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Stickstodd un= Stickstoff

Moin, Im Speed-Thread stand die leider unwidersprochene Behauptung, das Tiefenrausch durch Stickstoffsättigung begünstigt wird.
Das ist Unfug! Für den Tiefenrausch ist eine Kombination aus Partialdruck und Einwirkzeit maßgebend, bei der der Partialdruck die beherrschende Rolle spielt. Unterhalb eines individuell sehr unterschiedlichen Partialdruckes passiert garnix.
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09.03.2012 20:39
Das sehe ich ein wenig anderst. Klar spielt der Partialdruck eine wesentliche Rolle, das war etwas unglücklich formuliert.
Guckst du hier: http://www.deep-down-under.net/Wiki/index.php/Stickstoffnarkose
10.03.2012 00:05
quod erat demonstrandum - für ein Symptom, das noch nicht richtig erforscht ist legst du dich aber ganz schön weit aus dem Fenster. Wie ist das dann beim Apnoetauchen ? Partialdruck ist ja der gleiche, oder ? Wie funktioniert das dann bei 214 m ohne Trimix ? Mit nur einem Atemzug - nämlich Luft ?
Außerdem war es nur eine hypothetische Antwort.
guckst du auch noch hier : http://www.physiologie.uni-kiel.de/Tauchphysiologie-6.Std.pdf
10.03.2012 00:38
Die Sättigung beeinflusst den Tiefenrausch nicht. Ich habe gar keine Fenster.. Sättigung spielt sich in den Geweben ab, je nach Durchblutung und spezifischer Löslichkeit.
Bei Narkose spielt nach zieimlich gesicherter Meinung die Beeinflussung von Vorgängen im synaptischen Spalt eine Rolle. Die Beschreibung in deinem Taucherwiki ist falsch.
10.03.2012 17:48
Hallo MatV,

ich kenne zwar den benannten Speed-Thread nicht und habe auch immer noch nicht Original-Literatur zu dem Thema gelesen, aber......

# Ich habe mal gelesen, dass Bounce-TGe bzgl. N2-Narkose anders sind als langsam abgetauchte TGe. Und zwar schlimmer.
Da kann jetzt aber auch ein Gradient mit reinspielen.
# umgekehrt ist bei HPNS der N2-Narkose-Effekt wieder von Vorteil. COMEX hat bei den Tieftauch-Simulationen irgendwann wieder welches reingemischt um die HPNS-Symptome abzumildern.
# Im Synaptischen Spalt ist kein Vakuum, sondern Plasma = Flüssigkeit. Da kann also auch N2 sein.

Also von mir ein klares sowohl, als auch. Beide absolut formulierten Meinungen können richtig und falsch sein.

Gut Luft

FANATIC DIVER
10.03.2012 21:03
Der Gradient spielt nach meinen Erfahrungen auch eine Rolle, ganz klar.
Bounce heißt aber eher, schnell runter, schnell rauf. Schnell runter tauchen finde ich sowieso immer gut, mit anfangs nem kurzen Stop auf 30m, der imho bei Gewöhnung später wegfallen kann (innerhalb einer Tour.)

Wg. Sättigung: diese ist mathematisch idR hinreichend modelliert und zB in Rechnern implementiert. Wenn es irgendeinen sinnvollen Bezug zur Narkose gäbe, warum hat man den nicht gleich mit implementiert?
Bsp 1: ein Taucher auf 20m macht einen TG von einer Dauer von 200 Minuten mit Luft. Das ist genug, um auch zB ein Kompartiment mit einer T 1/2 von 40 Minuten fast ganz zu sättigen (bei 5 Halbwertzeiten spricht man von annähernder Sättigung. D.h., seine 40 minuten Kompartimente sind annähernd auf einem pN2 von 3x0,79= 2,37 bar (Wasserdampf vernachlässigt), die schnelleren Nervengewebe sowieso.
Bsp. 2: Ein Taucher macht einen Bouncedive auf 60m von 10` GZ , einschließlich abtauchen. Seine Dekompression hält sich sehr gegenübe der des 20m Tauchers in Grenzen. Trotzdem hat er u.U. wesentlich mehr mit N2 Narkose zu kämpfen. Im synaptischen Spalt geht es um Ionenaustausch Ca+, Na+, K+, usw. , Vorgänge, die durch eine bestimmte GABA beeinflusst werden (übrigens nicht dieselbe, die durch Distickstoffid angesprochen wird, daher sind die ganzen Lachgasversuche in Bezug auf Tiefenrauschsimulation sinnlos).

HPNS ist hier jetzt mal völlig außen vor.
10.03.2012 23:05
Hi MatV
Ob es eine Kausalität von Stickstoffsättigung und Stickstoffnarkose gibt müssten deine Bsp. etwas anderst formuliert werden: Taucher 1 macht einen TG auf 30 m (ppN = 3,16 Bar)und hält sich dort 20 min auf und macht dann einen Abtsieg mit 15m/min auf 60 m.
Taucher 2 macht einen normalen Abstieg mit 15 m/min auf 60 m. Wie sehen jetzt bei beiden Taucher die Symptome einer Inertgasnarkose aus ? Bei welchem setzt sie früher ein ?
Und um die elektrochemischen Vorgänge im Synaptischen Spalt zu stören muss erst mal eine Anreicherung von Stickstoff in den Nervenmebranen vorhanden sein.
Vielleicht hat man bei Bounce Tg auch deshalb die erhöhte Gefahr einer Stickstoffnarkose, weil der pCO2 Gehalt durch die "schnellere" schwerere Atemarbeit (Atemgasdichte), stärker ansteigt als bei einem "normalen" Abtauchen, wo die Lunge wesentlich mehr Zeit hat sich an die Bedingungen zu gewöhnen, was ja für den Tiefenrausch nicht unerheblich ist.
Aber das sind nur Thesen und keine wissenschaftlich fundierten Ergebnisse.
11.03.2012 15:38
Drum ziehe ich mich hier auch aus der Diskussion zurück. Ich sehe da keinen weiteren Sinn drin.
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