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Wichtiger Hinweis: Bei Fragen zur Gesundheit und Tauchen ist es dringend empfohlen, einen fachmännischen Rat bei einem Tauchmediziner einzuholen.
Panik oder Angst ?!? Abgesandt von Thomas_newdiver am 05.04.2004 - 10:48:
Hallo. Ich weiß leider nicht, ob ich mit meiner Frage hier richtig bin. Habe gestern im Rahmen meiner Ausbildung zum CMAS* meine ersten beiden Tauchgänge im Freiwasser absolviert. Aufgrund der Wetterlage lag die Sicht bei 1-2 Metern und das Wasser war ungewöhnlich kalt. Der erste Tauchgang verlief ohne besondere Vorkomnisse. Beim zweiten Tauchgang sollte ich das Tauchen am Oktopus meines TL üben. Nach kurzer Zeit merkte ich Beklemmung aufsteigen und kurz danach war es schon Panik bzw Angst. Das ging soweit, dass ich das Gefühl hatte keine Luft zu bekommen, dadurch stieg meine Atemfrequenz erheblich an, und ich wollte nur noch wieder an die Oberfläche. Da ich nicht wußte auf welcher Tiefe wir uns befanden, habe ich versucht so gut es ging die Kontrolle wieder zu gewinnen. Richtig ist mir das nicht gelungen. Konnte den Tauchgang noch beenden, war aber mit den Nerven ein wenig runter. Meine Frage jetzt, ist das schon mal bei jemanden in ähnlicher Weise vorgekommen, wie kann man dem vorbeugen?
Antwort von Herbert am 05.04.2004 - 11:18 Hallo Thomas, ein beklemmendes Gefühl, Angst oder sogar Panik ist eine Erfahrung die sicherlich von einigen mit dir geteilt wird. Ich hatte am Anfang meiner Tauchkarriere auch einen solchen Fall, der mit viel Glück, glimpflich verlaufen ist. Findest du in dem Stress-Bericht aus unserer Ausgabe 7 (siehe Punkt 4.4) Hier klicken
Auch die beiden Artikel zur Risikoanalyse sind für deine Anfrage recht interessant: Hier klicken Hier klicken
Ich brauchte damals einige Tauchgänge um das erlebte zu verarbeiten; im nachhinein war diese Erfahrung aber immens wertvoll - erlebte ich doch am eigenen Leib wie sich eine Panik langsam entwickelte. Bei jedem dieser kleinen Fehler die zur endgültigen Panik beitrugen hätte ich noch die Chance gehabt, bewußt dagegen zu steuern (Abbruch TG), doch ich ignorierte das ganze - war aber zu diesem Zeitpunkt viel zu unerfahren primär in taucherischer Hinsicht aber auch in der Hinsicht dieses Gefühl richtig zu verarbeiten. Die Konsequenz war eine ausgewachsene Panik, mit Totalverlust der Selbstkontrolle; zu diesem Zeitpunkt konnte ich bewusst nichts mehr dagegen tun. Aufgrund dieses Erlebnisses lernte ich mit Unwohlsein und Angstgefühlen besser umzugehen und weiß heute wann der Zeitpunkt ist aktiv gegen das Gefühl vorzugehen. Sei es durch eine kurze Pause mit einer kurzen Reflektion über die Gründe und überprüfen meiner Atmung (CO2 Anstieg ist bei vielen Personen mit ein Auslöser für Unwohlsein -> siehe Lexikon Essouflement Hier klicken), etc. Sollte alles nicht helfen ist Körper- und Augenkontakt mit dem Buddy eine mögliche und mithin die beste Hilfe - und falls alles nichts hilft natürlich der Abbruch des Tauchgangs im Extremfall; hier aber auch bei miesem Gefühl immer mit Buddykontakt -> das hilft den meisten Tauchern sehr dieses Gefühl zu überwinden und der Panik entgegenzuwirken. Wichtig ist aus meiner Erfahrung heraus, vermeiden der Panik - wenn die mal zuschlägt ist es extrem schwierig sich alleine aus dieser Lage "zu befreien".
Antwort von ufinck am 05.04.2004 - 11:26 Hi Thomas,
ist mir auch schon passiert und ist nicht schoen das. Die beste Vorsorge gegen Panik ist eigentlich eine gute Ausbildung und Erfahrung, damit kommt das Vertrauen in die eigenen Faehigkeiten und die Ausruestung (das kommt halt erst mit der Zeit). Vor dem Tauchgang mal in Gedanken Durchspielen was passieren kann und wie mal am besten reagieren sollte um bei Problemen die Loesung schon im Kopf zu haben.
Wenn Du "einfach so" in Panik geraten bist (Du scheinst ja kein echtes Problem gehabt zu haben), denke ich mal dass das mit etwas mehr Erfahrung nicht mehr passiert. Du haengst dann nicht mehr am TL, hast die Uebersicht ueber alle Tauchdaten und wenn zu dunkel ist oder zu kalt tauchst Du halt auf.
Nimms positiv. Du weisst jetzt was passiert wenn Du eine Panikatacke bekommst und dass Du Dich soweit im Griff hattest, dass Du den Tauchgang beenden konntest.
Ich hoffe, dass hilft ein bischen.
Gruss und schoene Tauchgaenge,
Uwe
Antwort von Doris am 05.04.2004 - 11:36 Hallo Thomas,
Angst ist ein Warnsignal des Körpers, wenn man sie ignoriert kann sie sich zu einer Panik verstärken, bei der angemessene Reaktionen nicht mehr möglich sind.
Es wäre sicher besser gewesen für die Ausbildung ein Gewässer mit besserer Sicht zu wählen. Sprich - sofern noch nicht geschehen - mit Deinem Tauchlehrer ausführlich über das, was bei Dir abging. Falsche Scham ist hier fehl am Platz. Sollte beim nächsten Tauchgang ähnliches auftreten, brich bitte die Übung ab und gib dem TL bescheid. Dieser sollte dann zusammen mit Dir versuchen die Situation noch unter Wassser in den Griff zu bekommen. Wenn das nicht möglich ist mußt Du auf bessere Sicht warten oder ein anderes Gewässer wählen.
Du befindest Dich als Anfänger in mehrfacher Extremsituation:
-umgeben von einem fremden Medium,
-die Atmung nur mit Hilfsmitteln möglich,
-es ist saukalt (im Naßtauchanzug!)
-Du sollst Übungen machen, die Dir einiges abverlangen,
-Du bist von der Hilfe des TL abhängig
und zu allem Überfluß
-befindest Du Dich in einer trüben Umgebung die keinerlei räumliche Grenzen zur Orientierung erkennen läßt.
Ich habe Hochachtung vor Dir, daß Du den Schein jetzt machst und nicht auf den Sommer wartest.
Nimm Dir soviel Zeit wie Du brauchst um Sicherer zu werden
Ich wünsche Dir viele schöne Stunden unter Wasser
Antwort von Dugong + Goldbär am 05.04.2004 - 11:58 Hi Thomas,
erstmal meinen vollsten Respekt, bei den Bedingungen überhaupt als Anfänger zu tauchen. Das ist die echt harte Schule. Und dass dabei Panik aufkommen kann, halte ich für fast normal.
Ich hatte solche Probleme am Anfang auch. Konnte erst überhaupt nicht Unterwasser atmen, weil mein Unterbwewusstsein der Meinung war: Unterwasser kann man nicht atmen. Habe beim Schnuppertauchen voll die Panikattacke gehabt, Maske abgerissen, Lungi raus gespuckt und hoch... Das Falscheste, was man machen kann. Dann habe ich aber gelernt, auf die ersten Anzeichen von Angst oder Unwohlsein zu achten und sofort darauf zu reagieren.
Z.B. sich selbst kurz zu fragen, warum hab ich Angst, muss ich das?? ist das gerechtfertigt, was gibts für Alternativen??
Damit kann man Probleme im Keim ersticken.
Mir hat auch mal eine Tauchlehrerin gesagt:
als Anfänger Angst zu haben ist völlig normal,
der Job eines guten Tauchlehrers liegt dann auch darin, daraus keine Panik erwachsen zu lassen.
Also lass dir helfen, Händchen halten ist auch keine Schande und hilft enorm.
Noch viele schöne Tauchgänge
Antwort von Thomas_newdiver am 05.04.2004 - 12:05 Erst einmal ganz herzlichen Dank für eure Antworten. Es hilft zumindest schon mal ein wenig, wenn man weiß, man ist nicht alleine mit seinen Problemen. Ich denke, dass ich das Problem mit eurer Hilfe auch schon ein wenig eingrenzen kann. Vermutlich muss ich mich vor dem nächsten Tauchgang einfach schon vorher mental auf die möglichen Probleme vorbereiten, mich mit Scihtweiten und Kälte schon mal in Gedanken auseinander setzen. Möchte ja auch meinen Tauchschein nicht unbedingt an den Nagel hängen, sondern ihn nach Möglichkeit erfolgreich abschließen. Denke einfach, dass ich zumindest ein wenig besser auf den nächsten Tauchgang vorbereitet bin, jetzt weiß ich zumindest was auf mich zukommen kann und kann somit auch was dagegen tun und der Angst entgegen steuern. Und sollte ich beim nächsten Mal in eine ähnliche Situation kommen und die Angst nicht besiegen, dann breche ich halt den Tauchgang ab. Danke also nocheinmal an alle !!!
Antwort von gunther am 05.04.2004 - 15:28 Hi Thomas,
wer sagt er hätte so was noch nie erlebt, lügt oder tauch noch nicht so lange....
Körperkontakt suchen und zeichen geben, das rettet Leben, und zwar Deins
Sei froh das es jetzt passiert, denn Du lernst 2 Sachen
a. Dein ´Buddy ist da und kann helfen
b. Das Gefühl kennen, beim nächsten mal erkennst du die Angst schon bei Beginn, dann kannst Du noch gegenlenken, aber immer den Buddy die Probleme anzeigen. Bei mir hilft, festhalten, zeichen geben, Augen zu und von 10 bis 0 zählen, dann geht es bei mir. Ist mir schon mal (im zusammenhang mit einem Tiefenrausch) passiert, ist keine Schande
c. Wenn du bei diesem Wetter und dieser Sicht die Sachen lernst, hast Du später bei 20 Meter und mehr Sicht viel weniger Probleme als die Warmwasser Kollegen und bist ein gern gesehener Buddy mit Kaltwasser Erfahrung
Lernen ist die Fähigkeit bekannte Lösungsmöglichkeiten auf unbekannte Probleme anzuwenden. Wenn du das schaffst, und Deine weg ist der richtige wenn auch am Anfang schwierigere,
hats Du schon halb gewonnen.
Viel Spaß
Gunther
Antwort von weltverbandsdeepdiver am 05.04.2004 - 16:26 Hi Thoams, auch meinen Respekt.
Kenne das Problem auch ein wenig von der Seite als Lehrer.
Ich will nur noch mal das, was Gunther in einem Nebensatz richtigerweise gesagt hat als ganz wichtig rausstellen.
Wenn Angst aufsteigt gibt es nicht wichtigeres als Körperkontakt. Das hilft immer etwas zu Beruhigen. Es ist kein Allerheilmittel aber das erste und wichtigste was man machen sollte.
Was macht man mit einem Kind, welches Angst hat? Man nimmt es in den Arm.
Suche also den Körperkontakt zum TL. Rede mit ihm vorher drüber.
Und noch was. Durch die widrigen Umstände (klalt, Sicht, dickes Neopren, viel Blei, ....) bist Du in eine Situation gekommen, die nicht so leicht war und Dir Angst gemacht hat. Du wirst bei Deinem ersten TG im Meer sehen, wie leicht das Tauchen dort ist. Du wirst dann lachen und dankbar für die Erfahrung sein. Go on
Gruss
Stefan
Antwort von Richi am 05.04.2004 - 23:58 Ich schätze mal ein echtes "Vorbeugen" wird es nicht wirklich geben.
Allerdings hat Angst auch einen gewissen Schutzmechanismus... Im Laufe Deiner nächsten TG wird die Angst möglicherweise in "Respekt" vor dem Element Wasser übergehen - und dann bist Du auf dem besten Wege.
Tragisch wird´s nur wenn mal einer wiedermal den Respekt vorm Wasser verliert und in grenzenloser Selbstüberschätzung sich und andere in Gefahr bringt.
Also immer (wörtlich gemeint Schultern zurücknehmen, durchatmen, Situation überlegen (ist Angst überhaupt begründet), Gefahrensituation (falls vorhanden) auflösen.
Klingt zwar doof - aber alleine das Bewußte Schultern zurücknehmen schafft eine psychologische Distanz zu "Deiner" Situation und das Wissen, dass Du Dich mit Deiner Situation beschäftigst ist eigentlich schon der erste Schritt zu Lösung des Problems...
Und das "an der Hand nehmen" ist (w.o. erwähnt) absolut keine Schande - wenn´s ne Schande ist, dann für den, der dies vielleicht in grenzenloser Selbstüberschätzung (ist vermutlich schon mit TG auf die Welt gekommen)nicht versteht oder sogar belächelt.... Für solche Kandidaten gibts dann eine Dusche aus dem Füssling!! Also Gut Luft und weiter so...
Antwort von Diving-chris am 06.04.2004 - 08:35 Hallo Thomas,
das Problem ist, wie schon von den anderen richtig beschrieben, du bist in einem Fremden Medium, Stress etc. Es kamen also mehrere Ursachen zusammen. Am anfang war es nur Unwohlsein, dann wurde dir bewust das du keine Infos über Tiefe und Zeit hast usw.
Wenn sich bei dir irgent ein problemchen bemerkbar macht, signalisiere dieses dn TL oder später auch deinem Buddy. Am Anfang kann man viele Probleme meiost noch ganz einfach lösen, das ganz große Prob. kommt meistens dann, wenn mehrere kleine Probleme zusammen kommen.
Ich kann die ein gutes Buch empfehlen,
"Tauchen ohne Angst" von Monika Rahmini, hier wird sehr gut auf die Problematik eingegangen.
Also nicht den Kopf in den Sand sondern besser unter Wasser und weiter mit dem Kurs.
Viel Spass noch und immer genügend Luft in der Flasche
Gruß Chris
Antwort von Medic Dive am 07.04.2004 - 14:58 Schau mal hier:
Antwort von **-diver am 07.04.2004 - 15:01 Schau mal in das Buch "Tauchen ohne Angst" (einfach mal googeln) das kann dir evtl. weiter helfen. Wünsche dir, dass du das in den Griff bekommst, aber ich denke mit einem einfühlsamen Partner / TL sollte das zu machen sein.
Antwort von ohnelogin-AAAmen am 20.04.2004 - 09:31 mmmh,ich weiss, ich bin spaet, aber ganz abgesehen von den bisher angesprochenen (geposteten) Gruenden/Moeglichkeiten fuer Beklemmungen und Panik:
Octopusatmung ist meist mit hoeherem Arbeitsaufwand (Einatemwiederstand) verbunden als Atmung am Erstautomat, zudem 2 Atmer an einer ersten Stufe (zeitgleiche Atmung ab und an?).
Da koennte, gerade bei den genannten Tauchplatzbedingungen, eine objektiv erschwerte Atmung am Octopus (im Verhaeltnis zum ersten TG) spaeter zu einer subjektiven Beklemmung fuehren, auch nach Wechsel zum eigenem Erstautomat.
Nur mal als Gedankenansatz.
Und wo ist nun die login moeglichkeit am Beitrag direkt???
Kann doch so schwer nicht sein!
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Auszug aus diesem Forum:
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