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Stickstoff im Blut
Abgesandt von MarkusMuskel Registriertes Mitglied am 08.12.2012 - 19:48:

Hallo liebe Tauchfreunde,

mein Buddy und ich waren gestern im Pool tauchen (max 5m.) das ca 1 Std. - danach hatten wir überlegt wenig zu schnorcheln und dabei haben wir ein wenig uns in "apnoe" versucht und teils die Luft angehalten auf 5m runter und dort eben solange es geht verweilt. Wir als aktuell blutige Anfänger wurden dann von dem "Aufpasser" vor Ort belehrt das dies sehr gefährlich ist. Mich würde interessieren ob dies stimmt? Ich weis vom Lehrgang das eben das abatmen beim Tauchen wichtig ist - aber so gesehen sättigt sich doch der Körper in den 5m ebenfalls mit Stickstoff und da man hier keine Sicherheitsstopps oder ähnliches beim tauchen macht und direkt auftaucht hat man ebenfalls kaum Zeit zum abatmen. Beim apnoe tauchen oder ich sage mal "versuchten" apnoe-tauchen reichert sich ja kein Stickstoff ein. Oder sehe ich es falsch und es liegt daran das wir genau danach die apnoe Übungen gemacht haben obwohl wir vorher Pressluft gemacht hatten? Ich bin ein wenig nun in Sorge ob ich mir nun geschadet habe oder mir nur was vormache und alles nicht so schlimm ist?! Bin um jede Hilfe - Erklärung dankbar! Gruß Markus




Antwort von Wurzelzwerg Registriertes Mitglied am 09.12.2012 - 10:33
Hallo MarkusMuskel,

prinzipiell hat der "Aufpasser" recht, dass man keine Apnoeübungen nach einem Tauchgang machen sollte.
Dies liegt daran, dass es bei den Apnoeübungen zu sehr schnellen Druckentlastungen durch das schnelle Auftauchen kommt.
Jedoch ist die Stickstoffaufsättigung bei 5m Wassertiefe so gering, dass es zu keinen Schäden kommen sollte.
Auch die Stickstoffanreicherung bei euren Apnoeversuchen ist zu vernachlässigen.
Bei tiefen Apnoetauchgängen reichert sich jedoch trotzdem Stickstoff an und kann, wenn mehrere knapp aufeinanderfolgende Tauchgänge unternommen werden auch zu eine Dekompressionskrankheit führen.
Dies legen zumindest die Tauchunfälle von Benjamin Franz und Herbert Nitsch nahe.
Allerdings erreichten die beiden deutlich größere Tiefen, als ihr sie auprobiert habt.

Wenn ihr euch mal grafisch anschauen wollt, wie ein Tauchcomputer die Stickstoffaufnahme berechnet, dann könnt ihr euch mal den Tauchgangssimulator runterladen. Am Besten schaut ihr euch das Programm mit einem Tauchleherer an, denn es verlangt etwas Wissen in Punkto Kompressions-/Dekompressionstheorie.
Es macht Spaß damit mal die verrücktesten Tauchgänge im Trockenen durchzuführen. (Aber bitte nicht im Wasser nachmachen )

Hier der Link für den Tauchgangssimulator:
Hier klicken

Viel Spaß beim Blubbern

Der Zwerg
Antwort von MarkusMuskel Registriertes Mitglied am 09.12.2012 - 11:01
vielen Dank "Zwerg" für die Antwort. Ich bin hier und sterbe heldentode da ich mich gestern (1 Tag nach dem Tauchen) so dreckig gefühlt habe. Nur lag es eher daran das ich heute ne fette Erkältung habe - ein dank an meine Kinder -
Daher bin ich froh bischen Licht im Dunkeln zu haben. Habe auch inzwischen wenig nachgelesen. Werde auch solche Übungen nichtmehr in Kombination machen - aus Sicherheitsgründen.
Macht es für einen Taucher üerhaupt sinn Apnoe zu trainieren? Wenn man Apnoe ggf garnicht machen will? Ich hatte mir nur gedacht wenn ich meine Atmung trainiere ist diese auch ruhiger und flacher beim Tauchen?

Gruß Markus
Antwort von kwolf1406 Registriertes Mitglied am 09.12.2012 - 12:35
Es macht sehr viel Sinn, als Gerätetaucher apnoe zu trainieren! Es dient der Sicherheit, wenn man in der Lage ist, in einer ohne-Luft-Situation auch mal eine Strecke zum Partner zu tauchen, oder einfach ein paar zehn Sekunden zu warten, bis man ein Problem gelöst hat. Auch Wechselatmung geht besser und ruhiger. Der Gewinn an Selbstvertrauen ist nicht zu unterschätzen.
Antwort von MarkusMuskel Registriertes Mitglied am 09.12.2012 - 12:49
danke kwolf!

aber wann trainiere ich es am besten und vor allem wie? habe ja nunmehr gelernt nachdem gerätetauchen ist es schlecht dann davor? oder nur das eine oder das andere?

gruß
Antwort von kwolf1406 Registriertes Mitglied am 09.12.2012 - 17:42
wenn am gleichen Tag, dann vor dem Gerätetauchen. Nach dem Gerätetauchen erst, wenn du entsättigt bist.
Antwort von kwolf1406 Registriertes Mitglied am 09.12.2012 - 17:47
Zum "wie" - z.B. in einem Tauchverein. Aber immer unter fachkundiger Anleitung und immer mit Sicherung eines Partners. Ist dir "Schwimmbadblackout" ein Begriff?
Antwort von kwolf1406 Registriertes Mitglied am 09.12.2012 - 17:48
Zum "wie" - z.B. in einem Tauchverein. Aber immer unter fachkundiger Anleitung und immer mit Sicherung eines Partners. Ist dir "Schwimmbadblackout" ein Begriff?
Antwort von MarkusMuskel Registriertes Mitglied am 09.12.2012 - 20:07
Ich hatte was darüber gelesen - nur nicht wirklich viel.
Antwort von MatV Registriertes Mitglied am 09.12.2012 - 21:28
Viel lesen hilft viel. Wenn man lesen kann. Sonst.. empfehle ich Schnorcheln auf koreanisch.
Antwort von MarkusMuskel Registriertes Mitglied am 10.12.2012 - 14:28
MatV - solche Antworten kann man sich sparen.
Antwort von MatV Registriertes Mitglied am 16.12.2012 - 17:39
Markus,
Nicht bevor du Schnorcheln auf Koreansich life erlebt hast!
Antwort von FANATIC DIVER Registriertes Mitglied am 16.12.2012 - 21:13

Hallo MatV,

jetzt mal gaaanz langsam, für mich als Blondine.
Was verstehst Du unter Schnorcheln auf Koreanisch?
Hast Du da Bilder/Videos?

Gut Luft

FANATIC DIVER
Antwort von MatV Registriertes Mitglied am 17.12.2012 - 10:42
Bilder im Kopf, ja, herzergreifende Szenen Wir sind dran vorbeigepaddelt, und wurden ja am Strandpfad auch dauernd drauf angequatscht, Massadsche, MamSir, SuvinarSir, UbuySir, Segelboot, Jetski, Parasailing, Kiteboarding, Perlen kaufen, falsche Uhren, Sonnenbrillen, und eben Snorkeln. Dass läuft dann so ab: ein Hotelinhalt ergießt sich auf den Strandpfad, mit oder ohne Hutschachteln auf dem Kopf (Herren mit Sonnenbrillen und Basecap), von denen lustige Gardinen bis zu den Hüften hängen, an der Taille irgendwie gerafft, die Nasen weiß gepudert, von dort wird unter Anleitung des Führers (Gehen, Laufen, Schritte machen) zu Boot gegangen, ins Boot gewatet, die Hutschachteln abgelegt, jeder bekommt eine hüpsche Feststoffweste, eine Maske und einen Schnorchel, dann abgelegt, 150m gefahren bis in eine Wassertiefe von gefühlt 1,3-1,8m, dort werden sie zu Waser gelassen. 29° warm, ahhh. Nach kurzem Treiben lassen, damit die nächsten 15 auch noch ins Wasser passen, schwimmen sie, in komfortablen Kleingruppen von ca. bis zu 8-10 Leuten ´nebeneinander untergehakt durchs Littoral. Die Maske auf der Stirn, der Schnorchel hängt irgendwo, und gucken verwirrt, wenn sie sich nicht angeregt unterhalten. Das ist Schnorcheln auf Koreanisch. Es setzt immerhin die Fähigkeit zu einer Art terrestrischer Fortbewegung voraus.
Grüße,
Mat
Antwort von Bluewavefilms Registriertes Mitglied am 17.12.2012 - 12:00
@ MatV: Ähnliches durfte ich vor dem Molokini Krater bei Maui erleben. Nur die Amis nehmen statt Schwimmwesten Schwimmnudeln zum Schnorcheln.
Ein Bild für Götter, wenn dann 40 bunte Nudeln an der Oberfläche herumtreiben und deren Schnorchler ab und zu einen verschreckten Blick unter die Oberfläche riskieren.
Antwort von FANATIC DIVER Registriertes Mitglied am 17.12.2012 - 16:26

Hallo MatV,

na dann kann wenigstens nicht einer alleine verloren gehen oder einer alleine ertrinken.
Aber auch diese Koreaner haben nach dem Schnorcheln Stickstoff im Blut.... Nur halt nicht mehr als vorher...

Nur die Durchschnittstiefe ungleich 0 wird schwierig.

Aber was machen die armen Touris, wenn sie auf einmal zu flaches Riffdach bekommen oder im Abgas-Strom des Bootes landen oder einfach als klein gebaute Koreaner zu flach durch die Erwachsenen-Schnorchel atmen oder eine teure Uhr auf Grund sehen aber links und rechts eingehakt sind?
Oder wenn sie mal kurz einer Qualle ausweichen wollen, aber links und rechts eingehakt sind?

Arme Touris.

Und ich bedauer mich schon, wenn der Bademeister mir den Schnorchel im Nichtschwimmer-Becken verbietet um meine ältere Tochter im Wasser zu betreuen. Aber was den Koreanern da zugemutet wird, ist einfach nur grausam.

Gut Luft

FANATIC DIVER
Antwort von MatV Registriertes Mitglied am 17.12.2012 - 21:32
Ja, ähnliche Szenen spielen sich in den Gewässern um SSH/Tiran Islands ab.. Die Snorkler verteilen sich an der Oberfläche wie Bärlappsamen. Tauchlinge kann man ja in der Tiefe staffeln...
Antwort von Bluelba Diving Registriertes Mitglied am 24.12.2012 - 22:02
Zu beachten bzgl. Stickstoff: Tiefe, Zeit des TG und Oberflächenpause zwischen den Apnoe TGs. Ah, auch die schnelle Aufstiegsgeschwindigkeit spielt ne Rolle.
Antwort von MatV Registriertes Mitglied am 25.12.2012 - 00:53
@Blülba: Genau. Die Franzosen ermittelten ca. in den 50 Jahren empirisch den Zusammenhang, dass die OFP mindestens 3x solange wie die Apnoephase sein sollte.

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