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Wichtiger Hinweis: Bei Fragen zur Gesundheit und Tauchen ist es dringend empfohlen, einen fachmännischen Rat bei einem Tauchmediziner einzuholen.
Sauerstoffvergiftung Abgesandt von Sparky am 17.07.2002 - 10:25:
Hi Taucher,
ab welcher Tiefe wird eigentlich der 20 Prozentige Sauerstoffanteil in der Pressluft toxisch.
Vielen Dank für Eure Antworten im Vorraus
Antwort von Herbert am 17.07.2002 - 10:37 Diese Fragestellung erlaubt keine eindeutige Antwort , da es sowohl eine pulmonare Schädigung durch Sauerstoff - als auch eine neuronale Schädigung durch Sauerstoff gibt. Beide Effekte sind abhängig von sowohl dem Partialdruck als auch der Einwirkzeit.
Nähere Infos wie immer im T-Net Lexikon Hier klicken - und dort den Links folgen.
Antwort von chris am 17.07.2002 - 10:40 der 20,9%-tige Sauerstoffanteil in der Luft wird ab PPO2 1.6 bar giftig. Wenn du sichergehen willst ab 1.4 oder gar 1.2 bar.
Berechnung: MOD=(PPO2/FO2-1)x10, also (1.6/0.21-1)x10=66.190m abgerundet 66m. Alle Angaben ohne Gewaehr natuerlich.
ch.
Antwort von oliver am 17.07.2002 - 12:56 hai chris..."giftig" ist so nicht richtig.ist kein gift. außerdem gibt es je nach verfassung sauerstoffdrücke die höher oder tiefer liegen als 1,6 und dabei ihre entsprechende wirkung entfalten. 1,4 und 1,6 wurden von den sporttauchorgs festgelegt. der russische militärrebreather ida 71 arbeitet zb mit einem po2 von 2,0. Und Russen sind bestimmt nicht andere Menschen,nur gelten da wohl andere Maßstäbe
Antwort von chris am 17.07.2002 - 16:11 @Oliver: klar beim militaer finden andere Nutzen-Risiko Abwaegungen wie im RL statt. Die Grenze von 1.4-1.6 der Sporttauchverbaende gilt ja auch fuer jeweils eine bestimmte Einwirkzeit, das weiss ich.
Demzufolge sind vermutlich auch kuerzere Einwirkzeiten (als die bei ppO2 1.4 -1.6) bei ppO2 2,0 unter erhoehtem Risiko einer OxTox moeglich. Aber wie gesagt, das Militaer hat andere Nutez -Risiko abwaegungen: Was ist gefaerhlicher (und teurer), ein toter Kamerad in Kuaf nehmen mit Sprengung des feindlichen Schiffes oder ein lebender Kamerad und ein intaktes feidliches Schiff?
Uebrigens, AFAIK wird bei Druckkammerbehandlungen teilweise ein ppO2 von 2.8 gefahren.
@alle: versucht bloss nicht beim Tauchen irgendwelche Experimente mit hohen ppO2 zu machen, ihr zieht den Kuerzeren! daher auch dieser Beitrag ohne Gewaehr.
ch.
Antwort von Michael am 17.07.2002 - 16:21 Man sollte aber auch erwähnen, das es in der Regel erst nach einer Einwirkdauer von einer Stunde beim Partialdruck des Sauerstoffs von ca. 1,6 bar zur sogenannten Sauerstoffnarkose oder "Sauerstoffvergiftung" kommt.
hm, kann sein, muß aber nicht. Das gefährliche ist ja gerade, daß die Symtome einer Sauerstoffvergiftung plötzlich und meistens ohne Vorwarnung auftreten.
Bei einer Druckkammerbehandlung ist ein Krampfanfall kein kein großes Problem - unter Wasser aber fast sicher tödlich.
Ich denke deshalb, man fährt gut damit, gut innerhalb der empfohlenen Grenzen zu tauchen, das Risiko ist es für Sporttaucher wohl nicht wert.
Antwort von oliver am 17.07.2002 - 19:11 hmm...soweit ich die gebrauchsanweisung und übliche anwendung von ida 71 kenne,geht es da nicht um kurzzeitige expositionen
Antwort von stefan am 18.07.2002 - 08:39 Probiert es mal mit diesem Link. Er sollte alle Fragen beantworten.
dem link von stefan kann man an sich nix mehr hinzufügen. Kannst dir ja vielleicht noch ein Buch von jemandem ausleihen, der einen NITROX-Kurs gemacht hat - da sollte auch alles drinnstehen.
Die Sache mit der Lungenschädigung hat für den Durchschnittstaucher praktisch keine Bedeutung! (Um wilden Diskussionen vorzubeugen: es macht auch keinen Sinn Tauchgänge in Hinblick auf eine evtl. notwendige Druckkammerbehandlung hin zu planen. Wer behauptet es wäre z.B. bei einem TEK-Diver u.U. wegen einer möglichen Lungenschädigung keine Druckkammerbehandlung möglich der hat keine Ahnung!!!)
Die ZNS-clock hingegen sollte eindringlich Beachtung finden. Die Zeit vom auftreten O2-toxischer Symptome bis zum Krampfen ist in aller Regel zu kurz um auf auf Symptome adäquat zu reagieren - geht zackzack und wenn dann kein Buddy in der Nähe ist...... also KEINE Experimente damit!!!!!!!
ABER: wieviele Taucher kennt ihr die einer O2-Toxizität zum Opfer gefallen sind???? Auch für die ZNS-Symptomatik gilt - spielt für den Durchschnittstaucher keine Rolle! ABER bei NITROX sollte man die Augen offen halten und sich seine Tabellen ankucken, obwohl es auch hier nicht leicht ist die Toleranzgrenzen zu überschreiten.
Nächstes Thema wäre dann üblicherweise das Tieftauchen mit Preßluft, aber diese Diskussion findet man hier im TEK-Archiv.
cu
Peter B.
Antwort von carcharodon am 18.07.2002 - 20:12 Eine kleine Frage zu den Ursachen der zentralnervösen Schäden hätte ich doch.
Gibt es erfahrene Taucher unter Euch, die mir den "Paul-Bert-Effekt" etwas physiologischer (u.U. auch molekularbiologisch) nahebringen können? Das fehlt leider auf der Seite des oberen Links und findet sich auch nicht in meinen Tauchlehrbüchern!
Dabei ist es doch sehr interessant, welche Wirkungen zuviel Sauerstoff (neben denen auf Gefäßtonus) "im Hirn" hat!
Danke!
Antwort von Herbert am 18.07.2002 - 20:38 Leider haben wir dazu noch keine exakten Informationen gefunden - zumindest keine die es wert wären im Lexikon unterzubringen. Der genaue Effekt von hohem Sauerstoffdruck auf Gehirnzellen scheint noch nicht ganz klar zu sein.
Soweit mir bekannt ist, wurden Experimente gemacht die die Unterschiede in den elektrischen Impulsen der Nervenzellen bei normal und bei hohem Sauerstoffdruck gemessen haben. Es gab Unterschiede (daher warscheinlich oftmals der falsche Vergleich zur Epilepsie), aber das Verständniss auf molekularebene wurde dadurch nicht gefördert
Wäre Super wenn jemand genauere Infos zu dem Thema hätte.
Antwort von Herbert am 18.07.2002 - 21:53 Wolfgang - in dem angegebenen Link ist nur der Lorraine-Smith Effekt beschrieben, aber leider nix über die genauen Vorgänge bei ZNS Einwirkung - oder hab ich was übersehen ?
Antwort von wrack-uli am 19.07.2002 - 09:41 Als Besonderheit wird in der Dekophase reiner Sauerstoff schon ab 9m verabreicht. Auf unsere Frage nach den uns bekannten Problemen mit Sauerstoff ab 6m, erklärte uns Andi die Risiken der Sauerstoffatmung in der Druckkammer und unter Wasser. Wir waren erstaunt, dass bei medizinischer Indikation reiner Sauerstoff bis zu einem Druck von über 2,5 bar (15m) verabreicht wird und nur einer von ca. 4000 Personen während einer fast 2-stündigen Behandlung einen generalisierten Krampfanfall erleidet, der natürlich unter Wasser tödlich, in der Druckkammer aber ohne Komplikationen verläuft. Die Druckkammerfahrt wird immer von Andi oder weiteren Hyperbarmedizinern der AGH überwacht.
Antwort von Harro am 19.07.2002 - 16:35 @wrack-ulli,
das Thema hatten wir schon einmal. (siehe Hier klicken ).
Offensichtlich ist es so, daß beim Tauchen andere Gesetzte gelten und natürlich 4 Promille tote Nitrox-Taucher 4 Promille zuviel wären!
Im Ehm steht auch etwas darüber. Anhand einer Tabelle kann man sehen, wie der gleiche Taucher sich im Laufe von (ich glaube) 100 Tagen langsam an höhere Drücke gewöhnt, jedoch plötzlich wieder bereits bei sehr kleinen Drücken zu Krämpfen neigt und am nächsten Tag bei einem Vielfachen des O2-Druckes keine Probleme hat. Hier lauert also eine Gefahr für die "Erfahrenen", die sich langsam hochschaukeln und durch Testen herausbekommen wollen, wieviel sie aushalten!
Gruß
Harro
Antwort von Andi am 03.08.2002 - 14:18 Hallo Harro!
Welcher Nitrox-Taucher erreicht denn einen pO2 von 2,5 bar? Hier gilt IMHO immer noch ein Grenzwert von max. 1,6 bar.
Unsere Erfahrungen in der Druckkammer lassen sich auch definitiv nicht auf das Nitrox- oder Presslufttauchen anwenden. Möglicherweise gelten beim Tauchen tatsächlich andere Regeln, als in der Druckkammer, keiner hat dies jedoch bislang nachweisen können. Daher würde ich keinem Taucher nahelegen, einen pO2 von mehr als 1,4 bar auf Dauer (alsomehr als wenige Minuten) zu akzeptieren.
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