Hallo,
die TEE oder die Doppleruntersuchung sind z.Zt. die wichtigsten diagnostischen Verfahren zur Festellung eines PFO. Bei der Doppleruntersuchung wird dem Probanden ein Kontrastmittel (Echovist(R) = Luft mit Lactose aufgeschäumt) injiziert, das über einen kurzen Zeitraum im Körper transportiert wird (baut sich wieder ab, also absolut unschädlich). Anschließend wird mittels Ultraschall über der Schlüsselbeinarterie oder hinter dem Ohr in einer Kopfarterie vor und nach Kompression des Brustkorbes (Valsalva etc.) nach Bläschen gefahndet. Sollten welche nachweisbar sein, lässt das auf einen shunt zwischen arteriellem und venösen Kreislauf schließen, was aber nicht zwangsläufig ein PFO sein muss. So oder so ist dieser shunt aber für den Taucher nicht gesundheitsförderlich.
In den letzten mir vorliegenden Studien von DAN zeichnet sich ab, dass Taucher mit PFO eine höhere Wahrscheinlichkeit haben DCS 2 mit cerebraler (Gehirn) Symptomatik zu entwickeln, obwohl sie sich vermeintlich an die Tauchregeln gehalten haben. Das kann auch nach 500 oder 1000 TG ohne Vorfälle passieren. Desweiteren scheinen Tätigkeiten nach dem TG einen weit wichtigeren Beitrag zur Problematik zu erbringen als der sprichwörtliche Druckausgleich, (Besteigen einer Bootsleiter in voller Montur, Schleppen des PTG zum Auto, alleine Absetzen der Flaschen ...).
Inwieweit sich ein PFO durch Belastungen "bilden" oder wieder "zurückbilden" kann, wurde leider nur an sehr wenigen Probanden untersucht, lässt aber noch interessante Ergebnisse erwarten.
So oder so ist die Untersuchung auf PFO noch keine Voraussetzung für eine Tauglichkeit, auch noch nicht bei gewerblichen Tauchern. Sie ist aber empfohlen, bevor man extrem dekompressionspflichtige Profile ("technisches Tauchen", häufiges Tauchen in große Tiefen ...) oder den Status des (gewerblichen) Tauchlehrers (größere Wahrscheinlichkeit der Notaufstiege in Übung und Realität, Vieltaucher ...) anstrebt.
Meine Doppleruntersuchung hat mich weniger gekostet als eine mittelmäßige erste Stufe, aus diesem Gesichtspunkt muss jeder selbst entscheiden, ob einem das die Ausgabe wert ist.
Gruß
Klaus