Raja Ampat / Malaria Abgesandt von sprekki am 04.12.2012 - 18:53:
Hallo,
ich bin im Februar 2013 in West-Papua auf Tauchsafari. Ich möchte mich gerne im Vorwege gegen Malaria schützen, also Chemoprophylaxe. Gibt es mittlerweile Medikamente mit denen man auch bedenkenlos tauchen kann? Hat einer von Euch eine Empfehlung oder einen nützlichen Link?
Danke, Jonas
Gruß Jonas
Antwort von Uwe-Re am 04.12.2012 - 19:11 Bedenkenlos ist kein Medikament!
Maleron oder mit Einschränkung Doxycyclin wäre mein Rat.
Info über Ärzte mit entsprechender Erfahrung unter CRM.
Antwort von anonymes Prosten am 04.12.2012 - 23:30 Was bitte ist "Maleron"
Malarone verschreibt der Arztkumpel oder der Tropenarzt als Privatrezept (ca. 50 Öcken die Packung), dies ist aber kein Prophylaxemedikament und sollte möglichst auch nur nach Konsultation des lokalen Heilers eingenommen werden
Antwort von RogerT am 05.12.2012 - 09:11 Bevor du dir da irgendwelche Hammermittel reinhaust, erkundige dich erst Mal, ob es dort ein erhöhtes Malariarisiko gibt und vor allem, wann. Denn die Mücken stechen nicht ganzjährig, die haben auch eine Saison.
Antwort von tiefunten am 05.12.2012 - 16:14 Wenn du wirklich nur auf Safari bist (ohne Landausflüge), dann würde ich mir an deiner Stelle genau überlegen, ob ich meinem Körper diese Chemiekeule antun würde. Sicher kann ein Tropenmediziner besser abschätzen, wie groß das Risiko ist, aber meine Erfahrung aus den Molukken ist, dass man auf See nicht von Mücken gestochen wird. Meine Empfehlung wäre, Stand-by Medikamente mitzunehmen, aber nichts prophylaktisch zu nehmen.
Antwort von sprekki am 06.12.2012 - 13:15 Danke für die Antworten!
Ich glaube, daß ich auf Prophylaxe verzichten werde, und ein Stand-by-Mittel mitnehme. Ich gehe aber noch zum Tropenarzt.
1. Raja Ampat liegt mit dem unteren drittel Afrikas im absolut höchsten Malariagebiet.
2. Wenn du auf Safari gehst, wird auch dieses Boot in Ufernähe übernachten, und was glaubst du, was die Mücken von einem beleuchteten Boot halten ???
Ich sag nur Jam Jam
3. Malarone kann als rein Prophylaktisches Mittel genommen werden und ist im Vergleich zu den anderen völlig Nebenwirkungsarm, es beeinträchtigt die Tauchtauglichkeit nicht.
4. Um eine Prophylaxe zu nehmen, brauchst du nicht ein Paket, sondern täglich eine Tablette, beginnend einen Tag vor bis 10 Tage nach der Reise.
Eine Packung sind 10 Tabletten - teurer Spaß - aber in Venlo gibt es Apotheken, die das Mittel per DHL gegen Rezept schicken (viel weniger Umsatzsteuer, daher deutlich günstiger).
5. Das Stand By Medikament kannst du dir sparen.
Wie lange bist du da unten 2-3 Wochen ???
Vom Stich bis zum Krankheitsausbruch vergehen rund 15-200 Tage.
Nimm sie als Prophylaxe und wiege dich in Sicherheit, oder aber du wirst bei jedem Krankheitsausbruch in dem ersten halben Jahr nach der Reise zum Tropenarzt/Uniklinik überwiesen, da kein Hausarzt die Verantwortung tragen will.
Wenn du keine Propylaxe machen willst, kannst du dir das Geld sparen, da die Krankheit zu 98% in Deutschland ausbrechen wird.
Eine Malarone Stand Bye zu machen macht durchaus Sinn bei 3 Monaten Aufenthalt in Indonesien, PNG, Afrika südlich der Sahara, Thailand, Brasilien, Sri Lanka usw.
Erkrankst du im ersten halben Jahr nach der Reise zu Hause, bekommst du vom Tropenarzt ganz andere Mittel, wie die Malarone.
Ob du Prophylaxe machst oder nicht, mußt du abwägen. Wenn du deine Gesundheit aufs Spiel setzt, um vielleicht 140,- Euro Medikamente zu sparen, finde ich sehr gewagt, aber es ist dein Leben.
Aber für 2 Wochen ein Standbymittel zu kaufen, was dann eh nicht zum tragen kommt, da die Krankheit nicht im Urlaub ausbricht, das ist ungedähr so, wie ein Kondom mit nach Thailand zu nehmen, und es erst dann zu benutzten, wenns zu jucken beginnt. Irgendwie Sinnarm oder
Mit eurem gefährlichen Halbwissen rettet ihr euch auch nicht davor, aber ihr finanziert die Pharmaindustrie, und die freuen sich.
Antwort von toto1495 am 18.12.2012 - 21:32 Im übrigen soll es auch in PNG Mittel gegen Malaria geben, das die in Deutschland nicht bekannt / zugelassen sind, liegt wohl an der fehlenden Lobby.
Viel wichtiger wäre mir mein Imprägnierspray der Wahl für Kleidung und Lotion für die Haut von No Bite.
Viel heftiger wie Authan oder Anti Brumm, und selbst im venezuelanischen Regenwald nach Regen ohne Mückenstich am Orinoco.
Aber nur das Original, nix sensitiv, das hält nur wenige Minuten
Antwort von tiefunten am 18.12.2012 - 23:15 @toto: "2. Wenn du auf Safari gehst, wird auch dieses Boot in Ufernähe übernachten, und was glaubst du, was die Mücken von einem beleuchteten Boot halten ???
Ich sag nur Jam Jam "
Kann ich aus eigener Erfahrung wiederlegen. 12 Tage Molukken, kein einziger Mückenstich - und das gänzlich ohne Repellents.
Übrigens: Inkubationszeit Malaria liegt im Mittel bei 12-18 Tagen, deine 200 Tage treffen wohl nur zu, wenn unzureichende Chemoprophylaxe betrieben wurde. Es gibt auch Fälle, in denen die Krankheit nach einer guten Woche auftrat. Insofern halte ich ein Stand-By-Medikament sehr wohl für sinnvoll, vor allem bei 3-4 Wochen Urlaub oder länger.
"3. Malarone kann als rein Prophylaktisches Mittel genommen werden und ist im Vergleich zu den anderen völlig Nebenwirkungsarm, es beeinträchtigt die Tauchtauglichkeit nicht.
" DU hast die Nebenwirkungsliste von Malarone aber schon gelesen, oder? Klar, Tauchen ist damit möglich und die Nebenwirkungen halten sich in der Regel in Grenzen, aber nichts desto Trotz ist das Medikament ein ziemlicher Chemie-Hammer.
Nicht für ungut, aber ich habe Kollegen, die seit Jahren Exkursionen in die Tropen durchführen (auch noch am Süßwasser) und keine Prophylaxe verwenden - lediglich Repellents, und keiner ist bisher erkrankt.
und lass dich über einfache prophylaktische Maßnahmen, Impfauffrischung und Vor-und Nachteile verschiedener Malariaprophylaxen beraten. Kann dir ggf. auch jemanden empfehlen.
Viele Grüße
Antwort von strandkrabbe am 06.02.2013 - 12:37 Wir waren 2007 auf Raja Ampat Safari. Davor habe ich mich intensiv beraten lassen bezüglich Malaria. Die Empfehlung von 2 Ärzten war, ein Malariamittel (z.B Lariam) mitzunehmen aber nicht als Prophylaxe. Am Abend sich gegen Mücken schützen (bin übrigends die ganze Safari nicht gestochen worden) und im Falle von Symptomen das Medikament zum Arzt mitnehmen. Beide Ärzte meinten, daß man Malaria auch als Laie erkennt und sowieso ein Rücktransport ins Krankenhaus ansteht. Sorong hat eine gute ärztliche Versorgung und für den Rücktransport gibt es schnelle Boote vom Militär (wir hatten leider einen Krankheitsfall-nicht Malaria-an Board). Malariamedikamente sind nicht ohne Nebenwirkungen und der Einfluss auf das Tauchen ist nicht erforscht. Auserdem haben wir nur die letzte Nacht in Sorong geankert, alle anderen Plätze waren entweder Riffe oder Saumriffe von Inseln.
Wichtiger für mich war eine Überprüfung des Impfschutzes, besonders Hepatitis und Tetanus.
Letzendlich muß jeder für sich entscheiden, wie man mit dem Malariarisiko umgeht.
Ich wünsche Dir viel Spaß im Paradies.
Antwort von sprekki am 21.03.2013 - 16:56 Hallo,
bin jetzt wieder aus Indonesien (u.A. Raja Ampat, Nord-Sulawesi, Togian-Islands) zurück. Ich habe dort keine Prophylaxe-Pillen genommen, sondern nur Malarone als Stand-by für den Notfall mitgenommen. Ich habe dort mit vielen Tauchern gesprochen, und keiner hat Prophylaxe gemacht! Allgemeiner Rat: ab 18 Uhr Mückenschutz auftragen und gut! Mosquito-Netz ist obligatorisch aber auf den Booten nicht notwendig.
Prophylaxe ist für Leute, die ins Landesinnere vordringen wohl notwendig aber nicht für Tauchtouristen.
Jonas
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