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Seekrankheit
Abgesandt von Diana am 27.04.2003 - 10:05:

Gibt es ein zuverlässiges Mittel gegen Seekrankheit, mit dem ich auch noch tauchen kann?



Antwort von S.Overhagen am 27.04.2003 - 10:53
Hai,
nein gibt es leider nicht.
Das enzige, wirklich einigermassen zuverlässige Medikament ist das Scopoderm-Pflaster, und das hat leider Nebenwirkungen, die mit dem Tauchen nicht vereinbar sind: "In seltenen Fällen kann es zu Verwirrtheitszuständen und/oder visuellen
Halluzinationen kommen. In solchen Fällen soll das Pflaster sofort entfernt werden." (Aus dem Ifap-Index Medikamente kopiert!!)
Alle anderen Medis haben sich als nicht richtig wirksam erwiesen, oder es gibt eine Superinnovation, von der ich noch nichts gehört habe.
Grüße
S.Overhagen Hier klicken
Antwort von Jessica am 27.04.2003 - 12:57
Es gibt so Magnetarmbaender auf die.... aeh.... Leute, die dran glauben, schwoeren
Ich kenn zahlreich Leute, die meinen, es wuerde super helfen. Von der Schulmedizin bewiesen ist jedoch nichts. Es scheint aber was mit Akkupressur zu tun zu haben und die chinesen haben der Schulmedizin einiges voraus. Nun, ich steh dem trotzdem etwas kritisch gegenueber - aber, wem`s hilft...
Antwort von Dr. med. Christoph Klingmann am 27.04.2003 - 13:24
@ Diana
Es gibt verschiedene wirksame Medikamente gegen seekrankheit. Leider wirken diese alle auf das zebtrale Nervensystem und sind dadurch mit Nebenwirkungen behaftet. Da es unter Wasser durch den erhöhten Druck schon durch das Tauchen selbst zu Nebenwirkungen kommen kann (Sauerstoffvergiftung, Stickstoffnarkose also Tiefenrausch etc.), ist die richtige Wahl eines wirksamen Medikaments gegen Seekrankheit schwierig.
Es gibt ein Medikament, dass in der israelischen Marine getestet wurde und als tauglich für das Tauchen betrachtet wird: CINNARIZIN. Es muss allerdings mehrere Stunden vor dem Seegang angewendet werden. Eine Dosierung von 50 mg scheint sinnvoll.
Antwort von S.Overhagen am 27.04.2003 - 17:57
Hai,
@Kollege Klingmann:
Originalzitat Rote Liste:
H010*Verkehr:
Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass z.B. die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird.

Ob das Beim Tauchen Sinn macht?
Selbst wenn das Zeug nicht diese Wirkung unter Druck hat, allein durch den Hinweis in der Liste hat jeder, der sich einen Tauchunfall leistet und das Zeug genommen hat, ein Problem.
Grüße
S.Overhagen
Antwort von Dr. med. Christoph Klingmann am 27.04.2003 - 20:59
@S.Overhagen,

wie ich schon sagte, wirken alle Medikamente gegen seekrankheit zentral und deshalb kann es selbstverständlich zu den genannten Nebenwirkungen kommen. Aber das hilft nicht wirklich weiter, oder? Das Medikament wurde getestet und führte im Studienkollektiv zu keinen messbaren Nebenwirkungen. Man sollte trotzdem erst mal die Wirkung auf den eigenen Körper testen, bevor man es beim tauchen einnimmt.
Aber was glaubst Du ist gefährlicher? Die Nebenwirkung eines Medikaments gegen Seekrankheit, dass ausführlich weissenschaftlich untersucht wurde und keine messbaren Nebenwirkungen zeigte oder ein Taucher, der an Seekrankheit leidet und nur das "unter Wasser" kommen im Kopf hat und Fehler in der TG Vorbereitung macht?

Ich würde Cinnarizin an mir selbst testen. Aber nicht tauchen ist natürlich sicherer!

Besten Gruß
Christoph
Antwort von S.Overhagen am 28.04.2003 - 08:40
Hai,
@ Kollege Klingmann:
Das Statement ging nicht um "richtig oder falsch" oder "was ist wohl weniger gefährlich".
Die Freunde der rechtsverdrehenden Zunft sind solchen Argumenten gegenüber nicht besonders aufgeschlossen. Es geht darum, das zu diesem Medikament eine eindeutige Warnung existiert und diese im Falle eines Unfalls (egal aus welchen Grund und aus wessen Schuld) sofort plakativ hochgehalten wird. In so einem Falle werde ich als Konsument der Medizin eine glasklare Haftpflichtfrage verlieren können, weil ich in diesem Zusatand nicht hätte tauchen dürfen.... fahrlässiges Handeln.... bewußtes Inkaufnehmen von Risiken die wissenschaftlich nachgewiesen.... usw. Die Texte der Rechtsverdreher sind uns doch allen bekannt.
Der Hinweis zielte darauf ab, das eine solche Empfehlung von Dir -ohne den Hinweis auf die beschriebene Nebenwirkung - für den Anwender Gefahren birgt, die von einer ganz anderen Seite auf ihn zukommen, als er sie erwartet.
Grüße
Stefan
Antwort von deepdive63 am 28.04.2003 - 10:10
Hi Diana,

versuch mal Folgendes: Stopf Dir in ein Ohr (nur ein Ohr, nicht in Beide) etwas Watte wenn Du aufs Boot gehst.
Das klingt vielleicht etwas komisch, aber das funktioniert bei ca. 80 % der Leute ganz gut (Selbsterfahrung und Test bei Mitseglern und Landratten).

Was durch die Watte im Ohr passiert scheint laienhaft ausgedrückt Folgendes zu sein: Das Hirn bekommt mit, dass Schwingungen auf einem Ohr nicht optimal ankommen. Es ist von daher schon "auf Störung" eingestellt, dies sowohl für das Hören und anshceinend auch für das Gleichgewichtssystem. Letztendlich ist dann Dein Vestibularsystem nicht mehr so empfindlich für die Schaukelei auf dem Schiff.
Grosser Vorteil: Es gibt keine rechtlichen Problem (siehe die Beiträge weiter oben) mit etwas Watte im Ohr. (*grins*)
Nicht vergessen die Watte vor dem Tauchen aus dem Ohr zu nehmen.
Vielleicht haben ja die Mediziner noch eine schlaue Idee warum das meistens funktioniert und ob die Erklärung was taugt.
Probier einfach mal in der Praxis, schaden kanns nicht.
Antwort von S.Overhagen am 28.04.2003 - 10:24
Hai,
@deepdive:
Watte in einem Ohr war mir neu, versuche es aber im Oktober auf dem Schiff gerne. Das wäre der stein der Weisen, wenn das hinhaut. Eine Erlärung, die besser als Deine eigene ist habe ich auch nicht, vielleicht weiß Kollege Klingmann als HNO mehr darüber.
Grüße
S.Overhagen
Antwort von alfredo am 28.04.2003 - 11:13
Es gibt auch noch Ingwer-Präparate (z.B. Zintona), die etwas gegen die Übelkeit helfen (sollen). Diese Mittel wirken nicht auf das zentrale Nervensystem und sind deshalb auch für Taucher unbedenktlich. Ob sie nun tatsächlich wirken, gerade bei starken Beschwerden, sei dahingestellt. Mangels Alternativen könnte sich aber ein Versuch lohnen...
Antwort von Elchi am 28.04.2003 - 11:58
In einer der letzten Ausgaben von Unterwasser war zu diesem Thema ein Bericht von einem Mediziner. Ergebnis des Artikels war, daß man ruhig was nehmen kann was auf das ZNS wirkt, alles besser als Seekrank zu sein.
Wir haben mal in Mexiko ein Mittel namens Dramamine bekommen (angeblich hier verboten), das hat super gewirkt und es gab - zum Glück - keine Nebenwirkungen.

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Antwort von Julia am 06.05.2003 - 09:40
Dramamine gekommt man in der Schweiz ohne Proplem.
Geb doch mal bei einer Suchmaschine den Begriff mit dem zusammenhang Schweiz ein, dann findest du alles.
Es scheint als ob das dort ein ganz normales Mittel gegen Reisekrankheit sei.


Gruß Julia

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