Projekt zur Erhaltung der Meere Abgesandt von PADI TL am 11.11.2007 - 14:50:
Ich moechte ein Projekt starten zur Erhaltung der Meere. Hat jemand Ideen, was man dafür machen kann?
Mit fallen da ein kuenstliches Riff, Müllsammeln..
Lasst mal ein bischen Brainstorming machen.
viele Gruesse
Antwort von Kölle Alaaf am 11.11.2007 - 16:17 Gibt es bereits in verschiedenen Varianten - auch von PADI ausgehend: Warum also verzetteln Was willst Du erreichen, was Du bei den Anderen nicht findest Jedes neue Projekt macht die bestehenden "schwächer . Es werden Positionen "künstlich" so aufgebaut werden, dass letztendlich eine "Lebensnotwendigkeit" des jeweiligen "Verbandes" damit legimitiert wird, führt aber zu Streitigkeiten untereinander, so dass zuletzt das gemeinsame Ziel aus den Augen verloren wird Jeder verwaltet sich zu Tode, die Politik und Verantwortungsträger der Wirtschaft bemerken die Splittergruppen gar nicht bzw. nehmen die nicht voll, da denen nur Vereinsmeierei und Geltungsbedürfnis der Vorstände voraus geht Erschreckendes Beispiel die aus diesem Forum hier bekannte elendige Debatte unserer CMAS-, PADI- und was weiß ich für welche Verbände-Anhänger untereinander, über die Frage welcher Verband der einzig-wahre glückselig machende ist . Kostet unnötig Energie, die man für wichtigere Dinge einsetzen könnte.
Soviel, PADI TL, erst einmal um Dein Thema mit ein paar kontroversen Schlagworten in Stimmung zu bringen. Über Deinen Ansatz solltest Du erst konkret weiter nachdenken, wenn Du klar definieren kannst, was Du z.B. anders und besser machen wirst als das Project Aware (und andere): Müll sammeln tun die auch und auch sehr, sehr erfolgreich . Zudem kannst Du das auch alleine - bei jedem Tauchgang den Trash-Bag mitnehmen und mit gutem Beispiel (auch unorganisiert) voran ...
Antwort von bikefresh am 11.11.2007 - 17:05 Das ganze heißt PADI A.W.A.R.E und bietet schon eine gute Grundlage
Künstliche Riffe sind sicher gut, sollten aber auf das jeweilige Gebiet abgestimmt werden. Dazu sollte überlegt werden, ob Korallen sich auf natürliche Weise ansiedeln sollen oder auch gleich mit angesiedelt werden.
Evtl. gibt es in der Region auch Probleme mit viel zuvielen Dornenkronen (Poison Starfish). Hier gibt es Erkenntnisse über positive Beeinflussung, wenn diese (mit einem Hilfsmittel Poison!!!) eingesammelt und vernichtet werden. So kann eine Plage im Kein erstickt werden.
Riffpflege durch Müllsammeln kommt auch immer gut.
Auch das Setzen von festen Ankermöglichkeiten (statt Ankerwerfen) hilft ungemein.
Seminare über Meeresbiologie zur Sensibilisierung von Tauchern kommen auch gut.
Antwort von Kölle Alaaf am 11.11.2007 - 19:27 Als "PADI TL" wirst Du das Project Aware kennen, aber auf Verdacht:
Hier klicken
Die freuen sich auf Unterstützung (und nicht nur finanziell). Im Gegenteil, wenn Du einen sinnvollen Ansatz findest, helfen die Dir sogar (auch finanziell . Warum also einen Konkurrenzverband hoch ziehen? Oder bist Du mit PADI nicht zufrieden - Dann verstehe ich aber nicht, dass Du als PADI TL auftrittst
Antwort von SiKAI am 12.11.2007 - 15:41 Hi
Erstmal, Lob für dein Engagement, das gibt es noch zuwenig.
Aber dann Fragen über Fragen..
Wie groß soll den dein Projekt werden und über welchen Zeitraum soll es gehen ?? Willst Du was für das Meer an sich was tun oder willst Du Dir einen speziellen Bereich oder Bewohner raussuchen??
Wie oben schon erwähnt finde ich auch nicht gut die Biologiewelt mit zuvielen Projekten zu überschwemmen, die dann nur im Sand verlaufen, nichts bringen, anderen in die Quere kommen oder aus Übermotivation und fehlendem Fachwissen mehr kaputt machen.
Gerade bei den künstlichen Riffen hat die Vergangenheit gezeigt, dass dies keine einfache Sache ist. Mit einfach was reinzuschmeissen reicht meist net.
Wie wäre es denn sich aktiv an bestehenden Projekten mitzuarbeiten und sich an deren Erweiterung zu beteiligen?? Oder wäre es in deren Rahmen vielleicht neue Teilprojekte zu starten?
Was mir spontan einfallen würde, wäre mehr Aufklärung und Information über die Situation und Zustand der Meere und deren Bewohner. Und mehr Aufklärung darüber was passiert, wenn es so weitergeht wie jetzt. Der Otto-Normal-Bürger hat nämlich keine Ahnung, dass z.B. bestimmte Thunfischarten extrem bedroht sind, dass Haie extrem bedroht sind, dass Korallen extrem bedroht sind oder dass viel Fischfleisch mit Schwermetallen sehr belastet ist. Und sie haben keine Ahnung welche katastrophale Auswirkungen hat, wenn das Ökosystem Meer zerstört wird. Woher auch der Fisch kommt ausm Supermarkt und im Urlaub ist das Meer zum baden da.
Antwort von SiKAI am 12.11.2007 - 15:43 Ich schäm mich übrigens für schlechte deutsch obe.
Antwort von iyor2008 am 12.11.2007 - 17:43 Hallo an alle,
ich stimme den Vorrednern zu, man muss nicht gleich eine neue Organisation gründen, man kann sicherlich mit bereits existierenden Initiativen kooperieren. Hilfreich wäre es zu konkretisieren, was Du schützen willst und wo das passieren soll. Wenn eine bestimmte Region interessant ist, kann man dort recherchieren, ob schon jemand aktiv ist und seine Energie dort einbringen.
Z.B. ist unsere Organisation, Reef Check, weltweit aktiv mit vielen lokalen Gruppen. Auf www.reefcheck.org gibt es eine Übersicht mit Kontaktadressen.
Ich wollte aber noch ein paar Worte zu künstlichen Riffen loswerden, und versuchen, einige falsche Vorstellungen zu korrigieren:
Künstliche Riffe, egal welcher Art, können kein natürliches Riff ersetzen und funktionieren bei weitem nicht so effektiv wie ein lebendes Riff
Korallenriffe können sich selbst regenerieren, z.B. nach Hurrikanen, vorausgesetzt, dass die sonstigen Umweltbedingungen nicht gestört sind. Haben Umweltbelastungen ein Riff geschädigt, wird sich auch kein künstliches Riff entwickeln können, da die Organismen auf eine unbelastete Umwelt angewiesen sind.
Das Problem der Dimension: Die „Reparatur“ von beschädigten Riffgebieten ist mit den bekannten Methoden und vorhandenen Finanzen nur im Bereich von einigen Quadratmetern möglich, während die Schädigungen z.B. durch Abwässer sich in den meisten Fällen über Quadratkilometer erstrecken. Solche großräumigen Wiederaufbauten sind ökonomisch nicht machbar.
Viele der angewandten Techniken sind beim Bau und im Betrieb potentiell für die Korallenriffe und benachbarten Ökosysteme schädlich.
Unter bestimmten Umständen können künstliche Riffe die Erholung eines Riffes begünstigen, z.B. nach Schiffsunfällen, oder um Zerstörungen der natürlichen Riffe durch unachtsame Taucher zu reduzieren, z.B. in der Form von „Tauchparks“.
Es gibt bisher keine wissenschaftlich anerkannten Untersuchungen über den ökologischen Erfolg oder Fehlschlag der bisher installierten künstlichen Riffe oder Kosten-Nutzen-Analysen. Die meisten Berichte über angebliche Erfolge kommen von Herstellern von künstlichen Riffmodulen. Unabhängige Untersuchungen sollten angeregt und auch unabhängig finanziell unterstützt werden.
Schlussfolgerung: Investition in den Schutz und Erhalt der Korallenriffe sollte sich daher auf darauf konzentrieren, die Ursachen für den Verlust der Riffe zu reduzieren und Maßnahmen zu ergreifen, die natürliche und langfristige Erholung durch sinnvolles Management zu erleichtern. Dazu gehören z.B. die Einrichtung von Meeresschutzgebieten, schonender Fischfang, umweltbewusstes Tauchen, die Installation von Festmachbojen etc.
In größerem Maßstab muss die Einleitung von Abwässern aus Städten und Landwirtschaft, sowie die Erwärmung und Übersäuerung der Ozeane durch den CO2-Ausstoss reduziert werden.
Antwort von Kölle Alaaf am 12.11.2007 - 19:21 @ iyor2008
... und jetzt noch eine deutliche Vernetzung der Aktivitäten zwischen reefcheck und Project aware. Inhaltliche Kooperation in den Punkten, wo Ihr ähnliche Ziele und Philosophien habt (= das Gemeinsame suchen, aber die Unterschiede trotzdem bewahren und tolerieren) und gemeinsame Sprache ggü. Politik etc. für die gemeinsamen Vorstellungen, dann bündelt und stärkt Ihr Eure Kräfte noch mehr und hebt die vielzitierten Synergien !
Antwort von iyor2008 am 13.11.2007 - 18:12 @Kölle Alaaf:
Vollkommen richtig! Es bestehen Verbindungen zwischen Reef Check und Project AWARE, auch gemeinsame Projekte wurden bereits durchgeführt:
Hier klicken
und wir ziehen meist am gleichen Strang, z.B. im International Year of the Reef:
Hier klicken Hier klicken
Aber man kann immer noch mehr tun, dazu brauchen wir alle die Unterstützung der Sporttaucher, die das hier lesen.
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