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Pipi-Ventil Eigenbau, Testanordnung
Abgesandt von Pipi am 26.06.2007 - 20:15:

Ich habe mir ein Pipiventil selber gebaut. Es ist kompakter als handelsübliche. Nun möchte ich gerne mit Labortest die Durchflussrate bestimmen und mit derjenigen von handelsüblichen Ventilen vergleichen. Welche Testanordnung ist zu empfehlen? Ich stelle mir vor, einen Kanister mit einem definierten Volumen Wasser zu füllen, unten den Schlauch des Urinals anzuschliessen und die Zeit zu messen, bis der Kanister leer ist. Wieviel Druck soll der Kanister erzeugen, damit es in etwa der Realität entspricht? Anders gefragt: welchen Druck hat typischerweise der Urin, wenn er den Penis verlässt? Darf ich eigentlich Wasser als Ersatzflüssigkeit verwenden oder verhält sich dieses fliesstechnisch wesentlich anders als Urin? Welche Durchflussrate sollte ich bei gegebenem Druck in etwa erreichen, damit der Urin gefühlsmässig gut abfliesst, respektive damit sich der Urin nicht ins Urinalkondom zurückstaut. Ein Rückstau könnte zum Aufblasen und Abspringen des Urinalkondoms führen.

Falls jemand eine ganz andere Testanordnung als richtig erachtet: nur zu, ich bin offen.



Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 26.06.2007 - 21:29
Druckfrage:
Alte Regel - Versuch macht kluch!

Kleb dir das Urinalkondom an, montiere vorn ein Manometer drauf, trink so viel Bier oder Wasser, wie du brauchst, und uriniere gegen das Manometer. Bitte Messwerte mitteilen!

Durchflussrate: Nochmals Tipp an Daniel Düsentrieb - nimm ne Stoppuhr plus großen Messzylinder und miss nach, was du in 10, 20, 30 ... Sekunden schaffst. Beachte, dass die Rate am Ende eine Funktion e hoch minus x ist, der letzte Tropfen geht bekanntlich eh in die Hose.

Urinstau ist fast so übel wie Samenstau!

Frage erinnert mich an eine Matheaufgabe im 12. Jahrgang eines Gymnasiums: Jemand steht bei Windstille auf dem Dach eines 8 m hohen Hauses und pinkelt, der Strahl sei kohärent. Der Strahl beschreibt die Funktionsgleichung f(x) = ... Wie lang ist die halbkreisförmige Strecke am Boden, in der ein Passant nicht stehen sollte?
Antwort von Pipi am 26.06.2007 - 23:54
Habe solche Antworten befürchtet, schade.
Antwort von superfisch Registriertes Mitglied am 27.06.2007 - 00:38
Gehe das Problem doch auf andere Art an: Wenn du davon ausgehsr daß die "handelsüblichen Ventile" funktionieren, dann versuche doch einfach das Verhalten dieser Ventile nachzubilden, d.h. ändere den Versuchsaufbau derart daß du die Durchflussrate in Abhängigkeit vom Differenzdruck misst. Das Eigenbau-Ventil sollte bei gegebenem Druck genausoviel (oder mehr) Durchfluss pro Zeiteinheit haben. Der Gegendruck im Zustand "geschlossen" sollte mit den "handelsüblichen Ventilen" vergleichbar sein....
Antwort von blauriffhai Registriertes Mitglied am 27.06.2007 - 08:07
Hi Pipi
Ich würde soviel Wasser trinken wie normal vor einem längeren Tauchgang. Miss die Zeit wenn du nachher in einen Messbecher urinierst. So kannst du die Durchdlussmenge berechnen. Wiederhole den Test beliebig, damit du einen brauchbaren Wert bekommst.
Grüsse
Blauriffhai
Antwort von Pipi am 27.06.2007 - 08:18
Es gibt diverse handelsübliche Ventile mit z.T. massiv unterschiedlichen Querschnitten und Durchflussraten. Funktionieren tun sie alle, aber die Belastung auf das Kondom wird unterschiedlich.
Antwort von DiveX am 27.06.2007 - 10:32
Bei kleinen Durchflussmengen kannst Du jeden einzelnen Tropfen der Dich verlässt besser genießen. Also Durchmesser des Normtropfen nehmen und den Durchlass ein klein wenig grösser wählen. Allerdings musst Du so das Ganze ein klein wenig Druckfester gestallten.
Antwort von Gasmann am 29.06.2007 - 00:08
Vielleicht hilft dir das etwas:

Bei der Uroflowmetrie werden bei gesunden Menschen zwischen 15-40 ml/sec Urinfluss gemessen, alles darunter ist abklärungsbedürftig oder pathologisch. Das Blasenvolumen ist natürlich unterschiedlich, normalerweise wird ab ca. 200 ml Harndrang "gemeldet", ab ca. 500 ml wirds schmerzhaft. Der entstehende Druck ist je nach Miktionsphase (=Pipiphase) unterschiedlich, und nimmt am Ende - bei Blasenentleerung - langsam ab. Man kann das im sogenannten Urethradruckprofil auch annähernd bestimmen, aber das willst du wirklich nicht mit dir machen lassen...

Wenn das ganze wirklich ernst gemeint ist, dann geh in die nächste Uniklinik (Urologie-Forschungslabor) und frag nach, ob du dein Ventil im Vergleich zu anderen in der Uroflowmetrie messen darfst. Wenn du einen tauchenden Kollegen findest, könnte das sogar klappen...
Antwort von Pipi am 30.06.2007 - 08:13
Hallo Gasmann. Danke erstmal. Der Urethradruck würde mich noch interessieren. Ich will das Ventil nicht unbedingt gegen meine Blase testen (interessiere mich also weniger für meinen Urethradruck) sondern gegen einen Durchschnittswert. Den Gang zur Uni halte ich für unnötig, da ich den Druck ganz leicht selber mit einem Eimer voll Wasser erzeugen kann. Aber eben: wieviel Druck? Dabei muss auch nicht das natürliche Verhalten nachgeahmt werden, der Druck kann ruhig konstant bleiben. Ich stelle mir vor, dass ich einen Druck wie in der Urethra erzeuge und dann messe, ob ich die 15-40 ml/sec erreiche. Wenn ja, ist das Ventil kein nennenswertes Hindernis. Das ganze dann noch im Vergleich zu handelsüblichen Ventilen und ich weiss Bescheid. Oder ist diese Vorgehen falsch?
Antwort von Blaupunktrochen Registriertes Mitglied am 02.07.2007 - 14:25
@D-32

Schöne Aufgabe

Mathematische Auswertung:
Es gibt keine halbkreisförmige Strecke sondern eine Gerade. Anfangspunkt ist Austrittsgeschwingigkeit*Fallzeit, Endpunkt ist direkt unter der Austrittsöffnung.

Phsikalische Auswertung:
Es müssen Luftwiderstand und Dampfdruck des Urins mitberücksichtigt werden. An warmen Sommertagen kommt garnix unten an.

Biologische Auswertung:
Es kommt auf die Länge an, wieviel Urin bei gegebenem Abstand von der Dachkante unten ankommt

@Pipi
Du musst mitberücksichtigen, daß Du gegen den Wasserdruck pinkelst. D.h. die Druckdifferenz aufgrund der unterschiedlichen Lage von Blase und Penis fällt weg. Du musst die Durchflussmessungen also in waagerechter Lage oder noch besser in einer Badewanne vornehmen.

Gruß
Christoph

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