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TL-Ausbildung
Abgesandt von o.j. Registriertes Mitglied am 29.03.2008 - 12:56:

Die vorhergehende Diskussion -Bester Weg zum DiveCon- hat mich doch etwas irritiert.
Mich würde mal interessieren, welche Voraus- setzungen man haben sollte um TL zu werden.

Ich bin der Meinung, daß man eine gewisse Erfahrung (>500TG)haben muß.

o.j.

Bin jetzt mal gespannt




Antwort von dedi02 Registriertes Mitglied am 29.03.2008 - 13:20
Warum denn noch mal ne Diskussion anfangen.

Es fällt immer wieder auf das die gleichen Fragen zum gleichen Thema gestellt werden.

Kann man da nicht mal FAQ schreiben für die wichtigsten Fragen? Und dann ist gut.
Antwort von KLeiner Hans am 29.03.2008 - 13:43
o.j.
Bin deiner Meinung,habe diese auch schon mehrfach vertreten wenn es wieder mal heist: habe vor drei Monaten das tauchen begonnen, ende des Jahres will ich TL sein.Nochmals für alle schnellen Tauchlehrer mit der großen Erfahrung von !20 TG.
TAuchlehrer sein heißt Verantwortung für andere Menschen übernehmen(ob Schüler oder Gasttaucher), diesen einschätzen und Gefahren/Probleme erkennen und richtig handeln,was schon mit Erfahrung nicht immer einfach ist. Das geht nunmal nicht wenn die eigene Erfahrung sich auf ein paar Prüfungstauchgänge plus AlibiTG beschränken.Von der theoretischen Seite will ich gar nicht erst reden. Der Markt ist mit ALDI-TLs übervoll Lidl-Divemaster/con gibt es auch schon mehr als genug. Will hier niemanden weh tun oder seine Träume kaputtmachen aber schaut euch doch mal im Jobforum um. Will ich den TL nicht Kommerz. machen habe ich auch Zeit um mich vernünftig ausbilden zu lassen, um erfahrungen zusammeln. NA jetzt bin ich mal auf antwort der auf den Schlips Getretenen gespannt. Seit mir nicht zu böse, habs halt mal so gelerntund kann es nicht für falsch halten wenn mir die Gesundheit und das Leben meiner Schüler/Gäste wichtig ist,meins auch. Bin halt alt(46) und verbohrt.
Na dann schlagt mal schön drauf.
Hans
Antwort von shuttle Registriertes Mitglied am 29.03.2008 - 13:55
"wenn mir die Gesundheit und das Leben meiner Schüler/Gäste wichtig ist ..."
-> das ist eigentlich der springende Punkt. Sicher kann man bei einiger Begabung recht schnell die erforderlichen Übungen mit Anfängern und bei entsprechend didaktischen Fähigkeiten auch Theorieuntericht gut machen.
Aber, und das fehlt leider in nahezu jeder TL ausbildung, Erfahrung und Fähigkeit zum Krisenmanagement kommt nunmal erst mit der Zeit. Fahren konnte ich schon immer, besser, schneller und überlegter reagierte ich im Fall der Fälle nach frühestens 10 Jahren Fahrpraxis. So ist es beim Tauchen auch. An der Anzahl der TG kann man es nicht festmachen, eher an der Art der Tauchgänge und den entsprechenden unterschiedlichen Bedingungen.
Antwort von o.j. Registriertes Mitglied am 29.03.2008 - 14:29
@dedi02:
warum nicht, interessiert mich nun mal

@KLeiner Hans:
sehe ich auch so .

@shuttle:
"An der Anzahl der TG kann man es nicht festmachen, eher an der Art der Tauchgänge und den entsprechenden unterschiedlichen Bedingungen"

Diese unterschiedlichen Bedingungen und Situationen hab ich aber bestimmt bei 500TG eher erlebt, als mit zB. 100TG. Es sei denn, ich tauche nur in meinem Baggersee.

Sonst



o.j.
Antwort von Nautilux Registriertes Mitglied am 29.03.2008 - 15:39
Tauchen ist ein dermassen universeller Sport geworden dass heutzutage die Voraussetzungen eines TL den seiner Kunden angemessen sein genügt.

Um einen OWD mit geringer Aquatik im Swimmingpool die ersten Rudimente des Tauchens geschmakvoll zu machen benötigt eigentlich mehr Komunikative Kapazitäten als Taucherfahrung und wir können uns dann freuen auf unseren zugeteilten Buddy beim nächsten Tauchurlaub

Es gibt nicht schlechtere Taucher weil die TL schlechter geworden sind; heutzutage taucht einfach Jedermann!!!

Für mich bleib der Spass trozdem
Nautilux
Antwort von KLeiner Hans am 29.03.2008 - 16:00
Nautilus
Du hast leider Recht.
Aber 25M Tiefe ist 25M Tiefe für die guten wie die vielen schlechten Taucher. Ich möchte mich nicht mehr in jedem Tauchurlaub ärgern und sogenannte gute erfahrene Taucher als Guide/oder schlimmeres zwangsnachschulen oder activer Posten bei Tauchunfällen sein ,wo ich nichtmals in der selben Tauchgruppe sondern nur auf dem selben Boot war(die letzten 2 Urlaube). Tauchen ist nicht wie Tennisspielen wo man vom Platz geht wenn es nicht gut gelaufen ist. Ist wie Bergsteigen- Schlecht geschult schon halb tot. Drastisch nee wahr.Tauchen ist das schönste Hobby aber mit ernsten Hintergrund und trotzdem viel Spass.
Gut Luft Hans
Antwort von shuttle Registriertes Mitglied am 29.03.2008 - 16:20
o.j.: "als mit zB. 100TG ..." -> das ist eh indiskutabel ... stimme absolut überein, nur können meinethalben 300 anspruchsvolle TG mehr wert sein als 500 mal Baggerloch im Flachbereich, so zu verstehen
Antwort von Martin Gehring Registriertes Mitglied am 29.03.2008 - 18:21
o.j......shuttle hat wie immer schon alles gesagt was gesagt werden kann.
Beispiel und Frage: ich hatte letztes Jahr ein Ehepaar bei mir im Rescue Kurs er 450 Tg. Sie 425 Tg.alle Tauchgänge mit Ihrem Mann nie einen anderen Partner außer der Mann bei 25 Tg. (muss auch sagen bei den Tg im Log waren jetzt keine so besondere dabei)
Wer hat nun mehr erfahrung von den beiden? bzw. wer ist der erfahrenere Taucher oder sind sie überhaupt schn erfahrene Taucher ?
Antwort von Kölle Alaaf Registriertes Mitglied am 29.03.2008 - 18:51
faq zzu diesem Thema ist ne gute Idee - mit der Zeit wiederholt sich auch das beste Argument
Antwort von o.j. Registriertes Mitglied am 29.03.2008 - 18:53
@ Martin Gehring
Neeee ne, klar hat shuttle recht.

Du mußt jetzt aber auch nicht ins Extrem abgleiten.
Obwohl, klar haben beide Erfahrung, auch wenn jetzt nichts Besonderes an TG dabei war.

Gegenfrage: Was sind eigentlich besondere TG?

Schau mal weiter oben, da kam was von unterschiedlichen Situationen.

o.j
Antwort von Nautilux Registriertes Mitglied am 29.03.2008 - 19:30
Ehrlich gesagt...
Mein Buddy kann ein TL sein oder ein OWD. Wenn ich denn nicht kenne kann der auch 10`000 TG`s haben, für mich bleiben beide ein Fragezeichen im Punkto Tauchen.
Nautilux
Antwort von o.j. Registriertes Mitglied am 29.03.2008 - 19:57
Och komm, was sind denn das für Ansichten?
Wenn ich mit einem erfahrenen Taucher ins wasser gehe, bleiben wir mal bei 5.000TG`s (mit 10.000 kenn ich nicht Viele) dann weiß ich, auf den brauch ich nicht so zu achten- der kann es - auch wenn er "nur" OWD ist - . Aber mit einem TL der so um die 100TG hat achte ich schon drauf. Da passiert so was wie oben von KLeiner Hans beschrieben schon eher.
Auch ehrlich gesagt

Aber das Thema war ja ein Anderes

o.j.

Antwort von Nautilux Registriertes Mitglied am 29.03.2008 - 20:18
Lass mal die überheblichen Zahlen die ich genannt habe, das war um Dramatik hinzuzufügen.
Wen ich das erste mal mit einem tauche denn ich nicht kenne gehe ich davon aus das der ne gewisse Erfahrung haben sollte je nach TG Anzahl aber vielleicht könnte er Ueberheblich ich seiner Tauchart sein.

Ist alles wieder relativ...
könnte ja antworten... desto mehr TG`s desto mehr Erfahrung... je nach art besonderer TG

Nautilux
Antwort von Rescuediver+ am 29.03.2008 - 20:28
Ehrlich gesagt...
Nautilux hat recht, ich würde sogar erweitern: Mein TL kann 100 oder 1000TG haben, es gibt Leute, die lernen schnell (und zu den normalen Tauchkursen gehört intellektuell und praktisch nicht unendlich viel, sofern man keine größeren Schülerrudel hüten muss), und es gibt Leute, die werden auch nach 10.000TG nie gute TL werden können. Nicht einmal bei wirklich guter eigener Tauchfähigkeit.

Wenn man bessere TL will, dann muss der Ausbildende daran ein eigenes Interesse haben (nicht am Ausbildungspreis selbst..), und die TL-Ausbildung sowie die Tauchschulausbildung selbst muss es verhindern, dass ungeeignete TL (egal ob mit 100 oder 1000TG) bestehen können.

Übrigens waren die meisten TL, die ich antraf, durchaus ganz gut. Wenigstens praktisch. Wären sie nun auch noch theoretisch erstklassig, wäre es ja schon außerordentlich erstaunlich, wenn diese TL nicht einen besser dotierten Beruf in Wissenschaft und Technik oder Medizin ergriffen hätten. Man soll die Trauben da also auch nicht zu hoch hängen. Was mir manchmal bei einigen TL fehlte, war das Engagement. Routine war da, Lust oft nicht mehr. Auch das ist keine Frage der Erfahrung, eher ist da Erfahrung kontraproduktiv.

Und ich werde kein TL. Ich versau mir doch nicht mein Hobby.
Antwort von Andys Tauchoase, Hurghada Registriertes Mitglied am 29.03.2008 - 21:39
Ich bin selbst TL Ausbilder und muß leider sagen, daß es solche und solche TL Kandidaten gibt.

Es kommt extrem darauf an, was für eine Einstellung der einzelne TL- Kandidat mitbringt. Beim ein oder anderen kann man die Einstellung noch formen, aber um ein guter TL zu werden muß man erstmal ALLES über Bord werfen was man bisher von TL`s meinte zu wissen.
Erst danach kann man sich mit dem eigentlichen Thema auseinandersetzen.
Es ist nicht wichtig gut zu tauchen, es ist vielmehr viel wichtiger die eigene Erfahrung dem Schüler verständlich rüber zu bringen.
Jeder Tauchverband ist immer nur so gut wie seine "Representanten". Also egal ob 100 oder 1000 Tauchgänge, der Mensch (TL) steht im Mittelpunkt.

Mir persönlich macht die Ausbildung von Tauchschülern wie auch von TL`s nach wie vor sehr viel Spass, weil ich denke dass ich meinen Beitrag zu guter Tauchausbildung leiste und den einzelnen Menschen helfe das wahrscheinlich schönste Hobby der Welt zu erlernen.
Fern ab von den NULL ACHT FÜNFZEHN Ausbildungen benötigt unser "Sport" ein paar Enthusiasten die eine wirklich gute Ausbildung vermitteln.
Antwort von Nautilux Registriertes Mitglied am 29.03.2008 - 21:46
Nun Mal zum Thema von o.j.:

würde sagen im Rahmen des akzeptablen Raumes ohne extreme Aussergewönligkeiten zu suchen, sollten die Voraussetzungen zum TL folgende sein:

den TL Kurs anzufangen nach mindestens 300 TG innert 6 Jahre in verschiedenen Tauchsituationen (tief, dunkel, Steilwande ohne sichbaren Grund, Strömung, Erfahrung mit abwechselden Buddys).

Professioneller Lebensrettungkurs bei einem Rettungsschwimmverband (ein reiner Rescuetauchkurs genugt nicht).

Feinfüligkeit gegenüber Drittpersonen und Lehreigenschaften.

Viel Geduld und Motivation.

Weitere Anregungen sind willkommen,
Nautilux

Antwort von Rescy`s Meinung. am 29.03.2008 - 23:02
Gebe Nautilux scho wieder recht, im Prinzip jedenfalls. Auf 300TG kann man sich einigen. Allerdings schützt das nicht vor Untalentierten, im Gegensatz zur härteren Ausbildung / Prüfung generell.

Im Rahmen der wirtschaftlichen Zwänge kommt es übrigens nicht auf den Tauchlehrer an, sondern auf den Verband. Es wäre auch im Sinne der Qualitätssicherung des Verbandes schlimm, wenn es anders wäre, also Tauchausbildungsqualität fü den Schüler stark vom Zufall der "richtigen" Wahl des Tauchlehrers abhinge.
Antwort von shuttle Registriertes Mitglied am 29.03.2008 - 23:22
"...sondern auf den Verband ..." -> und leider sind bei allen Verbänden die Hürden für TL`Ausbildung drastisch niedrig angesetzt.
Antwort von Kleiner Hans am 30.03.2008 - 00:09
Noch ein letztes mal meine Meinung zu den Antworten.
1. Es gibt keine früh berufene TL mit 100TG(es fehlt an Erfahrung,ich will mich nicht wiederholen) da mag einer so gut drauf sein voller Engagementund Tatendrang.
2. Was geändert werden müste(wunschtraum)wären die Grundbedingungen für die TL-Ausbildung, es reicht halt nicht Geld auf die Theke legen und der TL-schein wird schon gemalt.Sorry- früher hat man schon echt mehr bringen müssen. wird heute nicht durch modernere Ausrüstung kompensiert. Man hört nur noch Spass, Fun und wieviel Specials brauche ich dafür und jenes. Wenn ich mir überlege das sowas wie Tarieren heute Extra ein Kurs ist-Traurig was da aus Ami-Land rüber geschwappt ist.Früher war man eigentlich soweit fertig ausgebildet das man Tauchen konnte, also Tarieren-Orientierug-DecoBerechnung die Ausrüstung das wurde einem schon beim 1* vermittelt.Heute sind es zig Verbände die alle ihren Mitgliedern das große Geld und ein freies Leben versprechen wenn man Pseudo-Tl bei ihnen ist und etliche Kurse besucht und bezahlt-lächerliche Abzocke ist das und nicht mehr. Einfach ist nicht immer besser, manchmal muß man halt mehr und ein bischen härter lernen. Einem TL werden Menschen anvertraut die er mit Sachverstand,guter eigener Ausbildung und Erfahrung ins Wasser und Gesund aus dem Wasser bringen soll. Mann kann auch heute nicht alles mit Geld machen. Manches mus Wachsen und mit Zeit und Geduld gedeihen.Na viel Spass noch ob 300 oder 500TG reichen für den Start ins Glück, gehe ins Bett. Bin schoon zu Alt für noch mehr Blödsinn(Grins) Gut Luft
Hans
Antwort von Wombat12 am 30.03.2008 - 05:36
Ob man ein toller Taucher ist oder nicht, eine Sachr muss man noch zusätlich beherschen. Jemanden etwas beibringen kömnen.
Vergeliche die Sache doch mal mit der Schule oder Hochschule. Da gibt es Lehrer/Dozenten, die schlciht und einfach völlig fehl am Platz sind (IMHO 40%).

Viele Tauchlehrer sind Maulaufreißer ala Fahrlehrer. Erzählen den absoluten Schwachsinn von angeblichen Personen/Unfällen/Tiefen/Ausrüstungen/ Sex/Superriesenmegafischen

Ich bin AOWD und hab schon einige Tauchgänge. So richtig kapiert hab ich die Sache nicht. Tauche halt immer so wie die Gruppe oder der Buddy.
Was der Unterschied zwischnen Nitrox und Luft ist weiß ich auch nicht. EAN-Kurs habe ich aber. Sowas nennt sich auf der Tauchschülerinsel Ko Tao Tauchkurs. In Wirklichkeit pennen die Leute in der Tauchschule und kriegen nix mit. Prüfung wird von jedem Gehirnamputierten bestande, ohne jamals im Unterericht gewesen zu sein.
Antwort von o.j. Registriertes Mitglied am 30.03.2008 - 12:42
@ Andi:
"Es ist nicht wichtig gut zu tauchen,..."
das sehe ich aber ganz anders.
"... es ist vielmehr viel wichtiger die eigene Erfahrung dem Schüler verständlich rüber zu bringen.
Ja, genau und diese erfahrung maß man aber auch haben.

@Nautilux:
da kann ich mit

o.j.
Antwort von Rescy`s Meinung. am 30.03.2008 - 13:22
@shuttle
""...sondern auf den Verband ..." -> und leider sind bei allen Verbänden die Hürden für TL`Ausbildung drastisch niedrig angesetzt."
Vermutlich, aber ob jemand einen TL-Kurs bezahlen darf, oder dann wirklich als TL einen Job findet, sind auch noch 2 verschiedene Dinge. Bezahlen darf jeder.

Selbst wenn man nur noch erstklassige TL hätte: Was könnten die bei der OWD-Ausbildung und den paar kleinen Späschels denn besser machen? Der zeitliche und finanzielle Rahmen ist eng abgesteckt, im Detail könnten die SuperTL zwar ein wenig weniger Unsinn erzählen, etwas mehr Wert auf das Wesentliche legen, aber im Ergebnis wird das vermittelt, was die Verbandsvorgaben und der Profitwunsch der Tauchschule vorgibt. Viel mehr geht da nicht, auch beim allerbesten Tauchlehrer, höchstens ein klein wenig mehr. Und auch die bisherige Ausbildung bringt kaum Unfälle während der Ausbildung und kaum Tote unmittelbar nach der Ausbildung hervor, wer als Schüler selbst mehr will, muss eben selbst mehr Zeit investieren. Wer generell mehr fordert, muss einen 1000-EUR-OWD-Kurs fordern, oder massenhaft (nicht nur in der Großstadt oder in direkter Seenähe) ehrenamtliche Vereine (samt Kompressor und sonstiger Ausrüstung) mit tausenden selbstlosen, erfahrenen Tauchlehrern, die mehr als 1Woche jährlich ausbilden. Scheinbar gibt es zu Beidem keine große Bereitschaft, also kommt mir die Jammerei so vor, als würden da wieder mal ältere Herrschaften über die faule Jugend von heute jammern, und der schönen alten Zeit nachtrauern.

Man kann mehr fordern (300, 500, 1000TG, egal), aber am Ende wird dadurch nichts an der Ausbildung deutlich besser. Ich wäre schon froh, wenn der TL seinen Job nicht irgendeinem Hilfsassi überlässt, während er selbst noch woanders Kursgeld verdient oder Pause macht, und wenn er die Kurse nicht eigenmächtig ein wenig kürzen würde, sondern bei erkennbaren Problemen auch mal eine halbe Stunde drauflegen würde. Und wenn er womöglich bei nicht behebbaren Problemen auch mal wirklich ein paar Leute durchfallen lassen würde, sagen wir 10% für den Anfang.

Es reicht gerade mal dazu, die Minimalstandarts (TM) einmalig abzufordern, manchmal sogar noch weniger. Dazu braucht man wirklich keine erfahrenen SuperTL, sondern eher engagierte TL mit einem Hang zur Selbstausbeutung. Die obige Forderung ist also unsinnig.
Antwort von Nautilux Registriertes Mitglied am 30.03.2008 - 14:26
Dir kann mann nur zustimmen KLeiner Hans

Aber irgendwann muss man gegenüber dieser krummen Welt Verantwortung nehmen und sich ein Mass stellen um irgendwie dass Ganze wieder in ne aufrechte Laufbahn setzen.

Da das keine Garantie sein kann, mache ich nur "SoloTG`s mit Begleitung" (auch in Begleitung eines 1000er TL).
Ich muss meiner Ausrüstung sicher sein, ein zusatlicher Briefing mit mir selbst gehört auch dazu (tauchen beginnt bei mir rechtzeitlich ausserhalb des Wasser, mögliche Unterwasserbedingungen versuche ich mir im voraus vorzustellen, usw.).
Wenn mein Buddy zu wenig zu mir schaut, dann schaue ich halt mehr auf ihn (lade ihn zu geringere Tiefe ein) denn wenn bei mir etwas nicht klappen sollte ist meine dritte zusätzliche Atemquelle immer in meiner Griffnähe (Buddy als Flaschensherpa?), usw..

Leider gibt es heutzutage bei jedem besten Divespot Safari Boote, wo mann dann ev. Posten bei Tauchunfällen sein muss, auch nur weil heutzutage Jedermann taucht (da könnten wir nen neuen Posten aufmachen "Risiko Jedermann taucht vs Welterbreitung des Tauchsportes).
Und nicht umbedingt soll es einen anderen treffen, das ganze könnte auch mir passieren!

Fortschritt hat auch immer ne sehr dunkle Seite

Nautilux
Antwort von henri Registriertes Mitglied am 30.03.2008 - 15:48
Eine interessante Diskussion, aber sie beinhaltet eine wichtige Perspektive nicht: Die der Kunden.

Die Kunden sind so vielschichtig, wie die Tauchlehrer und die Tauchleerer. Es gibt verschiedenste Typen und damit auch verschiedenste Ausbildungskonzepte. Waehrend der ein oder andere Verband/TL in der Tauchausbildung primaer das Abkassieren von urlaubsverblendeten Touries sehen, gibt es auch Verbaende & TL`s, die ihren Kunden primaer erst einmal sicheres Tauchen ermoeglichen wollen. Welche Kategorie langfristig die stabilere Kundschaft hat lasse ich mal offen.
Und es gibt auch Ausbildungsorganisationen, die lassen beides zu.

Last but not least, muss ich als Kunde mir ja nicht das schnell-schnell-erstmalbillig Programm antun.

Ich sehe in den Ausbildungsrichtilinien eine Mindestanforderung an die Ausbildung, die ich meinen Tauchschuelern angedeihen lasse. Wenn sie dann am Ende der Ausbildung (ich wollte schon Kurs schreiben (Mich selbst mal )) tarieren koennen, einen Tauchgang vernuenftig berechnen, die physikalischen und medizinischen Grundlagen kennen und wissen wonach sie bei einem Briefing fragen sollen, wenn der Guide das nicht von alleine bringt, dann haben sie vielleicht auch schon den Inhalt von ein paar Spezialkursen mitbekommen ohne dafuer extra einen Cent zu bezahlen.
Ich weiss aber auch, dass es Urlaubsbasen gibt, die gewisserassen stutenbissig werden, wenn jemand mehr macht ohne die Leute abzukassieren. Es koennte ja schliesslich passieren, dass das Konzept erfolgreich ist. Kurzfristig wird das dann wohl weniger Geld einbringen, aber was ist, wenn die Kunden sogar wiederkommen, weil sie sich nicht verarscht fuehlen?

In diesen Sinne, es liegt am TL oder Basenbetreiber, welche Qualitaet die Ausbildung hat. Natuerliche Begabung den Stoff zu vermitteln, braucht man dabei aber auch.

Gruesse aus Detroit,

henri
Antwort von o.j. Registriertes Mitglied am 30.03.2008 - 19:44
Vielen Dank für Eure Beiträge.

Die 500TG sind auch ein bischen hoch gegriffen

Ich versuch mal eine (ketzerische)Zusammenfassung:

- TL - muß nicht unbedingt Erfahrung haben,
es reicht, wenn er diese vermitteln kann.

- Taucher ausbilden kann man auch, wenn man nicht gut tauchen kann. Das kann dann gut vorgeführt werden
- Rescy`s Meinung (auch Henri) schildert die Realität mit der ich aber nicht so ganz einverstanden bin.

Übereinstimmung mit Nautilux, Hans und shuttle.

o.j.




Antwort von henri Registriertes Mitglied am 30.03.2008 - 22:19
@ o.j.

Ich verstehe noch nicht ganz die Uebereinstimmung von meiner und Rescy`s Meinung, schon gar nicht den Unterschied zu der von shuttle, aber ich bin dafuer den Interessierten eine vernuenftige Ausbildung zu geben. Das Problem ist nur, dass das nicht jeder Kunde mit sich machen laesst. Die muessen dann halt woanders hin, weil bei mir (uns) bekommt man nur das ganze Programm und keine Schnelleinfuehrung.


Wenn Du dem nicht zustimmen kannst, heisst das ja dann, dass du fuer Abzocken bist. Dem kann ich dann wieder nicht zustimmen...

Gruesse,

henri
Antwort von milkyway Registriertes Mitglied am 31.03.2008 - 06:44
Hallo!

Hm hm, alles interessant zu lesen, vor allem, wenn man weder TL ist noch einer werden will.

Aber ich könnte einen schönen Quervergleich bringen. Ich fahre seit 27 Jahren Ski und mir wäre es nicht im Traum eingefallen, direkt nach dem Erlernen des Skifahrens meinen Skilehrer-Lehrgang anzustreben. Nun führt man beim Skifahren kein Lügbuch und kann demnach also nur schwerlich nachweisen, wie oft man auf der Piste war - hier zählt einzig und alleine das Können. Genauso sehe ich es beim TL. Lassen wir mal die Anzahl der TGs weg, egal ob 200, 300 oder 5.000. Hier zählt erst einmal das eigene Können und die Frage, was will ich wie dem Schüler vermitteln.

Ich kenne so manchen Kollegen, der in idealster Weise Kinderkurse der Klassen 1 und 2 (nicht Schulklassen) unterrichtet. Nimmt man den mal mit, dann wird man sofort gefragt, ob man einen Schüler dabei hat, da sein fahrerisches Können auf einer Buckelpiste oder im Tiefschnee nur rudimentär entwickelt ist.

Man kann also nicht immer alles über einen Kamm scheren, nur wird dieses leider all zu oft versucht, da manche in Schwarz-Weiß-Denken verfallen. Das fängt bei der Verbandsdiskussion an und endet dann bei der TL-Ausbildung. In der Welt gibt es aber genug Graustufen.

Allerdings stören mich zwei Sachen beim TL:
1.) Als Skilehrer muss ich mich regelmäßig fortbilden, damit ich weiter tätig sein darf. Vom TL kenne ich das nicht oder gibt es hier auch jährliche und zwingende Fortbildungskurse, für die so manche 800 km hin und retour zu fahren haben)

2.) Beim Skifahren kann ich mir auf der Piste sofort einen Eindruck vom Skilehrer machen, sowie er einmal gefahren ist. Das ist beim Tauchen recht schwierig. Als Skilehrer sehe ich auch sofort die Fertigkeiten des Schülers und kann den sogar in einen anderen Kurs stecken. Wäre mal was, AOWD buchen und nach dem ersten Tauchgang kommt man zu den Rescues (mal so als Beispiel), weil man Talent hat.

Und noch eines, wer jetzt sagt, dass man Tauchen und Skifahren nicht vergleichen kann, weil man beim SAkifahren schwerlich ertrinken kann, der irrt. Man kann zwar nicht ertrinken, es kommen aber mehr Skifahrer ums Leben als Taucher pro Jahr. Hat man auf 30m Tiefe ein Problem, so ist das ziemlicher Mist. Rauscht man mit 95 km/h in einen anderen rein (oder meinetwegen nimmt man einen Baum mit), dann ist das noch mieser. Und glaubt mir, selbst ein 10-jähriges Kind hat bei einer Schussfahrt so um die 70 km/h drauf.

Fazit meiner langen Rede. Ich halte nicht viel von Mindest-TGs als Vorraussetzung zur Erlangung der TL-Berechtigung, da dieses oft überhaupt nichts aussagt. Ich wäre hingegen für zwingende Fortbildungen je Jahr, bei denen TLs auch locker mal die Berechtigung verlieren können.

Just my 2 Cent

CU Oliver
Antwort von shuttle Registriertes Mitglied am 31.03.2008 - 07:59
Ich verstehen nicht viel vom Skifahren und genau aus diesem grunde kann ICH mir " auf der Piste" keinen "Eindruck" vom Skilehrer machen, sowie er einmal gefahren ist. ICh hab neulich eine junge (im Sinne von wenig Erfahrung) Tauchlehrerin beobachtet, die bei einer Übung so ziemlich alles falsch gemacht hat, was man falsch machen kann. Nur, das viel mir auf, aber nicht den Schülern , genausowenig wie mir etwas vergleichbares beim zititerten Skilehrer auffallen würde.

"Ich halte nicht viel von Mindest-TGs als Vorraussetzung ..." -> braucht ein Skilehrer keine nachgwiesene Praxis, Fertigkeiten? ich weiß es nicht, aber würde mich wundern Aber egal und ich bleibe dabei: TL`s werden Menschen anvertraut und da erwarte ich insbesondere Fähigkeiten, die man erst durch (lange) Erfahrung erhält und die sich nicht in der Demonstration von "Maske ausblasen" ablesen lassen
Antwort von o.j. Registriertes Mitglied am 31.03.2008 - 08:26
@shuttle:
"TL`s werden Menschen anvertraut und da erwarte ich insbesondere Fähigkeiten, die man erst durch (lange) Erfahrung erhält und die sich nicht in der Demonstration von "Maske ausblasen" ablesen lassen".

Hast es mal wieder auf den Punkt gebracht.

o.j

Antwort von milkyway Registriertes Mitglied am 31.03.2008 - 08:55
Hallo!

@shuttle
Bitte nicht falsch verstehen. Meine Aussage, dass ich nichts von Mindest-TGs halte, ist nicht so zu verstehen, dass mir die Qualität eines TLs egal ist. Mir kommt es auf das Können an und das drückt sich eben nicht unbedingt in der Anzahl der TGs aus. So möchte ich es verstanden haben. Ich denke, mit dieser Aussage stehe ich nicht ganz alleine da.

Und glaub mir, einen schlechten Skilehrer auf der Piste erkennst Du auch als Laie sofort. Denn hier mangelt es demjenigen ebenso am Können. Auf der Piste ist so etwas allerdings erheblich einfacher zu erkennen, da ein Skilehrer vor einem herfährt und Übungen vormacht. Beim Tauchen ist das in meinen Augen erheblich schwieriger, da die Ausbildung anders aufgebaut ist.

Dennoch kann aber ein schlechter Skilehrer, der Dir abseits der Piste nichts mehr beibringen kann, ein super Lehrer für die ersten Stufen sein.

Und ja, TLs werden Menschen anvertraut. Genau da bin ich bei Punkt 2 meiner Meiung angekommen. Gibt es zwingende Fortbildungen oder wird vorrausgesetzt, dass der TL mit dem Bestehen der Prüfung fit fürs ganze TL-Leben ist und kene weitere Ausbildung mehr braucht? Denn weitere TL-Stufen sind ja freiwillig und nicht zwingend.

Ein klener weiterer Punkt finde ich auch beim Tauchen etwas anders als bei vielen anderen Sportarten. Man macht seine Scheine, hat also vielleicht zwei Wochen Training und taucht dann. Die wenigsten kommen auf den Gedanken, weitere Kurse zu belegen, obschon sie schon >200 TGs haben. Betrachte ich meinen Sohn, so hat er in seinen 12 Jahren des Skifahrens wohl so um die 20 Wochen Kurse gehabt (5 Tage die Woche, täglich ca. 5 Stunden). Auch gute Tennisspieler nehmen Trainerstunden, Golfspieler ebenso, Taucher sind meistens mit dem OWD (oder meinetwegen AOWD) fertig und definieren sich dann über die Anzahl der TGs.

Ein Bekannter von mir fährt seit 30 Jahren Ski, ist aber ein lausiger Fahrer (Kunststück bei zwei Wochen Kurs in seinem Leben) und hat nichts mehr dazugelernt. Also hat auch die jahrelange Erfahrung auf der Piste ihm nichts gebracht (wie vielen anderen auch). Die 30 Jahre Skifahren sind also nicht mit Können gleichzusetzen - übersetzt auf`s Tauchen die >500 TG wohl auch nicht immer.

Deshalb sehe ich diese Rumreiterei auf die TG-Zahl immer so kritisch.

CU Oliver
Antwort von milkyway Registriertes Mitglied am 31.03.2008 - 08:58
...grummelfluch...ein paar Buchstaben nach oben werf....


Wer einen Rechtschreibfehler findet, der darf ihn behalten.....

Sollte er einen Edit-Button finden, dann darf er ihn gerne taucher.net schenken

CU Oliver
Antwort von Rheinenser-Taucher Registriertes Mitglied am 31.03.2008 - 11:55
Ich bin ja kein Erfahrender Taucher und sicher noch weit vom TL entfernt, aber dennoch mal eine ketzerische Frage:

Kann man mit 300 0TG nicht genausoviel falsch machen wie mit 100? Mal ehrlich, wenn ich 300 TG mache sagt das ja nch nciht aus das ich perfekt tarieren kann. Habe ich 300 TG etwas falsch gemacht ist es auch nach 500 TG noch falsch. Mache ich 100 TG etwas richtig ist es sicher besser als 300 TG etwas falsch zu machen.

Damit will ich jetzt nicht sagen das man 100TG als Voraussetzung mit der TL AUsbildung anzufangen setzen sollte. Ich als Neuling bin eher der Meinung das die Fähigkeiten des angehenden TL am Anfang seiner Ausbildung geprüft werden sollten.

Wenn man dann sieht das des Aspirant mit 100 TG alles besser drauf hat und auch sozialer bessere Qualifikationen aufweist, was spricht dann dagegen einen TL mit 100 TG auszubilden? In dem Falle ist dieser vielleicht sogar besser als der 300er taucher.

Natürlich bin ich aber der Meinung das jemand der TL werden will schon ein Erfahrener Taucher sein sollte, aber ob die ANzahl der TG das Mass aller Dinge ist?

Naja, eine Meinung eines Noob. Nun hackt mal auf mir rum.
Antwort von henri Registriertes Mitglied am 01.04.2008 - 00:39
Gut Tauche zu können hat überhaupt nichts damit zu tun ein guter Tauchlehrer zu sein wie es nichts damit zu tun hat, ein guter Skilehrer zu sein, wenn man gut Ski fahren kann.
Ski fahren kann man übrigens auch ohne Kurs. Gut oder schlecht. Beim Tauchen geht das im Prinzip auch, zumindest eine Flaschenfüllung lang und dann so lange nicht mehr, bis man eine unseriöse Füllstelle gefunden hat.

Ich denke, daß was shuttle sagen wollte ist, daß es Eigenschaften einer guten Ausbilders gibt, die nicht unbedingt davon abhängig sind, wie er den Sport selbst ausübt. (Gute Fußballtrainer sind ja auch nicht unbedingt die besten Spieler.) Die sogenannten Softskill sind häufig noch viel wichtiger, die Fähigkeit sich auf seine Schüler einzustellen, das Tempo individuell anzupassen und jeden in dem Maße zu fördern, wie er es verträgt. Unter Umständen heißt das auch mal Rückgrat beweisen und jemandem den Tauchschein nicht mehr kurz vor dem Urlaub zu geben.

Zu glauben, mit 70 km/h einen Hang herunter zu fahren ist gefährlicher als auf 30m keine Luft zu haben, läßt allerdings auf nicht zu verachtenden Defizite in den Hintergründen des Tauchens schließen. Wie auch immer, die Tannenschonung, die ich auf Skiern passiert habe, kam mir ungefährlicher vor. Vielleicht liegt die unterschiedliche Einschätzung aber auch daran, daß die Gefahren beim Tauchen nicht unbedingt sichtbar sind. Dagegen kann sich jeder vorstellen, wie es aussieht, wenn man mit 70 km/h vor einen Baum knallt. (ohne Knautschzone).

Warum ein Anfänger einen miserablen Skilehrer besser erkennen soll als einen miserablen Tauchlehrer, erschließt sich mir aber gar nicht. Mit dem TL gehe ich doch auch Tauchen, der macht mir viele Dinge vor, den kann ich schon auf der Basis beobachten, ob das ein Chaot ist oder nicht. Was ist das gegenüber dem Skilehrer anders?
Antwort von henri Registriertes Mitglied am 01.04.2008 - 00:46
Ach noch was: Es gibt auch Weiterbildungen bei Tauchlehrern. Allerdings kommt es meiner Meinung nach nicht auf die Verpflichtung an, sondern darauf, daß TL`s verstehen warum sie sich weiterbilden und das freiwillg tun. Die Pflichtweiterbildung sagt ja schließlich auch nichts über die Inhalte aus und ob sie den Kunden / Gast zugute kommen oder ob man geschult wird die Gäste besser und rechtsicherer über den Tisch zu ziehen.

Was lernt denn zum Beispiel ein Skilehrer auf so einer Weiterbildung?

Ich habe auf meiner letzten etwas über Tauchmedizin gelernt, über Hilfsmassnahmen und so weiter. Die über Marketing und Reiserecht habe ich mir bisher erspart. Aber vielleicht sollte ich da mal hingehen, dann lerne ich vielleicht, wie ich den Skilehrer rechtssicher in Regress nehmen kann.

Noch mal Grüße,

henri
Antwort von milkyway Registriertes Mitglied am 01.04.2008 - 21:42
Hallo!

@henry
Das hast Du jetzt aber bewußt versucht falsch zu verstehen, hm??

Mit dem ersten Teil Deiner Aussage bin ich ja einverstanden und sie entspricht auch der meinigen. Es kommt in der Tat auf die Fähigkeiten des TLs an und nicht auf die Anzahl der TGs, die mir hier ab und an als der heilige Gral vorkommen.

Den dritten Absatz des ersten Teils kannst Du aber getrost streichen oder meinetwegen als Aprilscherz ausgeben. Zu glauben, dass keine Luft auf 30m nicht so schlimm ist, wie mit 70 km/h den Berg runter, ist in der Tat fahrlässig. Wer hat denn so etwas behauptet? Hmm....scheinbar wohl ich, denn Du wirfst mir ja gerade "nicht zu verachtende Defizite in den Hintergründen des Tauchens" vor.

Dann beseitige bitte mal Dein Defizit im Lesen von Beiträgen. Denn ich schrieb nichts von "mit 70 km/h den Berg runter" sondern "Rauscht man mit 95 km/h in einen anderen rein (oder meinetwegen nimmt man einen Baum mit)".

Die Chance den Vereiser oder was auch immer auf 30m in den Griff zu kriegen steht so schlecht auch wieder nicht, wenn man einen aufmerksamen Buddie hat oder ein redundantes System. Den o.g. Crash zu überleben dürfte genauso easy sein wie der Sprung aus den vierten Stock. Mit viel Glück ist man nur halb tot.

Also bitte, erst lesen, dann mit Defiziten um sich werfen.

Kurz zum TL:
Ich meine mit dem Erkennen eines miserablen Lehrers, dass man einen schlecht fahrenden Skilehrer recht gut vor einem sieht. Und glaub mir, ein unsauberes Fahren und Umsetzen sieht auch jeder Laie.

*in Erinnerung kram und an OWD zurück denk*
Ob mein TL ein guter Taucher war, konnte ich in den ersten beiden Stunden hingegen nicht erkennen, da wir nur am Boden saßen. Tarieren etc. war logischerweise nicht zu sehen. Aber er hat die Theorie gut rübergebracht, ist gut auf die Schüler eingegangen - das hat gezählt. Ich wollte lediglich sagen, dass der TL nicht vor einem her taucht und man als Rudel hinterher und sieht wie er tariert etc., sondern man am Boden sitzt und Übungen macht. Und die ersten Übungen "Maske ausblasen und Co." sind so anspruchsvoll nun auch wieder nicht. Na, ich hoffe, da lehne ich mich jetzt nicht schon wieder zu weit aus dem Fenster

Und da sind wir wieder bei dem Punkt, an dem sich hier scheinbar die Geister scheiden und bei dem man immer so herrlich mißverstanden wird (ob gewollt oder ungewollt). Ich bin ja Eurer Meinung, wie z.B. "Die sogenannten Softskill sind häufig noch viel wichtiger, die Fähigkeit sich auf seine Schüler einzustellen, das Tempo individuell anzupassen und jeden in dem Maße zu fördern, wie er es verträgt."

Aber diese Softkills hängen von der Person ab und nicht von der Anzahl der TGs (s.o. heiliger Gral).

Letzter Punkt Fortbildung:
Haben Skilehrer es gut, die brauchen keine Karten zu verkaufen (noch nicht einmal Liftkarten). Insofern dienen die Fortbildungen nicht der Vermarktung, sondern der Weiterbildung (Carving, meinetwegen Snowboard, Tiefschnee, neue Trainingsmethoden bis hin zu Grupenführung von Kindern etc etc). Es tut sich in diesem Bereich halt immer etwas. Meine Verwunderung war lediglich, dass TLs dieses nicht benötigen. Denn weiter oben wurde mir mitgeteilt, dass Tauchen Gefahren für Leib und Seele mit sich bringt (war mir vorher doch glatt nicht so geläufig, aber noch 150 TG und ich hätte es irgendwann geahnt). Da muss man einen TL mit Schülern auf 12m Tiefe schon anders betrachten als einen Skilehrer, der mit 8 Kiddies die Idioten-Abfahrt runter schneepflügt.

Hoffe mal, ich habe mich jetzt etwas klarer ausgedrückt.

CU Oliver
Antwort von o.j. Registriertes Mitglied am 02.04.2008 - 09:05
Henry:"Gut Tauche zu können hat überhaupt nichts damit zu tun ein guter Tauchlehrer zu sein wie es nichts damit zu tun hat, ein guter Skilehrer zu sein, wenn man gut Ski fahren kann."

Da hast du recht, wenn man nicht in der Lage ist Wissen zu vermitteln, sind auch 1000000TG keine Aussage über die Qualität des TL`s.
Aber von einem gute TL erwarte ich einfach, das er gut tauchen kann. Und es ist bei großer Erfahrung (viele TG) sehr wahrscheinlich.

Ich behaupte mal wieder ketzerisch
Es reichen doch eigentlich ca.2Std. Theorie(wird sowieso immer über bewertet)um einem Anfäger die wichtigen Dinge beim Tauchen zu erklären (Tauch tabelle, Aufstieggeschwindigkeit) Druckausgleich Verhalten unter Wasser.

Das wichtigste ist doch die Fähigkeiten im Wasser
zu schulen. Da kommt es schon sehr auf die Tauchfertigkeiten des TL an und die hat man in der Regel als erfahrener Taucher mit vielen TG.
Wichtig ist aber, diese Erfahrung auch vermitteln zu können.

o.j.
Antwort von o.j. Registriertes Mitglied am 02.04.2008 - 09:08
möchte ein "n" kaufen

Antwort von milkyway Registriertes Mitglied am 02.04.2008 - 09:25
Hallo!

Die eigene Erfahrung richtig vermitteln zu können, das sehe ich als das Wichtigste an.

Genau an diesen Mangel leiden auch etliche Lehrkräfte in unseren bundesdeutschen Schulen. Nur etwas zu sein, heißt ja noch lange nicht, etwas auch zu können

Und jetzt bin ich auch mal ketzerisch. Den ersten Tauchgang zu schulen könnet theoretisch auch ein HiWi mit wenigen Tauchgängen. Das Heranführen ans Atmen unter Wasser, Maske ausblasen und Atemregler angeln etc. ist so schwierig auch wieder nicht. Bei weiteren Kurs-TGs sieht das dann schon etwas anders aus, da braucht es schon mehr an Erfahrung.

Aber belassen wir es mal dabei - im Endeffekt meinen wir ja eh alle das Gleiche. TG-Anzahl ist eine Sache, die Erfahrung eine andere und die Fähigkeit, das auch rüber zu bringen eine nochmals andere Sache. Während die Erfahrung vielleiht noch mit der Anzahl der TGs korrespondiert sieht es beim Vermitteln anders aus.

CU Oliver
Antwort von o.j. Registriertes Mitglied am 02.04.2008 - 11:41
Nicht nur das. Ein erfahrerner TL gibt einem eigentlich auch ein Gefühl der Sicherheit. Dies ist besonders bei den Freiwassertauchgängen wichtig.
Aus eigener Erfahrung weiß ich das Tauchschüler sich lieber dem offensichlich erfahreneren TL anvertrauen.

Oder lieg ich jetzt total daneben?

o.j.
Antwort von shuttle Registriertes Mitglied am 02.04.2008 - 12:10
Absolut richtig
Antwort von milkyway Registriertes Mitglied am 02.04.2008 - 12:55
Hallo!

Sehe ih ebenso. Wobei ich bei meinem OWD nicht wußte, wieviele TGs der TL hatte. Leider ist es ofmals so, dass man erst nachher sagen kann, ob der TL gut war oder nicht. Gerade in den diversen Ulaubsorten kann man nciht in Ruhe nach einer Basis suchen und sich vorher genauso ruhig den TL anschauen. Hier ist oftmals "anmelden, eingeteilt werden und ab geht`s mit Herrn X oder Frau Y ins Wasser".

CU Oliver
Antwort von o.j. Registriertes Mitglied am 02.04.2008 - 15:41
Nanu, eigentlich sollte sich jeder Tauchlehrer seinen Schülern kurz!!! vorstellen.

Dazu gehört auch der taucherische Werdegang.

o.j.



Antwort von milkyway Registriertes Mitglied am 02.04.2008 - 16:35
Hallo!

Hmm..das kenne ich von vielen Urlaubs-Tauchschulen anders. Man hört dann ein "Du bist in der Gruppe vom Peter/Ulli/Heike etc.", ohne dass man weiß, wer dieser Peter ist. Am nächsten Tag lernt man ihn/sie dann kennen, erfährt aber meistens nicht mehr über den taucherischen Hintergrund als das man weiß, das ist ein Tauchlehrer. Diese Infos kommen eigentlich erst im Laufe der folgenden Tage beim abendlichen Beisammensitzen nach dem Kurs.

Sucht man sich eine Schule in D-Land ist das erheblich einfacher, da man mehr Zeit hat. Oft ist der Entschluss zu tauchen ja nicht vor dem urlaub gefasst und insofern hat man vorher auch nicht gegoogelt (oder kannte taucher.net).

CU Oliver

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