Riffvernichtung an der Shagra Bucht Abgesandt von Martin Tykfer am 15.11.2005 - 14:51:
Hallo zusammen. Wer hat Informationen über die Vernichtung von 10.000m²Saumriff an der Shadra Bucht? Wer hat Bilder vom vorherigem Zustand des Riffs und wie es jetzt aussieht. Ich habe zwar etwas im Netz gefunden, aber immer die selben Bilder und der gleiche Text. Werde in drei Monaten ein Referat über "Tauchtourismus und die Auswirkung auf die Umwelt" halten und braucht Info`s zu diesem aktuellen Thema.
Immer gut Luft
Martin
Antwort von Martin Tykfer am 15.11.2005 - 14:55 Es muß natürlich Shagra heißen!!
Martin
Antwort von bubu am 16.11.2005 - 09:56 sorry aber was die Riffvernichtung mit uns Tauchern zu tun? Viel eher muß man sich fragen warum die Ägypter den Hauptgrund für die Tauchreisen noch nicht verstanden haben. Wegen den Riffen fliegen wir doch dahin.
Antwort von whaleshark am 16.11.2005 - 10:33 bubu
das werden die nie verstehen.
Scheinbar sind die dort zu doof oder zu korrupt, oder beides. Obwohl gerne das Gegenteil behauptet wird.
Schließlich kümmern die sich ja angeblich um die Riffe wird doch andauernd irgendeine Riffsteuer oder sonstiger Quatsch erlassen.
Ich zahle gerne einen Betrag XY zum Erhalt der Umwelt wenn er entsprechend verwendet wird und keine Utopie ist aber das in Ägypten ist teilweise Verarsche und Abzocke gegenüber den Touristen.
Allerdings gibt es auch Taucher die nur billig und nicht günstig suchen und die sind schon auch etwas mitschuldig an den Bettenburgen mit all ihren <Nebenwirkungen<.
Aber dass die Ägypter sich dort,und vor allem die Hotelbesitzer sich meist einen Dreck um die Umwelt kümmern ist fast normal.
Aber das wichtigste ist bei den Ägypter ja die Tiefenbegrenzung von 30 Metern
Aber wie sagte schon Asterix
>Die Ägypter haben ein Rad ab< oder so ähnlich.
Martin Tyfker
wende dich doch an diese Adressen und halte uns auf dem laufenden was eine Antwort von denen betrifft. Bin mal gespannt ob man wieder was von dir hört
Hier bitte:
Protest Mails sind an folgende Personen zu richten:
Mr. Mahmoud El Kaissouni Chairman of the Echo Tourism Committee- Egyptian Federation of Tourist Chambers mahmoud_elkaissouni@hotmail.com
Antwort von Roger.T am 16.11.2005 - 11:43 Das Problem ist viel einfacher - wie auch die Ägypter recht einfach im Denken sind:
Ein Hotelier möchte einen schönen Strand, da ist das Riff im Weg. Also sagt er sich, das Rote Meer ist so groß, da fällt es nicht auf, wenn ein sooo kleiner Teil des Riffs fehlt (wenn er sich überhaupt darüber Gedanken macht, was ich schon nicht glaube). Sein Nachbar und Konkurrent sieht das und will auch - so entsteht ein Flächenbrand an Riffzerstörung...
Leider gibt der Erfolg ihnen aber recht! Die Touristen kommen in Scharen zu den schönen Hotels mit den schönen Stränden.
Und das ist das Problem. Nur ein paar Leute, wie z.B. hier im Forum, würden dort nie eine Übernachtung buchen. Aber den meisten "Otto Normalbürgern" ist es schlichtweg egal oder sie wissen es nicht oder sagen sich dann auch, das Rote Meer ist groß genug...(siehe oben)
Und bleiben einige Deutsche weg, nehm ich halt Russen, die stellen keine Fragen...
Es nützt also nicht so viel, hier nur die entsprechenden Stellen in Ägypten anzusprechen. Die kennen das Problem und sind oft überfordert/korrupt/interessenlos etc...
Es müssen auch die Reiseveranstalter, die diese Hotels im Angebot haben, angesprochen werden. Nur über den Geldbeutel kann man genügend Druck ausüben - eine alte Weisheit, funktioniert immer...
Antwort von whaleshark am 16.11.2005 - 12:56 Hai Roger.T
stimmt
Aber nicht nur die Reiseveranstalter,denen ist es nämlich im Endeffekt auch egal solange die Kasse stimmt. Wer es in der Hand hat sind die Taucher und das sind nicht wenige. Wenn es nämlich mal wieder eine Buchungsrückgang gibt,wegen irgendwelchen Anschlägen sind die Taucher wieder die ersten die angesprochen werden. Es dürfte doch kein Problem sein irgenwelche Hotels zu meiden. Letztendlich es gibt es ja genug davon.
Den Badeurlaubern ist es oft egal die sehen nur den Strand das Wasser und das Hotel.
Ich kann es auch nicht nachvollziehen was jemandem an -El Gouna- diesem klein Venedig in Ägypten gefällt Ach ja, da ist sie ja wieder die >Geschmackssache<
Ich sehe es doch im Bekanntenkreis. Viele regen sich auf und fahren doch wieder an die gleiche Stelle(Hotel). Das werde ich nie verstehen Aber wie bei vielen Dingen,erst blablabla und dann nö, ich habe doch gar nichts gesagt
Antwort von Roger.T am 16.11.2005 - 14:06 Hai @whaleshark
stimmt auch - und macht die Sache nicht einfacher...
Ich glaube, daß die Taucher vom gesamten Touristenaufkommen am Roten Meer nicht den Hauptanteil ausmachen (hat da jemand vielleicht einigermaßen verläßliche Zahlen?). Und wie gesagt, den Badeurlaubern ist das völlig egal, die haben auch keinen Bezug zu so etwas wie einem Riff bzw. wissen oft nicht, was das genau ist. Die wollen Sonne und Strand usw...
Aber genau an diese Leute muss man irgendwie rankommen. Unter den Tauchern sehe ich da keine Probleme, da bucht wohl so gut wie niemand, der darüber Bescheid weiss, so ein Hotel. Ich hoffe, ich seh das nicht zu blauäugig...
Ach ja, El Ghouna: ist Geschmackssache, das stimmt. Ich war jetzt gerade in El Ghouna und mir hat es darum gefallen, das z.B. die meisten Tauchplätze nicht überlaufen sind, wie in anderen Gebieten - wo ist man heutzutage schon an einem wunderschönen Riff mit seinem Tauchboot ganz alleine? In El Ghouna ist das noch recht häufig der Fall.
Und die ewige Anmache der Ägypter, einem alles billig billig zu verkaufen, wollte ich einmal nicht haben... in El Ghouna gibt es das fast nicht. Manchmal braucht man das, aber nächstes Jahr stürzen wir uns wieder ins pralle ägyptische Leben... Aber El Ghouna hat mit Ägypten auch nichts zu tun, es ist eine Enklave.
Aber zurück zum Thema: wer hat eine Idee, wie man an die normalen Badeurlauber herankommt und die sensibilisiert. Ausweichmöglichkeiten an Hotels gibt es genug, es muss ja niemand auf seinen Badeurlaub verzichten.
Antwort von bubu am 17.11.2005 - 09:31 Hi,
ich wollte hier keine Lawine für/gegen Hotelbetreiber, Skrupelosigkeit im Umgang mit der Natur o.ä. das ursprüngliche Thread befasst sich ja mit einem Referat "Tauchtourismus und die Auswirkung auf die Umwelt" dann aber mit der Keule daß 10000m² Riff zerstört wurden. Als ich den den/das Thread gelesen habe interpretierte ich es, als ob die Taucher für die Zerstörung der Riffe mitverantwortlich wären. Das wollte ich mal ansprechen.
Eines ist klar, daß in solchen Ländern wie Ägypten, Türkei, Tunesien usw die Erhaltung der Natur keine große Rolle spielt. Die schütten auch den Dreck ins Meer. "Malesh wurde schon immer so gemacht warum jetzt damit aufhören?!" Man sollte eher sich Gedanken machen wie man in Zukunft einer solchen Zerstörung entgegenwirken kann. Touristen, Umweltbehörden und oder Taucher können hier wenig ausrichten. Wenn ein Reiseveranstallter dieses Hotel aus dem Programm streicht ist das zwar eine tolle Geste, auf die paar Leute kann ein Hotel aber gut verzichten. Hier ist der gemeinsame Druck gefordert. Wir Taucher in Verbindung mit Umweltbehörden und über alle großen Reiseveranstallter. Macht die Ägypter darauf aufmerksam, daß die Deutschen dieses Hotel oder alle die dem Beispielt folen nicht buchen werden bzw. können. Und das Beispiel mit den russischen Gästen. Wieviele Russen sind im Verhältnis zu Deutschen in Ägypten? Wenn Wir Deutsche dem Land oder Regio fern bleiben, weil sie Ihre Riffe vorsätzlich vernichten, wird sich etwas bewegen.
Immer gut Luft
Ingo
als Gast die Bitte zu posten, für dich Fotos zu machen.
Generell zu dem Thema:
Genauso wie auf vielen Malediveninseln sind auch in Ägypten die Tauchtouristen nur noch eine kleine Minderheit. Ich hörte mal auf der Boot 2005 am offiziellen Stand von Ägypten in Halle 3 die Zahl von 80 - 90 % Nichttauchern/Nichtschnorchlern. Die erwarten von ihrem Hotel in erster Linie AI, Süßwasserpools und genug Liegen zum "Grillen". Denen ist es völlig egal, ob vor dem Hotel Riff für einen Anleger weggesprengt wird, denen ist eher ein intaktes Riffdach ein Dorn im Auge, weil damit der flache Badestrand fehlt.
Wie viele Russen/Osteuropäer? Je nach Hotel wohl zwischen 0 und fast 100 %. Und das Hotelmanagement wird sicherlich versuchen, jeden Einbruch bei deutschen Gästen sofort mit Leuten aus Moskau, Alma Ata oder Kiew aufzufüllen. Und die wenigen anteiligen Prozente deutscher Taucher, die das Hotel boykottieren, sind für das Hotel selbst eine Marktgröße von nahezu Null. Die Basis im Hotel trifft es eher, vor allem wenn von Westeuropäern geführt und teuer gepachtet. Da ist dann schon mal eine Pleite drin, oder sie spezialisieren sich auf Russenschnuppertaucherversenken.
Und dass die "Riffschutzsteuer" keine Riffe schützt, die HEPCA ein Papiertiger ist und der Red Sea Association so etwas wie 30 m und keine böse Deko wichtig, alles andere unwichtig ist, dürfte auch inzwischen jeder wissen.
Antwort von whaleshark am 17.11.2005 - 11:01 Hai bubu
du hast das schon richtig interpretiert was Martin da am Anfang geschrieben hat. Er sagte
>>>.."Tauchtourismus und die Auswirkung auf die Umwelt"<<<
Er meinte schon speziell die Taucher
Was meinst du wie asozial manche Russen sein könnenIch glaube das Wort Manieren gibt es gar nicht in Russisch. Zumindest nicht für alle.
Aber es ist nicht unbedingt an der Nationalität festzumachen.
Wie D-32 treffend sagte es gibt manche Hotels die haben mehr Badegäste/Schnorchler als Taucher. Besonders auf den Maldives wo ja der große Wellness/Spa Boom boomt.
Und malesh heißt es auch noch wenn alles kaputt ist. Hierbei gebe ich weniger den >einfachen< Bewohnern die Schuld sondern nur den Verantwortlichen und Umweltbehörden oder sonstige Behörden sind dort anscheinend der >extremen< Korruption nicht abgeneigt.
Hotelbesitzer wie dieser
>>>Herr Ahmed Balbaa,
Besitzer des Kahramana Blondie Beach Resort in Marsa Alam<<<
sind mit unter die Hauptverantwortlichen.
Die 20 000 US $ Strafe die der angeblich hat zahlen müssen sind Hohn. Das zahlt dieser Typ aus der Portokasse.
Auf jedenfall wünsche ich diesem
Mr. Ahmed Balbaa, dass ihn sein Allah verstößt
Das gleiche gilt auch für alle anderen >Balbaas<
Gruss
Antwort von D-32 am 17.11.2005 - 11:29 Ich habe gerade mal mit jemand telefoniert, der im ägyptischen Tourismus involviert ist und da unten ein kleines Hotel betreibt. Klare Aussagen:
Die ägyptische Regierung ist an den kleinen Familienbetrieben gar nicht interessiert. Wer dagegen als internationale Hotelkette oder auch reicher ägyptischer Investor etwas Großes aufzieht, wird rundum hofiert, darf so ziemlich alles machen.
Herrn Balbaas "Strafe" hat er garantiert von der übergeordneten Behörde längst wieder als Subvention zurückbekommen.
Ich bin gespannt, wann es da unten zum Mega-Crash kommt, weil die Massenkarawane der Pauschalos weiterzieht. Und der Crash wird unweigerlich kommen angesichts der Hotelmenge plus ungebremster Bauwut.
Antwort von bubu am 17.11.2005 - 11:56 warum auch immer. Andere Länder andere Sitten und Prioritäten. Ägypten wird mit ihrem Pauschaltouristentum ein ähnliches Schicksal erleiden wie die Türkei. Die Preise werden anziehen und das Land uninteressant werden, bzw die Buchungen werden zurück gehen. Wenn andere Länder die deutschen Touristen ersetzen...bitte schön.
Vom Service und Speisen ist Ägypten für mich schon lange keine erste Wahl mehr. Und wenn ich für ein 4* all ~1200€ in der gleichen Saison bezahlen soll, während ich für 200€ mehr in der Karibik lande ist meine Priorität klar.
Mich hat nur der Originalthread genervt. Das grenzte schon wieder an "Taucher vertreiben den Anglern die Fische...Taucher verseuchen das Wasser mit Bleiabrieb....Taucher zertrampeln den Rasen am Baggersse....und jetzt sollen Taucher auch noch für die Vernichtung der Riffe verantwortlich sein. Ich jedenfalls haben noch nie auch nur ein Stück Koralle abgebrochen. Und so soll es auch bleiben.
Immer gut Luft
Ingo
Antwort von Roger.T am 17.11.2005 - 12:07 Das Fazit der Threads hier entspricht dem, was ich befürchtet habe: wir Taucher sind eine zu kleine Gruppe, um wirksam etwas ändern zu können. Wir können höchstens eine oder zwei Tauchbasen in die Pleite schicken, die Lücke wird dann aber wohl sofort durch andere Betreiber gefüllt. Einen nennenswerten Einfluß haben wir leider wohl nicht.
20.000 US$ Strafe für einen großen Hotelbetreiber sind ein Witz - Entzug der bestehenden Baugenehmigung, Baustopp oder Lizenzentzug währen da, auch als Abschreckung für Nachahmer, angebracht; aber das ist wohl nur Wunschdenken... denn Nachahmer wird dieses Verhalten des Herrn Balbaas angesichts dieser lächerlichen Strafe wohl sehr schnell finden.
D-32 hat da wohl leider Recht - irgendwann gibt es am Roten Meer einen großen Knall, weil auch den Pauschalurlaubern die Gegend bald langweilig wird oder das Niveau zu sehr in den Keller geht...oder beides zusammen.
Aber spätestens, wenn die Weltölreserven spürbar zur Neige gehen und Fliegen nicht mehr bezahlbar sein wird, ist eh Schluß mit Massentourismus; und das kann schneller kommen, als wir uns das heute vorstellen...vielleicht haben die Riffe ja Glück und überleben bis dahin.
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