Selbstversuch Abgesandt von Zuckerlmann am 19.04.2007 - 06:34:
Ein australischer Biologe hat zwei Wochen in einer Unterwasser-Box fast nur mit Sauerstoff aus Algen überlebt. Am Mittwoch beendete Lloyd Godson seine Mission, mit der er beweisen wollte, dass Menschen unter Wasser unbegrenzt überleben können.
Godson "fütterte" die Algen mit seinem Urin und nutzte sie als Sauerstofflieferant. Ganz ohne Hilfe ging es dann aber doch nicht: Einmal am Tag bekam er einen Stoß Frischluft, sein Essen wurde ihm durch eine Luke in die gelbe Kapsel gebracht. Die Luftzufuhr sei nötig gewesen, da die Algen nicht genug Sauerstoff produziert hätten.
Godson hatte sich mit einer zwei Mal drei Meter großen Box auf den Grund eines Sees setzen lassen. Dort wollte er mit einem Standfahrrad einen Generator antreiben, um Strom und Licht zu erzeugen. Mit diesem sollten die Algen zur Photosynthese bewegt werden. Bei diesem Prozess nutzen die Pflanzen die Energie des Lichts zum Wachstum. Dabei wird auch Sauerstoff gebildet - der Godson versorgen sollte.
Auf www.krone.at gefunden.
Grüsse aus Wien,
ein lieber Frischluft atmender
Zuckerlmann!
Antwort von Elb-Pirat am 19.04.2007 - 07:13 Der Fehler dieses Experiments liegt ja schonmal in der Versuchsplanung:
Es handelt sich um kein thermisch-geschlossenes System, wodurch viel Energie schonmal in Form von wärme verloren geht.
Wie soll die Restenergie dann noch zur ausreichenden Sauerstoffproduktion reichen?
Ausserdem kann die Lichtenergie auch nicht zu 100% von den Algen zur Photosynthese genutzt werden.
Also irgendwie...
Die Idee an sich finde ich ja sehr gut. Ich habe ja im kleinen schon an gleiches gedacht. Grünpflanzen plus kleines Säugetier (z.b. eine Maus) in einem Luftdich versiegelten Behälter...
Habe diese Experiment übrigens nicht durchgeführt.
Antwort von shuttle am 19.04.2007 - 07:15 ... die Maus wird es dir gedankt haben
Antwort von **-diver am 19.04.2007 - 07:41 Die Idee zum Einsatz der Algen in einem Unterwasser-habitat hatten übrigens bereits in den 1950er Jahren die Russen. Nach jahrelanger Entwicklungsarbeit führte dies schlussendlich 1965 zum Bau des Bios-3, einem 315 Kubikmeter großen Habitat am Institut für Biophysic in Krasnoyarsk, Sibirien. Bei diesen Experimenten blieben die beteiligten menschlichen Versuchskaninchen bis zu 6 Monaten in ihrem Habitat. Die Ausfallsquote lag "im üblichen Rahmen"...
Antwort von D-32 am 19.04.2007 - 08:25 Ziemlich blödsinniger Versuch:
Der Wirkungsgrad der Photosynthese bezogen auf die einfallende Lichtenergie liegt bei mageren ca. 1,5 %. Wirkungsgrad bezogen auf Lichtausbeute der Glühlampe ist variabel, aber auch nicht hoch, je nach Bauart. Wirkungsgrad des Menschen bezogen auf die elektrische Energie auf dem Fahrrad ist auch gering. Also eine Kette von Verlusten.
Dass so ein Versuch nicht klappen kann, hätte er auch am Schreibtisch ermitteln können. Aber vielleicht wollte er ja mal weltweit seinen Namen in den Medien lesen - das hat geklappt.
Antwort von Scott am 19.04.2007 - 10:24 wenn der gute mann den ganzen tag strampelt um die algen zur sauerstoffabgabe zu animieren, wird ihm ganz schön die luft ausgegangen sein
Antwort von Markus E am 19.04.2007 - 12:06 Hallali zusammen,
es gibt im aquaristischen Bereich geschlossene Systeme im Bezug auf die Sauerstoffversorgung.
Dabei handelt es sich um Glas- (Kunststoff-) Kugeln, in denen sich Algen und Garnelen befinden.
Energiezufuhr erfogt dabei in Form von Licht und Wärme von außen.
Die Teile überleben zum Teil über Jahre. Die Garenelen fressen die Algen und pflanzen sich sogar fort. Die Stoffwechselendprodukte (Garnelenscheiße) dienen der Ernährung der Algen.
Schönen Gruss
Markus
Antwort von D-32 am 19.04.2007 - 13:06 " Energiezufuhr erfogt dabei in Form von Licht und Wärme von außen."
Exakt das ist der springende Punkt dieser Systeme - und der Kritikansatz an dem australischen Experiment, das ständig Energie nach außen verliert sowie mit Wirkungsgraden arbeitet, die bei jedem technischen Produkt das Aus bedeuten.
Antwort von allwettertaucher am 19.04.2007 - 17:55 hier nochmal ein paar Zusatzinfos zu der Aktion:
Das Besondere: Der Biologe möchte seinen Sauerstoffbedarf in dieser Zeit mit Hilfe von Algen decken, um zu beweisen, dass Menschen unter Wasser überleben könnten.
"Was dieses Projekt von anderen Unterwasserprogrammen unterscheidet ist, dass es keine Millionen kostet", sagte er der Presse, bevor er sich in einem See in seiner Heimatstadt Albury im Bundesstaat New South Wales "einquartierte".
Godson will in seiner zwei mal drei Meter großen Box Algen mit seinem Urin "füttern" und mit einem Standfahrrad einen Generator antreiben, der Strom für Lampen erzeugt. Deren Licht soll die Algen zur so genannten Photosynthese bewegen.
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Bei diesem Prozess nutzen die Algen die Energie des Lichts zum Wachstum. Neben Biomasse wird dabei auch Sauerstoff gebildet - der Godson versorgen soll.
Zudem will der Biologe einen Teil der Algen essen und sich so selbst mit Nahrung versorgen. Damit es ihm nicht langweilig wird, möchte Godson nach eigenen Angaben im Internet surfen und Trommeln.
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