Hier können alle Fragen zum Thema Tauchausbildung ausgiebig diskutiert werden. Verbandsübergreifend kann hier nach allem gefragt werden was zum Bereich Aus- und Fortbildung gehört - moderiert von erfahrenen Tauchern.
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guntherTL***

Sterne und Erfahrung im Vergleich

Ein Themenbereich wird bei diversen Threads immer wieder aufgegriffen:
Sind es die Sterne bzw. Ausbildungsstufen die qualifizieren oder ist es die Erfahrung, Anz. der TG oder die Mischung etc., evt. auch das Alter

Einfach mal als Diskussionsgrundlage:
Mann/Frau hat einen 15 jährigen Sohn, er hat soeben seinen OWD/*/Bronze gemacht, 10 TG im Mittelmeer, ist gut drauf und will nun im heimischen See tauchen, der See hat 19 Grad, Sichtweite 5 Meter, ist max. 11 Meter tief ein paar Fische, keine Strömung etc.

Was für eine Ausbildung/Erfahrung etc. muß der Buddy haben, damit Ihr guten Gewissens Euren Nachwuchs mitschickt?

Viele Grüße
Gunther



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Stephan K.PADI DM, CMAS***, SSI XR, Apnoe 1, Eistauchen
09.11.2004 11:01
Bei manchen See wird die 4 Sterneregel verlangt.
Dementsprechend hätten wir einen Goldtaucher.

Ich würde einen erfahrenen Rescue/ **-Taucher vorziehen. Wobei nicht nur die Anzahl der Tauchgänge zählt, sondern ob es ein ruhiger besonnener Taucher ist. Ein Risikotaucher sollte es nicht sein.
Mindestens ein Rescue/ **-Taucher deshalb, weil die zumindestens Grundlagen bei Rescue und Unfallmanagement haben.

09.11.2004 11:04
Hallo Gunther

schönes Thema zum Streiten. Jetzt werden erst mal viele schreien das die 4* Regel nicht verletzt werden soll etc.

Ich würde sagen kommt darauf an, wie gut der Junior drauf ist ist, denn da muß man nämlich auch schauen.
Wenn das der 1 TG hier ist würde ich selber mit ihm tauchen gehen und für die weitern TG ihm erstmal einen TL an die Hand geben oder jemanden dem ich 100 % vertraue. Dieses muß dann nicht unbedingt ein TL sein, ich kenne auch Leute die haben "nur" Silber, wissen aber genau was Sie tun. Das könnte sogar ein verantwortungsvoller Bronze Taucher mit ein paar 100 TG auf dem Buckel sein, wenn das sein Heimatgewässer ist, ich ihn Taucherisch beurteilen kann und er mein Vertrauen hat.
Dieses aber jetzt an Sternen, Kärtchen oder Tauchgängen festzumachen ist sehr schwer.

Eine weitere Anmerkung von mir: Ich habe selber keine eigenen Kinder, würde aber meiner Meinung nach so handeln wenn ich welche hätte.
09.11.2004 11:44
Grundsätzlich lieber einen besonnenen Bronzetaucher mit 500 Tauchgängen im Kaltwasser als einen Silbertaucher mit 50 Tauchgängen im Meerwasser. Obwohl ich auch dazu tendiere, für den ersten See-Tauchgang in diesem Fall den Filius einem erfahrenen Tauchlehrer anzuvertrauchen. Vorausgesetzt, ich bin selbst kein Taucher mit entsprechender Erfahrung.
Der Junge soll ja Spass am Seetauchen finden.

Tümpi
die den Jungen mit in den See nehmen würde, wenn er einen vernünftigen Eindruck macht
Scott***/RD
09.11.2004 11:47
eine diskussion auf basis "eigenes kind" würde ich nicht führen, da muß ich den/die taucher/in schon sehr gut kennen und ihm/ihr vertrauen.

da ich schon der schlechteste beifahrer der welt bin, würde ich sicher keinem anderen als mir diese aufgabe zukommen lassen.(im falle "eigenes kind")

Gruß
Scott

Scott***/RD
09.11.2004 11:49
p.s. von der 4stern regel halte ich nicht viel !
09.11.2004 12:01
Auch wenn ich das als ÜL garnicht sagen darf... ... Ich finde die 4-Sterne-Regel auch Müll.

Wie Tümpi schon so treffend gesagt hat: Lieber einen */OWD mit 500 TG, als ein *** mit 50! Dem kann ich mich voll und ganz anschliessen.

Wenn es mein Kind wäre wäre es mir auch egal, wieviele TG der Begleiter hat, hauptsache er taucht sicher, ruhig und vernünftig und kann bei evtl. Problemen (Dunkel, Kalt..) eingreifen. Von daher bietet sich schon ein TL/Assi/erfahrener DM etc. an. Einfach jemand, der schon Anfänger begleitet hat.
Wenn Junior sich dann gut hält, kann man ja weiter sehen...
09.11.2004 14:42
Jaa, Jessica... das war doch die Frage, woran man erkennt, dass der Begleiter sicher, ruhig & vernünftig usw. ist.
Ich würde noch ergänzen, dass er gut tauchen können sollte und die Leistungsfähigkeit seines unerfahrenen Buddies einschätzen kann; also nicht ins dunkle, kalte geht, wenn der nicht kann.

Das Brevet ist sicher ein erster Hinweis, Die TG-Anzahl auch (und in welchem Zeitraum); geben zumindest über Ehrgeiz und Routine im Tauchsport Auskunft. Aber manch einer lernts nie (und traut sich nach 500TG immernoch nicht zur **Prüfung), und manch einem wird die Prüfung geschenkt (50TG für *** ist doch garnicht möglich).
Um Anfänger zu begleiten sind charakterliche Eigenschaften (o.g.) erforderlich, die man nur persönlich einschätzen kann.
09.11.2004 15:24
Ich denke, von allem genannten etwas gemixt ergibt den passenden Buddy.

Außer diese blödsinnige Sterneregelung denn die ist .................

Die Einstellung zu sagen -nur mit mir "Daddy" als Buddy hat Junior einen guten Buddy,finde ich nicht passend. Das wäre so als wenn ich sagen würde nur ich bin ein guter Autofahrer.

Wichtig wäre hier zu Wissen ob die Eltern auch Taucher sind

Wenn ja, einfach mal zusammen Tauchen gehen. Da sind dann weder diese blöden Sterne noch der Verband ausschlaggebend. Oder?

Wenn nein, können die Eltern eh nicht beurteilen wer gut und schlechter taucht. Oder?

Gruss

Also ich denke,ich bin ein guter Autofahrer
guntherTL***
09.11.2004 15:29
So als Vater von 5 Kids, ich bin der Meinung am anfang muß man als Vater entweder sehr geduldig und erfahren sein, oder die ersten 2-3 TG sollte jemand Anderes machen. Sonsz ist man nervöser als der Junior. Bei mir war es auf jeden Fall so, seit dem begleite ich die Kids bei keinem Prüfungs-TG mehr

Gruß

Gunther

Vercingétorixold school
09.11.2004 15:34
Vier Sterne Regel hin oder her. Von der haftungsrechtlichen Seite her, besteht keine andere Möglichkeit als den Jungen mit einem Goldi tauchen zulassen. Die Regel ist allgemein anerkannt (ob sie unsinnig ist, ist etwas was anderes). Ein Unfall unter Verletzung der Regel führt zu einer Haftung, wegen der Verletzung der anerkannten Regeln. Bei einem Verein ist der Vorstand mit in der Haftung, wenn er die Praxis kennt oder kennen muß. Rein tatsächlich haben wir in den umliegenden Vereinen Bronzetaucher mit mehr als 1000 TG, denen man einen Anfänger bedenkenlos anvertrauen kann. Man qualifiziert sich nicht über die Anzahl der Sterne, aber bei einem Unfall besteht ganz klar eine Haftung, weil der Gruppenführer seine Befähigung nicht nicht durch Sterne nachgewiesen hat. Auch wenn es nicht richtig ist, aber es ist so.
09.11.2004 15:53
Dixie, ich muss Dir leider teilweise widersprechen. Zu diving-is-fun-Zeiten (das mein ich jetzt verbandsübergreifend) ist das Brevet schon lange kein Ausgangspunkt mehr. Meinen Haus- und Hofbuddy hab ich als Rescue mit 27 (!) TG kennengelernt. Der konnt nicht mal ordentlich tarieren, geschweige denn jemanden "retten".

Die Tauchgangsanzahl und -art zählt bei mir weitaus mehr...
Vercingétorixold school
09.11.2004 16:43
Ergänzung zu Jessica,
Ein guter Bekannter von mir hat mit 30 TG seinen Divemaster gemacht/bezahlt. Das war 1995. Wir waren dann 2000 auf Teneriffa bei ordentlich Strömung tauchen. Hatte dann eine kleinen Panikanfall. Erst war der Guide schuld, "wie kann man mit mir dahingehen", dann der Rest der Gruppe "Was soll das, ich bin doch nur Teichmeister und auch noch tiefer als 30 m" und seit dem taucht er nicht mehr. Soviel zum Thema Karten/Sterne und tatsachliche Qualifikation. Aber das mit der Haftung läßt sich nicht von der Hand weisen.
guntherTL***
10.11.2004 08:36
Viele Sterne schützen vor Unerfahrenheit nicht. Sie bilden lediglich eine Basis um dann die notwendige Erfahrung bei/mit der Umsetzung der
Theorie zu bekommen.
Und dann ist man doch wieder bei den Ausbildern, waren die gut hat man in der Ausbildung schon eine Menge gelernt, man hat geübt und beherscht die Inhalte zumindestens halbwegs. War es eine
"Geld gegen Kärtchen" Ausbildung helfen auch die Sterne bzw. Kärtchen nix, hier startet leider all zu oft der Darwinismus.

Gunther
P.S.: unsere Kinder gehen die ersten 2-3 TG mit nem alten "Seebären-TL" in den See, danach erst mal mit mir, und wenn das dann klappt (ich bin sicherlich mind. genauso nervös)schauen wir mal...

10.11.2004 09:19
Grundsätzlich würde ich den Junior jemandem mitgeben der fundierte Kenntnisse im Bereich Tauch-Ausbildung hat. Mit 10 Tauchgängen im Mittelmeer ist er in deutschen Seen (wo gibt es denn um diese Jahreszeit Seen mit 19°C???) ein absoluter Anfänger. Hier ist nucht nur ein guter Buddy gefragt sondern jemand der auch weiß, wie er die Sache angehen sollte. Hierbei ist es wohl egal ob Divemaster, TL, Asis. Inst. oder so - derjenige sollte sein Handverk verstehen. Wende Dich an den Tauchshop Deines Vertrauens oder einen Verein in Deiner Nähe. Hier wird man Dir einen geeigneten Kandidaten nennen.

10.11.2004 09:45
Sterne machen´s mit Sicherheit nicht aus (auch wenn mein Nickname da was anderes suggerieren mag )
Grds. ist für mich der eigene Eindruck vom Tauchpartner wichtig. Das gilt für meine TG und erst recht für die der Kids. D.h. ich würde meinen Junior sicherlich nur mit (wem auch immer) ins / unter Wasser lassen, mit dem ich selbst auch schon tauchen war. Wohler fühle ich mich aber mit dem Gedanken, zumindest begleitend mit dabei zu sein.
guntherTL***
10.11.2004 12:14
@tobbe
kennst Du nicht den Tauchsidersee , ne war doch nur ein Disskussionsgrundlage, meine Kids lernen alle hier.
Gunther
10.11.2004 12:31
@**-diver

Das du dich wohler fühlst, wenn du mit dabei bist, glaube ich dir gern und würde mir wohl auch so gehen (selbst keine Kinder). Aber ist das auch sinnvoll??
Aus Erfahrung weiß ich, dass mittauchende Eltern in der Ausbildung eher stören/ bzw. Aufmerksamkeit vom eigentlichen Tauchgangsfüher abziehen, selbst wenn sie sich "ruhig" verhalten.

Der Buddy der Kids sollte m.E. Ausbildungserfahrung haben, damit regelt sich das mit den Sternen automatisch.

guntherTL***
10.11.2004 12:40
@Luftblase
100 Punkte, die ersten Runden halte ich mich zurück bei meinen Kindern. Ich geh dann immer
mit meiner Frau in den anderen Teil des Sees.

Gunther
Scott***/RD
10.11.2004 13:18
Luftblase, bei der Ausbildung würde ich nicht mitgehen um nicht zu stören, aber um das gings ja bei der ursprünglichen Frage/Diskussion nicht.
Bei der Ausbildung ist ja nicht nur der TL mit sondern auch 1-2 Assis.

Gruß
Scott
10.11.2004 13:35
Hai @Scott

wieso sollten da denn noch 1-2 Assis sein

@all
Also irgendwie kann man sich auch zuviele Gedanken machen. Der Junior ist ja schließlich schon 15 Jahre.

Gruss
10.11.2004 14:21
@ scott

Zwischen Ausbildung und dem hier konstruierten erstem Tauchgang in einem heimischen See würde ich nicht unbedingt unterscheiden.

Gunthers Konstruktion erinnert mich noch an ein anderes Reizthema:
Er (erfahrener Taucher) begleitet Sie (in der Ausbildung oder ganz frisch fertig)bei einem Tauchgang.
Merkwürdigerweise andersherunm nur selten ein Problem!
10.11.2004 14:42
Ich kann mich nur anschliessen... Wenn ich es nicht selbst machen würde, würde ich einen mir gut bekannten Taucher auswählen. Ausserdem würde ich ihn bitten, zu Beginn nicht die 11m Tiefe des Sees auszunutzen, sondern erstmal bis auf max.3-5 Meter zu gehen und evtl. den Jungen an der Hand zu führen. Nach Besprechungen mit Sohn und Buddy würde ich dies dann langsam steigern. So kann sich der Sohnemann langsam an die heimischen Gegebenheiten gewöhnen.
Gruss Bastl
11.11.2004 09:29
Mal ganz ehrlich: dass man einen Tauchpartner für nen blutigen Anfänger braucht ist ja nicht der Regelfall. Und auch dieser Anfänger wird 20 oder so TG später dann keinen Supertaucher als Buddy mehr brauchen.
Die (meine Erfahrung) normale Prozedur mit fremden Tauchern am See ist gegenüber den hier zumeist genannten eher einfach, klischeehaft, aber ausreichend: Welches Brevet, wieviel TG, wann zuletzt? Und dann natürlich während des ersten gemeinsamen TG erhöhte Obacht, ob er/sie das im Wasser auch umsetzt.
Die 4Sterneregel, die hier teilweise in Kritik steht ist die äusserst vernünftige Forderung Anfänger nur mit erfahrenen Tauchern ins Wasser zu lassen. Gibt es daran wirklich etwas auszusetzen?
11.11.2004 09:31
Nein, Dixie, daran gibt es nichts auszusetzen.
Es gibt nur daran etwas auszusetzen, dass diese Regel die Ansicht unterstützt, dass jeder */OWD ein Anfäger sein muss.... Und das ist Blödsinn.
Vercingétorixold school
11.11.2004 11:23
Wie willst du das haftungsrechtlich anders regeln? Nur mit der Anzahl der Tauchgänge hast du deine Befähigung zur Rettung etc. auf dem Papier nicht nachgewiesen. Erst die Karte ist der Nachweis und der erleichtert dir im Falle eines Falles die Haftung bzw. verlagert die Beweislast. Du kannst dir ja mal das Referat von der Abt. Recht des TSV NRW ziehen oder den Leiter anrufen. Du kannst auch nicht in der Ausbildung Änfänger von Assis, Übungsleiter C etc. begleiten lassen. Das führt zu einer Haftung.
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