Rebreather (IDA71) Abgesandt von Flex am 11.08.2002 - 16:59:
Hallöchen,
ich interessiere mich fü^`s Rebreather-Tauchen. Nun kosten aber die Dinger schon bei den Sporttaucher-Varianten (Dolphin und Ray) schon einen Haufen Geld.
Ich habe mal von einem russischen Model Namens IDA71 gehört und etwas weniges gelesen.
Kennt jemand das Ding? Was ist gut resp. schlecht daran.
Schau mal auf meine Homepage. E-Mail dann offline.
Gruss
Didi (Zurich)
Manatee Divers Int`l HQ
CDAS (Cave Diving Association of Switzerland) HQ
RSDAS (Russki Schnuffski Diving Association of Switzerland) HQ
Hier klicken Didi Wagner ------------> Diethard.Wagner@telekurs.com
Antwort von Lothar am 12.08.2002 - 13:52 Ich habe auch so eine Kiste und tauche auch sehr gern damit als Nitrox CCR.
Es sollte aber ohne Umbauten höchstens als 100% Sauerstoffkreislaufgerät (oder besser gar nicht) benutzt werden. Wenn man das will, gibt es aber andere, noch billigere Geräte.
Zum Tarieren kann man leicht ein normales Jacket anschrauben.
Mit etwas Geschick bekommt man alle für das Tauchen, Tarieren und als Bailout nötigen Gase in die Kiste eingebaut, auch dann noch, wenn man es als Nitrox-CCR betreibt.
Sehr hochwertig ist das Material, wobei es Unterschiede z.B. in den Kalkbehältern und Flaschenmaterialien (Alu oder Inconel) gibt.
Zum Füllen der Flaschen ist ein spezieller Adapter nötig, für ein bequemes Mundstück auch.
Um es als CCR zu betreiben, muß man einiges modifizieren. Das kostet nochmal Geld. Am teuersten ist eine vernünftige PPO2-Überwachung Wenn Du Fragen hast, melde Dich.
Es gibt weder Flaschen-TÜV noch ist irgend etwas von den Teilen (Flaschen, Ventile, Hoch- und Niederdruckschläuche) bei uns bauartzugelassen.
Über mögliche Konsequenzen des Umganges mit dem Gerät beim Tauchen und Füllen muß man sich eben selbst im Klaren sein.
Viele Grüße
Antwort von Michael am 12.08.2002 - 17:26 Hallo Flex,
wie Lothar schon gesagt hat sind die Einsatzmöglichkeiten eines IDA71 im original Zustand sehr eingeschränkt. Da man doch einige Teile ändern und ersetzen muß, bis man das Gerät als SCR oder CCR betreiben kann, ist es meiner Meinung nach nicht unbedingt das für Anfänger am besten geeignete Gerät. Auch wenn Du die Anschaffungskosten und die für den Umbau benötigenden Teile zusammenrechnest dürfte es andere Rebreather auf dem Markt geben, die für Dich eigentlich interessanter sind.
Gruß
Michael
Antwort von Flex am 12.08.2002 - 18:24 Was wären denn die Alternativen?
Bei uns in der Schweiz spinnen die Behörden noch nicht so wie in Deutschland in Sachen Bauartzulassung und so. Wenn ich richtig informiert bin, dann kümmert es unseren Staat in diesem Fall eigentlich nur, ob die verwendeten Flaschen geprüft sind.
Ich möchte mit dem Ding auch nicht tiefer als ca. 15/20m Tauchen.
Kann ich den so umbauen, dass er eigentlich immer mit Nitrox läuft, so dass ich auf 100% Sauerstoff verzichten kann? (ist unteranderem auch eine Preis- resp. "Beschafungs"-frage.)
Flex
Antwort von Michael am 12.08.2002 - 19:21 Ich denke ein Ray wäre durchaus eine Alternative. Es ist zwar mit Sicherheit nicht das beste Gerät am Markt, aber wenigstens funktioniert es direkt out of the box.
Natürlich kann man das IDA71 auch zu einem Nitrox SCR umbauen. Die einfachste Methode wäre wohl einen Dräger P-Connector in der Gegenlunge zu montieren und die Dosier/Bypaßeinheit des Ray einzustecken.
Allerdings sind solche "Basteleien" gefährlich, besonders für jemanden der noch gar keine oder nur sehr wenig Erfahrungen mit Kreislauftauchgeräten hat, ich kann Dich also nur ganz ausdrücklich davor warnen!!!
Didi ist einer der erfahrendsten IDA-Taucher im deutschsprachigen Raum und da ihr ja wahrscheinlich auch nicht allzu weit von einander entfernt wohnt und er Dir ja auch oben schon seine Hilfe angeboten hat, denke ich, daß er Dir am ehesten weiterhelfen kann und wird.
Gruß
Michael
Antwort von Lothar am 12.08.2002 - 19:58 Hallo Flex,
es stimmt, niemand interessiert sich dafür, in welchem Zustand Deine Flaschen etc. sind, solange nichts passiert. Du mußt eben selbst Vertrauen zu den Dingen haben bzw. bekommen, denn nur Dir kann was um die Ohren fliegen beim Füllen. Aber wenn dabei noch jemand nichtsahnend neben Dir steht... Weiß eben keiner so richtig, wie die Geräte behandelt worden ist und auch nicht von wem, bevor sie einem in die Hände fallen. Die Geräte werden oft herumgereicht, jeder spielt ein bißchen damit und füllt in die Flaschen, was er für richtig hält, versucht ein paar mal zu tauchen und verkauft dann wieder.
Sauerstoffreinheit kann dann keiner mehr garantieren.
Ich habe auch beim ersten Mal geschwitzt, als sich der Manometerzeiger der Sauerstoffflasche langsam auf 200 bar zubewegt hat. Die kleinen Flaschen heizen sich enorm auf, wenn man nicht aufpaßt.
Zu Deiner Frage:
Nur mit Nitrox zu tauchen würde heißen, halbgeschlossen unterwegs zu sein. Da reichen die Flaschenvolumina aber nicht sehr lange (jeweils 1 l- oder 1,5 l Gebinde). Es gibt natürlich keine Konstantdosierung am Gerät. D.h., Du mußt diese durch gezielte Ausatmung über die Nase ins Wasser improvisieren. Und so kommst Du auch hier nicht um eine gescheite PPO2-Überwachung herum...
Am besten ist es, die Kiste geschlossen zu fahren.
Dazu sollte man eine konstante Sauerstoffdosierung separat mit eigener (getüvter und sauberer) Flasche installieren, die den vom Körper verbrauchten O2 relativ genau ergänzt (ca. 0,9-1,1 l/min). Das geht z.B. mit der Dosierung vom KISS-Rebreather oder mit der kleinen Dosierstufe des RG-UF/M Panzerretters der NVA (so eine benutze ich). Mit dieser kann man auch gut manuell Sauerstoff zudosieren (extra Inflatorknopf), wenn man mehr verbraucht hat als 1 l/min.
In die originale Sauerstoffflasche innerhalb der IDA machst Du Nitrox je nach gewünschter Tauchtiefe und -zeit (max. PPO2 und max. CNS% spielen hier die Rolle). Da diese Flasche im Gerät mit dem Lungenautomaten innerhalb des Atembeutels in Verbindung steht, hast Du nun eine automatische Verdünnungfunktion beim Tiefertauchen oder auch bei tiefer Einatmung.
So taucht man immer ziemlich genau mit einem Gas, das den Sauerstoffgehalt des Verdünnungsgases hat.
Also man kann beim IDA eigentlich kaum auf 100 % Sauerstoff verzichten und auch nicht auf eine Partialdrucküberwachung (möglichst doppelt). Anstelle Nitrox kann man aber auch einfach Luft als Verdünnungsgas verwenden.
Meist ist Nitrox für privat schwerer beschaffbar als med. Sauerstoff (und teurer). Füllen muß man ohnehin zu Hause, da das bei den Flaschen niemand gewerblich übernehmen würde.
Die Offboard-Flasche braucht man eigentlich nicht.
(Nur für ganz spezielle Zwecke, z.B. für einen automatischen Gaswechsel auf ein weiteres Verdünnungsgas in einer bestimmten Tiefe).
Ich habe schon überlegt, sie als Argon-Flasche zum Trockentauchen zu mißbrauchen. Sie hat nämlich serienmäßig ein Ventil samt Regler mit Überdruckventil und Manometer. Ist alles sehr kompakt, vielleicht aber auch vom Volumen her zu klein. Man muß nur den Gaswechselautomaten samt allen Schläuchen entfernen und über einen Adapter einen Trocki-Inflatorschlauch anschrauben.
Also, bevor man mit so einer Sache anfängt und selber rumbastelt, sollte man sich mindestens gut belesen, die Gasamtfunktion der IDA verstanden haben, Erfahrungen anderer einholen und einen Rebreatherkurs absolvieren.
Im Internet gibt es auch viele gute Seiten dazu.
Es sollte aber alles kritisch durchdacht und hinterfragt werden. Und auch in Büchern steht manchmal grober Unfug. Und zur Diskussion gibt es ja verschiedene Foren...
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