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Tauchausbildung früher besser? "Sicha" Abgesandt von bestof34 am 22.11.2007 - 09:48:
Tauchausbildung
Wo sind nur die guten Alten Zeiten geblieben in welchen ein einzelner Verband das Land beherrschte und nur Männer in gestählten Körpern mit einer Lunge wie ein Stier ausgestattet die Tauchszenerie beherrschten.
Wollte damals ein untrainierter oder gar zu junger Mensch das Tauchen lernen, so genügte ein einfaches „schleich di drottl“ um die Taucherwelt vor unwürdige Taucher zu schützen.
War ein Taucher optisch angenommen, dann fuhr man mit dem „buam“ einmal zum See, fragte ihm „und, du wüst wiakli Taucha wean?“ und wenn der Tauchanwärter dann ein freundlich aber deutliches „JA“ von sich gab, dann war der „Eignungstest“ dran.
Man schmiss einfach Flossen und Maske in den See mit den Worten „hoi des aussa und tauch jo ned auf bevoa du ois host, suns kaunst glei wieda ham geh“. Hat man diese „Aufnahmeprüfung“ bestanden, dann ging es endlich los.
Der Theorieunterricht war umfassend und wesentlich lehrreicher als dies Heute der Fall sein könnte. Neben den 1* Unterlagen, welche man schön leserlich und die Meinung des „Trainers“ berücksichtigend in Form einer nicht enden wollenden schriftlichen Prüfung wieder geben musste, erfuhr man auch noch die Tatsache dass man die Mindestanforderungen schon um einiges überbieten müsse um an ein Brevet zu kommen. Die rhetorischen Fähigkeiten des „Trainers“ waren zwar äußerst verwirrend, doch wurde dies mit wirklich hilfreichen Zusatzinformationen wieder locker wettgemacht.
Hier wurden Themen erörtert, welche echte Männer ausmachen:
„Hot dei Buddy amoi Panik unta Wossa, dann hau dem Trottl de Maskn ei, doan wiead ea schon wieda normal“.
„Hot dei Buddy an Stimmritznkraumpf, dann hau eam einfoch dei Messa in Obaschenkl, do löst si da Kraumpf sofoat“.
Unterkühlung erfuhr man im Wasser auf den „Trainer“ wartend schon vor dem Beginn der Freiwassertauchgänge. Weicheier hatten nichts verloren im Wasser.
Bekam man durch die Tauchprofile auch noch Taucherflöhe oder Bends, kein Problem ein paar Schnäpse richteten das schon wieder.
Die Freiwasserübungen wurden individuell gestaltet und man lernte auch wirklich viele neue Dinge in ungeahnter Perfektion. Man musste halt alles können um bestehen zu dürfen. War etwas nicht perfekt oder erschien dem Trainer etwas zu langsam, so schrie er einem mal so richtig an und verwies einen vom Platz. DA wusste halt ein Taucher noch, dass er noch einige Übungen rasch selbst perfektionieren muss um dem Trainer wieder unter die Augen treten zu dürfen um nach Weitermachen zu bitten.
Hatte man brav seinen Vereinsbeitrag bezahlt und die Prüfung geschafft, dann ging man zum See und wurde von den Tauchkollegen erst einmal für 20 min auf 1 m schwebend beobachtet. Nach der Ausbildung lernte man halt noch weiter tauchen. Da kam niemand auf die Idee „Gaudi“ haben zu wollen. Weiter üben und trainieren hieß es. Diese Zeit als Anfänger musste man noch überstehen, dann wurde man einige Monate später für alle Mühen belohnt und mitgenommen zum Tauchen in Italien. Kompressor und Boot hatte der Verein selbst, runter nach Italien und los gings.
Owekhaut auf 30 bis 40 m, a wengal a Blei ablegen, weida bis 70e. Schaun wos do is. Zruck auf zum Blei („wea des net find suacht Stana“). Essen hat man sich selbst harpuniert. Harpunieren nur apnoe, niemals mit Gerät!
Damals lernte man seine Ausrüstung selbst zu warten, selbst „Schrauber“ zu sein und nach einem Jahr durfte man in gewohnter Weise den 2** machen.
Damals hat man sich einfach 2 bis 3 Flascherl mit in die Tiefe genommen wenn man sie brauchte und keiner kam auf die Idee, dass er jetzt was anders ist als ein ECHTER TAUCHER!
Damals bist du in Urlaub gefahren und hast dem Guide, wenn überhaupt jemand dachte dich begleiten zu müssen mal gezeigt wo der Boden ist. Spätestens beim 2en Tauchgang ist der an Bord geblieben und es kamen keine blöden Sprüche von wegen wie lange oder tief.
Jeder tauchte was und wo er wollte.
Das waren noch Zeiten, das war noch eine wirklich gute Ausbildung. Jeder von diesen Tauchern wird das bestätigen. Und fü Tode haum ma a ned khobt.
Antwort von Vercingétorix am 22.11.2007 - 11:05 Vielleicht wäre uns der Trilaminator erspart geblieben........
Antwort von Teichmeisterin am 22.11.2007 - 11:26 Cooler Beitrag...
Antwort von diver_ac am 22.11.2007 - 11:57 KLASSE.
Antwort von `ndrea am 22.11.2007 - 12:08 Sehr erfrischend der Vergleich. "Damals und heute" und nicht von der Hand zu weisen.
Schön, dass noch Urgesteine und Relikte der alten Schule übrig geblieben sind
Antwort von masay am 22.11.2007 - 12:24 Bravo, genau so war es! Und ehrlich gesagt schlecht war es nicht! Die Zusammengehörigkeit, das Sozialverhalten und das ständige aufeinader acht geben war früher ausgeprägter.
Antwort von niemand bestimmtes am 22.11.2007 - 12:52 Die interessante Frage bleibt: Warum fiel die Gesellschaft von einem Extrem (oben trefflich beschrieben) ins andere (Plastikkarten statt Ausbildung gegen Geld)?
Wäre schön, wenn sich ein vernünftiger Mittelweg durchsetzen könnte...
Antwort von zellnera am 22.11.2007 - 13:14 wie gut das ich nach dieser Zeit zum tauchen angefangen habe.
Antwort von niemand am 22.11.2007 - 13:16 Warum die Gesellschaft das tut?
Warum verwandet sich unser Land von einer sozialen Marktwirtschaft in einen reinen Kapitalismus?
Weil der Mensch eine Grundeigenschaft hat, die man als Ergeiz oder Gier bezeichnen könnte.
Antwort von Scott am 22.11.2007 - 13:55 und die Dinosaurier sind auch ausgestorben - zurecht
aber war lustig zum durchlesen
Antwort von Telemar-king am 22.11.2007 - 15:46 Der von bestof34 angezeigte Vergleich zwischen "Früher" und "Heute" hinkt: 1.) "Früher" war eine Zeit, als es noch gar keine Tauchausbildung gab und die ersten Presslufttaucher quasi im `Learning by doing` unter Wasser gingen, 2.) wie die Ausbildung "Heute" funktioniert, glauben hier im taucher.net viele zu wissen und noch mehrere beurteilen zu können, 3.) das was bestof34 beschreibt, war allemal in der Zeit "dazwischen". !
Antwort von Tauchopa am 22.11.2007 - 17:03 Ha ha ha! Viel Einfallsloser geht`s nicht mehr.
Antwort von Fritte am 22.11.2007 - 21:49 rofl - selten so gut gelacht. Eine gar köstliche Satire auf "früher war Alles besser und außerdem aus Holz" Fraktion.
Antwort von kwm am 22.11.2007 - 23:35 "Früher hatten wir auch einen Kaiser ..." und der hieß Nero!
wenn ich diesen Thread so lese, muß ich doch ein wenig schmunzeln, bei meinen Erinnerungen. Enzelne Parallelen lassen sich da nicht verleugnen. Ob`s gut, oder schlecht war, läßt sich so einfach gar nicht beantworten. Sicher ist jedenfalls.......
Keinem von uns hat die gute/alte Assiausbildung geschadet. Regelmäßig den Kutter von unten mittels Schrubber von Algen zu befreien, Anker auf, Anker ab, die komplette Seemannschaft eben. Und nach der Zeit konnten wir dann sogar Tauchen.
Aber das Hauptaugenmerk, sowie die Ansprüche der Gäste heben sich doch sehr geändert, und die Tauchbasen tragen dem Folge.
Aber wer ein wenig hartnäckig ist und stetig sucht, der findet auch in seiner nächsten Tauchdenistination noch eine Tauchbasis, wo man im Urlaub noch richtig Tauchen kann. Noch gibt es sie, diese Urgesteine. Mag sein, daß man seine Flasche selber schleppen muß, aber was soll`s; wenn das durch die Tauchgänge wieder wett gemacht wird, stecke ich dem Assi einen 20`ger zu, weil ich weiß, was die arme Sau da durchmachen muß!!!!!!
Europas führende Tauchorganisationen wie ACUC, BARAKUDA, NASDS, SNSI, IDD, Idea Europe, PADI, SSI und DAN-Europe haben sich als Mitglieder des RSTC Europe verpflichtet die Erhaltung der Gewässer durch die entsprechende Ausbildung der jetzigen und künftigen Tauchergenerationen zu gewährleisten.
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