber alle nochmal, was wohl in den verschiedenen tiefen passiert, falls das trommelfell mangels elastizität und/oder stabilität reißt ..
immer gut luft!!
Antwort von Knorpel am 05.03.2005 - 09:46 @aufsicht: Mir ist immer noch nicht klar warum denn unser in Hinsicht auf seine Ohren so dünnhäutiger Tauchaspirant dieser Gefahr nun stärker exponiert sein sollte? Wenn er den Druckausgleich ordnungsgemäß ausführt müssen seine Trommelfelle keinen großen Druckunterschied aushalten. Wenn sie reißen ist er genau so von den Folgen betroffen wie Sie und ich.....
Antwort von neuer taucher am 05.03.2005 - 11:38 Hallo
Also vielen Dank für Euer Kommentare, ich habe mittlerweile untenstehende Aussage von Dr. Klingelmann. Ich werde es mit dem Tauchen ruhig angehen lassen und auf mein DA achten und sollte das TF reisen immer dran denken, die Luftblasen steigen nach oben!
um Ihr Trommelfell sicher beurteilen zu können müsste ich Sie selbst untersuchen. Allerdings klingt der Befund, den Sie beschreiben, nach einem atrophen und vernarbten Tromelfell. Dann bestände die Gefahr, dass es beim Tauchen doch zu einem Einriß des Trommelfells kommt (siehe Kapitel Trommelfellnarben). Eine Begrenzung auf die ersten 10 Meter ist leider überhaupt nicht sinnvoll, da in den ersten 5 Metern am meisten passieren kann. Lesen Sie hierzu mal auf meiner Homepage genauer nach. Der sicherste Bereich wäre für Ihr Trommelfell zwischen 30 und 40 Meter. Nur kommen Sie dort nicht hin ohne von 0 auf 5 Meter abtauchen zu müssen.
Ich drücke auf diese Art etwas lax aus, dass es mir unmöglich ist, zu Ihrer Tauchtauglichkeit Stellung zu beziehen, ohne Sie persönlich zu untersuchen. Allerdings besteht die Gefahr einer Trommelfellverletzung und von Schwindel unter Wasser mit all seinen Konsequenzen.
Antwort von gunther am 07.03.2005 - 08:25 @neuer taucher
danke für die Veröffentlichung der Information.
Gunther
Antwort von Fördetaucher am 07.03.2005 - 12:40 @ GTÜM-Liste
Wie sich leicht nachprüfen lässt, stehen dort mittlerweile eine Reihe HNO-Ärzte drin. Zu einer GTÜM-korrekten TTU gehören aber auch Lungenfunktionsprüfung und Belastungs-EKG.
Wenn der HNO-GTÜM-Arzt überhaupt ein EKG-Gerät hat, dann nur Ruhe-EKG. Und ob er, da es nicht sein Fachgebiet ist, selbst ein Ruhe-EKG auf Verdächtigkeiten richtig interpretieren kann, ist zumindest fraglich. Mir sind zumindest einige Fälle eklatanter Auswertungs-Blindheit bekannt.
Also gilt auch für die GTÜM: Nicht das Etikett zählt, sondern der Inhalt, und der ist bei z. B. tauchenden Sportärzten/Internisten um Längen besser. Und da Ärzte ja nicht werben dürfen, hier eine Empfehlung für (m)einen hochkompetenten Arzt (gleichzeitig TL **) für Norddeutsche: Kersten Freytag in Hamburg-Harburg!
Ohne seine Kenntnisse wäre z. B. ein langjähriger Tauchkumpel von mir heute unter der Erde statt wieder dabei.
na, dann war das vieleicht ja doch kein Schwachsinn???
Ich denke mal, die Medizin sollte man auch den Medizinern überlassen. Ich habe selbst mal in meinem früheren nicht technischen Leben Krankenpfleger gelernt, würde mir aber nie anmaßen so über einen Arzt zu sprechen, den ich noch dazu gar nicht kenne.
Gruß, Michael
Antwort von PräArzt am 08.03.2005 - 15:58 @neuer Taucher
- das Problem mit atrophischen, vernarbten, und zu dünnen Trommelfellen ist, dass sie die Druckdifferenz nicht gut aushalten können (Druckdifferenz zwischen Außen- und Mittelohr), deshalb rate ich dir, dass du beim langsamen Abtauchen sehr oft Druckausgleich machst, drauf achtest den DA (die Valsalva.Methode) nicht zu stark machst bzw. sogar versuchst eher auf die Unterkiefer-Beweg-Schluck-Methode (kenne den richtigen Ausdruck nicht) zu wechseln; ist weniger belastend für das Trommelfell. Dann dürftest du keine Probleme haben. Lass deine Ohren oft kontrollieren und bleibe bei geringsten Anzeichen von Erkältungskrankheiten aus dem Wasser
gruß und "kloppt" euch nicht ständig
Antwort von neuer Taucher am 08.03.2005 - 18:39 Hallo PräArzt
vielen Dank für dein Hinweiss, ich werde es heute Abend gleich ausprobieren im Pool.
Antwort von Kormoran am 10.03.2005 - 08:59 @PräArzt: Du sagst es! Ich stimme Jessica zu, dass der Arzt Dummfug erzählt hat, und zwar weil er das ganze auf 10 m beschränken wollte. Mit dieser Argumentation dokumentiert er, dass er vom Tauchen keine Ahnung hat. Hätte er den Zustand des Trommelfelles damit kommentiert, dass schon geringe Druckdifferenzen zu einer Perforation führen können: OK. Aber max 10m ist definitiv Dummfug.
Auszug aus diesem Forum: rauschen im Ohr vom 21.10.2003 : Hallo!
Als ich einen Tauchschüler halten musste beim Abstieg, hatte ich verpasst den Druckausgleich zu machen.
Anschliesend ... [mehr] Tauchverbot mit Trommelfellnarbe? vom 21.10.2003 : hallo,
ich werde nächste woche für 3 wochen auf die philippinen fahren. eigentlich hatte ich vor auch wieder zu tauchen. nun war ... [mehr] DAN-EUROPE oder Aqua-Med ?????? vom 22.10.2003 : Ich möchte eine Tauchunfallversicherung abschließen, die mir in Deutschland aber auch im Urlaub im Ausland hilft.
Hat jemand ... [mehr]
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