TAUCHLAMPE ABER WELCHER AKKU ! Abgesandt von Deep69 am 25.02.2005 - 18:18:
Habe da eine Frage will mir eine Tauchlampe kaufen bin aber überfordert mit den Akkutypen !
Wo liegen die unterschiede und welchen Akku sollten man verwenden und wie wird dieser gewartet bzw. was ist zu machen um eine lange Lebensdauer zu haben !
Bin für jeden Tipp dankbar !
Vielen Dank im voraus !
Gruß Deep
es gibt 3 Akkuarten, die für Tauchlampen inzwischen Verwendung finden:
1. NC = Nickel-Cadmium-Akku
2. NiMh = Nickel-Metall-Hydrit-Akku
3. LiIo = Lithium-Ionen-Akku (gibt es tatsächlich schon für Tauchlampen)
zu 1. der noch gebräuchlichste Akkutyp bei Lampen, weil er sehr hohe Stromentnahmen zulässt. Bedarf aufmerksamer Pflege, da er den berühmten Memory-Effekt hat (dazu weiter unten mehr). Der Akku sollte immer vor jedem Laden vollständig entladen werden - aber nie tiefentladen, dann ist er hinne. Selbstentladung bei Lagerung ist recht groß, nach rund 3 Monaten ist er selber leer.
zu 2. Mehr Kapazität bei gleicher Größe wie 1. und ein deutlich schwächerer Memory-Effekt - die Werbung behauptet immer, NiMh hätten keinen - das ist blanker Unsinn. Er kann aber nicht so hohe Ströme abgeben, wie 1., d.h. bei relativ kleinen Wattzahlen der Lampe (relativ zur Größe des Akkus) macht er Sinn. Außerdem hat der NiMh mehr Lade/Entladezyklen. Auch hier am besten immer vollständig entladen vor dem neuen Aufladen.
zu 3. Neueste Akkutechnik, es soll schon eine Lampe damit geben. Bei gleicher Größe zu 1. und 2. die meiste Kapazität, kann aber wie 2. auch nicht so hohe Ströme abgeben. Absolut keinen Memory-Effekt, erfordert aber spezielles Ladegerät mit aufwendiger Steuerelektronik und Überwachung des Akkus, kann sonst explodieren!
Trotzdem der Akku der Zukunft, da hier die Vorteile überwiegen. Braucht bei längerer Lagerung keine besondere Beachtung, wenig Selbstentladung.
Memory-Effekt= wenn ein Akku nur noch 40% Ladung hat und wird wieder geladen, "merkt" sich der Akku diesen Stand und definiert ihn als neue Null-Linie. Das bedeutet, er entlädt auch nur noch bis zu dieser Linie, hat also nur noch 60% der ursprünglichen Kapazität. Tritt nicht gleich beim ersten Mal auf, aber bei NC-Akkus recht schnell und ist fast nicht reparabel - für das Geld, das die elektronischen Ladegeräte kosten, die das können, kauf ich mir locker einen Satz neue NC-Akkus...
Bei Tauchlampen ist immer ein Kompromiss einzugehen: einerseits sollen sie klein sein (also wenig Platz für den Akku), andererseits aber eine hohe Kapazität und Wattzahl haben.
Durch ausgeklügelte Elektronik kann man da eine Menge rausholen, so daß sich auch hier langsam die NiMh-Akkus durchsetzen. Hier tritt der Memory-Effekt nicht so schnell auf und ist auch besser reparabel. Die Zukunft gehört erstmal den LiIo-Akkus, ich glaube aber nicht, das die sich bei Lampen durchsetzen; eher gibt es die kleine transportable Brennstoffzelle...
So, das wars, wenn ich was vergessen hab, müssen jetzt andere ran....
Antwort von kub0815 am 25.02.2005 - 19:22 allo Roger
Super antwort solltes du als Bericht in die Ausrüstungssparte stellen.
Roger hat eigentlich schon das meiste gesagt, aber in manchen Dingen irrt er leider.
NC Akkus sind am anfaelligsten fuer den Memoryeffekt stimmt, aber mit einem Reflexlader den es schon ab etwa 100Euro gibt kann man das leicht vermeider und auch leicht wieder beheben. Mit einem Reflexlader kann man dann den Akku auch einfach nachladen und muss ihn nicht jedesmal ganz entleeren. Solch ein Lader ist jeden Cent Wert und erleichtert das Leben ungemein.
NiMh Akkus sind sehr schwierig wieder auf Vordermann zu bringen wenn der Memoryeffekt mal eigesetzt hat. Meist ist es dann aber ein Totalschaden. Wie Roger auf das Gegenteil kommt kann ich mir nicht erklaeren. LiIon Akkus brauchen ein spezielles Ladegeraet stimmt, aber diese sind viel einfacher aufgebaut als NC oder NiMh Ladegeraete, diese sind auch viel billiger. Wer es nicht glaubt soll sich mal ein bischen in der Modellbauszene umschauen dort werdet ihr wohl die meisten Informationen darueber finden. Was die Stromaufnahme betrifft, da kann uns fuer die Lampen der Akkutyp eigentlich egal sein. Die kleinen Leistungen die wir fuer die Lampen fordern ist fuer kein Akku ein Problem. Da spielt schon eher der zulaessige Ladestrom eine Rolle. Die gefaehrlichsten Akkus sind im Moment wohl die LiIon und die LiPoly Akkus, da diese bei unsachgemaesser Behandlung zum explodieren neigen. Dennoch sind dies die Akkus der nahen Zukunft.
Gruss, Michael
Antwort von Blues Lee am 25.02.2005 - 21:09 Hi Tauchers,
wie wär`s mit `nem Bleiakku? Neben dem bekannten Vorteil des hohen Entladestroms könnte man auch gleich auf den Bleigurt verzichten...
... nix für ungut... die beiden AWs oben fand ich klasse, lehrreich und interessant... jetzt weiß ich auch, warum ich meine alten NiCd-Akkus langsam mal entsorgen sollte...
Gruß
BL
Antwort von Ralf Schmid am 25.02.2005 - 22:37 Noch ein Wort zu den Akkuladegeräten.
Es lohnt auf jeden Fall ein Profigerät zu kaufen. Auch wenn es die 100 Eurogrenze deutlich überschreitet. Dieses Ladegerät kann man dann auch für die anderen Akkus in Haushalt, Freizeit und Beruf einsetzen. Durch die Verlängerung der Lebensdauer der Akkus macht sich das Ladegerät schnell bezahlt.
Noch ein Wort zu Akkus im Allgemeinen
Der Memoryeffekt beschränkt sich nicht nur auf die Ladung, ein Akku lernt auch seinen Einsatzbereich. Das heißt, daß ein Akku der immer nur in der Wanduhr zum Einsatz kam, wird im motorgetriebenen Spielzeug erscheinen als wäre er defekt, weil er sich daran "gewöhnt" hat, daß er seinen Strom langsam über lange Zeit abgeben soll, und nicht viel Strom in kurzer Zeit.
Außerdem sollen "lose" Akkupacks, also z.B. 4 Mignonakkus aus der Digicam, immer im gleichen Verbund benutzt und geladen werden.
Wenn nämlich Akkupacks aus Akkus zusammengestellt werden, die an verschiedene Entladungsarten gewöhnt sind, entladen sie sich auch unterschiedlich schnell. Der eine leere Akku blockiert dann die Leistungsfähigkeit des gesamten Packs.
Der Grund:
Wenn ein Akku leer wird, nimmt nicht etwa die Spannung ab, die er erzeugt, vielmehr steigt sein Innenwiderstand. An diesem Innenwiderstand fällt bei Stromfluß eine Spannung ab, die an den Akkuklemmen dann "fehlt".
Dieser Zusammenhang ist im Ohm`schen Gesetz beschrieben: Strom = Spannung / Widerstand
Nach Umstellen der Formel ist die Spannung die am Widerstand abfällt das Produkt aus Strom und (während der Entladung steigendem) Widerstand.
Gruß Ralf
Antwort von wolfgang S am 26.02.2005 - 20:28 Hallo
Ni-MH-Zellen vs Ni-Cd-Zellen
Ni-Cd-Zellen
Vorteil
höhere Energiedichte pro Volumen und Gewicht
Nachteil
Empfindlichkeit gegen Überladung,
höherer Innenwiderstand,
kürzere Lebensdauer,
größere Temperaturabhängigkeit,
deutlich höhere Kosten.
Ni-MH-Zellen
Vorteil
Schnellfadefähigkeit
Hochstrombelastbarkeit
geringerer Innenwiderstand
Sicherheit und Zuverlässigkeit
Kosten
Lebensdauer (je nach Anwendung und Ladegerät bis zu 2.000 Zyklen)
kältefest bis -20 °C
Nachteil
Memory- und Lazy-Batterie-Effektes
Als großer Nachteil des Ni-Cd-Akku ist die Giftigkeit des Cadmiums, aus dem er zu 20% besteht und die damit verursachte Umweltbelastung. Auch NiMh-Akkus sind nicht ungiftig, wie uns die Werbung gerne vorgaukelt (Nickel).
Memory-Effekt
Wird ein Ni-Cd-Akku nur teilweise entladen und dann wieder aufgeladen, entwickelt der Akku ein sogenanntes Gedächtnis (Memory). Der Akku merkt sich diese geringe eingeladene Energiemenge und kann nun nicht mehr seine volle Energie, sondern nur diese geringe eingeladene Energiemenge abgeben. Er verliert scheinbar an Kapazität, obwohl noch genügend Energie in ihm steckt. In der Regel werden diese Akkus als "schlecht" aussortiert und entsorgt.
Durch mehrmaliges Entladen (0,9 V/Zelle) und Laden (150% - 160%) kann dieser Effekt abgebaut und die Zellen wieder regeneriert werden. Diesen mehrmaligen Entlade/Ladevorgang nennt man "formieren".
Lazy-Batterie-Effektes
Ein nicht so leicht zu lösendes, Problem ist der Lazy-Batterie-Effekt. Wird der Akku nach vielen Teilentladungen ständig überladen, so wird der Akku "faul". Die Spannung fällt ab. Der Grund ist die Bildung großer Kristalle an der Cadmiumelektrode, die den Innenwiderstand erhöhen.
Neue Akkus
Eine sofortige Schnellladung eines neuen Akkus mindert sowohl die maximal erreichbare Kapazität, als auch die Lebensdauer.
MERKE
Wie der Akku geladen so seine Lebensdauer.
Antwort von Gregor am 27.02.2005 - 08:29 Wolfang S bringt da anscheinend NiMHi und NiCad ein wenig durcheinander. Meine Meinung: LiJon=Möglicherweise die (nahe/ferne?) Zukunft, wie vieles andere auch, aber was nützt das im Moment? NiCad=Vergangenheit, kleine Energiedichte. NiMHi=zur Zeit DIE Lösung, theoretische Nachteile spielen bei Tauchlampen keine Rolle: 1) "Kleine" Belastbarkeit ist immer noch deutlich über dem, was wir aus einer Lampe ziehen. Wir starten ja keine Autos (kurzfristig viel Strom) sondern wollen Strom für längere Zeit. 2) Als Ladegerät kommen nur teure Dinger in Frage. Richtig, aber die sind auch für NiCad empfehlenswert. Vergesst die Geschichte mit Entladen/Laden, schadet dem Akku, ist aufwändig und veraltet. Kauft ein Hartenberger Off Shore 2, steckt den Akku nach Gebrauche ein, Fertig. Kein Memory, kein Lazy Battery, kein Formatieren, keine Zeitüberwachung, schnelle UND schonende Ladung, einfach perfekt. 3) Preinachteil NiMHi gegen NiCad. Für die gleiche Brenndauer brauche ich grössere NiCad, d.h. grössere und teurere Lampe, Preisnachteil ins Gegenteil gekehrt.
Die Hersteller verlangen für einen Akkuwechsel oft horrende Beträge. Meist ist ein NiMHi aus einer Nicht-Tauch-Firma günstiger als ein Ni-Cad vom Tauchlampenhersteller. Lasst euch einfach einen NiMHi-Akku konfektionieren. Selbstbau ist heikel, da Akkus nicht selektiert und problematisch zu verlöten
Antwort von wolfgang S am 27.02.2005 - 10:26 @ Gregor
Was soll ich ein wenig durcheinander bringen ???
NiCd= Vergangenheit, aber nicht wegen der Energiedichte, sondern auf Grund eines Beschluss des Umweltrat.
Ich habe mich auf der HP Hier klicken von Hartenberger eingelesen.
Steht viel schönes für einen Laien, aber dafür mehr Schwachsinn für einen Techniker.
Wie bitte soll ein NiMh-Akkupack, von denen wir hier immer sprechen, nicht von der Behandlung einzelner Zellen, von 1.8 Ah in ca. 1,0 h vernünftig geladen und schonend geladen werden ? Oder ein 8.0 Ah Accu in ca. 5,0 h
Bei diesen Verfahren erreicht ein NiMh auf keinen Fall die Lebensdauer von 2 bis 5 Jahre, und Mögliche 300 bis 1000 Zyklen.
Ich habe @Gregor vergangene Ansichten zum selben Thema nachgelesen. Anmerkung behalte ich für mich.
Antwort von Gregor am 01.03.2005 - 16:43 "Ni-Cd-Zellen. Vorteil: höhere Energiedichte pro Volumen und Gewicht, deutlich höhere Kosten", wenn DAS keine Verwechslung Ni-Cad mit NiMHi ist.
Mit dem Harti Offshore 2 geladene Akkus sind bei mir mittlerweilen 4-jährig und erreichen noch 94% der Brenndauer im Vergleich zu Beginn. Das ist ein hervorragender Wert. Das Harti-Ladegerät benutzt zwar hohe Ladeströme, aber das nur während der unkritischen Zeit. Bei ganz leeren Akkus lädt es mit geringen Strömen (längere Ladezeit, nehme ich aber gerne in Kauf), gegen Ende der Ladung nimmt es die Stromstärke ebenfalls zurück. Es ist sehr wohl möglich, sowohl schnell als auch schonend zu laden, es braucht lediglich ein wenig Intelligenz im Ladegerät. Wir müssen Abstand nehmen von der Doktrin "je niedriger der Ladestrom, desto schonender die Ladung", das galt bei alten Konstantstromladegeräten. Die Hartenberger Webseite halte ich im übrigen für korrekt verfasst. Die Lampen sind zwar nicht immer das Gelbe vom Ei aber das Ladegerät einsame Spitze.
Antwort von wolfgang S am 02.03.2005 - 17:55 @Gregor
Der Fehlerteufel hat gewaltig zugeschlagen.
Es muss lauten, wie berechtigt beanstandet:
NiMh-Zellen
Vorteil
höhere Energiedichte pro Volumen und Gewicht
Nachteil
Empfindlichkeit gegen Überladung,
höherer Innenwiderstand,
kürzere Lebensdauer,
größere Temperaturabhängigkeit,
deutlich höhere Kosten.
NiCd-Zellen
Vorteil
Schnellfadefähigkeit
Hochstrombelastbarkeit
geringerer Innenwiderstand
Sicherheit und Zuverlässigkeit
Kosten
Lebensdauer (je nach Anwendung und Ladegerät bis zu 2.000 Zyklen)
kältefest bis -20 °C
Nachteil
Memory- und Lazy-Batterie-Effektes
Nun zu Hartenberger
Zitat
z.B. Die von uns verwandten hochwertigen Akkumulatoren tolerieren ein mehrstündiges Überladen ohne Kapazitätsverlust.
Das kann doch so nicht richtig sein ?
Zitat
z.B. Es werden alle von uns hergestellten Akkueinschübe mit 5 bis 12 Zellen (Nickel-Cadmium und Nickel-Metall-Hydrid), vom Gerät erkannt und schnellstmöglich aufgeladen.
Ein Ladegerät kann die Zellenzahl über die Spannung erkennen, aber nicht den Typ.
NiMh verlangen eine andere Ladebehandlung als NiCd?
Schnellladung bewirkt fast immer eine Erhitzung sowie einen resultierenden erhöhten Innenwiderstand. NiMh vertragen nur bei einer bestimmten Lademethode eine Schnellladung.
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