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Sedimentproben
Abgesandt von Christian_J Registriertes Mitglied am 19.01.2007 - 11:39:

Hallo,
hat jemand von euch Erfahrung in der Probennahme von Sedimentkernen als Taucher. Konkret möchte ich Kernvolumen von ca. 200 ml oder weniger bei Sedimenttiefen um ca. 10 cm sammeln. Ich suche ein einfaches und kostengünstiges Verfahren.
Vielen Dank für eure Hilfe,

Christian



Antwort von JGL am 19.01.2007 - 12:01
Hallo,
schau ob du irgendwo ein Glasrohr mit entsprechendem Durchmesser bekommst. Dann noch zwei passende Gummistopfen und fertig. Aber noch ein Tipp. Erst das auf beiden Seiten offene Rohr in das Sediment treiben, dann oben verschließen und erst dann vorsichtig mit der Hand oder dem Stopfen versuchen das Rohr unten zu verschließen ohne zuviel Sediment aufzuwirbeln . Wird nicht einfach. Wenn das Sediment schon relativ fest ist genügt vielleicht auch schon ein schnelles heraushebeln des Rohres. Dann aber vielleicht besser ein PVC-Rohr.

hth,
Jörg
Antwort von Christian_J Registriertes Mitglied am 19.01.2007 - 12:13
Hallo Jörg,
danke für deinen Tipp. Ein ähnlichers Verfahren wende ich im Moment mit Plexiglasröhren an. Die Probenzahl soll sich allerdings erhöhen und ich suche möglichst Röhren, die mit einem Schraubverschluss auf beiden Seiten abgedichtet werden können. Bis dato verwende ich Gummistopfen und sichere sie zusätzlich über Wasser mit Klebeband. Das ist relativ aufwendig und leider auch teurer als es klingt.
Bisher habe ich die Proben nur im Flachwasser mit Wathose genommen. Was ist den tauchtechnisch noch zu beachten? Quasi von Land aus konnte man die Röhren in festeres Sediment mit dem Hammer treiben. Schätze, das scheidet beim Tauchen aus.
Grüße,
Christian
Antwort von JGL am 19.01.2007 - 12:46
Hi, leider kann ich Dir keine Tips zum taucherischen geben. Habe das bisher nur an land gemacht... wobei ich in einem Hammer zwar kein Problem, aber auch nicht die Lösung sehe. Einschrauben der Sonde in den Boden wäre viel beser. Wenn Du aber bei den Kosten limitiert bist ist das nicht machbar. (Ich hab zumindest keine Idee )
Was Anderes, wieviele Sonden brauchst Du denn gleichzeitig? Alle verwendeten Komponenten sind ja wiederverwendbar oder archivierst Du?

Fragend,
Jörg
Antwort von D-32 Registriertes Mitglied am 19.01.2007 - 13:58
Müssen die Sonden durchsichtig sein? Ansonsten kannst du auch (Baumarkt) 50 mm KG-PVC-Rohrstückchen nehmen. An einer Seite haben die eine Aufweitung, dafür gibts passende Deckel. Für die andere Seite musst du dir eine Bastellösung einfallen lassen.

Zur Untersuchung die Kerne einfrieren und dann das KG-Rohr aufsägen.

Warum soll man UW nicht mit einem Hammer arbeiten können? Nimm reichlich Blei mit, kauf dir einen Lehmann plus Gummikappe (sowas verwenden Steinsetzer). schweiße hinten eine Öse dran. Daran dann 40 cm Flechtleine mit Karabiner - fertig zum Einhängen in D-Ring.
Antwort von hket Registriertes Mitglied am 19.01.2007 - 14:22
beim tauchen zu beachten: Wasser lässt sich nicht komprimieren, wenn Du wie ich ein 50cm langes Plexiglasrohr in 20m Tiefe in den Boden gedrückt hast, machst Du den Stopfen oben drauf. danach langsam rausdrehen und den Stopfen von unten reindrücken - garantiert fehlt dann der obere Stopfen, weil kein Luftpolter im Rohr ist.
bei Schraubverschlüssen: beim Zuschrauben gerät sehr gern der Handschuh ins Gewinde
Ach ja, wenn Du eine Sedimentprobe willst, hör auf zu drehen, wenn Du den Kies erreicht hast - der rieselt fast immer wieder raus und versaut Dir durch den Sog die Probe.
Ansonsten gib mal durch, was genau du vorhast, evtl. fallen mir noch ein paar Tips ein.

Helmut
Antwort von Christian_J Registriertes Mitglied am 19.01.2007 - 16:16
@D-32: Danke für den Tip mit dem Hammer. Das werde ich auf jeden Fall testen. Leider sollten die Röhren möglichst durchsichtig sein. So kann man z.B. die Sauerstoff Eindringtiefe direkt optisch ablesen (Schwarz=anoxisch). Da ich die Kerne als Mikrokosmen aufbewahren will, kommt ein zerschneiden nicht in Frage.
@hket: Dein Argument mit den Handschuhen klingt einleuchtend. Danke für den Kiestipp. Ich plane diverse Bakterien aus den Sedimentproben zu gewinnen und zu charakterisieren. Die Röhren müssen daher intakt bleiben und der obere Teil muss wiederverschließbar sein. Der untere Verschluss könnte durchaus dauerhaft geschlossen werden.
Grüße,
Christian
Antwort von hket Registriertes Mitglied am 19.01.2007 - 16:47
Wir haben öfter mal für verschiedene Projekte von Schulen / Uni Proben geholt, mit verschiedenen Zielen und Methoden.
Unter anderem auch mit den Plexiglasrohren, welche von einem Umweltschutzprojekt gewünscht war, um auf einer Schau der Bevölkerung zu zeigen, wieviel Schmodder sich in 40 Jahren im Baggersee sammelt. Und warum der obere Stopper immer weg war, egal wie fest wir diesen reindrückten ...
denken hilft da mehr als Gewalt

Helmut

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